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           MINISTERRAT
DER DEUTSCHEN DEMOKRATISCHEN REPUBLIK
MINISTERIUM FÜR NATIONALE VERTEIDIGUNG

                Vertrauliche Verschlußsache!
                VVS-Nr.: A 592 325
                171 * : Ausfertigung

          A 040/1/312                       BStU*69
 Codier- und Verschleierungsmittel


              1986



           MINISTERRAT
DER DEUTSCHEN DEMOKRATISCHEN REPUBLIK
MINISTERIUM FÜR NATIONALE VERTEIDIGUNG

                Vertrauliche Verschlußsache!
                VVS-Nr.: A 592 325
                171 * : Ausfertigung

          A 040/1/312
 Codier- und Verschleierungsmittel


              1986


Nachweis über Einarbeitungen von Änderungen
ÄnderungEinarbeitung
Nr.InkraftsetzungsterminDatumUnterschrift
0101.05.200718.04.07Joe
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Nachweis über Zugang/Abgang
Lfd.
Nr.
Zugang
Blatt
Abgang
Blatt
Bestand
Blatt
DatumSignum 
50Anfangsbestand
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Nachweis über Vernichtung
Lfd.
Nr.
BlattVernichtet
am:
Vernichtungsvermerk
Unterschriften
 
              
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Einführungsbestimmung zur A 040/1/312

1. Die Anleitung 040/1/312 -Codier- und Verschleierungs-
mittel- wird erlassen und tritt am 01.06.1986 in Kraft.
Gleichzeitig damit tritt die Anleitung 040/1/312 -Herstel-
lung und Anwendung von Codiermitteln-, Ausgabejahr 1979,
GVS-Nr.: A 412 025, außer Kraft und ist in eigener
Zuständigkeit zu vernichten.

2. Diese Anleitung ist für die Grenztruppen und die
Zivilverteidigung der DDR in gleichen Umfang verbindlich.
Sie ist bis Truppenteil zu verteilen.


     O.U., den 02.05.1986         Chef Nachrichten

                       Inhaltsverzeichnis
                                                     Seite
          Übersichts- und Einführungsteil                1

    I.    Grundsätze für die Herstellung und           I/1
          Anwendung von Codier- und Verschleie-
          rungsmitteln
          Allgemeines                                  I/1
          Verantwortlichkeit                           I/3
          Bezeichnung von Codier- und                  I/5
          Verschleierungsmitteln
          Herstellung von Codier. und Verschleie-      I/7
          rungsmitteln in polygraphischen
          Einrichtungen

   Anlagen:
   I/1    Antrag auf Einführung eines Codier- bzw.   Al I/1
          Verschleierungsmittels
   I/2    Muster eines Typenblattes für Codiermittel Al I/2

   II.    Codiermittel                                 II/1
          Codes                                        II/1
          Bestimmung und Aufbau der Codes              II/1
          Anwendung des Codestils                      II/2
          Typisierte Informationen                     II/2
          Formblätter                                  II/3
          Hilfscodes und Substitutionstafeln           II/3
          Bestimmung und Aufbau des Chiffrier-         II/4
          verfahrens KOBRA
          Arten der Organisation von Codier-           II/6
          verbindungen
          Bearbeitung von Klartexten und Geheimtexten  II/8

   Anlagen:
   II/1  Auszug aus einem Code                      Al II/1
   II/2  Bildung bidifferenter Codegruppen und      Al II/2
         Entstümmelung fehlerhafter Codegruppen
   II/3  Muster eines Formblattes                   Al II/4
   II/4  Muster eines Hilfscodes zum Formblatt      Al II/5
   II/5  Muster einer Substitutionstafel            Al II/6
   II/6  Muster einer Gebrauchsanweisung zur        Al II/7
         Chiffrierung typisierter Informationen
   II/7  Aufbau einer Wurmtabelle des Verfahrens   Al II/11
         KOBRA

