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           Nationale Volksarmee
   der Deutschen Demokratischen Republik




                           Chiffriersache!
                           Geheime Verschlußsache!
                           GVS-Nr.: A 411 901

                           Ausf. Nr. * 031




                   DV 040/0/015



            SAS- und Chiffrierdienst
                - Truppenteil -














                     1978





Nationale Volksarmee
der Deutschen Demokratischen Republik

                      Chiffriersache!
                      Geheime Verschlußsache!
                      GVS-Nr.: A 411 901

                      Ausf. Nr. Stern 031

          DV 040/0/015

       SAS- und Chiffrierdienst                      BStU*72
       - Truppenteil -






               1978



NACHWEIS ÜBER EINARBEITUNG VON ÄNDERUNGEN

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Nr.   Inkraftsetzungstermin   Datum    Unterschrift     
101.12.8423.10.87Joe
201.02.8703.03.87Joe
 
 
 
 
 
 
 

NACHWEIS ÜBER ZUGANG/ABGANG

Lfd. 
Nr.
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Blatt
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Blatt
  Datum    Signum  
1  72  Anfangs-
bestand
       
       
       
       
       
       
       
       
       

NACHWEIS ÜBER VERNICHTUNG

Lfd. 
Nr.
  Blatt    Vernichtet
am:
  Vernichtungsvermerk  
(Unterschriften)
      
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

     Einführungsbestimmungen zur DV 040/0/015

     1. Die Dienstvorschrift 040/0/015 - SAS- und Chiffrier-
     dienst Truppenteil - wird erlassen und tritt am
     01.08.1978 in Kraft.
     Gleichzeitig treten außer Kraft und sind zu vernichten:
     a) Merkblatt für den Spezialnachrichtendienst in den
        Truppenteilen, selbständigen Einheiten und Ein-
        richtungen der Nationalen Volksarmee, Ausgabejahr 1969;
     b) Ergänzung zum Merkblatt für den Spezialnachrichten-
        dienst in den Truppenteilen, selbständige Einheiten
        und Einrichtungen der Nationalen Volksarmee, Aus-
        gabejahr 1974.

     2. Diese Dienstvorschrift gilt auch für die Organisa-
     tion und Sicherstellung des SAS- und Chiffrierdienstes
     in den Grenztruppen der DDR.

     3. die zusätzliche Kennzeichnung der Dienstvorschrift
     mit Chiffriersache begrenzt ihren Nutzerkreis auf
     Kommandeure und Stabschefs, denen SAS- und Chiffrier-
     einrichtungen unterstehen sowie auf Armeeangehörige
     und Zivilbeschäftigte, die für die SAS- und Chiffrier-
     arbeit bestätigt oder verpflichtet sind.


     Berlin, den 09.06.1978     Stellvertreter des Ministers
                                und Chef des Hauptstabes


               Inhaltsverzeichnis
                                                  Seite
         Übersichts- und Einführungsteil               1

  I.     Aufgaben des SAS- und Chiffrierdienstes      13

  Anlagen:

  I/1    Auszug aus dem Schema der SAS-               17
         Verbindungen

  I/2    Auszug aus dem Schema der Chiffrier-         18
         verbindungen

  II.    Organisation und Sicherstellung der          19
         SAS- und Chiffrier- und Codierverbindungen

         Allgemeines                                  19

         Verbindungsnummern für SAS-, Chiffrier-      19
         und Codierverbindungen

         Herstellung von Codiermitteln                24

  Anlagen:

  II/1   Beispiele zur Festlegung der                 27
         Verbindungsnummern

  III.   Kräfte des SAS- und Chiffrierdienstes        29

         Aktiver Wehrdienst                           29

         Ausbildung der Kräfte im aktiven             35
         Wehrdienst

         Reservistendienst                            35

  Anlagen:

  III/1  Auszug aus der Nomenklatur der               37
         Bestätigungsstufen

  III/2  Verpflichtung für Angehörige des             38
         SAS- und Chiffrierdienstes

  III/3  Genehmigung zur Durchführung der             40
         Arbeit in SAS- und Chiffrierein-
         richtungen

  III/4  Verpflichtung für Offiziere lt. Ziffer 8.    41

  III/5  Verpflichtung beim Ausscheiden aus           42
         dem SAS-und Chiffrierdienst

  III/6  Genehmigung zur Durchführung der             43
         Arbeit in SAS- und Chiffrierein-
         richtungen für Reservisten

  III/7  Verpflichtung für Reservisten des            44
         SAS- und Chiffrierdienstes

  IV.    Sicherung der Einrichtungen für den          45
         SAS- und Chiffrierdienst

         Allgemeines                                  45

         Sicherung stationärer Einrichtungen          46

         Sicherung während des Felddienstes           48

         Abnahme von SAS- und Chiffrier-              50
         einrichtungen

         Abnahme und Bestätigung von Räumen           51
         und Einrichtungen

         Betreten der SAS- und Chiffrierein-          53
         richtungen

  Anlagen:

  IV/1   Muster einer Berechtigungskarte SCZ          55

  IV/2   Muster einer Transportvollmacht              56

  IV/3   Muster eines Abnahmeprotokolls               57

  IV/4   Muster einer Raumbestätigung                 58

  V.     Nutzung von SAS- und Chiffriergeräte-        59
         sätzen /-geräten, Gewährleistung der
         Sicherheit und Geheimhaltung

         Nutzung                                      59

         Sicherheits- und Geheimhaltungs-             62
         bestimmungen

  Anlagen:

  V/1    Fälle von Kompromittierungen                 67

  VI.    Nachweisführung, Aufbewahrung und            69
         Vernichtung von Verschlußsachen,
         Schlüsselunterlagen, SAS- und
         Chiffriergeräten

         Allgemeines                                  69

         Nachweisführung                              69

         Aufbewahrung und Lagerung                    73

         Vernichtung                                  77

  Anlagen:

  VI/1   Muster einer Bestandskarte                   80

  VI/2   Verzeichnis eingegangener Begleit-           81
         karten

  VI/3   Muster des Verteilernachweises bei           82
         versandten Schlüsselunterlagen

  VI/4   Muster einer Empfangsbestätigung             83

  VI/5   Muster des Nachweises von bestands-          84
         karten

  VI/6   Muster einer Bestandsnachweiskarte           85
         für SAS- und Chiffriergeräte

  VI/7   Muster einer Bestandsnachweiskarte           86
         für Ersatzteile

  VI/8   Muster einer Begleitkarte (Bestands-         87
         nachweiskarte) für die Übergabe/
         Übernahme von SAS- und Chiffrier-
         geräten sowie von Ersatzteilen

  VII.   Materielle und technische Sicher-            89
         stellung

         Instandsetzung                               89

         Nach- und Abschub, Versand und               91
         Transport

  Anlagen:

  VII/1  Muster einer Übernahmevollmacht              96

  VIII.  Meldungen, Berichte und Kontrollen           97

         Fallmeldungen                                97

         Teilbeitrag Gedeckte Truppenführung        101
         zur Nachrichtensammelmeldung

         Sonstige Meldungen                           102

         Kontrollen                                   102

         Nachrichtentechnische Kontrollen             104

  Anlagen:

 VIII/1  Anhang zur Präzisierung der Bedarfs-         105
         anforderung für den SAS- und Chiffrier-
         dienst

 VIII/2  Muster einer Berechtigungskarte des MfS      106

  Anhänge:

  1      Begriffsbestimmungen                         107

  2      Merkblatt für den SAS- und                   115
         Chiffrierdienst,
         Verzeichnis der einschlägigen
         Bestimmungen des Strafgesetzbuches
         der Deutschen Demokratischen
         Republik vom 12.01.1968

  3      Taktische Zeichen                            121

  4      Technische Dokumentation stationärer         123
         SAS- und Chiffrierstellen

  5      Gliederung des Teilbeitrages                 125
         Gedeckte Truppenführung zur
         Nachrichtensammelmeldung

  6      Technische Sicherheitsbestimmungen           133

Vom Autor hinzugefügte Dokumente:
         VS Begleit- und Grundkarte                   Ah Autor/1
         Hartsiegelkocher                             Ah Autor/2

     I. Aufgaben des SAS- und Chiffrierdienstes

        1. Der SAS- und Chiffrierdienst ist Bestandteil des
        Nachrichtenwesens der Nationalen Volksarmee und hat
        die gedeckte Truppenführung (nachfolgend gTF) beim
        Informationsaustausch über Nachrichtenverbindungen
        zu gewährleisten.
        Dazu sind:
        a) die Sicherheit und Geheimhaltung geheimer, vertrau-
           licher und offener Informationen bei der
           Übertragung durch den Einsatz von SAS- und Chif-
           friermitteln ständig zu gewährleisten;
        b) die Aufklärung des Informationsgehaltes zu verhin-
           dern sowie gegnerische Desinformations- und Des-
           organisationsversuche abzuwehren;
        c) die Kenntnisnahme aller mit der SAS- und Chiffrier-
           arbeit zusammenhängende Angelegenheiten durch Un-
           befugte zuverlässig zu verhindern.

        2. Die Erfüllung der Aufgaben des SAS- und Chiffrier-
        dienstes wird gewährleistet durch:
        a) die Verwirklichung der in den Führungsdokumenten,
           im Plan Nachrichten und in der Anordnung Nachrich-
           tenverbindungen festgelegten Maßnahmen der gTF;
        b) die Auswahl, die Ausbildung und den Einsatz von
           Kräften, die den Bedingungen des SAS- und Chif-
           frierdienstes entsprechen;
        c) die Auswahl und Nutzung von Räumen und Einrichtungen,
           die den Bedingungen des SAS- und Chiffrierdienstes
           entsprechen;
        d) den Einsatz von Mitteln des SAS- und Chiffrier-
           dienstes sowie die Bereitstellung von Codiermitteln;
        g) die Kontrolle über die Einhaltung der Sicherheits-
           und Geheimhaltungsbestimmungen sowie der Regeln der gTF;
        f) die materielle, technische und finanzielle Sicher-
           stellung des SAS- und Chiffrierdienstes:

        3. Zur Gewährleistung der Geheimhaltung des Informa-
        tionsinhaltes bei der Übertragung bzw. Beförderung
        geheimer, vertraulicher und offener Infor-
        mationen sind einzusetzen:
        a) Chiffriergeräte und manuelle Chiffrierverfahren
           zur Chiffrierung und Dechiffrierung geheimer, vertr-
           aulicher und offener Fernschreiben/Funk-
           srüche bzw. Daten vor und nach der Übertragung
           über alle Arten der Nachrichtenverbindungen;
        b) SFe-Geräte mit begrenzter Sicherheit (nachfolgend SFe-
           Geräte)zur Übertragung vertraulicher und offener
           Informationen über Fernsprechverbindungen sowie
           offener und vertraulicher Informationen,
           deren Inhalt sich kurzfristig auswirkt, über Sprech-
           funkverbindungen;
        c) Codier- und Verschleierungsmittel, die durch die Nutzer
           technischer Nachrichtenmittel zur Geheimhaltung des
           schriftlichen und mündlichen Informationsinhaltes
           selbst angewendet werden.
        e) SAS-Datengeräte (nachfolgend SDa-Geräte) zur Chif-
           frierung und Dechiffrierung geheimer, vertraulicher
           und offener Daten über alle Datenübertragungskanäle.

        4. Der Einsatz der SAS-, Chiffrier- und Codiermittel
        wird im Plan Nachrichten bzw. der Anordnung Nachrich-
        tenverbindungen oder deren Folgedokumenten, wie dem
        Plan der Gültigkeit der Chiffriermittel/Codiermittel
        und dem Schema der SAS- und Chiffrierverbindungen
        (Anlage I/1 und I/2) befohlen.

        5. Alle Kräfte und Einrichtungen des SAS- und Chif-
        frierdienstes unterliegen besonderen Sicherheits- und
        Geheimhaltungsbestimmungen, die über den Rahmen der
        Festlegungen der DV 010/0/009 - Wachsamkeit und Ge-
        heimhaltung - (nachfolgend DV 010/0/009) hinausgehen.
        Das sind:
        a) die Überprüfung und Bestätigung der ausgewählten
           Kräfte durch das Zentrale Chiffrierorgan der DDR
           oder dessen zuständiges Organ in den BVfS (nach-
           folgend zuständige Stelle des MfS);
        b) die Sicherung der SAS- und Chiffriereinrichtungen
           und die Bildung eines gesonderten, gesicherten Be-
           reiches nach Möglichkeit in der Nachrichtenzentrale
           (nachfolgend NZ);
        c) das Verbot des Betretens der SAS- und Chiffrierein-
           richtungen durch alle Personen, soweit sie nicht
           entsprechend Abschnitt IV. Ziffer 15 dazu berechtigt
           sind;
        d) die Beschränkung der Kontrollberechtigung für alle
           Angelegenheiten und Einrichtungen des SAS- und
           Chiffrierdienstes auf Kontrollberechtigte des SAS-
           und Chiffrierdienstes der übergeordneten Führungs-
           ebene, der zuständigen Stelle des MfS und den
           Abwehroffizieren des MfS.

        6. Die Heran- und Weiterbildung der Betriebskräfte für
        den SAS- und Chiffrierdienst erfolgt in Lehrgängen
        und in der Dienststellung.
        Im Betriebsdienst (Schichtdienst) eingesetzte Kräfte
        sind nicht zu 24-Stundendiensten außerhalb des SAS-
        und Chiffrierdienstes heranzuziehen.

        7. In Truppenteilen, Einheiten und Einrichtungen (nach-
        folgend Truppenteilen) ohne strukturmäßige SAS- und
        Chiffriereinrichtungen ist die Geheimhaltung bei der
        Nutzung technischer Nachrichtenmittel zu gewährleisten
        durch:
        a) den Einsatz nichtstrukturmäßiger Mitarbeiter des
           SAS- und Chiffrierdienstes;
        b) den Einsatz funktionsgebundene Nutzer von Chif-
           friermitteln und
        c) die Anwendung von Codier- und Verschleierungsmitteln.

        8. Sind SAS-, Chiffriermittel kompromittiert oder
        besteht der begründete Verdacht einer Kompromittierung,
        darf mit ihnen nur weitergearbeitet werden, wenn das
        die Gebrauchsanweisung und Nutzungsregeln für eine
        bestimmte Zeitdauer zulassen.
        Es sind sofort alle zur Wiederherstellung der Sicher-
        heit erforderlichen Maßnahmen einzuleiten und unverzüglich
        Meldung an den Chef/Leiter/Oberoffizier Nachrichten
        (nachfolgend Leiter Nachrichten) der übergeordneten
        Führungsebene zu erstatten und nach dessen Weisung
        zu handeln.

        9. Ist in der NZ keine Abfertigung eingerichtet, so
        hat die Chiffrierstelle die Aufgaben der Abfertigung
        bei z sendenden Fernschreiben/Funksprüchen (Ausgänge)
        auf der Grundlage der DV 040/0/009 - Abfertigungsbe-
        triebsdienst auf Nachrichtenzentralen - zu erfüllen.

                                                           Anlage I/1

                                                     Chiffriersache!
                                                     Geheime Verschlußsache!
                                                     GVS-Nr.:
               Auszug aus dem Schema                     . Ausfertigung =    Blatt
               der SAS-Verbindungen
                    der 34. MSD
     (MSR-35)        (Variante)
     _______________________________________________________________________________________
     Verbindungsnummern      FuN/FuR       Hauptstelle     Gegenstelle         Bemerkung
     Betrieb       Reserve   Betrieb Reserve                                                 
     62102-32301  62102-32205  FuN 87  FuN 102  Kdr. 34.MSD  Kdr. MSR-35
     62102-32302    -------    FuN 73   -----   SC 34.MSD    SC MSR-35
     62102-32303  62102-32206  FuN 68  FuN 105  LAufkl.      OOAufkl.
                                                   34.MSD        MSR-35
     62102-31305   --------    FuN 97   -----   34. MSD      TT/Einheiten     Zusammen-
                                                             der 34. MSD      wirken


                   F.d.R.                                    Name
                   Leiter Nachrichten 34. MSD                Dienstgrad

                                                           Anlage I/2

Schema chiffrierverbindungen

II. Organisation und Sicherstellung der SAS-, Chiffrier-
    und Codierverbindungen

      1.(1) Die Organisation und Sicherstellung der SAS-,
      Chiffrier- und Codierverbindungen hat für alle Stufen
      der Gefechtsbereitschaft sowie für Übungen und Ein-
      sätze auf der Grundlage des Entschlusses des Komman-
      deurs/Leiters (nachfolgend Kommandeur), der Weisungen
      des Stabschefs, der Anordnung Nachrichtenverbindungen
      der übergeordneten Führungsebene und der vorhandenen
      Kräfte und Mittel zu erfolgen.
      (2) Die Organisation der SAS-, Chiffrier- und Codier-
      verbindungen für das Zusammenwirken der Truppenteile
      und Dienststellen erfolgt auf Weisung der übergeord-
      neten Führungsebene.

      2.(1) Jede SAS-, Chiffrier- und Codierverbindung wird
      zur genaueren Bestimmung, zur Festlegung der Verantwort-
      lichkeit für die Zuweisung der Schlüsselunterlagen
      sowie zur Verbindungsaufnahme und -einstellung mit
      einer Verbindungsnummer gekennzeichnet.
      Die Verbindungsnummer besteht aus:
      a) zwei fünfstelligen Zifferngruppen innerhalb der NVA
         und für Verbindungen des Zusammenwirkens mit den Armeen
         der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages;
      b) einer Ziffer und einer fünfstelligen Zifferngruppe
         für Verbindungen des Zusammenwirkens mit den Armeen
         des Warschauer Vertrages, wenn diese für die Organi-
         sation verantwortlich sind;
      c) einer sechsstelligen und einer fünfstelligen Ziffern-
         gruppe beim Zusammenwirken mit den Chiffrierdiensten
         der Partei- und Staatsorgane sowie anderen bewaff-
         neten Kräften der DDR (nachfolgend zentralen Füh-
         rungsbereiche).

      (2) Die Ziffern haben folgende Bedeutung:
      |-------------------------- a) erste Unterscheidungsnummer
      |                              (nur im Zusammenwirken mit
      |                              Chiffrierdiensten der zentra-
      |                              len Führungsbereiche);
      | |------------------------ b) zweite Unterscheidungsnummer;
      | | |---------------------- c) Nummer des Bereiches;
      | | | |-------------------- d) Nummer des taktischen Ver-
      | | | |                        bandes;
      | | | | |------------------ e) Nummer des Truppenteils;
      | | | | | |-----------------f) Nummer der Führungsstelle;
      | | | | | |   |-------------g) Nummer des Mittels der gTF;
      | | | | | |   |  |----------h) Nummer der Organisationsform;
      | | | | | |   |  | |--------i) Lfd. Nummer der Verbindung
      | | | | | |   |  | |           innerhalb der Organsisations-
      | | | | | |   |  | |           form.
      - - - - - -   -- - --
      0 0 0 0 0 0 - 00 0 00

     3. Den einzelnen Elementen der Verbindungsnummern
     werden folgende Ziffern zugeordnet:
     a) Erste Unterscheidungsnummer (bezeichnet den Chif-
        frierdienst des zentralen Führungsbereiches)
        0 = Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV)
        2 = ZK der SED
        3 = Ministerium für Staatssicherheit (MfS)
        4 = Ministerium des Innern (MdI)
        5 = Ministerrat der DDR (MR)
        6 = Ministerium für Post- und Fernmeldewesen (MPF)
        7 = Ministerium für Verkehrswesen (MfV)

     b) Zweite Unterscheidungsnummer (legt die Gültigkeit
        der Verbindung fest)
        6 = Verbindung für höhere Stufen der Gefechtsbe-
            reitschaft innerhalb der NVA
        7 = Verbindung für die ständige Gefechtsbereit-
            schaft innerhalb der NVA
        8 = Verbindung des Zusammenwirkens mit den Armeen
            der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages
            und den zentralen Führungsbereichen für höhere
            Stufen der Gefechtsbereitschaft;
        9 = Verbindung des Zusammenwirkens mit den Armeen
            der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages
            und den zentralen Führungsbereichen für die
            ständige Gefechtsbereitschaft;

     c) Nummer des Bereiches
        0 = Ministerium für Nationale Verteidigung
        1 = Militärbezirk III (Verbände)
        2 = Militärbezirk V (Verbände)
        3 = Luftstreitkräfte/Luftverteidigung
        4 = Volksmarine
        5 = Grenztruppen der DDR
        6 = Kommando der Landstreitkräfte
        7 = Militärbezirk III (Wehrkommandos)
        8 = Militärbezirk V (Wehrkommandos)
        9 = Zivilverteidigung der DDR;

     d) Nummer des taktischen Verbandes, des Truppenteils,
        der Einheit und der Führungsstelle
        Diese Nummer wird durch die Kommandos der Teil-
        streitkräfte, der Militärbezirke und das Kommando
        der Grenztruppen der DDR festgelegt. (Beispiel
        siehe Anlage II/1).
        Mit ihr wird gleichzeitig die Verantwortlichkeit
        für die Verbindung und deren Auffüllung mit Schlüs-
        selunterlagen bestimmt.
        Anstelle der Nummer des taktischen Verbandes und
        des Truppenteiles verwenden die Chiffrierdienste
        der zentralen Führungsebene (außer NVA) ein-
        heitlich folgende Zahlen zur Numerierung der
        Bezirke:
        01 = Rostock                    09 = Erfurt
        02 = Schwerin                   10 = Gera
        03 = Neubrandenburg             11 = Suhl
        04 = Potsdam                    12 = Dresden
        05 = Frankfurt/Oder             13 = Leipzig
        06 = Cottbus                    14 = Karl-Marx-Stadt
        07 = Magdeburg                  15 = Berlin
        08 = Halle                      16 = Wismut

     e) Nummer des Mittels der gedeckten Truppenführung
        Chiffriergeräte (10 - 19)
        10 = T 310/51                   15 = M 205
        11 = T 310/50                   16 =
        12 = M 105                      17 =
        13 = M 125                      18 = T 353
        14 = M 130                      19 =

        SFe-Geräte (30 - 39)
        30 = T 230                      35 = T 612
        31 = T 217                      36 =
        32 = T 219/T 817                37 =
        33 = R 754                      38 =
        34 = T 617                      39 =

        SDa-Geräte (40 - 49)
        40 = T 226 D                    45 =
        41 = T 226 DM                   46 =
        42 = T 244                      47 =
        43 = Typ 576                    48 =
        44 = Typ 626                    49 =

        manuell Chiffriermittel (60 - 69)
        60 = 001 und Nachfolge-         65 = Kobra
             verfahren
        61 = Zobel                      66 =
        62 = SPUTNIK                    67 =
        63 = DELPHIN                    68 =
        64 =                            69 = 900

        Codier- und Verschleierungsmittel (70 - 98)
        70 = Kobra                      75 = Code 06140
        71 =                            76 = Code 08180
        72 = Codiertabellen des         77 = Code 01212
             ZW der Armeen der
             Teilnehmerstaaten
             des Warschauer
             Vertrages
        73 = Code 01010                 78 =
        74 = Code 05130                 79 =

        80 = Typ 307                    85 =
        81 =                            86 =
        82 = Typ 149-1                  87 =
        83 = Typ 365                    88 =
        84 = Typ 491                    89 =

        90 =                            95 = Signaltabelle des ZW
                                             der Armeen der Teil-
                                             nehmerstaaten des
                                             Warschauer Vertrages
        91 =                            96 = Sprechtafel des ZW der
                                             Armeen der Teilnehmer-
                                             staaten des Warschauer
                                             Vertrages
        92 = Typ 357                    97 =
        93 = Typ 360                    98 = Typ 586 (Kartencodierung)
        94 = Typ 470

     f) Nummer der Organisationsform
        1 = individueller Verkehr (einseitig)
        2 = individueller Verkehr (zweiseitig) bzw. Richtung
        3 = zirkularer Verkehr bzw. Netz
        4 = gegenzirkularer Verkehr
        5 = allgemeiner Verkehr
        6 = Direktchiffrierung;

     g) Laufende Nummer der Verbindung
        Die laufende Nummer der Verbindungen können durch
        den für die Verbindung Verantwortlichen die Zahlen
        01 bis 79 verwandt werden.

     Herstellung von Codier- und Verschleierungsmittel

     4.(1) In den Truppenteilen und Wehrkreiskommandos
     dürfen nach Genehmigung durch den Leiter Nachrichten
     der übergeordneten Führungsebene Sprechtafeln des
     Typ 470 hergestellt werden.
     Bei der Erarbeitung und Herstellung sind die in der
     DV 040/0/014 - Gedeckte Truppenführung bei der Nutzung
     technischer Nachrichtenmittel - getroffenen Festlegungen
     verbindlich.
     (2) Zur Bezeichnung der Sprechtafeln sind fünfstellige
     Nummern mit folgender Bedeutung zu verwenden.
     Die erste Ziffer ist die Nummer des Bereiches ent-
     sprechend Ziffer 3.c).
     Die zweite und dritte Ziffer bezeichnet den festge-
     legten Verband/Wehrbezirkskommando u.a. innerhalb des
     Bereiches. Sie werden aus den zahlen 00 bis 99, ent-
     sprechend der durch die Kommandos der Teilstreitkräfte
     der NVA, der Militärbezirke und das Kommando der Grenz-
     truppen der DDR gebildeten Teilbereiche, bestimmt.
     Die vierte Ziffer dient der Unterscheidung der Waf-
     fengattungen, Spezialtruppen und Dienste, für die
     Sprechtafel erarbeitet und hergestellt wurde entspre-
     chend nachstehender Zuordnung:
         1 = Operative Führung,
             Aufklärung,
             Innerer Dienst,
             Politorgane,
         2 = Raketentruppen und Artillerie,
             Truppenluftabwehr,
             Luftstreitkräfte, Armeefliegerkräfte
             Funktechnische Truppen,
         3 = Rückwärtige Dienste, Technik und Bewaffnung
         4 = Militärtopographischer Dienst,
         5 = Militärtransportwesen,
         6 = Chemischer Dienst,
         7 = Pionierwesen,
         8 = Organisation und Auffüllung,
         9 = Nachrichten.
     Die fünfte Ziffer ist die laufende Nummer der Sprech-
     tafel.
     (3) Für neu erarbeite und überarbeitete Sprechtafeln,
     die länger als für einen Zeitraum einer Übung oder
     einer Maßnahme Gültigkeit haben, ist eine Kartei mit
     Typenblättern (Vordruck NVA 40 654) anzulegen.
     Dem Leiter Nachrichten der übergeordneten Führungs-
     ebene sind mindestens 3 Wochen vor ihrer Inkraftsetzung
     1 Exemplar und 2 Typenblätter vorzulegen.
     Werden Sprechtafeln überarbeitet, so behalten sie ihre
     ursprüngliche Nummern. Zusätzlich werden sie mit der
     laufenden Nummer der Überarbeitung (Variante) gekennzeich-
     net (Beispiel: 32030 Variante 2 für 1. Überarbeitung).
     (4) Die Festlegung der Nummern für Schlüsselserien
     von Sprechtafeln ist wie folgt vorzunehmen:
     a) Typ des Mittels, z.B.: 470 (Sprechtafeltyp), unter
        Voranstellung des Buchstaben N;
     b) Serien-Nummer, bestehend aus der Kennzeichnung des
        Bereiches (z.B.: VM = 4), des taktischen Verbandes
        (z.B.: 1. Verband = 2), und der laufenden Nummer,
        beginnend mit 001.
        Die Gesamtbezeichnung der Serie lautet: N 470/42001.