   III.  Verschleierungsmittel                        III/1
         Herstellung von Sprechtafeln                 III/1
         Anwendung von Sprechtafeln                   III/3
         Herstellung und Anwendung von Zahlen-        III/6
         tafeln
         Herstellung von Schlüsseln für Sprech-       III/8
         und Zahlentafeln
         Codierung topographischer Karten            III/11
         Planquadratverfahren SAPAD-71             III/13
         Großquadratverfahren                        III/16
         Stoßlinienverfahren und Geländecodierung    III/16
         Codierung des Flugmeldenetzes (FMNK)        III/17
         Codierung der Flugzeugführerkarte           III/18

   Anlagen:
   III/1  Muster einer Sprechtafel vom Typ 357     Al III/1
   III/2  Muster einer Sprechtafel vom Typ 357     Al III/2
          mit Zahlentafel als 2. Stufe
   III/3  Muster einer Sprechtafel vom Typ 360     Al III/3
          mit 200 Phrasenstellen
   III/4  Muster einer Sprechtafel vom Typ 360     Al III/4
          mit 160 Phrasenstellen und 10 Phrasen-
          stellen für die Ziffern 0 bis 9
   III/5  Muster einer Sprechtafel vom Typ 470     Al III/5
   III/6  Muster verkürzter Sprechtafeln           Al III/6
   III/7  Muster für die Mehrfachbelegung          Al III/7
          einzelner Phrasen
   III/8  Muster einer Zahlentafel vom Typ 1       Al III/8
   III/9  Muster einer Zahlentafel vom Typ 2       Al III/9
   III/10 Muster einer Zahlentafel vom Typ 3      Al III/10
   III/11 Muster von Permutationen zur Her-       Al III/11
          stellung von Sprech- und Zahlen-
          tafelschlüsseln
   III/12 Muster für die Schlüsselbildung bei     Al III/15
   III/13 Muster einer verkürzten Sprechtafel     Al III/16
   III/14 Muster einer Gebrauchsanweisung für     Al III/17
          eine Sprechtafel
   III/15 Aufbau einer Tabelle der Karten-        Al III/18
          codierung des Verfahrens SAPAD-71
          (Maßstab 1:20 000)
   III/16 Muster einer Codierung nach dem Ver-    Al III/19
          fahren SAPAD-71 (Maßstab 1:200 000)
   III/17 Muster einer Codierung nach dem         Al III/20
          Großquadratverfahren
   III/18 Beispiel für die Punktbestimmung        Al III/21
   III/19 Aufbau und Bezifferung des Flug-        Al III/22
          meldenetzes
   III/20 Muster einer Codierung der Flugzeug-    Al III/26
          führerkarte
   III/21 Muster einer Codierung eines Groß-      Al III/27
          quadrates der Flugzeugführerkarte

   IV.    Codier- und Verschleierungsmittel für       IV/1
          das Zusammenwirken der Armeen der
          Teilnehmerstaaten des Warschauer
          Vertrages
          Allgemeines                                 IV/1
          Signaltabelle                               IV/2
          Aufbau Signaltabelle                        IV/2
          Codierung                                   IV/4
          Decodierung                                 IV/5
          Schlüsselkomplekt                           IV/6

   Anlagen:
   IV/1   Muster einer Signaltabelle vom Typ 149-1 Al IV/1
   IV/2   Decodierteil zur Signaltabelle vom       Al IV/2
          Typ 149-1
   IV/3   Muster eines Antrages zur Ausarbeitung   Al IV/3
          neuer Muster von Codier- und Ver-
          schleierungsmitteln
          Spezialtaktische Forderungen

I. Grundsätze für die Herstellung und Anwendung von Codier-
   und Verschleierungsmitteln

   Allgemeines

   1. Die Herstellung und Anwendung von Codier. und Verschleie-
   rungsmitteln hat auf der Grundlage der Dienstvorschriften
   040/0/010 (040/0/15) -SAS- und Chiffrierdienst- und
   040/0/014 -Gedeckte Truppenführung bei der Nutzung tech-
   nischer Nachrichtenmittel- zu erfolgen.