        Die Nummer von Schlüsselserien für Zahlentafeln sind
        wie bei Sprechtafeln festzulegen. Zur Unter-
        scheidung erfolgt jedoch die Voranstellung der Be-
        zeichnung NT-1 (Schlüsselserien für Zahlentafeln des
        Typs 1) bzw. NT-2 (Schlüsselserien für Zahlentafeln
        des Typs 2).
        Bei der Vereinigung von Zahlen- und Sprechtafelschlüssel-
        serien ist die Angabe des Typs vorzunehmen, der beim
        gemeinsamen Einsatz als Hauptbestandteil des Mittels
        gilt.
        Die Nummern von Schlüsselserien für Sprech- und Zahlen-
        tafeln sind zugleich deren VS-Nummern.
        (5) Für die Sprech- und Zahlentafelschlüssel sind die
        vom Leiter Nachrichten der übergeordneten Führungs-
        ebene gelieferten Permutationen zu verwenden.
        Sind in Ausnahmefällen keine Permutationen vorhanden,
        können sie manuell nach dem Lotterieverfahren herge-
        stellt werden.

                                                 Anlage II/1

     1. Beispiel zur Festlegung der Verbindungsnummer
     (1. Zifferngruppe)

     Unmittelbar unterstellte Truppenteile des operativen
     Verbandes

     erster Truppenteil     GS          61012 -
                            RFG         61013 -
     zweiter Truppenteil    GS          61022 -
                            RFG         61023 -
     usw.

     Unmittelbar unterstellte Truppenteile der taktischen
     Verbände

     erster Truppenteil des
     ersten Verbandes         GS        61112 -
                              RFG       61113 -
     zweiter Truppenteil des
     ersten Verbandes         GS        61122 -
                              RFG       61123 -
     erster Truppenteil des
     zweiten Verbandes        GS        61212 -
                              RFG       61213 -
     usw.

     2. Beispiel zur Festlegung einer Verbindungsnummer für
        eine Verbindung des Zusammenwirkens mit zentralen
        Führungsbereichen bzw. deren Bezirks- oder Kreis-
        organen (1. Zifferngruppe)

     BDVP Rostock Objekt NZ              470010 -
     rat des Bezirkes Leipzig Objekt NZ  570130 -

     3. Beispiel für die Anwendung vollständiger Verbin-
        dungsnummern

        61002 - 13313  =  Verbindung höherer Stufen er Ge-
                          fechtsbereitschaft des GS des MB-III
                          mit M 125, zirkularer Verkehr,
                          lfd. Nr. 13
        62102 - 13202  =  Verbindung höherer Stufen der Ge-
                          fechtsbereitschaft des GS der 1. MSD
                          mit M 125, individueller Verkehr
                          (zweiseitig), lfd. Nr. 02
                11301
        77201 - 10202  =  Verbindung der ständigen Gefechts-
                          bereitschaft der 1. Führungsstelle
                          des 2. WBK des MB-III mit T 301, T 310/50
                          individueller Verkehr (zweiseitig),
                          lfd. Nr. 01
                 11301
        570090 - 10301  =  Verbindung der ständigen Gefechts-
                          bereitschaft der Objekt-NZ des Rates
                          des Bezirkes Erfurt mit T 301 T 310/50 zir-
                          kularer Verkehr, lfd. Nr. 01

III. Kräfte des SAS- und Chiffrierdienstes

     Aktiver Wehrdienst

     1. Für den SAS- und Chiffrierdienst sind solche Kräfte
     auszuwählen, die politisch zuverlässig, wachsam, ver-
     schwiegen, ehrlich, diszipliniert sowie bereit sind,
     Verantwortung zu tragen und deren Verhalten stets von
     der Treue zur Deutschen Demokratischen Republik und
     der festen Freundschaft zu den Ländern der soziali-
     stischen Staatsgemeinschaft geprägt ist.
     Die Auswahl hat unter Berücksichtigung der fachlichen
     und gesundheitlichen Eignung zu erfolgen.
     Die ausgewählten Kräfte müssen in der Lage sein, einen
     längeren Zeitraum im diensthabenden System zu arbeiten und
     nach Möglichkeit im Besitz der Führerscheine für die Fahr-
     zeugklassen E bzw. C sein.

     2. Die Auswahl von Kräften für den SAS- und Chiffrier-
     dienst und die Einleitung der Bestätigungsverfahren
     erfolgt:
     a) für die Offiziere durch die Kommandeure und Leiter
        Nachrichten in ihren Bereichen;
     b) für Fähnriche, Unteroffiziere und Soldaten in den
        Truppenteilen durch die Kommandeure und Leiter
        Nachrichten;
     c) für einzuberufende Wehrpflichtige auf der Grund-
        lage der in der Auffüllungsordnung getroffenen
        Festlegungen durch die Leiter der Wehrkreiskommandos.

     3. Die Planung des Bedarfs von Kräften für den SAS-
     und Chiffrierdienst hat auf der Grundlage der Stellen-
     plan- und Ausrüstungsnachweis und der Nomenklatur
     (Anlage III/1) zu erfolgen.

     4. Kräfte, die für den SAS- und Chiffrierdienst vor-
     gesehen sind, dürfen erst dann eingesetzt werden und
     Informationen über die SAS- und Chiffrierarbeit zur
     Kenntnis erhalten, wenn sie dafür schriftlich durch
     den Chef Nachrichten im MfNV bestätigt sind und eine
     handschriftliche Verpflichtung (Anlage III/2) abgegeben
     haben. Diese handschriftliche Verpflichtung ist dem
     Leiter Nachrichten der übergeordneten Führungsebene
     zu übergeben.

     5. Zur Einleitung eines Bestätigungsverfahrens sind
     für Offiziere, Fähnriche Unteroffiziere und Soldaten
     und Zivilbeschäftigte einzureichen:
     a) Bestätigungsstufen I bis III
        - Personalbogen (Vordruck NVA 02 120),
        - ausführlicher handschriftlicher Lebenslauf,
        - Verwandtenaufstellung über Verwandte 1. Grades
          und Personen, zu denen enge persönliche Verbin-
          dungen bestehen (Vordruck FA 4053),
        - Beurteilung (politisch und fachlich),
        - Erklärung, aus der hervorgeht, daß keine Verbin-
          dungen, weder persönlich noch brieflich, auch
          nicht über dritte Personen, mit Verwandten oder
          Personen in nichtsozialistischen Staaten
          oder Berlin (West) bestehen,
        - Ermittlungskarte und Auszug aus der Kreismelde-
          kartei (nur für einzuberufende Wehrpflichtige),
        - zwei Paßbilder;
     b) Bestätigungsstufen IV V und V J
        - Personalbogen (Vordruck NVA 02 120),
        - handschriftlicher Lebenslauf,
        - Beurteilung (politisch und fachlich),
        - Verwandtenaufstellung über Verwandte 1. Grades
          und Personen, zu denen besonders enge persönliche
          Verbindungen bestehen (Vordruck FA 4053),
        - Erklärung entsprechend Ziffer 5. a).

     Vor der Einleitung eines Bestätigungsverfahrens ist durch den
     Kommandeur bzw. beauftragten Offizier mit dem Kandidaten eine
     Aussprache durchzuführen, in der seine Eignung für die
     vorgesehene Dienststellung zu prüfen ist und eventuell zu
     klärende Fragen zur Person behandelt werden. Grundlage
     der Aussprache bildet die Überprüfung der Vollzähligkeit
     der einzureichenden Bestätigungsunterlagen sowie deren
     lückenlose und vollständige Ausfüllung. Alle bei der Aus-
     sprache herausgearbeiteten Hinweise, Fakten und Zusammen-
     hänge sind zu protokollieren, durch den Ausspracheführen-
     den mit der Persönlichkeit und dem Erscheinungsbild des
     Kandidaten zu werten, zu unterzeichnen und den Bestäti-
     gungsunterlagen mit dem Zustimmungsvermerk des zustän-
     digen Abwehroffiziers des MfS beizufügen. Der Einsatz im
     SAS- und Chiffrierdienst ist dem Kandidaten nicht mitzu-
     teilen. In Ausnahmefällen, in denen aus bestimmten Grün-
     den der beabsichtigte Einsatz mitgeteilt werden muß, hat
     der Kandidat eine schriftliche Schweigepflichterklärung
     abzugeben.

     6. Für die Bestätigungsstufen I bis III können nur
     Offiziere, Fähnriche, Berufsunteroffiziere, Unter-
     offiziere auf Zeit und Zivilbeschäftigte vorgeschlagen
     werden. Für die Bestätigungsstufen IV, V und V J
     können auch Soldaten im Grundwehrdienst.

     7. Die Bestätigung für die Arbeit in
     SAS- und Chiffriereinrichtung (Anlage III/3) ist
     dort aufzubewahren, wo der Einsatz erfolgt.

     8. Zur Erfüllung dienstlicher Aufgaben können nach-
     stehend genannten Armeeangehörige Verpflichtet werden:
     a) Oberoffiziere bzw. Offiziere Nachrichten der Truppen-
        teile, denen SAS- und Chiffriereinrichtungen unter-
        stellt sind;
     b) Kompaniechefs und Zugführer der beweglichen Führungs- und
        Waffenleitkomplexe, in denen SAS-Geräte für Sprechfunk-
        verbindungen eingesetzt sind;
     c) Kommandanten, GA-IV Kommandeure und 1. Wachoffiziere (Ober-
        steuermann, wenn lt. STAN kein Wachoffizier vorhanden ist)
        auf Schiffen und Booten;
     d) Nachrichtenoffiziere der Brigaden der Flottillen;
     e) Kompaniechefs der Nachrichtenkompanien der Grenzregimenter
        und Grenzausbildungsregimenter.
     Die Verpflichteten sind nur im eigenen Verantwortungsbereich
     berechtigt, die Räume, Kabinen und Fahrzeuge mit SAS- und
     Chiffriertechnik zu betreten und die
     strukturmäßig vorhandenen SFe-Geräte zu bedienen bzw.
     die Schlüsseleinstellung vorzunehmen, wenn sie die
     erforderliche Betriebsberechtigung besitzen. Die Ein-
     weisung in andere SAS- und Chiffriergeräte bzw. Ver-
     fahren und Schlüsselunterlagen ist nicht gestattet.
     Die Befugnisse sind personengebunden. Sie sind nicht
     auf Stellvertreter oder Vertreter im Amt übertragbar
     und haben nur für die Dauer der Bekleidung der fest-
     gelegten Dienststellung Gültigkeit.
     Dieser Personenkreis ist durch den Kommandeur bzw.
     Stabschef festzulegen.
     (2) Vor der Verpflichtung sind folgende Unterlagen
     einzureichen:
     a) Personalbogen (Vordruck NVA 02 120);
     b) Verwandtenaufstellung über Verwandte und Personen, zu
        denen enge persönliche Beziehungen bestehen
        (Vordruck FA 4053);
     c) Beurteilung (politisch und fachlich).
     d) ausführlicher handschriftlicher Lebenslauf;
     e) Erklärung, aus der hervorgeht, daß keine Verbindungen,
        weder persönlich noch brieflich, auch nicht über dritte
        Personen, zu Verwandten oder Personen in nichtsozia-
        listischen Staaten oder Berlin(West) bestehen.
     Erst nach Zustimmung der zuständigen Stelle
     des MfS ist die Verpflichtung bei gleichzeitiger Beleh-
     rung durch den Vorgesetzten durchzuführen (Anlage III/4).
     Die handschriftlich geschriebene Verpflichtung (Anlage
     III/4) ist an den Leiter Nachrichten der übergeordneten
     Führungsebene übergeben. Besteht keine Notwendigkeit
     mehr zum Betreten von SAS- und Chiffriereinrichtungen,
     so ist der Verpflichtete nochmals entsprechend
     Anlage III/4 unterschriftlich zu belehren. Danach ist diese
     Verpflichtung an den Leiter Nachrichten der übergeordneten
     Führungsebene zur weitern Veranlassung zu übergeben.

     9. Für funktionsgebundene Nutzer von SAS- und Chif-
     friermitteln gelten die für das jeweils zur Anwen-
     dung kommende Mittel getroffene Festlegungen.

     10 (1) Alle Kräfte des SAS- und Chiffrierdienstes
     sind über ihre Pflichten und Aufgaben zur Wahrung
     der Geheimhaltung im SAS- und Chiffrierdienst und
     über die aus ihrer Verletzung resultierenden Folgen
     aktenkundig zu belehren. Sie sind mit den Sicherheits-
     und Geheimhaltungsbestimmungen vertraut zu machen.
     (2) Die aktenkundige Belehrung hat zu erfolgen:
     a) für strukturmäßige Kräfte        = halbjährlich;
     b) für nichtstrukturmäßige Kräfte   = jährlich;
     c) für Verpflichtete Kräfte         = jährlich.
     Für die Durchführung der aktenkundigen Belehrung sowie
     die Aufbewahrung der Verpflichtungsvordrucke ist der
     Vorgesetzte verantwortlich.

     11. Für die Kräfte des SAS- und Chiffrierdienstes
     ist eine Kaderkarteikarte (Vordruck NVA 40 001) an-
     zulegen und laufend zu ergänzen.
     Bei Versetzungen ist die Kaderkarteikarte mit der
     Bestätigung, Beurteilung und Verpflichtung an die
     neue Dienststelle zu übersenden.
     Bei Versetzungen außerhalb der Teilstreitkraft bzw.
     der Grenztruppen der DDR sind diese Unterlagen an das
     für die neue Dienststelle zuständige Kommando der
     Teilstreitkraft bzw. Kommando der Grenztruppen der
     DDR über den CN/MfNV (8. Abteilung) zu übersenden.

     12. Selbstbewerber für den SAS- und Chiffrierdienst
     sind als solche im Bestätigungsantrag kenntlich zu
     machen. Sie sind in jedem Falle (auch wenn kein Be-
     stätigungsverfahren eingeleitet wird) dem Leiter
     Nachrichten der übergeordneten Führungsebene zu melden.

     13. Die Bestätigung für die Durchführung der Arbeit in
     SAS- und Chiffriereinrichtungen ist aufzuheben,
     wenn:
     a) keine sachliche Notwendigkeit besteht bzw. kein
        unmittelbarer Einsatz erfolgt;
     b) das Ausscheiden aus gesundheitlichen Gründen erfolgt;
     c) die kaderpolitischen und sicherheitsmäßigen Anfor-
        derungen nicht mehr erfüllt werden;
     d) auf Grund eines Disziplinar- oder Strafverfahrens
        eine Tätigkeit im SAS- und Chiffrierdienst nicht
        mehr vertretbar ist.
     Die Aufhebung der Bestätigung entbindet nicht von der
     Verpflichtung zur Wahrung der Geheimhaltung. Die Vor-
     gesetzten haben diese Kräfte aktenkundig zu belehren
     (Anlage III/5).
     Die Genehmigung (Anlage III/3), Rückseite vollständig
     ausgefüllt, die Beurteilung, die Verpflichtung (An-
     lage III/2) und die Ausscheidungsverpflichtung (An-
     lage III/5) sind dem Leiter Nachrichten der überge-
     ordneten Führungsebene zu übergeben.
     Beim Ausscheiden von Kräften nach Ablauf der Dienst-
     zeit hat der Vorgesetzte eine aktenkundige Belehrung (Anlage
     III/5) durchzuführen und die gleichen Unterlagen sind
     an den Leiter Nachrichten der übergeordneten führungs-
     ebene zu übersenden.

     14. Eine Versetzung von strukturmäßigen Kräften in
     Dienststellungen außerhalb des SAS- und Chiffrier-
     dienstes und eine Herauslösung laut Ziffer 13. c) und
     d) bedarf der Genehmigung bei Offizieren durch den
     Chef Nachrichten im MfNV und bei Fähnrichen, Berufs-
     unteroffizieren und Unteroffizieren auf Zeit:
     a) durch den Chef Nachrichten im MfNV für die dem
        MfNV unmittelbar unterstellten Truppenteile;
     b) durch die Chefs Nachrichten der Kommandos der Teil-
        streitkräfte der NVA und des Kommandos der Grenztruppen
        der DDR in ihren Bereichen.

     Ausbildung der Kräfte im aktiven Wehrdienst (Arbeits-
     rechtsverhältnis

     15.(1) Die Aus- und Weiterbildung von Betriebskräften
     und Instandsetzungsspezialisten hat gemäß Rahmenpro-
     gramm und Normenkatalog an Lehr- und Ausbildungs-
     einrichtungen sowie in der Dienststellung zu erfolgen.
     Die Ausbildung hat die Erteilung der Betriebs bzw. In-
     standsetzungsberechtigung gemäß den Ausbildungsprofilen
     und Gerätetypen beinhalten. Erteilte Betriebs  und
     Instandsetzungsberechtigungen sind im Wehrdienstausweis,
     bei Zivilbeschäftigten auf der Bestätigung (Vordruck
     FA 5040) mit der Angabe der taktischen Nummer des Gerätes,
     z.B. T 219, nachzuweisen.
     (2) Es ist nicht gestattet, Armeeangehörige und Zivilbe-
     schäftige, die noch keine Spezialausbildung erhalten
     haben und die nicht im Besitz der Betriebs- bzw. Instand-
     setzungsberechtigung für die jeweilige Gerätetypen sind,
     selbständig in SAS- und Chiffriereinrichtungen einzu-
     setzen.

     16. Nichtstrukturmäßige Kräfte des SAS- und Chiffrier-
     dienstes und funktionsgebundende Nutzer von Chiffrier-
     mitteln, die mit SAS- und Chiffriergeräten arbeiten sol-
     len, werden in Kurzlehrgängen ausgebildet.
     Nach erfolgreichem Abschluß des Lehrganges ist die Be-
     triebsberechtigung zu erteilen, wobei das erreichte Schreib-
     tempo auf Chiffriergeräten unberücksichtigt bleibt.
     Das erforderliche Schreibtempo ist durch persönliches Trai-
     ning zu erreichen.

     Reservistenwehrdienst

     17. Reservistenwehrdienst zur personellen Ergänzung sind
     in Zusammenarbeit mit dem Leiter Nachrichten der über-
     geordneten Führungsebene und dem Org./Planungs- bzw.
     Org./Auffüllungsorgan zu planen.
     Ihre Einsatz in Planstellen des SAS- und Chiffrier-
     dienstes darf nur erfolgen, wenn dafür die schrift-
     liche Bestätigung (Anlage III/6) durch den Chef Nach-
     richten im MfNV vorliegt. Diese Bestätigung ist
     während der Zugehörigkeit zur Reserve der NVA im WKK an
     der Wehrstammkarte und während des Reservistenwerdienst
     in der SAS- und Chiffriereinrichtung des Truppenteils
     aufzubewahren, in dem der Reservistenwehrdienst geleistet
     wird. Die Reservisten sind vor der Ableistung des Reser-
     vistenwehrdienst aktenkundig gemäß Anlage III/1 und
     danach gemäß Anlage III/7 zu verpflichten.
     Beide Verpflichtungen sind nach Beendigung des Reser-
     vistenwehrdienst dem Leiter Nachrichten der überge-
     ordneten Führungsebene zu übersenden.

     18. Für die Auswahl von Offiziere, Fähnriche, Unter-
     offiziere und Soldaten, die noch nicht für den SAS-
     und Chiffrierdienst bestätigt sind, aber als Reservisten
     geplant werden sollen, ist die Einleitung eines Be-
     stätigungsverfahrens bei der zuständigen Stelle des
     MfS notwendig.
     Dafür sind in Zusammenarbeit mit dem Wehrkommando
     verantwortlich:
     a) die Chefs Nachrichten der Kommandos der Teilstreit-
        kräfte der NVA und der Militärbezirke für ihren
        Bereich;
     b) die Kommandeure der dem MfNV unmittelbar unter-
        stellten Nachrichtentruppenteile.

                                                 Anlage III/1

M f N VL a S KLSK/LVV MGT d. DDRBemerkung
SpalteSpalteSpalteSpalteSpalteSpalteSpalteSpalteSpalteSpalte
lfd.
Nr.
Kategorie / Dienststellung
123456   78910 1112131415
IVorgesetzte im Nachr.-Wesen
1Kompaniechef / ZugführerIVIVIVIVIVIII++ = Zugführer
2Leiter Nachr.-ZentraleIII
3Gehilfe NachrichtenIII
IIOffz., Fä. und Uffz. d. SCD
1Leiter SCZ / SC-StelleIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII
2SAS- u. Ci.-Tr.-Fhr./-Gr.Fhr.IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII
3Betr.-Mech. SFeV/SAS-Fernspr.IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII
4ChiffreurIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII
5Betr.-Mech. SFeV/ChiffreurIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII
6
IIINachrichtenkräfte
1Truppfhr./Funker (SAS)IVIVIVIVIVIV
2Truppfhr./Funker (FFz)+IVIVIVIVIV+ = Fhrgs.-Fahrz.
3Truppfhr./Betr.-Mech. +III+ = AFFS-Fahrz.
IVNichtstrukturmäßige Kräfte
1Mitarbeiter d. Meteor. Dstes.IVIVIV
2Mitarbeiter d. RechenstellenIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII
3ChiffreureIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII

                                                 Anlage III/2

          V e r p f l i c h t u n g
     für Angehörige des SAS- und Chiffrierdienstes

     Ich, ............................. verpflichte mich,
          Name, Vorname, PKZ, Dienststelle

     1. über die Zugehörigkeit, zum SAS- und Chiffrierdienst
        gegenüber unberechtigten Personen, einschließlich
        meiner Familienangehörigen, strengstes Stillschwei-
        gen zu wahren und ihnen keinerlei Informationen über
        Frage des SAS- und Chiffrierdienstes zu geben, so-
        weit dazu keine dienstliche Notwendigkeit besteht
        bzw. wenn dazu nicht die Genehmigung meines Vorge-
        setzten vorliegt;
     2. als Träger von Staatsgeheimnissen im Interesse meiner
        eigenen Sicherheit keine außerdienstlichen Kontakte
        bzw. Beziehungen einschließlich Brief-, Telegramm-
        und Telefonverkehr mit Bürgern nichtsozialistischer
        Staaten und Berlin (West) zu unterhalten. Sind aus
        besonderen Gründen derartige Kontakte oder Bezie-
        hungen notwendig sind bzw. sollten diese gegen meinen
        Willen zustande kommen, habe ich meinem Vorgesetzten
        darüber Meldung zu erstatten oder bei ihm die Geneh-
        migung dazu einzuholen. Der Melde- und Genehmigungs-
        pflicht unterliegt auch die genannten Kontakte oder
        Beziehungen der im Haushalt lebenden Personen;
     3. keine ausländischen Dienststellen aufzusuchen, soweit
        dazu kein dienstlicher Auftrag vorliegt;
     4. mein persönliches Verhalten so einzurichten, daß ich
        nicht durch eigenes Verschulden, z.B. durch über-
        mäßigen Alkoholgenuß oder im Umgang mit unbekannten
        oder zweifelhaften Personen in Gefahr gerate, die
        Geheimhaltungspflichten zu verletzen;
     5. falls Personen an mich herantreten und den Verdacht
        erwecken, daß sie sich für den SAS- und Chiffrier-
        dienst sowie für meine Tätigkeit interessieren,
        meinen Vorgesetzten darüber sofort in Kenntnis zu
        setzen;
     6. keine Geräte oder Apparate, die der Speicherung oder
        Vervielfältigung von Informationen dienen können,
        für private Zwecke in die Einrichtungen des SAS- und
        Chiffrierdienstes mitzubringen oder private Radio-
        und Fernsehapparate in diesen zu betreiben;
     7. alle mir zur Kenntnis gelangten Verletzungen der
        Geheimhaltungspflicht und jeden diesbezüglichen Ver-
        dacht meinem Vorgesetzten zu melden.
     Über disziplinarische oder strafrechtliche Folgen, die
     sich aus der Verletzung dieser Verpflichtung für mich
     ergeben können, bin ich auf der Grundlage der
     DV 040/0/010 bzw. DV 040/0/015 eingehend belehrt worden.

     O.U., den     ..................  ...............
                   Name, Dienstgrad    Unterschrift


     Eintragung für Verpflichtungen:

     ............. .................. ................
       Datum       Name, Dienstgrad    Unterschrift
     ............. .................. ................
     ............. .................. ................
     ............. .................. ................
     ............. .................. ................
     ............. .................. ................
     ............. .................. ................

                                                 Anlage III/3

            MINISTERRAT                 O.U., den     .  .19..
DER DEUTSCHEN DEMOKRATISCHEN REPUBLIK
MINISTERIUM FÜR NATIONALE VERTEIDIGUNG  Reg.-Nr.:
           Chef Nachrichten           

                 B e s t ä t i g u n g

für die Durchführung der Arbeit in SAS- und Chiffriereinrich-
tungen auf der Bestätigungsstufe .............
des/der Genossen/in .....................................
                     (Name)             (Vorname)
PKZ .............................
Dienstgrad ..............     Dienststelle .................
           ..............                  .................
           ..............                  .................
                    Dienst-           i.A. .................
                    stempel                 (Unterschrift)
(Orig.-Bestätigung
am ......... an ZCO zurück)
FA 5040

                 R ü c k s e i t e
Ausscheidungsvermerk (sauber, lesbar und vollständig ausfüllen!)
Letzte Dienststelle ................  Letzter Dienstgrad .............
Bisherige Dienststellung .............................................
Erworbene Betriebs-/Instandsetzungsberechtigungen ....................
Ausgeschieden am: ................  Grund ............................
Wohnanschrift  .......................................................
Wehrkreiskommando ....................................................
Arbeitsstelle ........................................................
Als Reservist für den SAS- und Chiffrierdienst durch die zu-
ständige Stelle des MfS bestätigt:   ja/nein
gestrichen am: .................  Grund: .............................
Reservistenwehrdienst (laufend ergänzen!)                            
 TT/E     Zeit     Betr.-Ber.           TT/E     Zeit     Betr.-Ber. 


_____________________________________________________________________
Führerschein ........ (Klasse)  Typenberechtigung ...................
andere Qualifikationen ..............................................
Kdo.-Nr.  .....................
Verw.-Nr. .....................

                                                 Anlage III/4

                V e r p f l i c h t u n g

Ich, .......................... Dienststellung ...............
     Name, Vorname     PKZ
Dienststelle ................................ verpflichte mich,

1. über die Berechtigung zum Betreten von SAS- und Chiffrier-
   einrichtungen und über die mir in diesem Zusammenhang be-
   kannt werdenden Informationen, technische Ausrüstungen
   und Unterlagen gegenüber allen Personen, einschließlich
   meiner Familienangehörigen, strengstes Stillschweigen
   zu wahren;
2. falls Personen an mich herantreten und den Verdacht er-
   wecken, daß sie sich für Fragen des SAS- und Chiffrier-
   dienstes interessieren, meinen Vorgesetzten sofort in
   Kenntnis zu setzen.
Über disziplinarische und strafrechtliche Folgen, die sich
aus der Verletzung dieser Verpflichtung für mich ergeben
können, bin ich auf der Grundlage der DV 040/0/015 ein-
gehend belehrt worden.
Die Schweigepflicht gemäß Ziffer 1. dieser Verpflichtung
bindet mich ohne zeitliche Begrenzung auch nach dem Abver-
setzen in eine andere Dienststellung.

O.U., den     ..........................  ..................
              Name, Dienstgrad            Unterschrift

Die Verpflichtung erfolgte durch:

              ..........................  ..................
              Name, Dienstgrad            Unterschrift
Eintragung für Verpflichtungen:
.....................  .................  ..................
    Datum              Name, Dienstgrad   Unterschrift

.....................  .................  ..................
.....................  .................  ..................
.....................  .................  ..................
.....................  .................  ..................
.....................  .................  ..................