   2. Codiermittel sind alle zur Anwendung eines Codeverfah-
   ren notwendiges Mittel.
   Dazu gehören:
   a) Codes der Waffengattungen und Dienste sowie der Einsatz-
      leitungen (nachfolgend Codes);
   b) Codiertabellen;
   c) Formblätter;
   d) Substitutionstafeln;
   e) Signaltabellen;
   f) Schlüsselunterlagen.
   Codierverfahren bieten den damit bearbeiteten Informationen
   nur zeitlich begrenzte Sicherheit.
   Durch Chiffrierung von Codetext (Zwischentext aus Codes
   oder Formblättern) wird garantierte Sicherheit erreicht.

   3. Verschleierungsmittel sind alle zur Anwendung eines Ver-
   schleierungsverfahren notwendigen Mittel.
   Dazu gehören:
   a) Sprechtafeln;
   b) Zahlentafeln;
   c) Codierungen topographischer Karten;
   d) Tarnbezeichnungen (Tarnnamen und -zahlen, Kennwörter,
      Signale, Rufzeichen u.a.);
   e) Schlüsselunterlagen.

   Verschleierungsmittel verhindern bzw. erschweren das un-
   mittelbare Mitverstehen einer Information durch Unbefugte.
   Sie sind deshalb nur zur Bearbeitung von solchen Informa-
   tionen geeignet, die sich unmittelbar nach der Übertragung
   auswirken bzw. für die keine höheres Sicherheitsbedürfnis
   besteht.

   4. Die Klassifizierung von Mitteln der gedeckten Truppen-
   führung als Chiffrier-, Codier- oder Verschleierungsmittel
   erfolgt durch den Chef Nachrichten im Ministerium für
   Nationale Verteidigung (nachfolgend CN/MfNV).

   5. Codier- und Verschleierungsmittel sind durch Armeeange-
   hörige und Zivilbeschäftigte zur Geheimhaltung schrift-
   licher und mündlicher Informationen bei der Nutzung
   offener Nachrichtenverbindungen anzuwenden.
   Zur Arbeit mit VS-eingestufter Codier- und Verschleierungs-
   mitteln ist die entsprechende VS-Berechtigung erforderlich.

   6. Die Gültigkeit von Codier- und Verschleierungsmitteln
   ist durch den Chef/Leiter Nachrichten (nachfolgen Leiter
   Nachrichten) im Plan der Gültigkeit der Codiermittel
   festzulegen.

   7. Mit Codier- und Verschleierungsmitteln dürfen Informa-
   tionen bis zu dem Geheimhaltungsgrad bearbeitet werden,
   den das Mittel selbst trägt (bei der Sprechtafel vom Typ
   470 bis Vertrauliche Verschlußsache).

   8. Klartexte, die mit Codiermitteln bearbeitet werden oder
   wurden, dürfen nur in VS-eingestufte Unterlagen geschrieben
   werden. Zwischenmaterial, das bei der Bearbeitung entsteht,
   ist sofort bzw. wie in der Gebrauchsanweisung des betref-
   fenden Mittels festgelegt, nachweisbar zu vernichten.

   Verantwortlichkeit

   9. Die Einführung von Codier- und Verschleierungsmitteln
   ist schriftlich, entsprechend Anlage I/1, beim Leiter
   Nachrichten zu beantragen. Codes, Codiertabellen, Form-
   blätter und Substitutionstafeln bedürfen der Genehmigung
   des CN/MfNV.

   10. In den Führungsebenen dürfen folgende Codier- und Ver-
   schleierungsmittel erarbeitet und hergestellt werden:
   a) Truppenteile, Einheiten, Wehrkreiskommandos
      Sprechtafeln entsprechend dem Typ 470 nach Genehmigung
      durch den Leiter Nachrichten;
   b) Verbände, Wehrbezirkskommandos
      alle in dieser Anleitung genannten Sprechtafeltypen
      sowie die dazugehörigen Schlüsselunterlagen;
   c) Kommandos der Teilstreitkräfte der NVA, Kommando der
      Grenztruppen der DDR, Kommandos der Militärbezirke,
      Hauptverwaltung Zivilverteidigung
      alle in dieser Anleitung genannten Sprechtafeltypen
      und in dieser Anleitung genannten Sprechtafeltypen
      und die dazugehörigen Schlüsselunterlagen, Formblätter
      und Hilfscodes, die in Verbindung mit absolut sicheren
      Schlüsselverfahren angewendet werden.

   11. Codier- und Verschleierungsmittel sind durch die
   Nutzer gemäß bestätigten Mustern zu erarbeiten bzw. zu
   überarbeiten und durch den Leiter Nachrichten vor der
   Herstellung/Inkraftsetzung zu prüfen.
   Als Nutzer im Sinne dieser Anleitung sind die Stäbe zu
   verstehen, in deren Bereich diese Mittel eingesetzt werden.
   Die Freigabe des Mittels zur Nutzung ist im Typenblatt für
   Codiermittel (Anlage I/2) in der Spalte Bemerkungen durch
   den zuständigen Bearbeiter einzutragen.

   12. Codier- und Verschleierungsmittel sind in folgenden
   Zeitabständen zu überarbeiten:
   a) Codes, Codiertabellen, Formblätter und Substitutions-
      tafeln            nach Bedarf;
   b) Signaltabellen    nach jeweils 3 bis 5 Jahren;
   c) Sprechtafeln      nach jeweils 1 Jahr;

   13. Für neu erarbeitete bzw. überarbeitete Codier- und Ver-
   schleierungsmittel, die länger als für den Zeitraum einer
   Übung oder einer Maßnahme Gültigkeit behalten, ist eine
   Kartei mit Typenblättern für Codiermittel (Vordruck NVA
   40 654) anzulegen.
   Durch den Leiter Nachrichten sind mindestens 3 Wochen vor
   Inkraftsetzung dieser Mittel dem Leiter Nachrichten der
   übergeordneten Führungsebene ein Begleitexemplar und zwei
   Typenblätter für Codiermittel vorzulegen. Davon ist ein
   Typenblatt für Codiermittel dem Leiter Nachrichten der
   nächsthöheren Führungsebene zu übersenden.

   14. Werden Codier- oder Verschleierungsmittel überarbeitet,
   so ist die gleiche Bezeichnung zu verwenden, die das Mittel
   vor der Überarbeitung trug. Zusätzlich ist die Nummer der
   Variante anzugeben.

   15. Ungültige Codier- und Verschleierungsmittel sind, wenn
   nicht anders festgelegt, spätestens 48 Stunden nach ihrer
   Außerkraftsetzung zu vernichten.

   16. Anträge zur Sicherstellung mit Kartencodierungen,
   Schlüsselunterlagen oder Tarnbezeichnungen sind mindestens
   8 Wochen vor Inkraftsetzung durch die Nutzer an den Leiter
   Nachrichten der jeweiligen Führungsebene einzureichen.

   17. Die Anwendung der vom MfNV herausgegebenen und für die
   ständige Gefechtsbereitschaft gültigen Codier. und Ver-
   schleierungsmittel bei Übungen ist schriftlich beim CN/MfNV
   mit nachstehenden Angaben zu beantragen:
   a) Mittel (bei Kartencodierung auch Maßstab);
   b) Bezeichnung und Dauer der Übung;
   c) Anzahl der Nutzer.