                                                 Anlage III/5

              V e r p f l i c h t u n g

   beim Ausscheiden aus dem SAS- und Chiffrierdienst

Ich verpflichte mich, nach meinem Ausscheiden aus dem
SAS- und Chiffrierdienst:

1. über meine bisherige Zugehörigkeit zum SAS- und Chif-
   frierdienst gegenüber allen Personen, einschließlich
   meiner Familienangehörigen, strengstes Stillschwei-
   gen zu wahren und ihnen keine Mitteilungen über die
   Arbeit des SAS- und Chiffrierdienstes, über die SAS-
   und Chiffriermittel und deren Handhabung, über mir
   zur Kenntnis gelangte Korrespondenzen usw. in münd-
   licher, schriftlicher oder anderer Form zu machen;
2. falls Personen an mich herantreten und den Verdacht
   erregen, daß sie sich für meine ehemaligen Tätigkeit
   im SAS- und Chiffrierdienst interessieren, sofort
   die nächste Dienststelle des MfS zu informieren.


O.U., den      ..................  ................
               Name, Dienstgrad    Unterschrift

                                                 Anlage III/6

             MINISTERRAT                        O.U., den  10.02.1981
DER  DEUTSCHEN DEMOKRATISCHEN REPUBLIK          Reg.-Nr.:
MINISTERIUM FÜR NATIONALE VERTEIDIGUNG
           Chef Nachrichten            

                 B e s t ä t i g u n g

für die Durchführung der Arbeit in SAS- und Chiffriereinrich-
tungen auf der Bestätigungsstufe ....III..R...
des/xxx Genossen/xx ..Merkel.............Kurt...............
                     (Name)             (Vorname)
PKZ ..281260 4 07415...........
Dienstgrad .Unterfeldwebel d.R. Dienststelle ...............
           ..............                  .................
           ..............                  .................
                    Dienst-           i.A. .................
                    stempel                 (Unterschrift)
(Orig.-Bestätigung
am ......... an ZCO zurück)
FA 5040

                 R ü c k s e i t e
Ausscheidungsvermerk (sauber, lesbar und vollständig ausfüllen!)
Letzte Dienststelle ....MSR-32......  Letzter Dienstgrad ...Ufw:......
Bisherige Dienststellung ..Oberchiffreur.SA 9.........................
Erworbene Betriebs-/Instandsetzungsberechtigungen .M 125..T 219.......
Ausgeschieden am: ..30.10.1980....  Grund .Ablauf der Dienstzeit......
Wohnanschrift  ..8321..Postelwitz,.Oberer.Weg.16......................
Wehrkreiskommando ..Pirna/Elbe........................................
Arbeitsstelle ..VEB Schiffswerft Postelwitz...........................
Als Reservist für den SAS- und Chiffrierdienst durch die zu-
ständige Stelle des MfS bestätigt:   ja/xxxx
gestrichen am: .................  Grund: .............................
Reservistenwehrdienst (laufend ergänzen!)                            
 TT/E     Zeit     Betr.-Ber.           TT/E     Zeit     Betr.-Ber. 

_____________________________________________________________________
Führerschein ........ (Klasse)  Typenbezeichnung ...............
andere Qualifikationen ..............................................
Kdo.-Nr.  .....................
Verw.-Nr. .....................

                                                 Anlage III/7

               V e r p f l i c h t u n g
        für Reservisten des SAS- und Chiffrierdienstes

     Ich, ................................... wurde am ..........
           Dienstgrad, Name, Vorname, PKZ
     als Reservist des SAS- und Chiffrierdienstes des NVA belehrt
     und verpflichtet:
     1. gegenüber unberechtigten Personen, einschließlich meiner
        Familienangehörigen, strengstes Stillschweigen darüber
        zu wahren, daß ich Reservist des SAS- und Chiffrier-
        dienstes bin;
     2. keine Mitteilungen über die Arbeit des SAS- und Chiffrier-
        dienstes aus meiner aktiven Wehrdienstzeit und des Re-
        servistenwehrdienstes gegenüber unberechtigten Personen
        zu machen;
     3. Veränderungen wie:
     a) Wohnortwechsel;
     b) Arbeitsstellenwechsel;
     c) Kontaktaufnahmen mit Bürgern nichtsozialistischer Staaten
        und Berlin (West)
     sofort dem Leiter Nachrichten des Wehrbezirkskommandos über
     das zuständige Wehrkreiskommando schriftlich zu melden;
     4. falls Personen an mich herantreten und den Verdacht er-
        regen, daß sie sich für meine ehemalige Tätigkeit im
        SAS- und Chiffrierdienst aus der Zeit meines aktiven
        Wehrdienstes und des Reservistenwehrdienstes interes-
        sieren, sofort die nächste Dienststelle des MfS zu in-
        formieren.

                       .................     .................
                       Name, Dienstgrad      Unterschrift
     Die Verpflichtung führte durch:
                       .................     .................
                       Name, Dienstgrad      Unterschrift
     Eintragung für Verpflichtungen:
     ............. .   .................     .................
         Datum         Name, Dienstgrad      Unterschrift

IV. Sicherung der Einrichtungen für den SAS- und Chiffrier-
    dienst

    Allgemeines

    1. Als Einrichtungen des SAS- und Chiffrierdienstes
    gelten alle Räume, SAS- und Chiffriergerätesätze,
    Zelte, Bunker und andere Einrichtungen, die ständig
    oder zeitweilig durch den SAS- und Chiffrierdienst
    genutzt werden. Dazu gehören auch die Garagen zum Ab-
    stellen der SAS- und Chiffriergerätesätze mit einge-
    bauten SAS- und Chiffriergeräten bzw. mit eingelager-
    ten Schlüsselunterlagen und Unterlagen, die als
    Chiffriersache gekennzeichnet sind.

    2. Einrichtung des SAS- und Chiffrierdienstes sind
    in kontrollierte Zonen einzubeziehen bzw. als selbst-
    ständiger kontrollierter Bereich zu sichern.
    Das eindringen, die Entwendung von Chiffriermitteln,
    die Einsichtnahme in diese, das Mithören von Gesprä-
    chen über Angelegenheiten des SAS- und Chiffrierarbeit
    und die Auswertung elektromagnetischer Abstrahlung
    sind zu verhindern.

    3. In den SAS- und Chiffriereinrichtungen sind unter-
    schiedliche Innen und Außenpetschierungen vorzunehmen
    (ein Petschaft ausschließlich für die Panzer- und
    Stahlblechschränke bzw. -fächer, Geräte, Kassetten
    u.a.) ein Petschaft für die Außentüren
    der Räume und Fahrzeuge). Gleiches gilt für Plombie-
    rungen.
    Aus der Bezeichnung und Beschriftung der Einrichtungen
    dürfen Unbefugte nicht auf den tatsächlichen Verwen-
    dungszweck schließen können.

    4. Einrichtungen sind nach Möglichkeit in massiven
    Gebäuden unterzubringen. Die Räume (ausgenommen Lager,
    Garagen u.ä.) sind in oder unweit der NZ; möglichst
    in mittleren Stockwerken, so auszuwählen, daß in ihrer
    Nähe geringer Publikumsverkehr stattfindet. In den
    Räumen dürfen sich keine Versorgungsleitungen, Haupt-
    sicherungskästen, Fernsprechverteiler und anderen
    technischen Anlagen der Gebäudeausrüstung befinden.
    Mehrere Räume sind in einem gesicherten
    Bereich (mit einem Zugang und eventuell erforderlichem
    Notausgang) unterzubringen.

    Sicherungsmaßnahmen für stationäre Einrichtungen

    5.(1) Die Räume müssen folgende Sicherheitsbestim-
    mungen entsprechen:
    a) die Fenster sind durch im Mauerwerk befestigte
       Stahlgitter oder Stahlrollos zu sichern (das Be-
       festigen dieser Gitter oder Rollos an Bauwerken
       in Leichtbauweise oder ähnlichen hat so zu erfolgen,
       daß ihre Entfernung von außen nicht möglich ist);
    b) vor Fenstern, die bei der Arbeit ständig geöffnet
       sind ist Gaze oder engmaschiges Geflecht anzu-
       bringen;
    c) die Einsichtnahme in die Räume durch Unbefugte ist
       durch den Einsatz von undurchsichtigem Spezialglas
       oder das Anbringen von Gardinen bzw. Blenden zu
       verhindern;
    d) alle Eingangstüren zu den Räumen oder gesicherten
       Bereich sind mit einer Eisen- oder Stahlblechtür (Stärke
       mindestens 3 mm) zu sichern. Sind die Türen aus Holz, so
       sind sie zusätzlich mit einer Stahlgittertür zu sichern;
       Dei Eingangstüren sind mit einem Blindknopf und einem
       Schließblech aus Metall zu versehen, welches sich von
       außen nicht ohne Anwendung von Gewalt lösen läßt.
    e) die Befestigung der Eisentür- bzw. der Stahlgitter
       oder Stahlblechtür darf ein Aushängen nicht ermög-
       lichen;
    f) zusätzliche Türen der Räume  müssen in er gleichen
       Weise gesichert, ständig verschlossen und petschiert
       sein.

    (2) In die Türen und beweglichen Fenstergitter sind Sicher-
    heitsschlösser aus der Produktion der DDR in Ausnahmefällen
    aus der Produktion der sozialistischen Staaten einzubauen (min-
    destens Sicherheitsgrad 9; Vorhängeschlösser sind unzulässig).
    Türöffnereinrichtungen dürfen nur dann genutzt werden, wenn
    sie von außen nicht bedienbar sind und die Betätigungsvor-
    richtung so gelegen ist, daß die Person vor dem Eintreten
    mit Sicherheit erkannt und kontrolliert werden kann.

    (3) Zum Zweck der Abfertigung und für den dienstlichen
    Verkehr mit Personen, die nicht dem SAS- und Chiffrier-
    dienst angehören, ist in der Eingangstür oder Wand ein
    von innen verschließbares Schalterfenster bzw. wenn
    möglich ein Vorraum zu schaffen. Die Größe des Schal-
    terfensters darf die Maße 15 x 25 cm nicht überschrei-
    ten.
    (4) Türen und Wände der SAS- und Chiffrierbetriebs-
    stellen sind nach Notwendigkeit (bei Leichtbauweise
    prinzipiell) mit Schallisolierung zu versehen.
    (5) Die Installation und das Betreiben von personen-
    ruf- und Wechselsprechanlagen in stationären SAS- und
    Chiffrierbetriebsstellen ist außer in Schutzbauwerken
    nicht gestattet.
    (6) Gerätesätze mit eingebauten SAS- und Chiffrierge-
    räten (nachfolgend SAS- und Chiffriergerätesätze) dür-
    fen nur in Garagen abgestellt werden, die entsprechend
    den Absätzen (1) a) und d) sowie (2) gesichert und be-
    stätigt sind. Das Abstellen mit anderen, nicht zum SAS-
    und Chiffrierdienst gehörenden Kfz. ist nicht gestattet.
    Die Garagentore müssen aus Stahlblech bestehen.
    Garagentore und Kofferaufbauten der SAS- und Chiffrier-
    rätesätze sind zu verschließen und zu petschieren
    bzw. zu verplomben. Die Petschierung bzw. die Verplombung
    der Garagentore ist zweimal in 24 Stunden zu kontrol-
    lieren. Können SAS- und Chiffriergerätesätze nicht in
    gesicherten und bestätigten Garagen abgestellt werden,
    sind sie ständig durch einen bewaffneten Posten zu
    bewachen.

    (7) Beim Aufstellen und Nutzen von SAS-Geräten in
    Räumen und beim Entfalten der Teilnehmernetze SAS sind
    die in der jeweiligen Anleitung zum SAS-Gerät und die
    in Anhang 6 genannten Sicherheitsbestimmungen einzu-
    halten.
    (8) Gesicherte Bereiche/Räume müssen einen
    Abstand von 15 m zur Grenze der kontrollierten Zone
     haben.

    Sicherungsmaßnahmen während des Felddienstes

    6.(1) Die SAS- und Chiffriergerätesätze sind in einer
    kontrollierten Zone zu entfalten und als gesicherter
    Bereich abzugrenzen und zu bewachen. Für die Sicher-
    heit der Gerätesätze ist der unmittelbare Vorgesetzte
    des SAS- und Chiffrierdienstes verantwortlich.
    Die Posten sind durch die eingesetzten Sicherungseinheiten
    oder in Ausnahmefällen durch Nachrichtenkräfte
    zu stellen. Die Posten sind in ihre speziellen Auf-
    gaben durch den unmittelbaren Vorgesetzten des SAS-
    und Chiffrierdienstes einzuweisen.
    (2) Der Radius des gesicherten Bereiches wird durch
    die in ihm eingesetzten Gerätesätzen bestimmt.
    Er muß ein unberechtigtes Abhören von Gesprächen oder
    Einsehen in die Gerätesätze verhindern. Der gesicherte
    Bereich ist deutlich zu markieren.
    (3) Die Besatzungen der SAS- und Chiffriertrupps müssen
    bei jedem Einsatz (auch bei Ausbildungsmaßnahmen an diesen
    Trupps innerhalb militärischer Objekte) bewaffnet und mit
    Munition ausgestattet sein. Die Waffen sind nur auf Befehl
    des unmittelbaren Vorgesetzten zu laden. Die Waffenart,
    Waffennummer und die Anzahl der ausgegebenen Patronen sind
    auf der Rückseite der Berechtigungskarte (Vordruck NVA 40 002,
    Anlage IV/1) einzutragen.

    (4) Für den Einsatz und das Abstellen der SAS- und
    Chiffriertrupps gelten die in der DV 054/0/001
    - Kraftfahrzeugdienst - festgelegten Bestimmungen.
    Zusätzlich hat der Truppführer im Besitz einer Trans-
    portvollmacht (Anlage IV/2) zu sein, um die festge-
    legten Geheimhaltungs- und Sicherheitsbestimmungen
    bei Verkehrskontrollen durchsetzen zu können. Diese Voll-
    macht dient gleichzeitig als Legitimation gegenüber der Park-
    wache und berechtigt zum Herausführen der Trupps aus dem
    gesicherten Bereich des Kfz.-Parks.
    (5) Beim Marsch dürfen SAS- und Chiffriertrupps nicht am Anfang
    und am Ende der Kolonne eingegliedert sein. Bei Ausfall eines
    Trupps (Kfz.-Schaden) ist dieser zu sichern und es sind
    Sofortmaßnahmen zur Fortsetzung des Marsches einzuleiten.
    (6) Beim Eisenbahntransport verbleiben die SAS- und
    Chiffriergeräte sowie Schlüsselunterlagen und Ver-
    schlußsachen verpackt und petschiert auf den Geräte-
    sätzen. Die Gerätesätze sind zu verschließen und zu
    petschieren bzw. zu verplomben sowie entsprechend den
    Bestimmungen der DV 041/0/003 - Militärtransportvor-
    schrift- und der DV 010/0/004 -Standort und Wach-
    dienst- zu bewachen. Der Verschluß der Gerätesätze
    und die Unversehrtheit ihrer Petschierung bzw. Verp-
    lombung sind beim Halt durch einen Verantwortlichen
    des SAS- und Chiffrierdienstes zu überprüfen.
    Zur Gewährleistung der Sicherheitsbestimmungen ist durch
    den Leiter Nachrichten mit dem Transportleiter
    zusammenzuarbeiten.
    Werden SAS- und Chiffriergeräte sowie Schlüsselunter-
    lagen und Verschlußsachen beim Eisenbahntransport
    außerhalb von Gerätesätzen mitgeführt, sind sie in
    verschlossenen und petschierten Behältnissen gemäß
    Abschnitt VII, Ziffer 14 unterzubringen.

    Ausstattung von SAS- und Chiffriereinrichtungen

    7. Die SAS- und Chiffriereinrichtungen sind entsprechend
    dem Objektausstattungsplan und mit der zusätzlichen er-
    forderlichen Anzahl von Panzer- und Stahlblechschränken
    oder Stahlkassetten und Atenvernichtungsanlagen aus-
    zustatten. Die Stahlbehältnisse müssen mit Sicherheits-
    schlössern aus der Produktion sozialistischer Staaten
    versehen sein.
    Stahlkassetten und leichttransportierbare Panzer- bzw.
    Stahlblechschränke sind am Fußboden oder an der Wand
    mit Steinschrauben zu befestigen.

    8. Die Aufbewahrung und Nutzung Fernseh-, Rund-
    funk-, Tonband- und Bildaufnahmegeräten in Einrichtungen
    des SAS- und Chiffrierdienstes sind verboten. Dienststellen-
    eigene Geräte können genutzt werden, wenn das in einem ge-
    sonderten Raum (Aufenthaltsraum) und mindestens in einem
    Abstand von 2 m von SAS- und Chiffriergeräten gewährleistet
    ist. Gleicher Abstand ist auch beim Aufstellen offene
    Fernsprechapparate zu gewährleisten. Fernsprechanschlüsse
    mit direktem Ausgang aus der kontrollierten Zone dürfen
    nicht in SAS- und Chiffriereinrichtungen installiert werden.

    9.(1) Für alle Türschlösser und alle Panzer- und
    Stahlblechschränke müssen mindestens zwei Schlüssel
    vorhanden sein. Ein Schlüssel dieser Schlösser ist
    in einem versiegelten Umschlag oder Schlüsselkasten
    beim unmittelbaren Vorgesetzten des SAS- und Chif-
    friereinrichtung im Panzerschrank aufzubewahren.
    (2) Die zweiten Schlüssel zu den Türen der SAS- und
    Chiffriereinrichtungen sowie zu den darin befindlichen
    Panzer- und Stahlblechschränken/Behältnissen sind nach
    Dienstschluß in einem petschierten Schlüsselkasten dem
    Diensthabenden (OpD, OvD oder anderen festgelegten
    Diensthabenden) zu übergeben, der für die sichere Auf-
    bewahrung verantwortlich ist. Die Abgabe und Ausgabe
    des Schlüsselkasten hat gegen Quittung zu erfolgen.
    Auf dem Schlüsselkasten sind die Namen der Empfangs-
    berechtigten sowie die Nummern ihrer persönlichen Pet-
    schafte zu vermerken und vom Vorgesetzten der SAS- und
    Chiffriereinrichtung zu bestätigen.
    (3) Befinden sich in einer SAS- und Chiffriereinrich-
    tung mehrere Stahlblechschränke bzw. sind weitere
    Schlüssel von Türen dieser Einrichtung vorhanden, so
    sind diese in einem Stahlblechschrank aufzubewahren.
    Mit dem Schlüssel dieses Schrankes ist gemäß Absatz (2)
    zu verfahren.

    10. Für Tor- und Türschlüssel der Garagen gelten die
    in Ziffer 9. getroffenen Festlegungen. Die Schlüssel-
    kästen mit den Zweitschlüsseln sind beim OvP abzugeben
    und aufzubewahren.

    11.(1) Bei Verlust eines Schlüssels ist am Schloß
    sofort auszuwechseln.
    (2) Schlösser bzw. Zylinderschloßeinsätze, die in
    Türen der SAS- und Chiffriereinrichtungen oder in
    Toren mit Türen von Garagen des SAS- und Chiffrier-
    dienstes eingebaut sind, dürfen nicht in eine Haupt-
    oder Generalschlüsselanlage einbezogen sein.
    (3) In jeder SAS und Chiffriereinrichtung ist ein
    Nachweis über die vorhandenen Schlüssel der Türen,
    Tore, Panzer- und Stahlblechschränke zu führen.
    Die Ausgabe der Schlüssel hat einzeln gegen Unterschrift
    zu erfolgen.

    Abnahme und Bestätigung von Räumen und Einrichtungen

    12. Die Räume und Einrichtungen des SAS- und Chiffrier-
    dienstes dürfen erst genutzt werden, wenn sie von einem
    Mitarbeiter der zuständigen Stelle des MfS abgenommen
    wurden und ein Abnahmeprotokoll (Anlage IV/3) oder
    eine schriftliche Raumbestätigung (Anlage IV/4), die
    vom Chef Nachrichten im MfNV unterschrieben sein muß,
    vorliegt. An der Abnahme hat ein Angehöriger des SAS-
    und Chiffrierdienstes der übergeordneten Führungsebene
    teilzunehmen.

    13. Räume und Einrichtungen unterliegen keiner Ab-
    nahme und Bestätigung, wenn in ihnen nur Codiermittel
    oder Schlüsselmittel, die als Codiermittel klassifiziert
    sind (z.B. Kobra), genutzt werden.
    Das trifft auch für Räume zu, in denen funktionsgebun-
    dene Nutzer von Chiffriermitteln arbeiten.
    Es ist zu gewährleisten, daß Unbefugte keinen Einblick
    in diese Mittel erhalten.
    Für die Zeit der Aufbewahrung bzw. der Arbeit mit dem
    Verfahren ist die Einhaltung der für das Verfahren
    gültige Sicherheitsbestimmungen ununterbrochen zu
    gewährleisten.

    14.(1) Werden Räume, Zelte, Bunker und andere feld-
    mäige Einrichtungen zeitweilig für die SAS- und Chif-
    frierarbeit genutzt, sind die Sicherungsmaßnahmen ent-
    sprechend Ziffer 6.(1) und (2) zu gewährleisten.
    Für SAS- und Chiffriereinrichtungen in Schutzbauwerken
    gelten die gleichen Festlegungen der Auswahl, der
    Sicherung, der Ausstattung und der Abnahme, wie für
    stationäre Einrichtungen. Die Abnahme erfolgt durch
    Mitarbeiter der zuständigen Stelle des MfS.
    (2) Mobile Einrichtungen, die aus den Staaten
    des Warschauer Vertrages eingeführt wurden, bedürfen
    keine Abnahme und Bestätigung durch die zuständige
    Stelle des MfS.

    Betreten der SAS- und Chiffriereinrichtungen

    15. Das Betreten der SAS- und Chiffriereinrichtungen
    ist gestattet:
    a) dem Minister für nationale Verteidigung und dem
       Stellvertreter des Ministers und Chef des Haupt-
       stabes sowie den sie begleitenden Personen;
    b) den Stellvertretern des Ministers für Nationale
       Verteidigung und dem Hauptinspekteur der NVA;
    c) dem Chef Nachrichten im MfNV;
    d) dem Kommandeur und Stabschef in eigenen Dienstbereich;
    e) dem für die Arbeit in SAS- und Chiffriereinrichtungen
       bestätigten bzw. verpflichteten Leiter/Oberoffizier
       Nachrichten in dessen Dienstbereich;
    f) den Armeeangehörigen und Zivilbeschäftigten, die im
       Besitz einer vom Kommandeur oder Stabschef bzw.
       Leiter Nachrichten unterschriebenen Berechtigungs-
       karte (Vordruck NVA 40 002, Anlage IV/1) sind;
    g) den kontrollberechtigten Personen gemäß Abschnitt VIII,
       Ziffer 10.
    Diese Befugnisse sind personengebunden.
    In der Einrichtung hat sich ein vom Kommandeur bestätigtes
    Verzeichnis der Personen zu befinden, die zum Betreten be-
    rechtigt sind.

    16. Müssen SAS- und Chiffriereinrichtungen durch
    technisches Personal, Reinigungskräfte oder andere
    Personen, die nicht dem SAS- und Chiffrierdienst ange-
    hören, betreten werden, sind folgende Sicherheitsvor-
    kehrungen zu treffen:
    a) die Schlüsselunterlagen und Verschlußsachen sind
       zu verschließen;
    b) die SAS- und Chiffriergeräte sind so abzudecken, daß ein
       Einblick verhindert wird;
    c) die Petschierung an den Panzer- und Stahlblech-
       schränken sowie Stahlkassetten ist unkenntlich zu
       machen;
    d) der Aufenthalt dieser Personen ist ständig zu beauf-
       sichtigen;
    e) das Datum, der Name, der Vorname, das Geburtsdatum,
       die WDA- bzw. DPA-Nr., die Dienststelle bzw.
       der Wohnanschrift, der Grund des Betretens, die
       Zeitdauer und die Unterschrift des Diensthabenden
       sind in das Besucherbuch (Vordruck NVA 36 135)
       einzutragen
    f) während der Anwesenheit dieser Personen sind Ge-
       spräche über Angelegenheiten des SAS- und Chiffrier-
       dienstes zu unterlassen.

    17. Zur Herstellung von Gittern zur Sicherung von Fenstern
    und Türen ist Rund-, Vierkant- oder Flachstahl von minde-
    stens folgenden Abmessungen zu verwenden:
    a) Rundstahl      = 16 mm Durchmesser;
    b) Vierkantstahl  = 16 x 16 mm;
    c) Flachstahl     =  5 x 35 mm.
    Der maximale Abstand zwischen den vertikalen Gitterstäben
    darf 140 mm und den horizontalen Gitterstäben 600 mm nicht
    überschreiten. Alle Kreuzungspunkte der Gitter sind zu
    verschweißen (bei Flachstahl gegebenenfalls zu vernieten).

                                                 Anlage IV/1

     Muster einer Berechtigungskarte SCZ
Berechtigungskarte
       Vorderseite
    Abmessungen: 105 * 74 mm
    S C Z   :   rot gedruckt

Rückseite
       Rückseite

                                                 Anlage IV/2

      Muster einer Transportvollmacht

      Dienststelle                                           O.U., den  .  .19..

                      T R A N S P O R T V O L L M A C H T

      Die Transportvollmacht berechtigt zur ungehinderten Benutzung aller öffentlichen
      und militärischen Verkehrswege mit dem Kraftfahrzeug/den Kraftfahrzeugen
            .........................     VA ...........................
            .........................     VA ...........................
            .........................     VA ...........................
                 (Kfz.-Typ)                  (polizeiliches Kennzeichen)
      Kontrollorgane der NVA und der Deutschen Volkspolizei sind berechtigt, die
      persönlichen Ausweispapiere, die Fahrzeugpapiere und den technischen Zustand
      des Kraftfahrzeuges/der Kraftfahrzeuge zu kontrollieren.

      DER INHALT DES KOFFERAUFBAUS BZW. DAS LADEGUT DÜRFEN WEDER KONTROLLIERT NOCH
      BESICHTIGT WERDEN!

      Die Organe der NVA haben den Inhaber dieser Vollmacht bei der Erfüllung
      seiner Aufgaben in jeder Weise zu unterstützen.

      die staatlichen und gesellschaftlichen Organe der DDR werden gebeten, erfor-
      derliche Hilfe und Unterstützung zu gewähren.

      Die Transportvollmacht ist gültig bis ... ... 19..

      Dienststempel                                         Kdr./Leiter oder
                                                            Stabschef

                                                 Anlage IV/3

     MINISTERRAT DER
     DEUTSCHEN DEMOKRATISCHEN REPUBLIK
     Ministerium für Staatssicherheit
     ................................

                  A B N A H M E P R O T O K O L L

     Am ................ 19..  wurde in .............................
     .................................  (Dienststelle/Anschrift)
     die Einrichtung des Chiffrierwesens ............................
     .......................................  (Nr. der Räume
     für die Arbeit .................................................
     ................................  (Nutzung der Einrichtung)
     einschließlich der Installation der Gerätetypen ................
     und der Teilnehmeranschlüsse entsprechend der Dokumentation
     vom: .............. 19..  abgenommen.

     An der Abnahme nahmen teil:
     1. ......................     3. ...............................
     2. ......................     4. ...............................

     Die Sicherheitsbestimmungen wurde entsprechend den Rege-
     lungen und Bestimmungen für das Chiffrierwesen der DDR
     eingehalten/nichteingehalten.
     1. ................................
     2. ................................
     3. ................................
     4. ................................
     Die Beseitigung der aufgetretenen Beanstandungen erfolgt
     bis zum:  ........ 19....