   18. Abweichungen zu o.g. Festlegungen sind beim CN/MfNV
   zu beantragen.

   Bezeichnung von Codier- und Verschleierungsmitteln

   19. Codier- und Verschleierungsmittel, die für die Anwen-
   dung innerhalb der NVA, der Grenztruppen der DDR bzw. der
   Zivilverteidigung bestimmt sind, werden mit einer fünf-
   stelligen (Formblätter mit einer vierstelligen) Ziffern-
   gruppe bezeichnet.
   Die erste Ziffer kennzeichnet den Bereich:
      0 Ministerium für Nationale Verteidigung
      1 Militärbezirk III (Verbände)
      2 Militärbezirk V (Verbände)
      3 Luftstreitkräfte/Luftverteidigung
      4 Volksmarine
      5 Grenztruppen der DDR
      6 Kommando der Landstreitkräfte
      7 Militärbezirk III (Wehrkommandos)
      8 Militärbezirk V (Wehrkommandos)
      9 Hauptverwaltung Zivilverteidigung
   Die zweite und dritte Ziffer bezeichnet den Verband/Wehr-
   bezirkskommandos u.a. innerhalb des Bereiches und diese
   werden aus den Ziffern 00 bis 99 in eigener Zuständigkeit
   festgelegt.
   Beispiel zur Festlegung der zweiten und dritten Ziffer:
      Teilbereich 1     00 bis 19        (Kommando)
      Teilbereich 2     20 bis 39        (1. Verband)
      Teilbereich 3     40 bis 59        (2.Verband)
                        ..     ..
                        90 bis 99        (Reserve des Kommandos)
   Die vierte Ziffer dient der Unterscheidung der Waffengat-
   tungen, Spezialtruppen und Dienste, für die das jeweilige
   Mittel erarbeitet und hergestellt wurde, entsprechend nach-
   folgender Zuordnung:
      1  Operative Führung, Aufklärung, Politorgane, FEK,
         Innerer Dienst
      2  Raketentruppen und Artillerie, Truppenluftabwehr,
         Luftstreitkräfte, Funktechnische Truppen, Armee-
         fliegerkräfte
      3  Rückwärtige Dienste, Technik und Bewaffnung
      4  Militärtopographischer Dienst
      5  Militärtransportwesen
      6  Chemischer Dienst
      7  Pionierwesen
      8  Organisation und Auffüllung
      9  Nachrichtenwesen und MAT
   Die fünfte Ziffer ist die laufende Nummer des Codier- oder
   Verschleierungsmittels in der jeweiligen Waffengattung,
   Spezialtruppe und dem Dienst.

   Beispiel zur Bezeichnung einer Sprechtafel der Rückwärtigen
   Dienste der 4. LVD des Kommandos der Luftstreitkräfte/Luft-
   verteidigung:
                  ST 32030

   20. Für Codier- und Verschleierungsmittel des Zusammen-
   wirkens mit den Armeen der Teilnehmerstaaten des War-
   schauer Vertrages gelten die vom Herausgeber festgelegten
   Bezeichnungen.

   Herstellung von Codier- und Verschleierungsmitteln in
   polygraphischen Einrichtungen

   21. Codier- und Verschleierungsmittel sind in polygra-
   phischen Einrichtungen unter Einhaltung folgender Bedin-
   gungen herzustellen:
   a) die Bestätigung für die Arbeit mit Verschlußsachen
      liegt vor und die Ordnung Nr. 010/9/003 -Druckerei-
      und Vervielfältigungsordnung- ist erfüllt;
   b) den mit der Vervielfältigung beauftragten Kräften ist
      das Material abgezählt zu übergeben und nach Erledigung
      des Auftrages an den Auftraggeber abzurechnen;
   c) bei Arbeitsunterbrechungen während der Vervielfältigung
      sind die Manuskripte, Halbfertig- und Fertigprodukte
      sowie das Zwischenmaterial unter Verschluß zu bringen;
   d) das Zwischenmaterial und die Makulatur sind dem Auftrag-
      geber zur Vernichtung zu übergeben;
   e) das Zwischenmaterial, dessen Vernichtung dem Auftrag-
      geber zur Vernichtung zu übergeben;
   f) nach Erledigung des Druckauftrages sind die Drucksätze
      zu zerlegen;
   g) bei gleichartigen Druckaufträge, die mehrmals wieder-
      kehren, z.B. Gebrauchsanweisungen, Deckblätter u.ä.,
      können Drucksätze als Stehsätze erklärt und nach
      gegenseitiger Vereinbarung entweder in der VS-Stelle
      der polygraphischen Einrichtung oder in der VS-Stelle
      des Auftraggebers aufbewahrt werden;
   h) die Belegexemplare von Mitteln der gedeckten Truppen-
      führung dürfen von der polygraphischen Einrichtung
      nicht einbehalten werden. Sie sind beim Chiffrier-
      dienst aufzubewahren.

   22. Zur Gewährleistung o.g. Bedingungen ist vor der ersten
   Auftragserteilung zwischen dem Leiter Nachrichten und dem
   Leiter der polygraphischen Einrichtung eine schriftliche
   Vereinbarung abzuschließen, die, außer den genannten Be-
   dingungen, weitere Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicher-
   heit und organisatorische Festlegungen bei der Herstellung
   von Codier- und Verschleierungsmitteln enthalten kann.

   23. Ist es nicht möglich, Bedingungen zu schaffen, die
   eine Kompromittierung der Codier- und Verschleierungs-
   mittel bereits während der Herstellung ausschließen, ist
   die Herstellung mittels Kleinvervielfältigungsgeräten
   durch den Chiffrierdienst selbst auszuführen.

                                        Anlage I/1

   Antrag auf Einführung eines Codier- bzw. Verschleierungsmittels

   1.  Antragsteller:
   2.  Antrag auf:
       (Neueinführung, Veränderung, Überarbeitung 1) des Mittels)
   3.  Art und Typ des Mittels:
   4.  Nutzer des Mittels:
   5.  Anwendungsperiode:
       (st. GB, erh. GB, GB GK, im DHS, bei Übungen, Ausbildung)
   6.  Art der Informationen:
   7.  Geheimhaltungsgrad der Information:
   8.  Geheimhaltungsgrad des Mittels:
   9.  Nachrichtenmittel:
       (Draht, Funk, usw.)
   10. Durchschnittliche Spruchfolge je Tag und Nutzer:
   11. Gültigkeitsdauer eines Schlüssels:
   12. Organisationsform:
       (individuell, zirkular, allgemein)
   13. Zeitraum, für den die Information gesichert werden soll:
   14. Anzahl der Exemplare:
   15. Verteiler:
   16. geplanter Termin der Einführung:
   17. Herausgeber:
   18. verantwortlicher Bearbeiter für Aktualisierung des Mittels:



   Datum                                  Unterschrift
                                          des Antragstellers



   Anlagen:
   1. Entwurf des Mittels
   2. Gebrauchsanweisung zum beantragten Mittel
   3. weitere Anlagen nach Notwendigkeit


   1) außer bei Sprechtafel

                                            Anlage I/2

   Muster eines Typenblattes für Codiermittel


   Typenblatt für Codiermittel
 Bezeichnung des
 Codiermittels
 Typ  VS-Nr. Auf-
 lage 
 ver-
 teilt 
 Schl.-
 wechsel
 gültig
 seit
 gepl.
 Üb.Arb.
 außer
 Kraft
 ST 03712 -5. Var. 360 A 000 000  50 42 tägl. 21.00  01.06.85  März 86  31.05.86 
 Anwendungsbereich 
 (Kdo.-Höhe, Waf-
 fengattung)
 Führung der Spezialeinheiten der 2. MSD
 Verwendungszweck Verschleierung von Informationen beim Einsatz der
 Hubschrauber im Handlungsraum
 Anzahl und
 Größe der
 Schlüssel-
 bereiche
 Anzahl 1. 2. 3. 4. 5. 6.
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   II. Codiermittel

       Codes

       Bestimmung und Aufbau der Codes

       1. Codes sind Verzeichnisse in Buchform, in denen ausge-
       wählten Sätzen, Satzfolgen, Wortverbindungen, Wörtern,
       Buchstaben, Ziffern und Zeichen (nachfolgend Phrasen) kon-
       stante Codegruppen zugeordnet sind.
       Die Anordnung der Phrasen erfolgt lexikographisch, die
       feststehende Zuordnung der Codegruppen numerisch (Anlage
       II/1).