     ............................    ...............................
      verantwortlicher Leiter         Abnahmeberechtigter

     Nachkontrollen
     Datum  Beanstandungen     Termin der      Unterschrift
                               Veränderung

                                                 Anlage IV/4

                  MINISTERRAT
     DER DEUTSCHEN DEMOKRATISCHEN REPUBLIK
     MINISTERIUM FÜR NATIONALE VERTEIDIGUNG  O.U., den     19
                Chef Nachrichten           

                       R A U M B E S T Ä T I G U N G

     Der zur Durchführung der Arbeit in SAS- und Chiffrierein-
     richtungen vorgesehene Raum
     ............................................................
     ............................................................
     entspricht den Bedingungen für die SAS- und Chiffrier-
     arbeit in der Nationalen Volksarmee und kann für diese
     Tätigkeit benutzt werden.
     Diese Bestätigung erstreckt sich auch auf die Panzer- bzw.
     Stahlblechschränke in diesem Raum.

     Dienstsiegel                          .....................
                                           Dienstgrad, Name

____________________________________________________________________


                  MINISTERRAT
     DER DEUTSCHEN DEMOKRATISCHEN REPUBLIK
     MINISTERIUM FÜR NATIONALE VERTEIDIGUNG  O.U., den     19
                Chef Nachrichten           

                       R A U M B E S T Ä T I G U N G

     Der zur Unterbringung von SAS- und Chiffriergerätesätzen
     vorgesehene Raum
     ...........................................................
     ...........................................................
     entspricht den Bedingungen für die SAS- und Chiffrier-
     arbeit in der Nationalen Volksarmee und kann genutzt werden.

     Dienstsiegel                          .....................
                                           Dienstgrad, Name

 V. Nutzung von SAS- und Chiffriergerätesätzen/ -geräten,
    Gewährleisten der Sicherheit und Geheimhaltung

    Nutzung

    1. Die Nutzung umfaßt die Planung, den Nachweis, den Ein-
    satz und die Wartung der SAS- und Chiffriergerätesätze/
    -geräte.

    2. SAS- und Chiffriergeräte sind nur dann einzusetzen,
    wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
    a) eine Weisung dazu gegeben ist;
    b) die Nutzungsdokumentation vorliegt;
    c) die technische Einsatzbereit sind;
    d) die Sicherheitsbestimmungen ständig gewährleistet
       sind;
    e) die Truppbesatzungen und Bedienungskräfte ausge-
       bildet sind und die Betriebsberechtigung besitzen.

    3.(1) Beschädigte bzw. nichteinsatzbereite SAS- und
    Chiffriergeräte sind unverzüglich instandzusetzen bzw.
    der Instandsetzungseinrichtung zuzuführen.
    (2) Bei meldepflichtigen Schäden und Verlusten ist
    nach der Melde- und Untersuchungsordung bzw. gemäß
    Abschnitt VIII zu handeln.
    (3) Bei schuldhaft verursachten Schäden und Verlusten
    ist nach der Wiedergutmachungsordnung oder nach dem
    Arbeitsgesetzbuch der DDR zu verfahren.

    4. Der Ausfall und die Wiederherstellung der Einsatz-
    bereitschaft von SAS- und Chiffriergeräten sind dem
    Vorgesetzten sofort zu melden.

    5. Die Planung, Organisation und Durchführung sowie
    der Nachweis der Wartung an den SAS- und Chiffrier-
    geräten hat gemäß den Festlegungen der Anleitung
    040/1/012 - Wartung der Nachrichtenausrüstung - zu
    erfolgen.

    6.(1) Begleithefte für SAS- und Chiffriergeräte sind
    in den vom Hersteller vorgegebenen Geheimhaltungsgrad
    einzustufen und entsprechend der DV 010/0/009 auf
    einer gesonderten VS-Grundkarte (Vordruck NVA 36 201)
    zu vereinnahmen. Auf dem Begleitheft ist die Geräte-
    nummer anzugeben.
    (2) Zweitschriften von Begleitkarten sind als Heft
    Nr. 2 bzw. 3 usw. unter einer neuen VS-Nummer auszu-
    fertigen. Verbrauchte oder stark verschmutzte Begleit-
    hefte sind nach dem Übertragen der geforderten Angaben
    in die Zweitschrift zwei Jahre zu lagern und danach
    zu vernichten.
    (3) Begleithefte für SAS- und Chiffriergeräte sind
    bei deren Ausstellung durch den Leiter Chiffrierdienst
    bzw. Oberoffizier SAS der übergeordneten Führungs-
    ebene zu unterschreiben und zu siegeln.
    (4) Für SAS- und Chiffriergerätesätze sind neben den
    Begleitheften für SAS- und Chiffriergeräte Truppenbe-
    gleithefte zu führen (Vordruck NVA 40 240).
    In den Truppenbegleitheften sind nachzuweisen:
    a) technische Angaben über den Gerätesatz;
    b) Bestand an Einzelgeräten (außer SAS- und Chiffrier-
       geräten);
    c) Dienststellenzugehörigkeit;
    d) Übergaben/Übernahmen es Gerätesatzes;
    e) durchgeführte Instandsetzungen;
    f) Abgabe von Einzelgerät und Zubehör zur Instand-
       setzung
    g) technische Kontrollen, Wartungen Nr. 5 und Nr. 6,
       Geräteappelle;
    h) ausgesondertes Zubehör;
    i) für das Ausbildungsjahr geplante zentrale Instand-
       setzungen;
    j) durchgeführte technische Veränderungen;
    k) Sperrungen des Gerätesatzes auf Grund technischer
       Mängel.
    Es ist verboten, in Truppenbegleitheften Eintragungen
    über SAS- und Chiffriergeräte vorzunehmen!

    7. Für die Nachweisführung des Betriebsdienstes sowie
    der Fernschreiben und Funkgespräche sind die im Abschnitt
    VI aufgeführten und nachstehenden Vordrucke zu verwenden:
    a) Spruchnachweisbuch (Vordruck NVA 40 170);
    b) Spruchnachweis- und Betriebsbuch (Vordruck NVA 40 171);
    c) Betriebsbuch (Vordruck NVA 40 172);
    d) Technisches Betriebsbuch (Vordruck NVA 40 173), nur
       für SAS-Einrichtungen;
    e) Spruchformular A 4 (Vordruck NVA 40 800 und 40 801);
    f) Spruchformular A 5 (Vordruck NVA 40 802).
    Diese Vordrucke sind entsprechend den Festlegungen der
    DV 010/0/008 - Organisation der Stabsarbeit unter Gar-
    nisonbedingungen - , DV 010/0/009 und der
    DV 040/0/009 - Abfertigungsbetriebsdienst auf Nachrichtenzen-
    tralen - sowie den jeweiligen Betriebsvorschriften
    und Anleitungen zu führen.

     8.(1) Für die Einhaltung und Durchsetzung der ge-
     setzlichen und militärischen Bestimmungen des Gesundheits-,
     Arbeits- und Brandschutzes (GAB) bei der Nutzung und
     Lagerung von SAS- und Chiffriergeräten sowie beim Be-
     treiben elektrischer Anlagen und Arbeitsmitte in den
     Einrichtungen des SAS- und Chiffrierdienstes sind die
     Kommandeure verantwortlich.
     (2) Verletzungen der Sicherheitsbestimmungen sind
     gründlich zu untersuchen sowie Maßnahmen zur Verhin-
     derung ähnlicher Vorfälle einzuleiten.

      9. Jeder Armeeangehöriger und Zivilbeschäftigte der NVA
      sowie der Grenztruppen der DDR ist verpflichte, beim
      Feststellen technischer Mängel, fahrlässigem Verhal-
      ten oder Ordnungswidrigen Handlungen Dritter gegen-
      über Sicherheitsbestimmungen, sofort seinem Vorge-
      setzten Meldung zu erstatten und Maßnahmen zum Besei-
      tigen der Mängel oder Verhindern ordnungswidriger
      Handlungen einzuleiten.

     Sicherheits- und Geheimhaltungsbestimmungen

     10. Alle für den SAS- und Chiffrierdienst bestätigten
     und verpflichteten Kräfte sind zur strengsten Geheim-
     haltung der ihnen zur Kenntnis gelangenden dienst-
     lichen Angelegenheiten gegenüber unberechtigten Per-
     sonen verpflichtet.
     Haben Unbefugte Kenntnis von Informationen erlangt,
     die als Chiffriersache gelten, ist sofort Meldung
     an den Vorgesetzten zu erstatten. Es sind Maßnahmen
     zu treffen, die eine weitere unbefugte Kenntnisnahme
     ausschließen. Die betreffenden Kräfte sind schrift-
     lich zur Geheimhaltung der erlangten Informationen zu
     verpflichten und über die sich aus der Verletzung
     dieser Verpflichtung ergebenden Folgen zu belehren.
     Eine Berechtigung für den weiteren Zugang zu Informa-
     tionen über den SAS- und Chiffrierdienst ergibt sich
     aus dieser Verpflichtung nicht.

     11. Veröffentlichungen über den SAS- und Chiffrier-
     dienst sind Verboten, Ausnahmen bedürfen der Genehmi-
     gung des Chefs Nachrichten im MfNV.

     12. Es ist verboten, SAS- und Chiffriergeräte einzu-
     setzen und im Betrieb zu nehmen, deren Blockierungs-
     schaltung bzw. Kontroll- und Sicherungsvorrichtung
     unwirksam sind, deren Parameter nicht den festgelegten
     Bedingungen entsprechen oder deren Funktionsfähigkeit
     sicherheitsgefährdend eingeschränkt ist.

     13. Das Beschriften der Spruchformulare mit Angaben,
     die auf das angewandte SAS- oder Chiffriermittel hin-
     weisen, ist verboten.

     14. Die Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit
     und Geheimhaltung des Betriebsdienstes sind auf der
     Grundlage der konkreten Erfordernisse und örtlichen
     Besonderheiten sowie der Festlegungen der DV A 040/1/009
     in einer Dienstanweisung für den Diensthabenden festzulegen.
     Sie muß enthalten:
     a) die Besonderheiten bei der Abwicklung des Betriebs-
        dienstes;
     b) die organisatorischen Festlegungen zur Aufrechter-
        haltung des diensthabenden Systems;
     c) die Handlungen der/des Diensthabenden der SCZ-/
        Chiffrierstelle nach Auslösung einer höheren Stufe
        der Gefechtsbereitschaft, beim Eintreten von Kata-
        strophen, bei besonderen Vorkommnissen, bei Stö-
        rungen im Betriebsdienst und beim Ansprechen der
        Sicherheitseinrichtungen, insbesondere der des Teil-
        nehmernetzes SAS;
     d) die Maßnahme zur Sicherung der SAS-/Chiffrierstelle.
     Die Dienstanweisung ist vom Vorgesetzten der SAS-/Chif-
     frierstelle zu bestätigen.

     15. Beim Eintreten von Notfällen (Katastrophen, Brän-
     den, Hochwasser, Havarien, Unfälle und anderen Situa-
     tionen, bei denen die Sicherheit nicht mehr gewähr-
     leistet ist) sind zuerst die zur Aufrechterhaltung der
     bestehenden SAS- und Chiffrierverbindungen erforder-
     lichen Mittel und in Bearbeitung befindlichen Informa-
     tionen sicherzustellen.
     Dabei ist anzustreben, daß Unbefugte (Feuerwehr-, Ber-
     gungs- und Rettungskräfte) keinen Einblicke in diese
     Mittel und Unterlagen erhalten.
     In der Dienstanweisung des Diensthabenden sind dazu
     festzulegen:
     a) die Handlungen des Diensthabenden und der anderen
        Kräfte der SAS-/Chiffrierstelle;
     b) die Reihenfolge der Evakuierung;
     c) die Räume der Evakuierung und deren Sicherung;
     d) die Maßnahmen zur Verhinderung einer Ausweitung
        des bereits entstandenen Schadens.
     Das Personal der SAS-/Chiffrierstelle ist gründlich
     mit diesen Festlegungen vertraut zu machen und halb-
     jährlich darüber zu belehren.
     Die Maßnahme bei Notfällen sind mit den Handlungen
     des OvP/OvD zu koordinieren.

     16. Besteht die Gefahr, daß die SAS-/Chiffrierstelle
     durch einen überraschenden Überfall des Gegners be-
     droht werden, ist eine Erbeutung der vorliegenden Fern-
     schreiben/Funksprüche (Klartexte), der Schlüsselunter-
     lagen, der Verschlußsache sowie der SAS- und Chif-
     friermittel zu verhindern. Ist auf Grund der Lage eine
     schnelle Vernichtung bzw. Zerstörung dieser Mittel und
     Unterlagen notwendig, hat der Kommandeur oder der Vor-
     gesetzte der SAS-/Chiffrierstelle den Befehl dazu zu
     erteilen. Ist keiner der genannten Vorgesetzten er-
     reichbar und besteht unmittelbar die Gefahr der Er-
     beutung, so hat der Verantwortliche in eigener Zu-
     ständigkeit über die Vernichtung zu entscheiden.
     Der Entschluß zur Vernichtung ist bei noch vorhandener
     Verbindung dem Leiter Nachrichten der übergeordneten
     Führungsebene zu melden.
     Bei der Vernichtung bzw. Zerstörung ist nachstehende
     Reihenfolge einzuhalten:
     a) zur Bearbeitung vorliegender Fernschreiben/Funk-
        sprüche (Klartexte und Klartextlochbänder);
     b) benutzte, noch vorhandene Schlüsselunterlagen;
     c) die den organisierten SAS- und Chiffrierverbin-
        dungen zugeordnete Schlüsselunterlagen;
     d) die Schemata der SAS- und Chiffrierverbindungen;
     e) die VS-Baugruppen der SAS- und Chiffriergeräte;
     f) die Verschlußsachen des SAS- und Chiffrierdienstes,
        einschließlich der Betriebsunterlagen;
     g) Reserven an Schlüsselunterlagen, die noch nicht
        den SAS- und Chiffrierverbindungen zugeordnet
        wurden.
     Die Vernichtung der Schlüsselunterlagen und der Ver-
     schlußsachen hat durch Zerreißen und Verbrennen; die
     Zerstörung der VS-Baugruppen durch Zerschlagen oder
     Sprengen so zu erfolgen, daß die Rekonstruktion und
     Inbetriebnahme der SAS- bzw. Chiffriergeräte unmög-
     lich sind. Kabelbäume und Verdrahtungen sind ausein-
     anderzureißen.
     Auf Schiffen und Booten sind zusätzlich Maßnahmen zum
     Versenken der Schlüsselunterlagen und Verschlußsachen
     vorzusehen, wenn ihre Vernichtung durch Verbrennen
     nicht möglich ist.

     17. Über die Vernichtung bei unmittelbarer Gefahr er
     Erbeutung durch den Gegner ist zum nächstmöglichen
     Zeitpunkt ein Protokoll anzufertigen, dessen zweite
     Ausfertigung dem Leiter Nachrichten der übergeordneten
     Führungsebene vorzulegen ist.
     Das Vernichtungsprotokoll muß folgende Angaben ent-
     halten:
     a) Grund der Vernichtung und auf wessen Befehl wurde
        vernichtet;
     b) Datum und Uhrzeit der Vernichtung;
     c) was wurde vernichtet (Bezeichnung und Anzahl);
     d) wer führte die Vernichtung durch;
     e) unter welchen Bedingungen erfolgte die Vernichtung;
     f) Unterschriften der die Vernichtung Durchführenden.

     18. Kompromittierungen und besondere Vorkommnisse, die
     zu Kompromittierungen führen können und die SAS-,
     Chiffrier- und Codiermittel betreffen, sind gemäß
     Abschnitt VIII zu melden.

     19. Zur Einstufung und Meldung von Kompromittierungen
     oder besonderen Vorkommnissen, die Kompromittierungen
     führen können, sowie zur Wiederherstellung der Sicher-
     heit ist nach den in der Anlage V/1 genannten
     Fällen zu unterscheiden.

     20. Die Übermittlung des Inhaltes von Codiermitteln
     und dazugehörender Schlüssel über technische Nachrich-
     tenmittel ist nur gestattet, wenn Schlüsselverfahren
     absoluter Sicherheit angewandt werden und die Kurier-
     verbindungen längere Zeit unterbrochen oder stark
     gefährdet sind.
     Die so übermittelten Codierunterlagen dürfen nur so-
     lange gültig bleiben, bis der Austausch mit Kurier
     möglich ist.

                                                 Anlage V/1

     1. Fälle von Kompromittierungen
     a) Diebstahl von SAS- oder Chiffriergeräten oder von
        Teilen, die als Verschlußsache eingestuft sind bzw.
        von Schlüsselunterlagen (einschließlich der Schlüs-
        seltabellen, -streifen und -kassetten mit einge-
        stelltem Schlüssel);
     b) Erbeutung einer SAS- oder Chiffrierstelle bzw. von
        SAS- und Chiffriergeräten oder deren Teilen sowie
        gültiger Schlüsselunterlagen oder eingestellter
        Schlüsselkassetten durch den Gegner
     c) zuverlässige Angaben darüber, daß dem Gegner der
        gültige (laufende) Schlüssel oder Schlüsselunter-
        lagen bekannt sind.

     2. Fälle, die eine zusätzliche Klärung und Feststellung
        der Tatsache einer Kompromittierung erfordern
     a) Verlust (auch zeitweiliger) von SAS- oder Chif-
        friergeräten oder von Teilen dieser Geräte, die
        eine Verschlußsache eingestuft sind;
     b) Verlust (auch zeitweiliger) gültiger Schlüssel-
        unterlagen oder -kassetten mit eingestellten gül-
        tigen Schlüsseln;
     c) Vernichtung einer SAS- oder Chiffrierstelle, des
        fliegenden/schwimmenden Gefechtsstandes, an dessen
        Bord sich SAS- oder Chiffriergeräte befanden, wobei
        die Entnahme des gültigen Schlüssels und der anderen
        Schlüsselunterlagen durch Unbefugte nicht auszu-
        schließen und der Verbleib dieser Unterlagen unge-
        klärt ist;
     d) Beschädigung der Petschierung/Plombierung oder
        Öffnen der Türen von Panzer- bzw. Stahlblechschrän-
        ken oder Gerätesätzen, in denen sich Schlüssel-
        unterlagen befinden;
     e) Beschädigung der Verpackung der Schlüsselunterlagen
        oder deren Siegel bzw. Plomben während des Versandes
        und der Lagerung;
     f) Nichtübereinstimmung der äußeren Form der Schlüssel-
        unterlagen mit deren Beschreibung;
     g) Einsichtnahme in den gültigen Schlüssel und in an-
        dere Schlüsselunterlagen durch Personen, denen die
        Arbeit mit Schlüsselunterlagen nicht gestatte ist;
     h) vorsätzliches, vorzeitiges Öffnen von Schlüssel-
        unterlagen und vorzeitiges Freilegen von Schlüssel-
        tabellen und Schlüssellochstreifen vor dem Zeit-
        punkt der Nutzung;
     i) Verlust der Verbindung zu SAS- oder Chiffrierstellen,
        über deren Verbleib und Handlungen längere Zeit
        nichts bekannt ist;
     j) Angaben darüber, daß dem Gegner Informationen be-
        kannt sind, die über SAS-Verbindungen oder chiffriert
        worden sind;
     k) falscher Austausch der Kennung bei der Verbindungs-
        aufnahme.

     3. Angaben zur Herstellung bzw. Ausführung von Stahlgittern
    Zur Herstellung von Stahlgittern zur Sicherung von Fenstern und
    Türen ist Rund-, Vierkant- oder Flachstahl von mindestens
    folgenden Abmessungen zu verwenden:
    a) Rundstahl      = 16 mm Durchmesser;
    b) Vierkantstahl  = 16 x 16 mm;
    c) Flachstahl     =  5 x 35 mm.
    Der maximale Abstand zwischen den vertikalen Gitterstäben
    darf 140 mm und den horizontalen Gitterstäben 600 mm nicht
    überschreiten. Alle Kreuzungspunkte der Gitter sind zu ver-
    schweißen (bei Flachstahl gegebenenfalls zu vernieten) und
    überstehende Enden dürfen nicht 100 mm nicht überschreiten.

 VI. Nachweisführung, Aufbewahrung und Vernichtung von Ver-
     schlußsachen, Schlüsselunterlagen, SAS- und Chiffrier-
     geräten

     Allgemeines

     1.(1) Die Nachweisführung und Aufbewahrung der Ver-
     schlußsachen, Schlüsselunterlagen, SAS- und Chiffrier-
     geräte haben getrennt von den Verschlußsachen des
     Stabes durch einen beauftragten struktur- oder nicht-
     strukturmäßigen Angehörigen des SAS- und  Chiffrier-
     dienstes zu erfolgen.
     (2) das kollektive Verwalten der Verschlußsachen,
     Schlüsselunterlagen, SAS- und Chiffriergeräte in den
     SAS- und Chiffriereinrichtungen ist nicht gestattet.

     2. Auswertung und Aufzeichnungen, die Angelegen-
     heiten des SAS- und Chiffrierdienstes betreffen sind
     nur in Arbeits- bzw. Diktatbüchern, Aufzeichnungsheften,
     auf Tonträgern oder losen blättern vorzunehmen, die
     durch die in Ziffer 1, genannten Verantwortlichen re-
     gistriert und mit Vermerk Chiffriersache aus-
     gezeichnet wurden.

     Nachweisführung

     3. Die Nachweisführung der Verschlußsachen des SAS-
     und Chiffrierdienstes, die Codiermittel sowie der
     Petschafte, Plombenzangeneinsätze und Sonderstempel hat
     entsprechend der DV 010/0/009 zu erfolgen.

     4. Die Nachweisführung und Versendung
     der Schlüsselserien für Sprechtafeln und Signaltabel-
     len, der Schlüsselserien für Überschlüsselungsmittel
     sowie der Serien für die Codierung topogra-
     phische Karten hat nur auf Begleitkarten (Vordruck
     NVA 36 202) zu erfolgen. Als VS-Nummer ist die jeweilige
     Seriennummer unter Voranstellung des Buchstabens N und
     der Typenbezeichnung des Codiermittels zu benutzen
     (z.B.: N 586/00000; Serie für eine Codierung der topo-
     graphischen Karten).
     Die Vernichtung des bei der Herstellung der Schlüssel-
     serien anfallenden Zwischenmaterials ist auf der Be-
     gleitkarte in der Spalte Versand- und Bearbeitungs-
     nachweis nachzuweisen.

     5. Die Nachweisführung der Schlüsselunterlagen für
     SAS- und Chiffrierverfahren hat nur auf Schlüsselmit-
     telbestandskarten (nachfolgend Bestandskarten, Vordruck
     NVA 40 153), Anlage VI/1) vorzunehmen.
     Die Bestandskarten sind in zweifacher Ausfertigung
     fortlaufend unter Voranstellung des Buchstabens Z und
     der Jahreszahl numeriert. Diese Nummer (z.B. Z/77/00001)
     gilt als VS-Nummer. Die Bestandskarten sind auf Listen
     (Vordruck NVA 36 205), Anlage VI/2) getrennt nach Ein-
     und Ausgängen nachzuweisen.

     6. Die nachweismäßige Durchführung des Versandes ist
     wie folgt vorzunehmen:
     a) der Absender von Schlüsselunterlagen hat in Vorbe-
        reitung des Versandes die Bestandskarten für den
        jeweiligen Empfänger in zweifacher Ausfertigung
        anzufertigen;
     b) in die eigene Bestandskarte ist der Verteilernach-
        weis (Muster Anlage  VI/3) einzutragen;
     c) für den Versand von Bestandskarten und den dazuge-
        hörenden Anlagen (Schlüsselunterlagen u.a.) durch
        den Kurier- und Feldpostdienst innerhalb der NVA
        und der Grenztruppen der DDR sind Empfangsbestäti-
        gungen (Vordruck NVA 35 210, Muster Anlage VI/4)
        zu verwenden;
     d) in der Liste (Anlage VI/5) ist der Versandhinweis
        für die 1. Ausfertigung der Bestandskarte einzu-
        tragen;
     e) die 1. Ausfertigung der Bestandskarte dient dem
        Empfänger als Bestandsnachweis der Schlüsselunter-
        lagen; sie ist sofort nach Erhalt in die Liste
        (Anlage VI/2) einzutragen;
     f) die 2. Ausfertigung der Bestandskarte dient dem
        Absender in Verbindung mit dem Versandnachweis auf
        der bisherigen Bestandskarte als Beleg für den Ver-
        sand der Schlüsselunterlagen.
        Durch die Kontrollkommission der übergeordneten
        Führungsebene ist die Richtigkeit des Versandnach-
        weises auf der Bestandskarte zu prüfen und zu sig-
        nieren.
     g) bei der Rücksendung von Schlüsselunterlagen haben
        die Chiffrierstellen der Truppenteile die vom Ab-
        sender erhaltene Bestandskarte zurückzusenden.
        In die Liste (Anlage VI/2, Eingang) ist der Ver-
        sandhinweis einzutragen.

     7. Dei SAS- und Chiffriergeräte sowie VS-Baugruppen
     und VS-Ersatzteile sind auf Bestandsnachweiskarten für
     SAS- und Chiffriergeräte (nachfolgend Bestandsnach-
     weiskarte, Vordruck NVA 40 154) nachzuweisen. Die Be-
     standsnachweiskarten sind fortlaufend unter Voranstel-
     lung des Buchstabens S und der Jahreszahl numeriert.

     8.(1) Der Nachweis an SAS- und Chiffriergeräten sowie
     VS-Baugruppen und VS-Ersatzteilen ist gemäß Muster An-
     lage VI/6 und Anlage VI/7 in einer Ausfertigung anzu-
     legen.
     (2) Der Bestandsnachweis ist zu untergliedern in:
     a) SAS- und Chiffriergeräte sowie VS-Baugruppen und
        VS-Ersatzteile, die durch die Truppenteile beim
        Verlassen der Objekte mitgeführt werden;
     b) SAS- und Chiffriergeräte sowie VS-Baugruppen und
        VS-Ersatzteile, die entsprechend der Objektüber-
        gabeordnung in den Objekten verbleiben.

     9.(1) Bei der Übergabe (beim Versand) von SAS- und
     Chiffriergeräten sowie VS-Baugruppen und VS-Ersatz-
     teilen sind Bestandsnachweiskarten als Begleitkarten
     in zweifacher Ausfertigung auszustellen (Muster An-
     lage VI/8).
     (2) Die erste Ausfertigung ist dem Übernehmenden mit
     der Technik zu übergeben. Sie dient ihm als Übernahme-
     beleg zur Buchung des Zuganges auf den Bestandsnach-
     weiskarten.
     (3) Die Übergabe/Übernahme der Bestandsnachweiskarten
     (Begleitkarten) ist mit Empfangsbestätigung (Vordruck
     NVA 36 210) zu belegen.
     (4) Die zweite Ausfertigung dient dem Übergebenden als
     Übergabebeleg zur Buchung des Abganges auf den Be-
     standsnachweiskarten.
     (5) Buchungsvorgänge sind auf den Bestandsnachweis-
     karten und den Begleitkarten zu signieren. Ihre Rich-
     tigkeit ist durch die übergeordnete Führungsebene zu
     prüfen und im Kontrollvermerk zu signieren.

     10. Nicht mehr gebrauchsfähige VS-Baugruppen bzw. VS-
     Ersatzteile sind auf gesonderte Bestandsnachweis-
     karten nachzuweisen. Diese Bestandsnachweiskarten sind
     im Feld Empfänger mit Schrott in roter Schrift
     zu kennzeichnen.