       2. Die Codes können gesonderte Teile für Zahlen, Zeichen,
       Zeiten sowie, je nach spezifischen Belangen, für geogra-
       phische Bezeichnungen, Bewaffnung und Ausrüstung u.ä.
       beinhalten.
       Alle Codes sind mit Registern versehen, auf denen die ent-
       sprechenden Buchstaben/Spezialteile mit der jeweils ersten
       Codegruppe des Buchstabens/Spezialteiles aufgedruckt sind.
       Das ermöglicht das schnellere Auffinden der Phrasen beim
       Codieren und Decodieren.

       3. Codes sind nicht zur unmittelbaren Gesprächsführung be-
       stimmt. Sie dienen der Umwandlung von Klartext in Codetext
       (Zwischentext) und umgekehrt.
       Der Codetext ist vor der Übertragung über Nachrichtenver-
       bindungen mit dem zugewiesenen Verfahren vollständig zu
       chiffrieren.
       Die Übermittlung nicht chiffrierter Codegruppen ist ver-
       boten!

    Anwendung des Codestils

    4. Der zu codierende Text ist kurz abzufassen und an den
    im jeweiligen Code enthaltenen Phrasenbestand anzupassen.
    Dieser Text ist so zu formulieren, daß er mit der geringst-
    möglichen Anzahl von Codegruppen wiedergegeben werden kann.

    5. Im Code nicht enthaltene Phrasen sind durch sinnver-
    wandte Phrasen zu ersetzen und nur in Ausnahmefällen zu
    buchstabieren.


    Typisierte Informationen

    6. Typisierte Informationen bestehen aus einem konstanten
    Teil (Formblatt) und einem variablen Teil. Der variable
    Teil muß in Zahlenform vorliegen.
    Typisierte Informationen dienen:
    a) der Verkürzung der Texte und der Erhöhung der Sicher-
       heit ihres Inhaltes;
    b) der Verkürzung der Bearbeitungszeiten und damit der
       schnelleren Übertragung und Auswertung der Informa-
       tionen;
    c) der Entlastung der Nachrichtenkanäle.

   7. Der in Ziffernform vorliegende variable Teil (Zwischen-
   text) ist über SAS-Fernschreib- oder Chiffrierverbindungen
   zu senden bzw. vor der Übertragung über Nachrichtenverbin-
   dungen mit dem zugewiesenen Verfahren durch den Nutzer
   vollständig zu chiffrieren.
   Es ist verboten, nichtchiffrierte Zifferngruppen (Zwischen-
   text) über Nachrichtenverbindungen zu übertragen.
   Die Organisation der Verbindungen erfolgt gemäß den Fest-
   legungen im Abschnitt II, Ziffer 20.

   Formblätter

   8. Formblätter sind durch die Waffengattungen, Spezial-
   truppen und Dienste zu erarbeiten und nach Genehmigung
   durch den CN/MfNV herzustellen.
   Dabei ist durch den Chiffrierdienst Anleitungen zu erteilen.

   9. Formblätter (Anlage II/3) legen Art und Reihenfolge der
   Teilangaben typisierter Meldungen fest. Die Spalten der
   Formblätter können folgende Merkmale haben:
   a) sie sind nicht nummeriert. In diesem Falle müssen alle
      Teilangaben in der vorgeschriebenen Reihenfolge übe-
      tragen werden und können die gleiche Länge wie die
      Wurmgruppen des Schlüsselheftes haben;
   b) sie tragen eine Numerierung. Diese ermöglichen das Aus-
      lassen nicht benötigter Spaltenangaben bzw. das Ein-
      setzen von Angaben zu Spalten gleicher Nummer an belie-
      bigen Textstellen der Information.
      Die Nummern der Spalten sind mit der tatsächlichen
      Teilangabe zu einer Gruppe zusammenzusetzen;
   c) für jede Spalte ist die Anzahl der informationstragen-
      den Ziffer festzulegen.