     11.(1) Bestandsaufnahmen materieller Mittel, die nicht
     der Geheimhaltung unterliegen, sind auch in Einrich-
     tungen des SAS- und Chiffrierdienstes entsprechend den
     Festlegungen der Grund- und Verbrauchsmittelordnung
     durchzuführen.
     Werden die Bestandsaufnahmen nicht von Kräften des
     SAS- und Chiffrierdienstes durchgeführt, so sind die
     Sicherheitsvorkehrungen entsprechend Abschnitt IV,
     Ziffer 16. zu treffen.
     (2) Die Bestandsaufnahme der SAS- und Chiffriergeräte
     sowie der VS-Baugruppen und VS-Ersatzteile ist mit
     der jährlichen VS-Gesamtvollzähligkeitskontrolle durch-
     zuführen.

     Aufbewahrung und Lagerung

     12. Die Aufbewahrung und Lagerung der Verschlußsachen
     und Schlüsselunterlagen haben nur in bestätigen Räumen
     oder Gerätesätzen des SAS- und Chiffrierdienstes in
     Panzer- bzw. Stahlblechschränken oder Stahlkassetten
     erfolgen. Die Schränke oder Kassetten sind nur
     mit dem für diesen Zweck vorgesehenen Petschaften zu
     petschieren.

     13.(1) Schlüsselunterlagen für die organisierten SAS-
     Verbindungen, die von Kommandostabsfahrzeugen betrieben
     werden, sind durch die Truppführer in einem verschlos-
     senen und petschierten Behältnis (Schlüsselkassetten-
     behälter, Stahlblechkassette, VS-Taschen/Mappen oder
     Meldertasche) zu transportieren und aufzubewahren.
     Diese Behältnis ist in der Chiffrierstelle zu lagern
     und nur bei Übungen und Einsätzen auf dem Kommando-
     stabsfahrzeug mitzuführen.
     (2) Schlüsselunterlagen für organisierte SAS-Verbin-
     dungen zu Schiffen und Booten der Volksmarine sind bei
     Nichtvorhandensein von Angehörigen des SAS- und Chif-
     frierdienstes durch den Kommandanten oder ersten Wach-
     offizier in der Chiffrierstelle zu empfangen und in
     einem gesonderten Behältnis entsprechend Absatz (1)
     zu transportieren, aufzubewahren und zu lagern.
     Während des Einsatzes hat die Lagerung des Behältnisses
     im Safe des Kommandanten zu erfolgen.
     (3) Der Umfang der bei Übungen und Einsätzen maximal
     erforderlichen und mitzuführenden Schlüsselunterlagen
     und Dokumente ist unter Berücksichtigung der gestellten
     Aufgabe, den Einsatzbedingungen, den Möglichkeiten der
     Einwirkung durch den Gegner und den Einsatzgrundsätzen
     für das jeweilige Gerät vom Kommandeur bzw. verant-
     wortlichen Vorgesetzten festzulegen.
     (4) Alle übrigen Schlüsselunterlagen, einschließlich
     der Reserveunterlagen, die nicht für den Einsatz bzw.
     die Übung benötigt werden, sind in der Chiffrierstelle
     bzw. im Chiffriertrupp aufzubewahren. Dergleichen sind
     die Zweitschlüssel zu den in Absatz (1) genannten Be-
     hältnissen in der Chiffrierstelle bzw. im Chiffrier-
     trupp in einem versiegelten Umschlag bzw. petschierten
     Schlüsselkasten zu hinterlegen.
     (5) Sind die Chiffrierstellen durch Krankheit, Urlaub
     oder anderen Fällen nicht besetzt, so sind die im Ab-
     satz (1) genannten Behältnisse in den VS-Stellen zu
     lagern.

     14. Sind in Truppenteilen mit nichtstrukturmäßigen
     Chiffreuren keine bestätigten Räume vorhanden, so sind
     die Verschlußsachen, Schlüsselunterlagen und Schlüssel-
     mittel in einer Stahlkassette oder VS-Taschen/-Koffer
     im Panzer- bzw. Stahlblechschränken der zuständigen
     VS-Stelle oder in einem gesonderten abschließbaren Fach
     dieser Schränke aufzubewahren. Dieses Behältnis ist
     mit einem für diesen Zweck bestimmten persönlichen
     Petschaft des nichtstrukturmäßigen Chiffreurs zu pet-
     schieren.
     Dazu dürfen Zugang haben:
     a) der nichtstrukturmäßige Chiffreur, der die Petschie-
        rung vorgenommen hat;
     b) der bestätigte und eingesetzte Vertreter;
     c) der Kommandeur bzw. Stabschef in besonderen Fällen,
        z.B. bei Ablösung des nichtstrukturmäßigen Chiffreurs,
        bei Todesfällen oder längerer Krankheit u.ä. (der
        Leiter Nachrichten der übergeordneten Führungsebene
        ist davon sofort zu verständigen).

     15. Die in den SAS- und Chiffriereinrichtungen aufge-
     stellten SAS- und Chiffriergeräte sind nach Dienst-
     schluß mit den dazugehörenden Hauben oder Kisten abzu-
     decken und mit dem Petschaft für Panzer- bzw. Stahl-
     blechschränke zu petschieren.

     16. Den Diensthabenden in der SAS- und Chiffrierstelle
     sind nur die Schlüsselunterlagen zu übergeben, die zur
     Sicherstellung des Betriebes der organisierten SAS-
     und Chiffrierverbindungen notwendig sind.
     Die Reserven an Schlüsselunterlagen für Verbindungen
     sind gesonderten Panzer- oder Stahlblechschränken
     bzw. gesonderten Fächern dieser Schränke, die nur
     von dem mit der Verwaltung der Schlüsselunterlagen
     Beauftragten oder dessen Vorgesetzten geöffnet werden
     dürfen, zu lagern. Bei Öffnung dieser Fächer bzw.
     Schränke in dringenden Situationen durch Dienst-
     habende ist innerhalb von 24 Stunden eine Vollzählig-
     keitskontrolle durchzuführen, deren Ergebnis nachzu-
     weisen ist.

     17. Die Pakete (Behältnisse) mit Schlüsselunterlagen
     für höhere Stufen der Gefechtsbereitschaft sind in
     gesonderten Panzer- bzw. Stahlblechschränken oder in
     abschließbaren Fächern dieser Schränke aufzubewahren.
     Die dazugehörigen Bestandskarten sind getrennt von den
     Paketen zu lagern.
     Diese Pakete dürfen nur auf besondere Weisungen entspre-
     chend der Aufschrift geöffnet werden.

     18. Die im Plan der Gültigkeit der Codiermittel fest-
     gelegten Reserveserien für Codiermittel sind außer-
     halb des Chiffrierdienstes verschlossen und versiegelt
     aufzubewahren. Die Behältnisse bzw. Umschläge sind
     mit der Serien-/VS-Nummer, der Exemplar-/Ausfertigungs-
     nummer, der Blattzahl und der Petschaftsnummer zu ver-
     sehen.
     Die Richtigkeit des Inhaltes und der Versiegelung ist
     mit Datumsangaben von zwei Personen durch Unterschrift
     zu bestätigen. Die im Plan der Gültigkeit der Codier-
     mittel festgelegten Ersatzserien sind nicht zu ver-
     packen und zu versiegeln.

     19. Bei Auflösung einer Einrichtung des SAS- und Chif-
     frierdienstes sind alle Verschlußsachen, Schlüssel-
     unterlagen, Geräte, Petschafte und anderen nachweis-
     pflichtigen Materialien sowie die Raumbestätigungen
     bzw. Abnahmeprotokolle an den Herausgeber/Absender auf
     dem Dienstweg zu übersenden bzw. zurückzugeben. Alle
     ungültigen und nicht archivwürdigen Unterlagen sind zu
     vernichten.
     Die Nachweisunterlagen, einschließlich der noch erfor-
     derlichen Bestands-, VS-Grund- und Begleitkarten, sind
     protokollarisch dem Leiter Nachrichten der überge-
     ordneten Führungsebene zu übergeben. Dieser hat eine
     Kontrolle der Nachweisführung und der ordnungsgemäßen
     Übergabe der Unterlagen und Geräte durchzuführen zu
     lassen.

     20. Bei zeitweiliger Einstellung der SAS- und Chiffrier-
     arbeit sind alle Verschlußsachen, Schlüsselunterlagen,
     Geräte und anderen nachweispflichtigen Materialien auf
     Vollzähligkeit zu überprüfen und durch die vom Leiter
     Nachrichten der übergeordneten Führungsebene befohlene
     SAS- und Chiffriereinrichtung protokollarisch zu über-
     nehmen. Das Protokoll ist in zwei Ausfertigungen anzu-
     fertigen, wovon eine Ausfertigung bei der übernehmenden
     Einrichtung verbleibt und die zweite Ausfertigung dem
     Leiter Nachrichten der übergeordneten Führungsebene zu
     übergeben ist.

     21. Bei der Übergabe von Dienststellungen ist entspre-
     chend den Festlegungen der DV 010/0/003 - Innerer
     Dienst - und der DV 010/0/009 zu verfahren.

     Vernichtung

     33. Die Vernichtung der Verschlußsachen und der
     Schlüsselunterlagen hat nach den Festlegungen dieser
     Dienstvorschrift und der DV 010/0/009 zu erfolgen.
     Die Vernichtung ist durch zwei Angehörige des SAS- und
     Chiffrierdienstes durchzuführen und unterschriftlich
     zu bestätigen.
     Sind in einer SAS- und Chiffriereinrichtung nur zwei
     bestätigter Angehörige des SAS- und Chiffrierdienstes
     vorhanden und ist einer aus dienstlichen oder anderen
     Gründen (Kommandierung, Urlaub, Krankheit u.a.) ab-
     wesend, so ist diese im Spruchnachweis- und Betriebs-
     buch nachzuweisen. Während dieser Abwesenheit ist der
     noch in der Einrichtung verbleibende bestätigte Ange-
     hörige des SAS- und Chiffrierdienstes allein für die
     ordnungsgemäße Vernichtung verantwortlich.
     In Einrichtungen mit nur einem bestätigter Angehöriger
     des SAS- und Chiffrierdienstes, so ist dieser prinzipiell
     allein für die ordnungsgemäße Vernichtung verantwort-
     lich.

     23. Vor der Vernichtung ist die Vollzähligkeit der
     Ausfertigung und der Blattzahl der zu vernichtenden Ver-
     schlußsachen und Schlüsselunterlagen anhand der Ein-
     tragung in den Nachweisunterlagen zu überprüfen.

     24. Während der Vernichtung ist zu verhindern, daß ein
     Diebstahl oder Verlust eintritt bzw. Unbefugte Ein-
     blick in die Unterlagen erhalten.

     25.(1) Nach der Vernichtung durch Aktenvernichtungsma-
     schine (Zerkleinerung des Schriftgutes/Unterlagen in hori-
     zontaler und vertikaler Richtung, Größe der Häcksel =
     1,0 mm x 18 mm oder kleiner) oder Verbrennen haben sich
     die Unterschriftsleistenden von der restlosen Unkenntlich-
     keit der Unterlagen zu überzeugen. Ein nachträgliches
     Zusammensetzen der Reste muß ausgeschlossen sein.
     (2) Bei der Vernichtung mit Aktenvernichtungsmaschine, die
     das Schriftgut nur in eine Richtung zerkleinert (Verfor-
     men in Streifen), ist das angefallene Material zu verkol-
     lern. Besteht dazu keine Möglichkeit, ist es zu verbrennen.
     Wird die Verkollerung nicht sofort in den objekteigenen
     Einrichtungen bzw. VE Papierverarbeitungseinrichtungen
     durchgeführt, so ist das angefallene Material in verschlos-
     senen Behältnissen in den SAS- und Chiffriereinrichtungen
     aufzubewahren. Der Transport und die Verkollerung des Ma-
     terials hat in jedem Falle in Begleitung bzw. unter Auf-
     sicht mindestens eines Angehörigen des SAS- und Chiffrier-
     dienstes zu erfolgen.

     26.(1) Für Schlüsselunterlagen von Chiffrierverbindungen
     sowie eingestellte Betriebs- und Reserveschlüssel gelten,
     wenn in den Betriebsdienstvorschriften und Anleitungen für den
     jeweiligen Gerätetyp nicht anders festgelegt, folgende
     Vernichtungstermine:
     a) Schlüssellochbänder, -lochkarten, Wurmtabellen, Spruch-
        schlüsseltabellen und Zwischenmaterial (Mitleseblätter,
        Klartext-, Geheimtextstreifen u.a.) spätestens 48 Stunden
        nach ihrer Nutzung;
     b) Tagesschlüssel, unabhängig von der Form ihrer Einstel-
        lung, spätestens 24 Stunden nach Ablauf ihrer Gültig-
        keit;
     c) Wochen- und Monatsschlüssel spätestens 48 Stunden nach
        Ablauf ihrer Gültigkeit;
     (2) Schlüsseltabellen, Schlüssellochbänder und Lochbandab-
     schnitte für SAS-Verbindungen sind spätestens 12 Stunden nach
     Ablauf ihrer Gültigkeit zu vernichten.
     Eingestellte Schlüssel in Schlüsselkassetten sind spätes-
     tens 12 Stunden nach Ablauf ihrer Gültigkeit zu löschen.
     (3) Aufgebrauchte Schlüsselhefte und außer Kraft gesetzte
     (ungültige) Schlüsselunterlagen für SAS- und Chiffrier-
     verbindungen sind spätestens 48 Stunden nach Ablauf der
     Gültigkeit des letzten Schlüssellochbandes, der letzten
     Schlüssel- und Wurmtabelle bzw. Lochkarte oder Auß-
     erkraftsetzung der Unterlagen zu vernichten.

     27.(1) Für die Nachweisunterlagen der Verschlußsachen,
     Empfangsbestätigungen (Eingang/Ausgang) und Packzettel
     gelten die Vernichtungstermine entsprechend der DV 010/0/009.
     (2) Die Bestands- und Bestandsnachweiskarten sind nur
     auf Weisung des Kontrollorgans der übergeordneten
     Führungsebene zu vernichten (die ersten Ausfertigungen
     aber erst dann, wenn nachweisbar alle darauf registrier-
     ten Schlüsselunterlagen, SAS- oder Chiffriergeräte,
     VS-Baugruppen oder VS-Ersatzteile 5 Jahre zuvor ver-
     teilt oder vernichtet wurden).
     Der Vernichtungsvermerk ist auf den Listen für die
     Bestandskarten (Anlage VI/2 und VI/5) anzubringen.
     (3) Spruchnachweis- und Betriebsbücher sowie technische
     Betriebsbücher sind ein Jahr nach der letzten Eintra-
     gung zu vernichten. Die Genehmigung dazu wird vom
     Kontrollorgan der übergeordneten Führungsebene er-
     teilt und ist im Betriebsbuch oder Kontrollbericht
     anzuweisen.

     28. VS- Grund- und Begleitkarten sowie Bestands- und
     Bestandsnachweiskarten ohne Bestand, auf den Ver-
     schlußsachen des SAS- und Chiffrierdienstes, Schlüs-
     selunterlagen, SAS- und Chiffriergeräte sowie VS-Bau-
     gruppen und VS-Ersatzteile nachgewiesen wurden, sind
     bis zur Vernichtung in der Chiffrierstelle aufzube-
     wahren bzw. können bei Notwendigkeit an die SAS- und
     Chiffriereinrichtung der übergeordneten Führungsebene
     übergeben werden.

                                                 Anlage VI/1

Z-Karte

                                                 Anlage VI/2

                                       Serie:
Verzeichnis eingegangener Begleitkarten
Lfd. Nr.GKdos-/GVS-/VVS-Nr.Ausfertigung/Bl.Verbleib/Vern.Kontrollvermerk
01;Z/006 2081.     1GVS A 421 322 4.A.    
02;Z/102 0611.     1     
01;Z/78/002101.     1GVS A 421 322 4.A.    

                                                 Anlage VI/3

DV-040-0-010

                                                 Anlage VI/4

DV-040-0-010

                                                 Anlage VI/5

DV-040-0-010

                                                 Anlage VI/6

     Muster einer Bestandsnachweiskarte für SAS- und Chiffriergeräte


DV-040-0-010

                                                 Anlage VI/7

     Muster einer Bestandsnachweiskarte für Ersatzteile (VS-Ersatzteile)

DV-040-0-010

                                                 Anlage VI/8

     Muster einer Begleitkarte für die Übergaben/Übernahme von SAS- und
     Chiffriergeräten sowie von VS-Ersatzteilen

DV-040-0-010

VII. Materielle und technische Sicherstellung

     Instandsetzung

     1. Die Planung, Organisation und Durchführung der materiellen
     und technischen Sicherstellung hat gemäß den Rechtsvorschriften
     der Ordnung Nr. 040/9/207 - Materielle und technische Sicherstel-
     lung (Nachrichten) - sowie der Richtlinien 040/8/100 -Materiel-
     le Sicherstellung (N)- zu erfolgen, wenn dies nicht
     durch Festlegungen dieses Abschnittes nicht präzisiert bzw. keine
     keine besonderen Bestimmungen dafür erlassen wurden.

     2 (1) Instandsetzungen an SAS- und Chiffriergeräten dür-
     fen Instandsetzungskräften, die im Besitz der
     typengebundenen Instandsetzungsberechtigung sind, bzw.
     unter deren Anleitung und Kontrolle ausgeführt werden.
     (2) Außerplanmäßige Instandsetzungen, die nicht mit eigenen
     Kräften und Mitteln durchgeführt werden können,
     sind der übergeordneten Führungsebene zu melden.

     3. Instandsetzung allgemeiner Nachrichtenausrüstung, die
     durch den SAS- und Chiffrierdienst genutzt wird, hat in Ver-
     antwortlichkeit der Organe und Einrichtungen der materiellen
     und technische Sicherstellung (Nachrichten) zu erfolgen.

     4. Der Bedarf an Planmäßigen Instandsetzungen (Instand-
     setzung nach Befund, nachfolgend InB) ist in der Nach-
     richtensammelmeldung (1. HJ) für das folgende Ausbildungs-
     jahr zu melden. Grundlagen dafür sind die Ergebnisse der
     Wartung Nr. 6 bzw. der technischen Kontrollen.

     5.(1) Die Zu- und Rückführung instandzusetzender bzw.
     instandgesetzter SAS- und Chiffriergeräte ist durch
     die Kommandeure zu regeln.
     (2) Begründete Veränderungen zu den festgelegten Ter-
     minen für planmäßige Instandsetzungen sind vor den ge-
     planten Anlieferungsterminen beim, für die Instandsetz-
     ungseinrichtung zuständigen Leiter Nachrichten schrift-
     lich zu beantragen.

     6.(1) Die Übergabe/Übernahme instandsetzender und
     instandgesetzter SAS- und Chiffriergeräte an bzw. von
     Werkstätten hat nur durch Kräfte des SAS- und Chif-
     frierdienstes, die dieser Aufgabe befohlen wurden,
     protokollarisch mittels Bestandsnachweiskarte (Vor-
     druck NVA 40 154) zu erfolgen.
     (2) Die  Rückgabe instandgesetzter SAS- und Chiffrier-
     geräte von den Werkstätten an die nutzenden Einrich-
     tungen hat mittels der bei der Anlieferung übernom-
     menen Bestandsnachweiskarte zu erfolgen.
     (3) Die Übergabe/Übernahme der Bestandsnachweiskarten
     und der SAS- und Chiffriergeräte ist grundsätzlich
     mittels Empfangsbestätigung gemäß DV 010/0/009 zu
     belegen.

     7. Die Übergabe/Übernahme von SAS- und Chiffriergeräten,
     die während Einsätzen, Übungen o.ä. Maßnahmen unmittel-
     bar von Werkstätten zur Instandsetzung übernommen
     werden müssen, ist im Betriebsbuch des betreffenden
     SAS- oder Chiffriergerätesätzen unter Angabe:
     a) des Gerätetyps und -nummer;
     b) der VS-Nummer der Bestandsnachweiskarte;
     c) der übernehmenden Werkstatt;
     d) des Datums und der Uhrzeit;
     e) das Übergebenden (Unterschrift, Name in Blockschrift,
        Dienstgrad);
     f) des Übernehmenden (Unterschrift, Name in Block-
        schrift, Dienstgrad, Nummer des WDA) nachzuweisen.
     Die Übergabe darf nur mit Genehmigung des Vorgesetzten
     erfolgen.
     Können die Geräte während der genannten Maßnahme nicht
     instandgesetzt werden, so hat die Übergabe entsprechend
     Ziffer 6. zu erfolgen.

     8. Die Übergabe/Übernahme einzelner instandzusetzender
     bzw. instandgesetzter VS-Baugruppen hat analog den
     Festlegungen der Ziffer 6. und 7. zu erfolgen.

     9.(1) Instandzusetzende SAS- und Chiffriergeräte sind
     in einem sauberen Zustand in Transportkisten (Schutz-
     hüllen) mit den dazugehörenden Begleitheften und Meß-
     protokollen an die Werkstätten zu übergeben.
     (2) Es ist verboten, vor der Übergabe zur Instand-
     setzung intakte Teile der Geräte gegen defekte Teile
     auszutauschen.

     Nach- und Abschub, Versand und Transport

     10. Der Nach- und Abschub von Verschlußsachen, Schlüs-
     selunterlagen, einzelnen Baugruppen der SAS- und Chif-
     friergeräte oder Ersatzteilen kann erfolgen durch:
     a) den Kurier- und Feldpostdienst der NVA;
     b) außerplanmäßige Kuriere;
     c) den Zentralen Kurierdienst für Dienstgeheimnisse
       (ZKD) des MdI;
     d) Kräfte des SAS- und Chiffrierdienstes.

     11. Der Nach- und Abschub (Transport) von SAS- und
     Chiffriergeräten hat grundsätzlich durch zwei bewaff-
     nete Armeeangehörige (davon mindestens ein Angehöriger
     des SAS- und Chiffrierdienstes) zu erfolgen.
     12.(1) Der Nach- und Abschub (Transport) von SAS- und
     Chiffriergeräten, Verschlußsachen und Schlüsselunter-
     lagen durch Kräften des SAS- und Chiffrierdienstes ist
     mit Transportmitteln (Kfz.-Transport) der übergeordne-
     ten Führungsebene zu gewährleisten.
     (2) In besonderen Fällen kann vom Leiter Nachrichten
     der übergeordneten Führungsebene die Abholung von SAS-
     und Chiffriergeräten, Verschlußsachen und Schlüssel-
     unterlagen durch Nachgeordnete/Unterstellte befohlen
     werden. Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zum
     Transport ist verboten.
     (3) Der Transportleiter muß in Besitz einer Übernahme-
     vollmacht (Anlage VII/1) und einer Transportvollmacht
     (Anlage IV/2) sein. Ihm sind Haupt- und Ausweich-
     marschstraßen sowie bei Erfordernis Melde- bzw. An-
     fahrtspunkte zu befehlen.

     13.(1) Der Kfz.-Transport von SAS- und Chiffrierge-
     räten, Verschlußsachen, Schlüsselunterlagen und speziel-
     len Versorgungsgüter, die der Geheimhaltung unterliegen,
     hat grundsätzlich auf geschlossenen Motorfahrzeugen zu
     erfolgen. Das Verladen dieser Mittel auf Anhänger ist
     verboten.
     (2) Geschlossene Motorfahrzeuge sind Personenkraft-
     wagen, Rad- bzw. Kettenfahrzeuge mit verschließbarem
     Kofferaufbau/Laderaum.
     Stehen strukturmäßig keine derartigen Fahrzeuge zur
     Verfügung, kann der Transport auf Lastkraftwagen mit
     Planenaufbau erfolgen. Für die Beförderung der Siche-
     rungskräfte auf der Ladefläche der Lastkraftwagen sind
     die Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung (StVO) und
     der DV 054/0/001 - Kraftfahrzeugdienst - einzuhalten.

     14. SAS- und Chiffriergeräte, Verschlußsachen, Schlüs-
     selunterlagen und spezielle Versorgungsgüter sind nur
     in verschlossenen und petschierten bzw. verplombten
     Behälter zu transportieren. Die Verpackung ist den
     Transportbedingungen anzupassen. In der Regel sind
     Transportkisten aus Holz oder Blech zu verwenden. Das
     Petschieren bzw. Verplomben hat so zu erfolgen, daß
     während des Transportes keine zufälligen Beschädigungen
     entstehen können. Auf den Begleitpapieren (Belege, Pack-
     zettel) sind die Verpackungsart, Anzahl der Verpackungs-
     einheiten und die Petschaft-/Plombennummern anzugeben.

     15.(1) Beim Transport sind gleichzeitig die ersten
     Ausfertigungen der Bestandsnachweiskarten mitzuführen.
     (2) Treten beim Transport Verletzungen der Verpackungen,
     der Petschierungen bzw. Plomben auf oder wird festge-
     stellt, daß die Fracht mit den Angaben auf den Bestands-
     nachweiskarten nicht übereinstimmt, ist sofort ein
     Protokoll aufzunehmen und Meldung an den Absender zu
     machen. Bis zur Klärung der aufgetretenen Defekte bzw.
     Unstimmigkeiten dürfen die SAS- und Chiffriergeräte,
     Verschlußsachen, Schlüsselunterlagen und speziellen
     Versorgungsgüter nicht genutzt werden und sind ge-
     trennt zu lagern.
     (3) Die ordnungsgemäße Übernahme (Empfang) von SAS-
     und Chiffriergeräten, Verschlußsachen, Schlüsselunter-
     lagen und spezielle Versorgungsgütern, die durch
     spezielle Transporte und nicht durch Kuriere überführt
     wurden, ist durch den Empfänger dem Absender und dem
     unmittelbaren Vorgesetzten fernschriftlich oder fern-
     mündlich zu melden. Beim Empfang dieser Mittel, die
     durch Kuriere übersandt wurden, sind die Empfangsbe-
     stätigungen mit dem nächsten Kurier an den Absender
     zu übersenden.

     16.(1) Schlüsselunterlagen sind bei der Übersendung
     durch Kurierdienste getrennt (nicht mit dem gleichen
     Kurier) von den dazugehörigen Schemata der SAS- und
     Chiffrierverbindungen zu übersenden.
     (2) Zu versendende Schlüsselunterlagen dürfen nicht
     mit Verbindungshinweisen oder Gültigkeitsterminen be-
     schriftet werden.

     17.(1) Verschlußsachen, Schlüsselunterlagen, VS-Bau-
     gruppen und VS-Ersatzteile (außer komplette Geräte)
     sind doppelt zu verpacken und so oft zu versiegeln
     (Hartsiegel oder Siegelmarken), daß eine unbemerkte
     Entnahme oder Einsichtnahme ausgeschlossen ist.
     Die äußere Verpackung ist entsprechend den Festlegungen
     der DV 010/0/009 und der A 040/1/015 - Kurier- und
     Feldpostdienst Nutzungsbestimmungen - zu beschriften.
     Die innere Verpackung ist mit Chiffriersache und der
     Nummer der Empfangsbestätigung (Vordruck 36 210)
     zu versehen. Zusätzlich kann noch der Zeitpunkt des
     Öffnens angegeben werden.
     (2) Bei Sendungen an nichtstrukturmäßige Kräfte des
     Chiffrierdienstes ist die innere Verpackung mit Chif-
     friersache, Namen des Empfängers, der Empfangsbe-
     stätigungsnummer und dem Vermerk Persönlich zu ver-
     sehen.
     (3) Erfolgt der Versand mit Kurierbehältern (Beuteln
     u.a.), ist der Inhalt ebenfalls zu verpacken und zu
     versiegeln sowie als Chiffriersache zu kennzeichnen
     und mit der Empfangsbestätigungsnummer zu versehen.
     Die unbemerkte Einsichtnahme und Entnahme des Inhaltes
     muß ausgeschlossen sein.

     18. Bei der Übergabe/Übernahme von SAS- und Chiffrier-
     geräten sind diese einer Funktionskontrolle durch den
     Übernehmenden zu unterzeichnen (außer bei Übernahme vom
     NGL des MfNV).

     19. Eine Übergabe von SAS- und Chiffriergeräten an
     Dritte außerhalb der NVA bzw. der Grenztruppen der DDR
     ist, sofern diese nicht durch den Chef Nachrichten im
     MfNV befohlen wurde, verboten.

     20.(1) Beim Eisenbahn- und Wassertransport sind die
     Mittel in besonderen Waggons/Abteilen/Räumen unterzu-
     bringen, die ständig durch Posten zu bewachen sind.
     In diesen Waggons/Abteilen/Räumen dürfen keine anderen
     Frachten untergebracht werden.
     (2) Der Transport mit Flugzeugen/Hubschraubern bedarf
     der Genehmigung:
     a) während der ständigen Gefechtsbereitschaft durch
        die Stellvertreter des Ministers;
     b) während höherer Stufe der Gefechtsbereitschaft und
        im Felddienst durch die Chefs der Stäbe der operativ-
        taktischen verbände.

     21. Technische Veränderungen an SAS- und Chiffrier-
     geräten bedürfen grundsätzlich der Genehmigung des Chefs
     Nachrichten im MfNV.
     22. Technische Veränderungen sind in den Begleitheften
     unter Angabe der Nummer der technischen Veränderung sowie
     der auszuführenden Einrichtungen nachzuweisen.

                                                 Anlage VII/1

     Muster einer Übernahmevollmacht

     Dienststelle                    O.U., den

                                     Chiffriersache!
                                     Vertrauliche Verschlußsache!
                                     VVS-Nr.:
                                        .Ausfertigung =    Blatt

                       V o l l m a c h t

     Hiermit bevollmächtige ich den
     ................................................................
     (Dienstgrad, Name, Vorname, WDA-Nr.)
     am ..............        für ...................................
                                  (Bezeichnung der Dienststelle)
     nachstehend aufgeführte Geräte/Mittel/Dokumente zu über-
     nehmen:
     (SAS- bzw. Chiffriergeräte, Schlüssel- bzw. Codiermittel,
     technische Dokumentationen)

     Zum Übernahme- bzw. Transportkommando gehören:
     ................................................................
     (Dienstgrad, Name, Vorname, WDA-Nr.)

     Der Transport erfolgt mit  .....................................
                                (Anzahl, Art der Transportmittel)


     Dienststempel                      Kommandeur/Leiter/
                                        Stabschef


     Anmerkung:
     Die Vollmacht ist dem Übergebenden auszuhändigen.

VIII. Meldungen, Berichte und Kontrollen

      Fallmeldungen

     1. Die Meldung, Untersuchung und Bearbeitung von
     strafbaren Handlungen, besonderen Vorkommnissen und
     groben disziplinaren Verstößen innerhalb des SAS-
     und Chiffrierdienstes haben unter Beachtung der
     besonderen Geheimhaltungsbestimmungen im SAS- und
     Chiffrierdienst nach den Festlegungen der Melde- und
     Untersuchungsordnungen zu erfolgen.

     2. Dem Leiter Nachrichten der übergeordneten Führungs-
     ebene sind alle Fälle sofort zu melden, die die Ge-
     heimhaltung der Arbeit des SAS- und Chiffrierdienstes
     gefährden, die die Sicherheitsbestimmungen verletzen,
     auch wenn sie nicht in der Meldetabelle der Melde-
     und Untersuchungsordnung enthalten sind.
     Darunter fallen Meldungen folgenden Inhaltes:
     a) besondere Vorkommnisse und Folgeerscheinungen in
     SAS- und Chiffriereinrichtungen, die unmittelbaren
     Einfluß auf die Sicherheit haben, wie Brände, Aus-
     wirkungen von Katastrophen und Havarien sowie Ver-
     kehrsunfälle, an denen SAS- und Chiffriertrupps
     beteiligt waren;
     b) erkannte Aktivitäten von unbefugten Personen (spe-
     ziell von Angehörigen der Militärverbindungsmis-
     sionen, Diplomaten, Bürgern nichtsozialistischer
     Staaten und Berlin (West)) gegen den SAS- und
     Chiffrierdienst wie z.B. das Fotografieren und die
     Beobachtung von SAS- und Chiffriereinrichtungen
     sowie ihre Kräfte, Auskunftsersuchen über den SAS-
     und Chiffrierdienst, Kontaktversuche o.g. Personen
     sowie anonyme oder pseudonyme Briefe und Anrufe;
     c) Desorganisation bzw. Desorganisationsversuche der
        SAS- und Chiffrierverbindungen und solche Störungen,
        die zu einer Beeinträchtigung der Chiffrierung
        führten bzw. führen könnten;
     d) strafbare Handlungen, die von Angehörigen des SAS- und
        Chiffrierdienstes begannen oder verursacht wurden
        und nicht zu Verletzungen der Sicherheits- und Ge-
        heimhaltungsbestimmungen führten, einschließlich
        Selbsttötungen und Selbstötungsversuche;
     e) besondere Vorkommnisse im Zusammenhang mit SAS- und
        Chiffriergeräten, die zu Ausfällen und Störungen
        führten, wie:
        - Beschädigung und Zerstörung;
        - Unbrauchbarmachung und Außerbetriebsetzung als
          Folge einer Beschädigung,
        - unbefugte Einwirkung und Veränderung,
        - Entziehen von bestimmungsmäßigen Einsatz und
          Beiseiteschaffen entscheidender Baugruppen oder
          Teile,
        - Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit,
        - andere Arten der Gefährdung und Störung des SAS-
          und Chiffrierbetriebsdienstes im Sinne § 204 StGB;
     f) Verletzung der Sicherheit von SAS- und Chiffrier-
        einrichtungen, wie:
        - Benutzung nicht bestätigter Räume,
        - unberechtigter Aufenthalt und unberechtigtes Be-
          treten von SAS- und Chiffriereinrichtungen sowie
          Versuche des gewaltsamen Eindringens,
        - Beschädigung von Siegeln (einschließlich der
          Siegel an Behältnissen, in denen Chiffriersachen
          aufbewahrt werden),
        - Unterlassen der befohlenen Sicherung von SAS-
          und Chiffriereinrichtungen,
        - Installation von Anlagen zum Mithören oder Foto-
          grafieren von Informationen über den SAS- und
          Chiffrierdienst oder zur Aufnahme der elektro-
          magnetischen Abstrahlung;
    g) Verletzungen der Bestimmungen über die Anfertigung, Ein-
       stufung, Nachweisführung, Aufbewahrung, Beförderung und
       Vernichtung von Verschlußsachen des SAS- und Chiffrier-
       dienstes und von Schlüsselunterlagen wie:
       - Verlust von Verschlußsachen und Schlüsselunterlagen,
       - Anfertigung und Benutzung nicht genehmigter Mittel der
         gedeckten Truppenführung,
       - Verlust von Sonderstempeln KFD, Plombenzangenein-
         sätzen und persönlicher Petschafte;
     h) Verluste und Diebstahl von SAS- und Chiffriergeräten,
        VS-Baugruppen und VS-Ersatzteilen;
     i) Verstöße gegen die Betriebsvorschriften, Nutzungsan-
        leitungen und Gebrauchsanweisungen, die die Kompromit-
        tierung dieser Mittel zur Folge hatten;
     j) Verletzung der Schweigepflicht und anderer Festlegungen
        der Verpflichtung durch Angehörige des SAS- und Chif-
        frierdienstes;
     k) übertragen von VS-Informationen in der Betriebsart
        Offen sowie offene Übermittlung es anzuwendenden
        Schlüsselunterlagen;
     l) doppelte Nutzung von Schlüsselunterlagen bzw. Anwendung
        über die Nutzungszeit hinaus;
     m) andere Verstöße gegen die militärischen Bestimmungen, so-
        weit sie unmittelbar Auswirkungen auf die Sicherheit
        im SAS- und Chiffrierdienst haben.

     3. Dem Leiter Nachrichten der übergeordneten Führungs-
     ebene sind mit Kurier nachstehend aufgeführte perso-
     nelle Veränderungen bei strukturmäßigen und nicht-
     strukturmäßigen Kräften des SAS- und Chiffrierdienstes,
     deren Verwandte und bei Reservisten des SAS- und Chif-
     frierdienstes mit Vordruck NVA 47 355 in zwei Exempla-
     ren zu übergeben):
     a) bei strukturmäßgen und nichtstrukturmäßigen Kräften
        - Namensänderung,
        - Familienstandsänderung (vor der Eheschließung ist
          rechtzeitig eine neue Verwandschaftsaufstellung anzu-
          fertigen und dem Leiter Nachrichten zu übergeben),
        - Wohnungswechsel,
        - Partei- und gerichtliche Strafen,
        - Versetzung in eine andere Dienststelle,
        - Einsatz in eine andere Dienststellung,
        - Verbindung und Kontakt zu Personen nichtsozia-
          listischer Staaten und Berlin (West);
     b) bei Verwandten von strukturmäßigen oder nichtstruktur-
        mäßigen Kräften und anderen in ihrem Haushalt
        lebenden Personen (Verwandte sind: Ehegatte, Kinder,
        Eltern, Schwiegereltern und Geschwister)
        für die Bestätigungsstufen I bis IV
        - Republikflucht,
        - Verbindung und Kontakte zu Personen nichtsozia-
          listischer Staaten und Berlin (West),
        - Übersiedlung in nichtsozialistische Staaten und
          Berlin (West),
        - gerichtliche Verurteilungen,
        zusätzlich für Bestätigungsstufe I
        - Namensänderungen,
        - Familienstandsänderungen,
        - Wohnungswechsel,
        - Parteizugehörigkeit,
        - Sterbefälle,
        zusätzlich für Bestätigungsstufen II und III
        - Namensänderungen,
        - Familienstandsänderungen;
     c) bei Reservisten des SAS- und Chiffrierdienstes,
        deren Verwandten und in deren Haushalt lebenden
        Personen
        - Republikflucht,
        - Verbindungen und Kontakte zu Personen nichtsozia-
          listischer Staaten und Berlin (West),
        - Übersiedlung in nichtsozialistische Staaten und
          Berlin (West),
        - gerichtliche Strafen.

     4. Private Reisen von Struktur- und nichtstruk-
     turmäßigen Kräften des SAS- und Chiffrierdienstes in
     sozialistische Lände sind nach Genehmigung durch
     den Kommandeur des Truppenteils durch den Leiter Nach-
     richten der übergeordneten Führungsebene schriftlich
     zu melden:
     a) in sozialistische Länder, mit denen die DDR Verein-
        barungen über den Visafreien Reiseverkehr getroffen
        hat, spätestens 6 Tag vor Antritt der Reise;
     b) in sozialistische Länder, mit denen die DDR keine
        visafreien Reiseverkehr vereinbart hat, einen Monat
        vor Antritt der Reise.

     Teilbeitrag Gedeckte Truppenführung zur Nachrichten-
     sammelmeldung

     5. Der Teilbeitrag Gedeckte Truppenführung zur Nach-
     richtensammelmeldung ist als gesondertes Dokument zu
     erarbeiten und mit dem Vermerk Chiffriersache zu
     kennzeichnen. Inhalt und Form haben der Gliederung im
     Anhang 5 zu entsprechen.
     Während der ständigen Gefechtsbereitschaft ist der
     Teilbeitrag Gedeckte Truppenführung zur Nachrichten-
     sammelmeldung zu den in der Meldetabelle Frieden,
     Teil B, enthaltenen Terminen dem Leiter Nachrichten der
     übergeordneten Führungsebene vorzulegen.
     Während höherer Stufen der Gefechtsbereitschaft und
     bei Übungen ist der Teilbeitrag gedeckte Truppen-
     führung zur Nachrichtensammelmeldung nach den in der
     Anordnung Nachrichtenverbindungen festgelegten Be-
     richtsschwerpunkten und Terminen zu erarbeiten und
     zu melden.

     Sonstige Meldungen

     6. Zur Gewährleistung einer rechtzeitigen Bedarfs-
     planung an Berufsunteroffizieren, Unteroffizieren auf
     Zeit und Soldaten in Grundwehrdienst für den SAS-
     und Chiffrierdienst ist in Zusammenarbeit mit dem
     zuständigen Org./Auffüllungsorgan entsprechend Anlage
     VIII/1 der benötigte Bedarf für die vorgesehene Ein-
     berufung ein Jahr vor dieser zu erarbeiten und in
     zweifacher Ausfertigung dem Leiter Nachrichten der
     übergeordneten Führungsebene zu den in der Meldeta-
     belle Frieden, Teil B, festgelegten Terminen vorzu-
     legen. Nach Prüfung der Meldung durch den Leiter Nach-
     richten der übergeordneten Führungsebene und erfolgter
     Rücksendung (eine Ausfertigung), sind eventuell vor-
     genommene Veränderungen mit dem zuständigen Org./Auf-
     füllungsorgan zwecks Erarbeitung der periodisch-per-
     sonellen Stärkemeldung abzustimmen.

     Kontrollen

     7. Die SAS- und Chiffriereinrichtungen werden mindes-
     tens einmal im Jahr (zweimal im Jahr in den Truppen-
     teilen der Verbände und Wehrkreiskommandos) mit dem
     Ziel der Überprüfung der rechtzeitigen und vollständigen
     Erfüllung der gestellten Aufgabe, des Standes der Ge-
     fechtsbereitschaft und der Einhaltung aller für den
     SAS- und Chiffrierdienst geltenden Bestimmungen sowie
     der Erweisung unmittelbarer Hilfe und Anleitungen durch
     Kontrollberechtigte der übergeordneten Führungsebene
     kontrolliert.

     8. Zu Kontrollen von SAS- und Chiffriereinrichtungen
     sind berechtigt:
     a) Offiziere, Fähnriche und Unteroffiziere des SAS- und
        Chiffrierdienstes, die einen Ausweis der besonderen
        Legitimation gemäß Ausweisordnung oder einen ent-
        sprechend lautenden Kontrollauftrag vorweisen.
        Diese Ausweise müssen vom Stabschef und die Kontroll-
        aufträge vom Leiter Nachrichten unterzeichnet sein.
        Sie sind nur in Verbindung mit dem Wehrdienstausweis
        gültig;
     b) Angehörige der zuständigen Stellen des MfS, die einen
        Kontrollausweis, der vom Minister für Staatssicher-
        heit oder dem Leiter des ZCO unterzeichnet ist, vor-
        weisen;
     c) Abwehroffiziere der Truppenteile in ihrem Zuständig-
        keitsbereich, die eine vom Leiter des ZCO unter-
        zeichneten Berechtigungskarte (Anlage VIII/2) vor-
        weisen.

     9. Treten beim Legitimieren von Armeeangehörigen und
     anderen Personen hinsichtlich ihrer Kontrollberechti-
     gung Zweifel auf, darf das Betreten der SAS- und Chif-
     friereinrichtung erst dann gestattet werden, wenn eine
     fernmündliche Rückfrage beim Leiter/Oberoffizier Chif-
     frierdienst der übergeordneten Führungsebene die Rich-
     tigkeit der Kontrolle ergeben hat.
     10. Der Leiter der SAS- und Chiffriereinrichtung hat
     unabhängig von der Kontrolle des übergeordneten Füh-
     rungsebene jährlich eine Gesamtvollzähligkeitskontrolle
     in der eigenen Einrichtungen durchzuführen.
     Darüberhinaus sind Gesamtvollzähligkeitskontrollen
     durchzuführen, wenn der unmittelbare Vorgesetzte der
     SAS- und Chiffriereinrichtung oder der Leiter der SAS-
     Chiffriereinrichtung bzw. der mit der Nachweis-
     führung Beauftragte in der Funktion wechselt oder
     einer der Fälle eintritt, wie sie in der DV 010/0/009 ge-
     nannt sind.
     Inhalt und Ablauf von Gesamtvollzähligkeitskontrollen,
     der monatlichen Kontrollen der erarbeiteten bzw. ein-
     gegangenen Verschlußsachen und Schlüsselunterlagen
     sowie andere Kontrollen, die in Zuständigkeit des
     Leiters der SAS- und Chiffriereinrichtung durchzu-
     führen sind, haben den Festlegungen der DV 010/0/009
     zu entsprechen.

     Technische Kontrollen

     11. Technische Kontrollen der SAS- und Chiffriergeräte sind
     grundsätzlich analog den Festlegungen der Richtlinie
     040/8/101 - Technische Sicherstellung (Nachrichten) - zu
     planen, durchzuführen und nachzuweisen. Es ist grundsätz-
     lich der Gesamtbestand an SAS- und Chiffriergeräten zu über-
     prüfen. Ausnahmen werden vom Leiter der Kontrolle befohlen.

     12. Geräteappelle und technische Kontrollen der SAS-
     und Chiffriergeräte dürfen nur von Kräften des SAS-
     und Chiffrierdienstes durchgeführt werden.

                                              Anlage VIII/1

Anhang zur Präzisierung der Bedarfsanforderung für                 Geheimhaltungsgrad
SAS- und Chiffrierdienst                                           ...-Nr.:
                                              für  ................      . Ausfertigung =     Blatt
                                              Einberufung durch MB ...
                                              Einberufung ..... 19..

Bestätigt:
Chef Nachrichten / MfNV
ProfilVorruck
NVA 47 307
und 47 308
Lfd.Nr.
Dienst-
verhältnis
Einberufung zum/zur
MtS (NT)US-IUS-IIUS-IIIUS-IVUS-VIMtS LSK/LVMtS LaSKeig. Bereich
BS
IIIIIIIVIVIVIIIIIIVIIIIIIVIIIIIIVIIIIIIIIIIIIIV
Betriebsmechaniker SFsV21BU
UaZ
SAS -Fernschreiber
(GST-Fs-Ausb. erforderlich)
21BU
UaZ
GWD
Betriebsmechaniker SFeV21BU
UaZ
SAS -Fernsprecher21BU
UaZ
GWD
Chiffreur
(GST-Fs-Ausb. erforderlich)
21BU
UaZ
Betriebsmechaniker /
Chiffreur
21BU
UaZ
SAS -Fernsprecher /
Chiffreur
21BU
UaZ
Oberchiffreur
(fliegendes Personal)
21BU
UaZ
Abfertiger21BU
UaZ
GWD
Sachbearb. f. Chi.-Dokumente21BU
Mechaniker (SAS)21BU
UaZ
Mechaniker (Chi)21BU
UaZ
Truppf. / Funker Fhrgs.-Fahrz.
(GST-Tasf.-Ausb. erforderlich)
21BU
UaZ
GWD
Muster einer
Berechtigungskarte
des MfS                                          Anlage VIII/2

Berechtigungskarte
(Untergrund: blau, Rückseite nur Gültigkeitsnachweis)

                                                 Anhang 1

     Begriffsbestimmungen

     1. Abfertiger
        Element der Nachrichtenzentrale zur Nachweisführung,
        Kontrolle und zur Übernahme/Übergabe von zu senden-
        den und empfangenen schriftlichen Informationen
        zwischen Absender /Empfänger und Nachrichtenzentrale.

     2. Allgemeiner Verkehr/Verbindung
        Chiffrier-/Codierverkehr zwischen mehr als zwei
        Teilnehmern mit gleichen Schlüsselunterlagen, wobei
        alle chiffrieren/codieren und dechiffrieren/de-
        codieren können.

     3. Berechtigte Kräfte
        Kräfte des SAS- und Chiffrierdienstes, die im Besitz
        einer Betriebs- oder Instandsetzungsberechtigung sind.

     4. Bestätigungsstufe
        Bestätigungsstufe (I bis IV) für Kräfte zur Arbeit im
        SAS- und Chiffrierdienst. Sie ist von der Führungsebene
        und der Dienststellung abhängig.

     5. Betriebsunterlagen
        Alle für die Durchführung und Nachweisführung des Be-
        triebsdienstes erforderlichen Unterlagen (Betriebs-
        bücher, Signaltabellen, Verzeichnis der Tarnnamen/Tarn-
        zahlen).

     6. Chiffreur
        Angehöriger des Chiffrierdienstes, der mit der Chif-
        frierung und Dechiffrierung schriftlicher Informa-
        tionen beauftragt ist.

     7. Chiffriergerät (Ci-Gerät)
        Gerät mit einem Chiffrator zur Chiffrierung und Dechif-
        frierung von schriftlichen Informationen.

    7a. Chiffriergerätesatz (Ci-Ger.-Satz)
       Kraftfahrzeug mit Kofferaufbau, das mit Chiffrier-
       geräten ausgerüstet ist und als mobile Chiffrier-
       stelle arbeitet.

   7b. Chiffriermaterial
       Gegenstände und Dokumente, die vergegenständlichte
       Geheimnisse des SAS- und Chiffrierdienstes enthalten.
       Dazu gehören:
       a) SAS- und Chiffriermittel;
       b) Dokumente des SAS- und Chiffrierdienstes;
       c) Zwischenmaterial.

    8. Chiffriermittel
       Zur Anwendung bzw. Nutzung eines Chiffrierverfahrens
       erforderliche Mittel, die der Geheimhaltung unter-
       liegen. Dazu gehören Chiffriergeräte, Schlüssel-
       unterlagen, Bestimmungen und Anleitungen.

    9. Chiffriersache
       Als Chiffriersache ist Chiffriermaterial zu kenn-
       zeichnen, das Staatsgeheimnisse über das Chiffrier-
       wesen der DDR und der anderen Länder der soziali-
       stischen Staatengemeinschaft enthält oder darstellt,
       von deren Geheimhaltung die Sicherheit der Chiffrier-
       verfahren und der geheimzuhaltenden Nachrichten
       wesentlich abhängt.

   10. Chiffrierstelle (Ci-Stelle)
       Chiffriereinrichtung, in der schriftliche Informa-
       tionen mit Chiffriergeräten oder manuell chiffriert/
       dechiffriert werden.

   11. Chiffriertrupp (Ci-Trupp)
       Kraftfahrzeug mit Kofferaufbau, das als mobile
       Chiffrierstelle eingerichtet ist und zu den eine
       strukturmäßige Besatzung gehört.

   12. Chiffrierverbindung (CiV)
       Beziehung zwischen Chiffriereinrichtungen oder Per-
       sonen mit gleichen Chiffrierverfahren und Schlüssel-
       unterlagen, um den Austausch von schriftlichen In-
       formationen in Form von Geheimtexten über alle Arten
       der Nachrichtenverbindungen zu ermöglichen.

   13. Chiffrierverfahren
       Verfahren, das ein in Vorschriften und Anweisungen
       festgelegtes System der Chiffrierung und Dechif-
       frierung beinhaltet.

   14. Codiermittel
       Alle zur Anwendung eines Codeverfahrens notwendigen
       Mittel. Dazu gehören Codes, Codiertabellen, Tarn-
       tafeln, Signaltabellen, Substitutionstafeln, Ge-
       brauchsanweisungen und Schlüsselunterlagen.
       Codiermittel bieten den damit bearbeiteten Infor-
       mationen nur zeitlich begrenzte Sicherheit. Durch
       Chiffrierung der Codegruppen kann auch garantierte
       Sicherheit erreicht werden.

   15. Dokumente des SAS- und Chiffrierdienstes
       Der Geheimhaltung unterliegende Dokumente, die
       Informationen des Chiffrierwesens enthalten und
       nicht unmittelbar zur Chiffrierung erforderlich
       sind (kryptologische Forschungen, Berichte, Analy-
       sen, technische Beschreibungen, Instandsetzungs-
       und Produktanweisungen usw., die als Chiffrier-
       sache gekennzeichnet sind).

   16. Einrichtungen des SAS- und Chiffrierdienstes
       Stationäre und mobile Einrichtungen, di ständig
       oder zeitweilig für Aufgaben des SAS- und Chiffrier-
       dienstes genutzt werden und entsprechend zu sichern
       sind.

   17. Funktionsgebundene Nutzer von Chiffrierverfahren
       Angehörige der Stäbe, Waffengattungen, Spezial-
       truppen und Dienste, die zur Nutzung von Chiffrier-
       verfahren bei der Erfüllung der Dienstpflichten
       berechtigt sind.

   18. Gedeckte Truppenführung im Nachrichtenwesen
       Umfaßt alle Maßnahmen der Geheimhaltung des Nach-
       richteninhaltes während der Nachrichtenübertragung
       vom Absender zum Empfänger.
       Die gedeckte Truppenführung verhindert bzw. schränkt
       das Abfließen des Nachrichteninhaltes an den Gegner
       und andere unbefugte Personen ein.

   19. Gesicherter Bereich
       Ständig bewachte oder durch TSA bzw. andere Siche-
       rungsanlagen gesicherte Einrichtung des SAS- und
       Chiffrierdienstes, zu der nur bestimmte Personen
       Zutritt haben.

   20. Individueller Verkehr/Verbindung
       Chiffrier-/Codierverkehr zwischen zwei Chiffrier-/
       Codiereinrichtungen oder Personen mit gleichen
       Schlüsselunterlagen.

   21. Kompromittierung
       Eine Kompromittierung (Bloßstellung) von Mitteln der
       gedeckten Truppenführung liegt vor, wenn unbefugte
       Personen infolge von Verlust, Diebstahl, Einsicht-
       nahme, Mithören, Kopieren, Auffangen der Abstrahlung
       von Technik, Verrat, Verstoß gegen die Gebrauchs-
       anweisung, unkontrollierter Beschädigung des Siegels
       oder Verpackung, unbeaufsichtigtem Liegenlassen
       oder aus anderen gründen vom Inhalt der Mittel der
       gedeckten Truppenführung Kenntnis erhalten haben
       oder erhalten haben könnten.

   22. Kontrollierte Zone
       Ständig bewachte oder beobachte Objekte, Räume
       oder Geländeabschnitte, in denen der unkontrollierte
       Aufenthalt unbefugter Personen und Verkehrsmittel
       nicht möglich ist.

   23. Lotterieverfahren
       Im Chiffrierdienst Methode zur Herstellung von
       Schlüsseln, z.B. für Sprechtafeln, nach dem Prinzip
       der willkürlichen Auswahl jedes Elementes aus einer
       bestimmten vorgegebenen Menge.

   24. Mittel der gedeckten Truppenführung
       Geräte und Unterlagen, die zur Geheimhaltung des
       Informationsinhaltes bei der Nutzung technischer
       Nachrichtenmittel eingesetzt werden. Dazu gehören
       SAS-, Chiffrier-, Codier- und Verschleierungsmittel.

   25. Offene Information
       Offene Information, die nicht in einen Geheimhaltungs-
       grad eingestuft ist.

   26. Nichtsturkturmäßger Chiffreur
       Angehöriger eines Stabes oder anderen Ein-
       richtung, der neben seinen Dienstpflichten Chif-
       frierarbeiten durchführt und dafür bestätigt ist.

   27. Plan der Gültigkeit der Chiffrier-/Codiermittel
       Anlage zur Anordnung Nachrichtenverbindungen, in
       der alle Fragen der Organisation und Sicherstellung
       der Chiffrier-/Codierverbindungen für
       einen bestimmten Zeitraum oder eine bestimmte Maß-
       nahme geregelt sind.
       Die Herausgabe erfolgt als gesondertes Dokument.

   28. SAS-Datengerät (SDa-Gerät)
       Gerät, das an einen Nachrichtenkanal angeschlossen
       wird und für die gedeckte Übertragung von Daten be-
       stimmt ist.

   29. SAS-Datenstelle (SDa-Stelle)
       Element der Rechenbetriebseinrichtung zum Herstellen,
       Halten und Betreiben von gedeckten Datenverbindungen.

   30. SAS-Datenverbindungen (SDaV)
       Ein mit SDa-Geräten angeschlossener Nachrichtenkanal
       in der Arbeitsart verschlüsselt. Die Nutzung erfolgt
       von Datenendstellen.

   31. SAS-Fernsprechgerät (SFe-Gerät)
       Gerät, das direkt an Fernsprechkanälen angeschlossen
       wird und für die gedeckte Übertragung mündlicher
       Informationen bestimmt ist.

   32. SAS-Fernsprechtrupp (SFe-Trupp)
       Kraftfahrzeug mit Kofferaufbau, das als mobile SFe-
       Stelle mit oder ohne SFe-Vermittlung ausgestattet
       ist und zu dem eine strukturmäßige Besatzung gehört.

   33. SAS-Fernsprechverbindungen (SFeV)
       Ein mit SFe-Geräten abgeschlossener Fernsprech- oder
       Sprechfunkkanal in der Arbeitart verschlüsselt.
       Die Nutzung erfolgt vom Teilnehmerapparat SAS in der
       Regel über die SFe-Vermittlung oder von der Sprech-
       garnitur über Bedienpulte.

   34. SAS- Fernsprechvermittlung (SFe-Vermittlung)
       Vierdraht-Fernsprechvermittlung zum Vermitteln von
       SFe-Teilnehmern über SFe-Verbindungen.

   35. SAS- Fernsprechzentrale/-stelle (SFeZ)
       Element der Nachrichtenzentrale zum Herstellen,
       Halten und Betreiben von SFe-Verbindungen erforder-
       lich ist.

   36. SAS-Mittel
       Alle zum Herstellen, Halten und Betreiben von SAS-
       Verbindungen erforderlichen Mittel(SAS-Geräte,
       Schlüsselunterlagen, Bestimmungen und Anleitungen).

   37. SFe-Teilnehmer
       Zur Nutzung von SFe-Verbindungen Berechtigte.

   38. SAS- und Chiffriergerätewerkstatt (SCW)
       Einrichtungen, in denen SAS- und Chiffriergeräte
       instandgesetzt werden.

   39. SAS- und Chiffriertechnik (SCT)
       Sammelbegriff für SAS- und Chiffriergeräte, deren
       Baugruppen, Meß- und Prüfsätze sowie Versorgungs-
       güter.

   40. SAS- und Chiffrierzentrale (SCZ)
       Gesicherter Bereich der Nachrichtenzentrale eines
       Stabes/einer Führungsstelle, in dem die Kräfte und
       Mittel der SAS- und Chiffriereinrichtungen zusam-
       mengefaßt sind und von dem gedeckte Nachrichtenver-
       bindungen hergestellt, gehalten und betrieben bzw.
       Informationen chiffriert und dechiffriert werden.

   41. SAS-Verbindung
       Sammelbegriff für SFe-, SFs-Verbindungen sowie
       SAS-Bild- und SAS-Datenübertragung.

   42. Schema der SAS- bzw. Chiffrierverbindungen
       Dokument mit graphischen und textliche Aufzeich-
       nungen, die zur Organisation und Sicherstellung der
       SAS- bzw. Chiffrierverbindungen in einem bestimmten
       Bereich notwendig sind. Für SFe- und SFs-Verbin-
       dungen können getrennte Schemata erarbeitet werden.

   43. Schlüsselbereich
       Gesamtheit der gleichzeitigen Benutzer der gleichen
       Schlüsselunterlagen zum gleichen Verfahren.

   44. Schlüsselserie
       Zusammenfassung einer Anzahl verschiedener Schlüs-
       sel, die für den zusammenhängenden Gebrauch im
       gleichen Anwendungsbereich bestimmt sind.

   45. Schlüsselunterlagen
       Sammelbegriff für zum Betreiben von SAS- und Chiffrier-
       verbindungen erforderliche Schlüssel (Schlüsselhefte,
        -kassetten, -tabellen, -lochbänder und -lochkarten).

   46. Schlüsselwechsel
       Übergang von einem Schlüssel zu einem anderen Schlüs-
       sel durch Ersetzung aller bzw. einzelner bisher ge-
       nutzter Schlüsselelemente durch neue Schlüsselelemente.

   46.a) Vorchiffrierung
       Art der Chiffrierung, bei der die Chiffrierung
       (Dechiffrierung) und die Übertragung der Geheimtexte
       zeitlich getrennt sind.

   47. Zeitlich begrenzte Sicherheit
       Eigenschaft eines Mittels der gedeckten Truppen-
       führung, das die Geheimhaltung der Information nur
       für eine bestimmte Zeit gewährleistet.

   48. Zirkularer Verkehr/Verbindung
       Chiffrier-/Codierverkehr zwischen mehr als zwei
       Chiffrier-/Codiereinrichtungen oder Personen mit
       gleichen Schlüsselunterlagen, wobei einer(meist
       die übergeordnete Führungsebene) chiffrieren/codie-
       ren und alle anderen nur dechiffrieren/decodieren können.

   49. Garantierte Sicherheit
       Eigenschaft eines Mittels der gedeckten Truppenführung,
       das die langfristige Geheimhaltung der Informationen ge-
       währleistet.

   50. Gegenzirkularer Verkehr/Verbindung
       Chiffrier-/Codierverkehr zwischen mehr als zwei Kor-
       respondenten mit glichen Schlüsselunterlagen, wobei
       einer (meist die übergeordnete Führungsebene) dechif-
       friert/decodiert und alle anderen Korrespondenten nur
       chiffrieren/codieren.

   51. Verschleierungsmittel
       Alle zur Anwendung eines Verschleierungsverfahrens
       notwendigen Mittel. Dazu gehören Sprech- und Zahlen-
       tafeln, Codierungen topographischer Karten, Tarnbe-
       zeichnungen (Tarnnamen, Tarnzahlen, Kennwörter, Parolen
       und Rufzeichen), Gebrauchsanweisungen und Schlüssel-
       unterlagen.

                                                 Anhang 2

                      M e r k b l a t t
             für Kräfte des SAS- und Chiffrierdienstes

     Wer für den SAS- und Chiffrierdienst ausgewählt und ver-
     pflichtet wurde, trägt eine hohe persönliche Verant-
     wortung gegenüber dem sozialistischen Staat, der sozia-
     listischen Gesellschaft und der sozialistischen Staaten-
     gemeinschaft. Er hat alle ihm zur Kenntnis gelangenden
     Staats-, militärischen und Dienstgeheimnisse jederzeit
     und unter allen Bedingungen zu schützen. Dabei sind
     folgende Grundsätze stets zu beachten:

     1. Gehen Sie immer davon aus, daß nur derjenige von
        Staats-, militärischen und Dienstgeheimnisse des
        SAS- und Chiffrierdienstes Kenntnis erlangen darf,
        der nach den in Ihrem Bereich gültigen Weisungen
        des SAS- und Chiffrierdienstes die Berechtigung zum
        Zugang zu Informationen des SAS- und Chiffrierdienstes
        besitzt und für den die dienstlichen Notwendigkeit
        besteht.
        Vergewissern Sie sich im Zweifelsfall bei Ihrem
        für den SAS- und Chiffrierdienst zuständigen Vorge-
        setzten.

     2. Verschaffen Sie sich Klarheit über die Dienstvor-
        schriften des SAS- und Chiffrierdienstes und die für
        Ihren Bereich gültigen Weisungen über den Schutz von
        Staats-, militärischen und Dienstgeheimnissen.

     3. Wahren Sie strengstes Stillschweigen über den Charak-
        ter Ihrer Tätigkeit. Über alle Ihnen zur Kenntnis
        gelangenden Staats-, militärischen und Dienstgeheim-
        nisse. Handeln Sie ständig verantwortungsbewußt,
        wachsam, diszipliniert und aufrichtig.
        Bringen Sie Ihr persönliches Verhalten weitestgehend
        mit den Sicherheitsinteressen des Staates und der NVA
        in Übereinstimmung. Seien Sie daher Vorbild beim Um-
        gang mit Staats- und militärischen Geheimnissen und
        unterlassen und verhindern Sie Mitteilungen an Un-
        befugte.

     4. Denken Sie stets daran, daß sie für die Ihnen an-
        vertrauten Chiffrier- und Verschlußsachen persönlich
        die volle Verantwortung tragen.
        Halten Sie deshalb Ordnung und Sauberkeit. Lassen Sie
        Chiffriersachen niemals unbeaufsichtigt liegen. Sie
        beugen dadurch der unbefugten Einsichtnahme, Ent-
        wendung bzw. Zerstörung vor. Besteht für die Ihnen
        anvertrauten Chiffriersachen die Gefahr der Erbeu-
        tung durch den Gegner, ist es Ihre Pflicht, mit allen
        Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln diese Unter-
        lagen und Technik nicht in die Hände des Gegners
        gelangen zu lassen. Handeln Sie in solch einer
        Situation unverzüglich nach den in Ihrem Bereich be-
        stehenden Weisungen über die Sicherung bzw. Vernich-
        tung der Chiffrier- und Verschlußsachen.

     5. Vergessen Sie nie, die zur Aufbewahrung der Chiffrier-
        sachen bestimmten Panzer- bzw. Stahlblechschränke,
        die Chiffriertechnik und die Zimmertür beim Verlassen
        des Zimmers zu verschließen und bei längerer Ab-
        wesenheit sowie nach Dienstschluß sorgfältig mit dem
        für den Zweck vorgesehenen Petschaft zu versiegeln.
        Achten Sie stets darauf, daß die Schlüssel der Pan-
        zer- bzw. Stahlblechschränke sicher aufbewahrt werden.

     6. Übern Sie bei Gesprächen, die Staats- militärische
        und Dienstgeheimnisse des SAS- und Chiffrierdienstes
        zum Inhalt haben, größte Vorsicht und achten Sie da-
        rauf, daß kein Unbefugter davon Kenntnis erhält.
        Unterlassen Sie solche Gespräche in der Öffentlich-
        keit, insbesondere in Gaststätten, Versammlungsräumen,
        Hörsälen, Verkehrsmitteln oder am Fernsprecher und
        auch im Kreise Ihrer Familie bzw. in Gegenwart von
        Verwandten und Bekannten.
        Lassen Sie sich zur Freigabe nicht dadurch verleiten,
        daß die Gesprächspartner sich den Anschein geben,
        über entsprechende Vorgaben unterrichtet zu sein.
        Melden oder unterbinden Sie den Verkehr mit solchen
        Personen oder Stellen, die an geheimzuhaltenden In-
        formationen unberechtigt interessiert sind. Unter-
        lassen Sie Gespräche über Staats-, militärische und
        Dienstgeheimnisse unter Alkoholeinwirkung.

     7. Geben Sie keine geheimzuhaltenden Informationen
        offen über technische Nachrichtenmittel weiter und
        beachten Sie die dafür geltenden Bestimmungen. Be-
        nutzen Sie bei notwendigen Gesprächen zur Betriebs-
        abwicklung über technische Nachrichtenmittel die
        vorgeschriebenen Signale.

     8. Achten Sie darauf, daß Räume und Einrichtungen des
        SAS- und Chiffrierdienstes nur von dazu befugten
        Personen betreten werden dürfen. Lassen Sie sich
        die notwendigen Berechtigungen vorzeigen und prüfen
        Sie diese gewissenhaft.
        Überzeugen Sie sich täglich von der Funktionssicher-
        heit der vorhandenen technischen Sicherungsanlagen.

     9. Halten Sie Gebrauchs- und Bedienungsanweisungen
        von SAS- und Chiffriergeräten bzw. -verfahren
        strikt ein und nutzen Sie nur dann Geräte zur Chif-
        frierung , wenn die Kontroll- und Sicherungsvorrich-
        tungen einwandfrei funktionieren und die Technik
        voll funktionsfähig ist.

    10. Halten Sie sich strikt an die Sie in der Verpflichtung
        für alle Kräfte des SAS- und Chiffrierdienstes enthal-
        tenen Festlegungen über Einschränkungen der Aufnahme
        und Unterhaltung von dienstlichen und privaten Kon-
        takten bzw. Beziehungen zu Bürgern nichtsoziali-
        stischer Staaten und Berlin (West).
        Melden Sie jede Wahrnehmung über verdächtige Kontakt-
        versuche beliebiger Personen Ihrem für den SAS- und
        Chiffrierdienst zuständigen Vorgesetzten.

    11. Melden Sie jeden Vorfall über ein Gefährdung oder
        Verletzung des Schutzes von Chiffriersachen sowie
        anderen Staats-, militärischen und Dienstgeheim-
        nissen oder jeder Verdacht eines Versuches der Preis-
        gabe bzw. unbefugten Offenbarung geheimzuhaltender
        Informationen sofort Ihrem vorgesetzten bzw. dem
        zuständigen Mitarbeiter des MfS.
        Seien Sie unduldsam gegenüber Mängeln und Mißständen,
        politischer Sorglosigkeit und Unterschätzung der
        Maßnahmen zur Wahrung von Sicherheit und Ordnung
        sowie besonders zum Schutz der Staats-, militäri-
        schen und Dienstgeheimnisse des SAS- und Chiffrier-
        dienstes

    12. Gehen Sie stets davon aus, daß jede Fahrlässigkeit
        beim Schutz von Staats-, militärischen und Dienst-
        geheimnissen des SAS- und Chiffrierdienstes oder
        die bewußte bzw. fahrlässige Freigabe von geheim-
        zuhaltenden Informationen der DDR und der sozialis-
        tischen Staatengemeinschaft in hohem Maße schadet.

                    Verzeichnis
     der einschlägigen Bestimmungen des Strafgesetzbuches
     der Deutschen Demokratischen Republik vom 12.01.1968

     Spionage                                        §  97
     Sammlung von Nachrichten                        §  98
     Landesverräterischer Treuebruch                 §  99
     Staatsfeindliche Verbindungen                   § 100
     Diversion                                       § 103
     Ungesetzliche Verbindungsaufnahme               § 219
     Geheimnisverrat                       §§  245 und 246
     Verletzung der Dienstvorschriften
     über den funktechnischen oder
     Bereitschaftsdienst                             § 263
     Verrat militärischer Geheimnisse                § 272
     Beeinträchtigung der Einsatzbereitschaft
     der Kampftechnik                                § 273
     Verlust der Kampftechnik                        § 274

     Fortsetzung des Anhanges 7

     7. Führungs- und Waffenleitkomplexe, in denen keine kon-
     struktive Trennung zwischen Geräteraum (Gerätesektion)und
     Arbeitsraum bzw. Kampfraum besteht, sind mit einer Sicht-
     blende (Vorhang) als Trennung zwischen beiden Räumen aus-
     zurüsten. Diese Sichtblende ist so anzubringen, daß die
     Einsichtnahme in die Arbeit am SAS-/Chiffriergerät durch Unbe-
     fugte verhindert wird.

     8. Das Abstellen der Führungs- und Waffenleitkomplexe mit
     eingebauten SAS- und Chiffriergeräten hat grundsätzlich
     nur in solchen Garagen zu erfolgen, die entsprechend Ab-
     schnitt IV, Ziffer 5., Absatz (1) a) und d) Absatz
     (2) gesichert, abgenommen sind. Beim Einsatz (auch
     während des Marsches oder Eisenbahntransportes) sind die
     Sicherheitsbestimmungen entsprechend Abschnitt IV,
     Ziffer 6., zu gewährleisten.

                                                 Anhang 7

     Sicherheitsbestimmungen für bewegliche Führungs- und Waffen-
     leitkomplexe

     1. Bei der Nutzung der Führungs- und Waffenleitkomplexe mit
     eingebauten SAS- und Chiffriergeräten sind nachstehend auf-
     geführte und die in den von der übergeordneten Führungsebene
     erlassenen Stationsordnungen festgelegten Bestimmungen und
     Forderungen zu gewährleisten und durchzusetzen.

     2. Berechtigt zum Betreten der Führungs- und Waffenleitkom-
     plexe sind:
     a) Personen lt. Abschnitt IV, Ziffer 15. und Abschnitt VIII,
        Ziffer 8.;
     b) die strukturmäßigen Besatzungen;
     c) Armeeangehörige zur Erfüllung ihrer Dienstpflichten
        (dieser Personenkreis ist so klein wie möglich zu halten
        und vom Kommandeur des Truppenteiles schriftlich festzu-
        legen).
     Den unter b) und c) Genannten ist eine Berechtigungskarte
     (Vordruck NVA 40 002, siehe Muster auf Seite 132) auszustellen.

     3. Beim Einsatz und Abstellen der Führungs- und Waffenleit-
     komplexe sind die Sicherheitsbestimmungen entsprechend Ab-
     schnitt IV zu gewährleisten.

     4. Die Bedienung der SAS- und Chiffriergeräte ist nur den
     Kräften gestattet, die die eine Betriebsberechtigung besitzen.
     Der Technische Betriebsdienst hat grundsätzlich entsprechend
     Die Schlüsseleinstellung für das SFe-Gerät hat durch Be-
     rechtigte unmittelbar vor dem Einsatz in der Chiffrierstelle
     bzw. im Chiffriergerätesatz oder in der Gerätesektion unter
     Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen hinter der geschlos-
     senen Sichtblende zu erfolgen.
     Schlüsselmittel sind nur soweit erforderlichen an die Berech-
     tigten der Besatzungen zu übergeben.

     5. Die Besatzungsmitglieder und die vom Kommandeur gemäß
     Ziffer 2. c) festgelegten Armeeangehörigen sind im Sinne der
     Verpflichtung (Ziffer 2 c) aktenkundig zu belehren. Die Belehrung ist
     halbjährlich zu wiederholen.

     6. Der Nachweis über die Durchführung der Belehrung und
     die Berechtigung zum Betreten hat im Nachweis über Wartungen
     und Kontrollen entsprechend Anlage 6 der Anleitung 040/1/012
     - Wartung der Nachrichtenausrüstung - auf gesonderten Seiten
     zu erfolgen.
     Die unterschriebenen Verpflichtungen sind beim Stabschef
     bzw. einem von ihm Beauftragten, z.B. Leiter Chiffrierstelle,
     aufzubewahren.
     Bei Versetzung dieser Armeeangehörigen ist diese Verpflichtung
     mit den Wehrunterlagen an die neue Dienststelle bzw. bei
     Versetzung in die Reserve der NVA oder außer Dienst an das zuständige
     Wehrkreiskommando zu übersenden.

                                                 Anhang 3

         Taktische Zeichen

     1. SAS-, Chiffrier- und Codierverbindungen

DV-040-0-010  SAS-Fernsprechverbindung mit
garantierter Sicherheit
DV-040-0-010  SAS-Datenverbindung
DV-040-0-010  SAS-Fernschreibverbindung
DV-040-0-010  maschinelle Chiffrierver-
bindung empfangsseitig
DV-040-0-010  maschinelle Chiffrierver-
bindung sende- und
empfangsseitig
DV-040-0-010  manuelle Chiffrierverbin-
dung empfangsseitig
DV-040-0-010  manuelle Chiffrierverbin-
dung sende- und
empfangsseitig
DV-040-0-015  Codierverbindung
empfangsseitig
DV-040-0-015  Codierverbindung sende-
und empfangsseitig

     SAS- und Chiffrierstellen (Varianten)

DV-040-0-015SAS-Fernsprechstelle auf einem
Kommandostabsfahrzeug/SPW
DV-040-0-015SAS-Fernsprechstelle Kfz
DV-040-0-015Chiffrierstelle auf Kfz
DV-040-0-015Nachrichtenzentrale des MSR/PR

                                                 Anhang 4

     Technische Dokumentation stationärer SFe- und Chiffrier-
     stellen

     1. Die technische Dokumentation ist vor den Einrichten der
     SFe-/Ci-Stelle oder eines Elementes sowie vor dem Entfalten
     des SFe-Teilnehmernetzes oder Fernschreibendplätzen in zwei
     Ausfertigungen zu erarbeiten und durch den Leiter Nachrichten
     der übergeordneten Führungsebene zu bestätigen. Eine Aus-
     fertigung verbleibt in der betreffenden Stelle und die
     zweite Ausfertigung verbleibt beim Leiter Nachrichten der
     übergeordneten Führungsebene der zuständigen Stelle des
     MfS zu übergeben.

     2. Die technische Dokumentation hat genaue Angaben von der
     Art und dem Umfang der installierten SFe- und Ci-Geräte,
     der anderen Nachrichtenanlagen sowie Angaben über Verlauf,
     Lage und Ausdehnung der Kabel und Leitungen (einschließ-
     lich fremder Kabel und Leitungen im Bereich möglicher Über-
     kopplungen), der Verteiler (Beschaltung), der Erdung und
     der Stromversorgung zu enthalten.

     3. Die technische Dokumentation muß enthalten:
     a) den Lageplan (Maßstab 1:250) mit
        - genauer Lage der Räume der SFe- und Ci-Stelle,
        - Entfernung des SFe- und Ci-Stelle zur Grenze der
          kontrollierten Zone,
        - Angaben über Räume, die seitlich, unter und über der
          SFe- und Ci-Stelle liegen,
     b) den Kabellageplan (Maßstab 1:250) mit
        - den Verlauf der Kabel (einschließlich Kabel des SFe-
          Teilnehmernetzes),
        - den Entfernungen zu Oberflächenmerkmalen,
        - den Entfernungen der Kabel zur Grenze der kontrollier-
          ten Zone,
        - dem Verlauf fremder Kabel mit ihren Abständen zu den
          Kabeln der SFE- und Ci-Stelle;
     c) den Aufstellungsplan und das Montageschema (Maßstab
         1:100) mit
        - Angaben über die Aufstellung und Montage der SFe- und
            Ci-Geräte, Vermittlungen und Zusatzgeräte,
        - Angaben über Stromversorgung und Erdung der Geräte,
     d) das elektrische Prinzipschema mit
        - orts- und fernseitigen Elementen der SFe- und Ci-Stelle,
        - SFe-Teilnehmernetz, einschließlich TSA zur Sicherung
          des Teilnehmernetzes (Übersichtsschaltplan, Stromver-
          sorgung, Bedienalgorithmus und Arbeitsweise),
        - Vermittlung und deren Beschaltung,
        - abgesetzte Fernschreibmaschinen mit deren Anschal-
          tung
        - Typen der Verbindungskabel,
        - Erdung der Kable, Verteiler und Zusatzeinrichtungen;
     e) Beschaltung der Vermittlung und Verteiler (Nachweis der
        Rangierungen).

     Seite 126, 9 bis 16 Zeile von oben mit

 II. SFe- und Chiffrierverbindungen

     Gewährleistung des Betriebsdienstes, Unregelmäßigkeiten
     und Verstöße

                                                 Anhang 5

    Gliederung des Teilbeitrages Gedeckte Truppenführung zur
    Nachrichtensammelmeldung

    I. Einschätzung der gedeckten Truppenführung im Nachrichten
       wesen

       1. Allgemeine Einschätzung

       Einhaltung der militärischen Bestimmungen durch die Kräfte
       der SAS- und Chiffriereinrichtungen, Ursachen für Verstöße,
       Anzahl und Arten von nicht sofort meldepflichtigen Ver-
       stößen. Vergleiche zum vorhergehenden Bericht, Tendenzen.

       2. Deckungsgrad ausgehender Fernschreiben/Funksprüche

       a) Beispiel für den Deckungsgrad:
          Ausgänge gesamt       = 218
          Davon: maschinell
                 chiffriert     = 156

                 chiffriert/
                 codiert        = 34

          Deckungsgrad          = 87,2%

       b) Berechnungsformel:

                              S₂ * 100
                         Df= ----------- %
                                  S₁

     Df = Deckungsgrad
     S₁ = Gesamtzahl der gesendeten Fernschreiben/Funk-
                     sprüche
     S₂ = Anzahl der gedeckt übertragenen Fernschreiben/
                     Funksprüche

     3. Ergebnisse von Fernschreib-, Fernsprech- und Funküber-
        wachungen

     Einhaltung der Geheimhaltungsbestimmungen, der Regeln
     der gedeckten Truppenführung und der Betriebsvorschriften
     durch die Nutzer technischer Nachrichtenmittel und das
     Nachrichtenbetriebspersonal, typische Beispiele von Ver-
     stößen, grobe Verstöße, Maßnahmen, Art und Weise der
     Auswertung.


 II. Chiffrierverbindungen

     1. Arbeit der Chiffrierverbindungen (Unregelmäßigkeiten
        in Betriebsdienst, Verstöße gegen die Gebrauchsan-
        weisungen, Übertragungsschwierigkeiten).

     2. Verbrauch an Schlüsselunterlagen (nur NSM IV. Quartal)
     ________________________________________________________
     Verfahren/  Verbrauchte Schlüsselunterlagen      Bemer-
     Typ         ind.Verk. zirk.Verk. allg.Verk.      kung
                           (Auflage)                         

III. Gefechtsausbildung

     1. Einschätzung des Ausbildungsstandes

     Ergebnisse und Stand der spezialtaktischen und spezial-
     fachlichen Aus- und Weiterbildung gemäß den Programmen
     für die Gefechtsausbildung und dem Normenkatalog.

     2. Durchschnittsnoten in der Spezialausbildung
        nach folgender Tabelle:
DienstgradNameAufgaben der
spezialfachlichen
Ausbildung
Kontrollübungen
SFeSFemasch.
Chiffr.
Verfahr.
man.
Chiffr.
Verfahr.
deutschrussischdeutschrussischdeutschrussisch

     3. Klassifizierungsstand
        nach folgender Tabelle:

     ________________________________________________________________
     Dienst-   Name   Dienst-             Ist           Erfüllung
     grad             stellung     I   II   III  ges.   in %         

     Es sind alle Betriebs- und Instandsetzungskräfte zu er-
     fassen, die SAS- und Chiffriergeräte bedienen bzw. in-
     standsetzen.

     4. Ausbildungsmaßnahmen auf dem Gebiet der gedeckten
        Truppenführung

     Ausbildungsmaßnahmen in den Stäben zur Erhöhung
     der Sicherheit und Geheimhaltung bei der Nutzung
     technischer Nachrichtenmittel nach Anzahl der Maßnahmen
     und Gesamtzahl der Teilnehmer. Eine Einschätzung der
     Kenntnisse.

     5. Bestand an Instandsetzungsberechtigten (nur NSM 2. HJ)

     Dienstgrad      Name              Gerätetyp            


 IV. Planung von Unterlagen der gedeckten Truppenführung
    (nur NSM 2 HJ)

    Der Bedarf ist für das übernächste Kalenderjahr (Plan-
    jahr) zu planen.

    1. Bedarf an Mitteln, die ständig gewechselt oder ver-
    braucht werden (z.B. Schlüsselserien, u.ä.).

    2. Bedarf an Mitteln, die nicht ständig gewechselt
    werden (z.B. Codes, Signaltabellen u.ä.).

    3. Bedarf sonstiger Materialien für die Chiffrierarbeit
    (z.B. Vordrucke, die nur durch das MFNV geplant und zu
    geführt werden).

    4. Meldung über den Bestand an Schlüsselunterlagen für
    SFe-Verbindungen, die von der übergeordneten
    Führungsebene geplant werden (Auffüllungs-/Ausstattungs-
    grad) mit Stand vom 30.11.19...

     ________________________________________________________
                                       1)
     Lfd.   Verbindungs-   Serienbe-   2)    Bemerkung
     Nr.    nummer         zeichnung   3)                    

     Erläuterung:   1) - aufgefüllt bis (Datum)
                           2) - aufgefüllt mit (Serien)
                           3) - Bestand ..... Serien

   V. Technische Sicherstellung

      1. Zustand der SAS- und Chiffriergeräte

      _______________________________________________________
      Lfd.  Geräte-  Anzahl  Anzahl der durchgeführten   Bemer-
      Nr.   typ      der     Instandsetzungen an der     kungen
                     vor-    handenen Technik         
                     han-    außerplan-   plan-
                     denen   mäßige       mäßige
                     Geräte                                        
                                                     -charakte-
                                                      ristische
                                                      Mängel und
                                                      deren Ur-
                                                      sachen

                                                     -besonders
                                                      störanfäl-
                                                      lige Ge-
                                                      räte mit
                                                      Geräte-Nr.


     2. Bedarf an planmäßigen Instandsetzungen im folgenden
        Ausbildungsjahr (nur NSM II. Quartal)

     __________________________________________________________________
     Lfd. Ge- Ge- in     bisher   Jahr      seit        Vor-
     Nr.  rä- rä- Nutzung ge-     der letz- der letzten schlag
          te- te- seit   leistete ten plan  planmäßigen für
          typ Nr.        Betriebs- mäßigen  Instand-    Quartal
                         stunden  Instand-  setzung ge- der In-
                                  setzung   leitete     stand-
                                            Betriebs-   setzung
                                            stunden

 VI. Kaderangelegenheiten

     1. Besetzung der Planstellen
     (Stand vom 31.05. und 30.11.,)

     ___________________________________________________________
                                           Soll I       Ist     
     Offiziere
     Fähnriche
     Berufsunteroffiziere
     Unteroffiziere auf Zeit
     Soldaten im Grundwehrdienst                                
     Gesamt                                                     

     2. Kaderfluktuation des vergangenen Ausbildungsjahres
        (nur NSM IV. Quartal)

     ___________________________________________________________
                                                   Anzahl       
     Offiziere
     Fähnriche
     Berufsunteroffiziere
     Unteroffiziere auf Zeit
     Soldaten im Grundwehrdienst                                

     ___________________________________________________________
         Ursachen                                    Anzahl     
     - Einsatz außerhalb des SAS- und
       Chiffrierdienstes
      - Ablauf der Dienstzeit
      - Entlassung aus dem aktiven Wehrdienst
        wegen Disziplinarvergehen
      - Verstoß gegen die Sicherheit und
        Geheimhaltung
   ___________________________________________________________
         Ursachen                                    Anzahl     
     - Verbindung zum nichtsozialistischen
       Ausland bzw. Berlin (West) (auch
       Kontaktierungen)
     - staatsfeindliches Verhalten
     - gesundheitliche Gründe
     - Sterbefälle
     - sonstige                                                 

 VII. Anträge, Bitten und Vorschläge
      Vorschläge zur Veränderung militärischer Bestimmungen
      des SAS- und Chiffrierdienstes, Gebrauchsanweisungen,
      Bitte zur Lieferung von zusätzlichen Materialien u.a..

     10. Muster einer Verpflichtung für Besatzungsmitglieder bzw.
     vom Kommandeur festgelegte Armeeangehörige zum Betreten
     der Führungs- und Waffenleitkomplexe                         
                      V e r p f l i c h t u n g
     Ich,..........................................................
          Name                    Vorname           PKZ
     Dienststellung ...........................  Dienststelle ..........
     verpflichte mich,
     1. über die Berechtigung zum Betreten von Führungs- und
        Waffenleitkomplexe, die mit SAS- und Chiffriergeräten aus-
        gerüstet sind und über die mir in diesem Zusammenhang be-
        kannt werdenden Informationen, technische Ausrüstungen,
        ihrer Wirkungsweise und Unterlagen gegenüber allen Personen,
        einschließlich meiner Familienangehörigen, strengstes Still-
        schweigen zu wahren;
     2. falls Personen an mich herantreten und den Verdacht er-
        wecken, daß sie sich für Fragen der SAS- und Chiffrier-
        geräte und andere spezielle Technik interessieren, meinen Vorge-
        setzten sofort in Kenntnis zu setzen.
     Über disziplinare und strafrechtliche Folgen, die sich aus
     der Verletzung dieser Verpflichtung für mich ergeben können,
     bin ich auf der Grundlage der Stationsordnung und der gel-
     tenden militärischen Bestimmungen eingehend belehrt worden.
     Ich bin mir bewußt, daß ich bei der Verletzung der mir aufer-
     legten Schweigepflicht nach den geltenden Rechtsvorschriften
     zur Verantwortung gezogen werden kann. Die Schweigepflicht
     bindet mich ohne zeitliche Begrenzung auch nach der Ver-
     setzung in eine andere Dienststellung/Dienststelle oder in
     die Reserve der NVA bzw. außer Dienst.

     O.U., den .......      ......................................
                            Name  Vorname  Dienstgrad   Unterschr.
     O.U., den .......      ......................................
     O.U., den .......      ......................................

     Muster einer Berechtigungskarte

BerechtigungskarteDie Berechtigungs-
karte ist mit einem
0,5 cm breiten Dia-
gonalstrich und der
Nummer (deutlich
lesbar)des jeweili-
gen Komplexes auf
der Vorderseite zu
versehen
                                                 Anhang 6

     Technische Sicherheitsbestimmungen

     Für die Einrichtung von SFe- und Chiffrierstellen sind,
     wenn in den Nutzungsanleitungen nicht anders festgelegt,
     folgende technische Sicherheitsbestimmungen zu gewähr-
     leisten:

       Unterbringung und Montage der SFe-Geräte
       1.(1) Die Aufschaltung der Kanäle auf das SFe-Gerät er-
       folgt über Fernverteiler der SFe-Zentrale und von diesem zur
       Schalt- oder Übertragungsstelle entsprechend den gültigen
       militärischen Bestimmungen für die Projektierung von
       Nachrichtenanlagen.
       (2) Für Orts- und Zwischenverteiler sind Metallgehäuse zu
       verwenden, die zu verplomben bzw. zu petschieren und zu
       erden sind. Zwischenverteiler sind zusätzlich mit einem
       Sicherheitsschloß aus der DDR-Produktion und einer tech-
       nischen Sicherungsanlage (TSA) zu sichern.
       (3) Die Aufschaltung des SFe-Teilnehmernetzes hat vom
       Ortsverteiler zur Vermittlung und der Kanäle von der Ver-
       mittlung zum SFe-Gerät (Ortskabel) mit verdrillten ge-
       schirmten oder in Metallrohren verlegtes Kabel zu erfolgen.
       Die Abschirmung bzw. die Metallrohre sind an beiden Enden
       zuverlässig zu erden.
       2.(1) Auf alle Kanäle, die für SFeV mit begrenzter Sicher-
       heit genutzt werden, sind in die Sendeadern individuelle
       Rauschgeneratoren (RG) entsprechend Bild 1 zu schalten,
       wenn sich die Anschaltungseinrichtung (Puffereinrichtungen) in
       der kontrollierten Zone befinden und in die Sende- und
       Empfangsadern entsprechend Bild 2, wenn sie sich außer-
       halb der kontrollierten Zone befinden. Der Wert des Rausch-
       pegels muß bei 300 Ohm Abschlußwiderstand ≧ 58 dB sein.
       (2) Auf alle Kanäle der SFe-Zentrale, die nicht ständig mit
       einem SFe-Gerät abgeschlossen sind (Abschluß Tonrufgerät),
       sind in die Sendeadern Rauschgeneratoren zu schalten, wenn
       sich die Anschalteinrichtungen in der kontrollierten Zone
       (Bild 3) und sind die Sende- und Empfangsadern, wenn sie
       sich außerhalb der kontrollierten Zone (Bild 4) befinden.
       Der Wert des Rauschpegels muß bei 300 Ohm Abschlußwider-
       stand ≧ 58 dB sein.

       Anmerkung: 
       Unter Anschalteinrichtung sind kanalbildende Einrich-
       tungen (TF-Einrichtungen), Fernsprechverstärker, Frequenz-
       entzerrer und andere Einrichtungen mit einer Dämpfung
       zwischen Ausgang und Eingang von mindestens 60 dB bei
       einer Meßfrequenz von 1000 Hz zu verstehen.

Rauschen
Bild 1
Rauschen
Bild 2
Rauschen
     Bild 4

     3. Die Kabel zwischen Ortsverteiler - Vermittlung und
     Vermittlung - SFe-Gerät sind getrennt von Kabeln (Strom-
     kreise), die einen Ausgang aus der kontrollierten Zone
     haben, zu verlegen. Es ist gestattet, o.g. Kabel gemeinsam
     mit anderen Kabeln, die einen Ausgang aus der kontrollier-
     ten Zone haben, auf einer Länge bis 4 m (z. B. Mauerdurch-
     brüche) zu verlegen. Die Summe aller Parallelführungen darf
     70 m nicht überschreiten. Ist die Parallelführung größer
     als 70 m, so sind die o.g. Kabel zu verrauschen.

     4.(1) Die SFe-Vermittlung ist einem gesicherten Bereich
     mit einem Radius von mindestens 5 m aufzustellen. Kabel,
     die einen Ausgang aus der kontrollierten Zone haben, sind
     in einem Mindestabstand von 0,5 m von der SFe-Vermittlung
     zu verlegen.
     (2) Auf die SFe-Vermittlung sind grundsätzlich keine
     offenen Nachrichtenverbindungen aufzuschalten. Sie ist an
     den dafür vorgesehenen Vorrichtungen zu verplomben bzw. zu
     petschieren.

     5.(1) Das SFe-Teilnehmernetz ist ein gesondertes Netz von
     Kabel und Verteilereinrichtungen. Die gemeinsame Nutzung
     der gleichen Kabel, Verteiler und Endeinrichtungen für
     SFeV und offene Nachrichtenverbindungen ist verboten.
     Stromwege der TSA für Verteiler können über SFe-Teil-
     nehmernetz geführt werden.
     (2) Das SFe-Teilnehmernetz schließt ein:
     a) Hauptkabel vom Ortsverteiler zu den Zwischenverteilern;
     b) Verteilerkabel (Teilnehmerleitung) vom Orts- oder
        Zwischenverteiler zu den Endverschlüssen bzw. SFe-Teil-
        nehmerapparaten;
     c) Zwischenverteiler und Endverschlüsse.
     (3) Das SFe-Teilnehmernetz kann wie folgt entfaltet werden:
     a) als schrankloses System (ohne Zwischenverteiler); Teil-
        nehmerleitung ist in der Regel direkt an den SFe- Teil-
        nehmerapparat anzuschließen (bei Installation von End-
        verschlüssen muß ein unbefugtes Aufschalten ausgeschlos-
        sen sein);
     b) als System mit Zwischenverteiler;
     c) als gemischtes System.
     Zur Verminderung galvanischer Ausschaltens, sind möglichst
     Systeme ohne Zwischenverteiler und Endverschlüsse zu pro-
     jektieren und installieren.
     (4) Das SFe-Teilnehmernetz ist innerhalb der kontrollier-
     ten Zone mit einem Mindestabstand von 15 m zu deren Grenze
     zu verlegen. Ist das nicht möglich, kann dieser Abstand
     bis auf 0,5 m verringert werden, wenn das Teilnehmernetz
     entsprechend Ziffer 6 verrauscht wird.
     Das SFe-Teilnehmernetz ist in einem Mindestabstand von
     0,1 m zu anderen Kabeln zu verlegen. Ist eine Parallel-
     führung notwendig, so ist entsprechend Ziffer 3 zu ver-
     fahren.
     (5) Die Verlegung des SFe-Teilnehmernetzes außerhalb er
     kontrollierten Zone ist nur nach schriftlicher Genehmi-
     gung durch den Chef Nachrichten der Teilstreitkräfte/des
     Militärbezirkes gestattet (Gewährleistung der Festle-
     gungen der Ziffer 7.(2) des Anhanges 6 der DV 040/0/010).
     6.(1) Das Verrauschen der Kabel in Abhängigkeit
     von der Anzahl der Kabellagen mit vier oder mehr unab-
     hängigen Rauschspannungen nach Bild 5.

DV-040-0-010
     Bild 5

     (2) Die Rauschspannung U₁ wird auf das zentrale Adernpaar
     symmetrisch mit einem Mindestpegel von 13 dB angeschlossen
     (Bild 6)

DV-040-0-010
     Bild 6

     (3) Die Rauschspannungen U₂, U₃, U₄, U₅ und so weiter
     sind nach Bild 7 jeweils auf eine Ader anzuschließen, wo-
     bei drei Rauschspannungen sich in der Außenlage und je
     eine in den übrigen Lagen befinden müssen.

DV-040-0-010
     Bild 7

     Die Lage der Rauschspannungen in den Kabellagen muß dem
     Bild 5 entsprechen. Der Rauschpegel U₂, U₃, U₄, U₅ usw. am
     Eingang er Stromkreise ist so groß wie möglich jedoch
     mindestens 3,5 dB einzustellen.
     (4) Dieses System ist nur für Teilnehmerkabel mit einer Be-
     triebsdämpfung von ≦ 7.0 dB effektiv. Für den Schutz der
     Teilnehmerkabel mit einer Betriebsdämpfung über 7 dB sind
     die Rauschgeneratoren an beiden Kabelenden anzuschalten.
     Dabei sind an jedem Kabelende mindestens drei Rauschspan-
     nungen anzuschließen, von denen eine symmetrisch und die
     übrigen an eine Ader angeschlossen werden.
     (5) Sind die Hauptkabel keine freien Adern vorhanden, kann
     der Schutz der Verteilerkabel nach Bild 8 erfolgen.

DV-040-0-010
     Bild 8

     An einer Ader des Hauptkabels dürfen nur 3 Adern des Vertei-
     lerkabels angeschlossen werden. Die Anordnung der Schutz-
     stromkreise im Haupt- und Verteilerkabel sowie deren Rausch-
     pegel müssen den angeführten Forderungen entsprechen. Die
     Dämpfung des Hauptkabels darf bei einer Meßfrequenz von
     1000 Hz maximal 1,3 dB betragen, wenn die Gesamtdämpfung
     des Haupt- und Verteilerkabels höchstens 7 dB beträgt.

     7. Als Haupt- und Verteilerkabel des SFe-Teilnehmernetzes
     sind symmetrische Kabel mit Paar- oder Sternverteilung und
     Metallbewehrung oder geschirmte Kabel mit Kunststoffbeweh-
     rung entsprechend den gültigen technischen Normen zu ver-
     wenden. Die Nebensprechdämpfung zwischen den Paaren des Ka-
     bels muß bei einer Meßfrequenz von 800 Hz mindestens 70 dB
     betragen. Die Metallbewehrung bzw. Abschirmung der Kabel
     ist an beiden Enden zuverlässig zu erden. Verteilerkabel
     sind einseitig zu erden.

     8. In den Verteilern sind die nichtbelegten Teilnehmerlei-
     tungen anzuschalten, die frei werdenden Durchschaltungen zu
     trennen und nichtbelegte Abgriffe zu erden. Die Erdsam-
     melschiene des Verteilers ist über freies Adernpaar oder
     Reduktionsader der Teilnehmerleitung zu erden. Der Schirm
     der Teilnehmerleitung, alle nicht belegten/nicht beschalteten
     Adern sind an die Erdungssammelschienen, die mit dem Gehäuse
     leitend verbunden sein muß, anzuschließen.

DV-040-0-010
     Bild 9

     1  Hauptkabel          7  Erdung nichtbelegter Adern
     2  Verteilerkabel      8  Erdung nichtbelegter Abgriffe
     3  Verteilerleiste     9  geerdete Abschirmungen
     4  Kontakte TSA       10  freies Adernpaar oder Reduktions-
     5 Erdungsschiene          der für die Erdung der Zwi-
     6 Durchschaltung          schenverteiler
                           11  Zugentlastung

     Alle Verbindungen in Verteiler- und Schalteinrichtungen sind
     kontaktsicher auszuführen.

     9. SFe-Teilnehmerapparate sind als gesonderte Apparate beim
     Teilnehmer nur in solchen Räumen von Gebäuden (Bauwerken)
     aufzustellen, die einen Mindestabstand zur Grenze der kon-
     trollierten Zone von 15 m haben.
     Bei der Aufstellung ist 1 m Abstand zu ungeschirmten Kabeln
     bzw. geschirmten kabeln (ohne geerdeten Abschirmung), die
     einen Ausgang aus der kontrollierten Zone haben, und zu
     Wechselsprechapparaten zu gewährleisten.
     In den SFe-Teilnehmerapparat ist parallel zum Mikrofon und
     zu vorhandenen Diodenschaltungen des Fernhörers ein Konden-
     sator C = 0,01 µF entsprechend Bild 10 anzuschließen.

DV-040-0-010
     Bild 10

     10. Die Funktionstüchtigkeit bzw. Verplombung (Petschie-
     rung des SFe-Teilnehmernetzes (Verteiler, Teilnehmerappa-
     rate) und der TSA ist mindestens einmal monatlich durch
     eine Kontrolle zu überprüfen.
     Das Ergebnis der Kontrolle ist im Kontrollbuch der SFe-
     und Chiffrierstelle nachzuweisen.

     11. Die Aufzeichnung von SFe-Gesprächen auf Magnetband ist
     gestattet, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
     a) die Modulationsleitung von SFe-Teilnehmerapparaten zum
        Tonaufzeichnungsgerät muß abgeschirmt und geerdet sein
        sowie zu anderen Kabeln, Leitungen, Schalteinrichtungen
        einen Abstand von 1 m besitzen und ist am SFe-Teilneh-
        merapparat über Kondensatoren auszukoppeln. Am SFe-Teil-
        nehmerapparat sind keine Schaltungsänderungen vorzunehmen.
        Bei auftretenden Brummspannungen ist es gestattet, die
        Modulationsleitung einseitig zu erden;
     b) das Tonaufzeichnungsgerät muß zu anderen Teilnehmerend-
        geräten, Kabeln, Leitungen und Schalteinrichtungen einen
        Abstand von 1 m besitzen und ist am SFe-Teilnehmerapparat
        über Kondensatoren auszukoppeln. Am SFe-Teilnehmerapparat
        sind keine Schaltungsänderungen vorzunehmen. Bei auftreten-
        den Brummspannungen ist es gestattet, die Modulationslei-
        tung einseitig zu erden;
     b) das Tonaufzeichnungsgerät muß zu anderen Teilnehmerendge-
        räten, Kabeln, Leitungen und Schalteinrichtungen einen
        Mindestabstand von 1 m haben. Die Stromversorgung des
        Tonaufzeichnungsgerätes ist mit Primärelementen zu rea-
        lisieren. Die Verwendung des Netzes oder einer zentra-
        len Batteriestromversorgung ist verboten. Das Tonauf-
        zeichnungsgerät ist für die Aufzeichnung von SFe-Ge-
        sprächen von Hand ein- und auszuschalten. Eine automa-
        tische Anlaßschaltung ist verboten. Ist ein Anheben
        des Pegels notwendig, kann ein Verstärker verwendet werden.
        Der Verstärker muß eine eigene Stromversorgung (Primär-
        elemente) besitzen und in geschlossener Bauweise (Me-
        tallgehäuse) ausgeführt sein. Der Abstand von 1 m zu
        anderen Teilnehmerendgeräten, Kabeln, Leitungen und
        Schalteinrichtungen ist einzuhalten;
     c) die Aufzeichnung von SFe-Gesprächen darf nur auf Kas-
        setten erfolgen, die als Verschlußsache eingestuft sind.

     12. Für SFe- und Chiffrierstellen, in denen Chiffriergeräte
      eingesetzt werden, die das Direktchiffrieren gestatten,
     sind die für das jeweilige Chiffriergerät erlassenen Instal-
     lationsvorschriften strengstens einzuhalten. Sind keine
     differenzierten Festlegungen für das jeweilige Chiffrier-
     gerät getroffen, so sind die technischen Sicherheitsbe-
     stimmungen entsprechend DV 040/0/010, Anhang 6, Abschnitt
     II zu gewährleisten. Gleiches gilt für die Einrichtung von
     SDa-Stellen.

     13.(1) Für die Einrichtung der Erdungsanlage in der SFe-
     und Chiffrierstelle ist die Erdungsanlage der Nachrichten-
     zentrale oder, wenn nicht vorhanden, die des Objektes zu
     nutzen.
     (2) Bei der Errichtung der Erdungsanlage ist ein Potential-
     ausgleich zwischen der Erdungsanlage und dem Nulleiter der
     Stromversorgung zu gewährleisten und im Übergabeprotokoll
     durch den Bauausführenden nachzuweisen.
     (3) Der Erder ist über eine Erdungsleitung direkt mit der
     Erdungssammelleitung der Betriebsräume zu verbinden. Die dabei
     auszuführenden Verbindungen sind so zu sichern und zu ver-
     plomben, daß ein unkontrolliertes Auftrennen und Aufschal-
     ten unmöglich ist. Der Widerstand darf bei einem durch
     den Erder fließenden Strom 5 Ohm nicht überschreiten und
     ist halbjährlich im Sommer und Winter zu messen. Die Meß-
     methode, die Meßgeräte und der Erdübergangswiderstands sind in
     einem Protokoll nachzuweisen. Für Schutzbauwerke gelten
     die dafür festgelegten Bestimmungen.
     (4) Im Betriebsraum ist die Erdungssammelleitung so zu instal-
     lieren, daß die Länge der flexiblen Erdungsleitungen zu
     den Gestellen/Geräten nicht größer als 1 m ist. Es ist ge-
     stattet, die einzelnen Blöcke/Einschübe der Geräte über die Ge-
     stelle zu erden, eine Reihenerdung der Blöcke/Einschübe
     untereinander ist nicht zulässig. Die Erdungssammelleitung
     darf keinen geschlossenen Ring bilden.
     (5) Folgende Querschnitte sind für die Erdungssammelleitung
     und Erdungsleitungen nicht zu unterschreiten:
     a) Erdungssammelleitung              Cu ≥  10 mm˛
                                          Al ≥  25 mm˛
                                        St33 ≥ 100 mm˛
     b) Erdungsleitungen für den Anschluß der Geräte an die
        Erdungssammelleitung              Cu ≥   4 mm˛ (für Chiffriergeräte)
                                          Cu ≥  10 mm˛ (für SFe-Geräte)
     c) Erdungsleitungen für die Verbindung der Erdungssammellei-
        tung und dem Erder
     (6) Abschirmungen als Erdschienen zu verwenden ist verboten.

     14. Die Stromversorgung ist durch eine stabilisierte Netz-
     spannung  220 V/50 Hz der Nachrichtenzentrale oder eine
     Gleichspannung von einem Ladegleichrichter über Akkumula-
     toren sicherzustellen. Können die Akkumulatoren nicht in
     der SFe- und Chiffrierstelle aufgestellt werden, ist es
     gestattet, die Gleichspannung aus einem zentralen Akkumu-
     latorenraum unter Berücksichtigung folgender Bedingungen
     zu entnehmen:
     a) der Akkumulator darf nur zur Stromversorgung der SFe-
        und Chiffrierstelle genutzt werden;
     b) der Anschluß anderer Verbraucher ist verboten.

     15.(1) Im Feldeinsatz sind SAS- und Chiffriergerätesätze
     im gesicherten Bereich innerhalb einer kontrollierten Zone,
     mit einem Abstand von 15 m zur Grenze, unterzubringen und
     sichtbar abzugrenzen. SFe-Teilnehmerapparate sind nur
     innerhalb der kontrollierten Zone mit einem Abstand von
     10 m zur Grenze zu entfalten.
     (2) Der Abstand der Kabel des SFe-Teilnehmernetzes zur
     Grenze der kontrollierten Zone ist in Abhängigkeit der
     Kabellänge wie folgt zu gewährleisten:
     ____________________________________________________________
     Kabellänge von SFe-Vermittlung   notwendige Entfernung zur
     zum SFe-Teilnehmerapparat        Grenze der kontrollierten
                                       Zone                      
          bis 100 m                            10 m
          bis 400 m                            20 m
          400 m bis 800 m                      40 m
          800 m bis 1500 m                     70 m

     Wenn in der Anleitung Nutzung der SFe-Geräte andere Abstän-
     de festgelegt sind, so sind diese verbindlich.
     (3) Kabel des SFe-Teilnehmernetzes sind übersichtlich
     und in möglichst kürzesten Entfernungen zu verlegen sowie
     periodisch zu überprüfen. Unabgeschirmtes SFe-Teilnehmer-
     und Verbindungskabel zwischen den Gerätesätzen sind in einem
     Abstand zu andren Kabeln (Leitungen) von mindestens 1 m,
     unabhängig von der Länge des Parallelverlaufes, und min-
     destens 0,2 m bei einem Parallelverlauf von maximal 10 m zu
     verlegen. Für abgeschirmtes SFe-Teilnehmer- und Verbindungs-
     kabel ist ein Abstand von mindestens 0,1 m zu anderen Ka-
     beln, unabhängig von der Parallelführung, einzuhalten.
     Eine rechtwinklige Kreuzung von abgeschirmten und unabge-
     schirmtes Teilnehmerkabeln mit anderen Kabeln ist zulässig.
     (4) Das SFe-Teilnehmernetz ist mit symmetrisch paarig ver-
     seilten Systemkabeln auszuführen. Diese Kabel sind vor der
     Nutzung technische zu überprüfen.
     (5) Die Aufschaltung offener Fernsprechleitungen, außer
     Dienstverbindungen zwischen SFe-Gerätesätzen innerhalb einer
     kontrollierten Zone auf das SFe-Teilnehmernetz ist ver-
     boten.
     Für Dienstverbindungen sind die zur strukturmäßigen Aus-
     rüstung der Gerätesätze gehörenden Nachrichtengeräte zu
     verwenden. Die Leitungen dürfen keinen Ausgang aus der kon-
     trollierten Zone haben.

     (6) Alle außerhalb des Gerätesatzes aufgestellten Geräte
     und Schaltelemente, die ein unbefugtes Aufschalten an SFe-
     Teilnehmer- oder Fernleitungen gestatten, sind zu sichern,
     zu verplomben (zu petschieren) und durch Kräfte der SAS-
     und Chiffrierdienst zu kontrollieren. Wird ein Aufschal-
     ten festgestellt, ist der Betrieb sofort einzustellen und
     dem Vorgesetzten Meldung zu erstatten. Es sind sofort Maß-
     nahmen zur gründlichen Untersuchung einzuleiten.
     (7) Das gleichzeitige Führen von Gesprächen über offene
     und gedeckte Kanäle aus einem Raum (Kabine, Fahrzeug) ist
     verboten.
     (8)Bei der Entfaltung der Chiffriergerätesätze die mit
      Fernschreibmaschinen und Chiffriergeräten , die das Direkt-
      chiffrieren gestatten, ausgerüstet sind, der NZ B und
      Linienstromkabel bis zu einer Länge von 100 m ist ein Ab-
      stand von 15 m und bei Linienstromkabel über 100 m von
      20 m zur Grenze der kontrollierten Zone einzuhalten.

     Allgemeines

     16. Technische Veränderungen an SAS- und Chiffriergeräten
     bedürfen grundsätzlich der Genehmigung des CN/MfNV.

     17. Die Einhaltung der technischen Sicherheitsbestimmungen
     ist regelmäßig zu kontrollieren. Der Nachweis ist als Kon-
     trollbericht oder im Betriebsbuch zu führen.

     18. Zur Ausarbeitung von Aufgabenstellungen für neu einzu-
     richtende Einrichtungen des SAS- und Chiffrierdienstes
     sind den entsprechenden Organen, wie Unterkunftsabteilungen
     u.a., die notwendigen Angaben Forderungen zur Sicherung
     und Ausrüstung von Einrichtungen des SAS- und Chiffrier-
     dienstes zu übergeben, ohne dabei den konkreten Verwen-
     dungszweck der Einrichtung anzuführen.

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Siegelkocher für Hartsiegel
Abb.: Siegelkocher fürt Hartsiegel, s. Hartsiegelungen von Paketen und Dokumenten.