   Hilfscodes und Substitutionstafeln

   10. Zur Umwandlung variabler Textteile typisierter Infor-
   mationen in Zifferntext werden Hilfscodes (Anlage II/4)
   verwendet.
   Dafür können Zahlen, Daten, Uhrzeiten, Satzzeichen u.ä.
   in einem gesonderten Teil zusammengefaßt werden.
   Die Phrasen sind durch Codegruppen zu belegen. Letztere
   sind in ihrer natürlichen Reihenfolge den lexikographisch
   geordneten Phrasen zuzuordnen. Dadurch entfallen gesonderte
   Decodierteile.
   Codegruppen sind der Länge der Wurmgruppen des Chiffrier-
   verfahrens anzupassen. Dabei sind die Festlegungen unter
   9.b) dieses Abschnittes zu beachten.
   Die für die Hilfscodes vorgegebenen Codegruppen sind bidiffe-
   rent aufzubauen, um Verstümmelungen weitestgehend einzu-
   schränken (alle Codegruppen unterscheiden sich unterein-
   ander an mindestens zwei Stellen).
   Das Bildungsverfahren und Möglichkeiten der Entstümmelung
   sind in der Anlage II/2 als Beispiel beschrieben.

   11. Substitutionstafeln können zur elementweisen Umwand-
   lung variabler Textteile typisierter Informationen in
   Zifferntext verwendet werden, wenn in Ausnahmefällen nicht
   alle benötigten Klareinheiten in Hilfscodes zu erfassen
   sind oder bereits als Zifferntext vorliegt.
   Es darf nur die in der Anlage II/5 beschriebene Substitu-
   tionstafel 535 zur Anwendung gelangen.

   12. In jeder Gebrauchsanweisung zu den Formblättern ist
   festzulegen, wie Codegruppen aus Hilfscodes sowie Ziffern
   aus der Substitutionstafel in den Zwischentext einzufügen
   sind.
   Wenn notwendig, sind Übergangs- oder Codiersignale festzu-
   legen.


   Bestimmung und Aufbau des Chiffrierverfahrens KOBRA

   13. Das Verfahren KOBRA  ist ein als Codiermittel klassifi-
   ziertes manuelles Chiffrierverfahren und dient zur Chif-
   frierung von Codetext (Zwischentext) bzw. zur Dechiffrie-
   rung von Geheimtext.

   14. Jedes Heft einer Schlüsselserie umfaßt 25, 50 oder 100
   Tabellen (Wurmtabellen), die einseitig oder doppelseitig
   bedruckt sein können.
   Auf jeder Tabelle (Anlage II/7) befinden sich 90 bzw. 100
   Wurmgruppen (je Wurmreihe 10 Wurmgruppen), die zur Chiffrie-
   rung von Codetext bzw. zur Dechiffrierung von Geheimtext
   bestimmt sind.
   Die Bearbeitung jedes Spruches wird mit einer neuen Wurm-
   reihe begonnen. Dabei dient die erste Wurmgruppe der nächsten
   noch nicht zur Chiffrierung genutzten Wurmreihe als Kenn-
   gruppe. Sie ist dem Geheimtext als erste und letzte Gruppe
   in unveränderter Form anzufügen.

   15. Als Kenngruppe verwendete Wurmgruppen dürfen nicht
   zur Chiffrierung des Codetextes genutzt werden und sind
   sofort in der Wurmtabelle zu streichen.

   16. Die Wurmgruppe der Wurmtabelle dürfen nur einmal zur
   Chiffrierung von Codetext verwendet werden. Sie sind un-
   mittelbar nach ihrer Nutzung zu streichen.
   Nur teilweise genutzte Wurmreihen sind ebenfalls vollstän-
   dig zu streichen.

   17. Ungültige oder verbrauchte Wurmtabellen sind spätestens
   48 Stunden nach Außerkraftsetzung bzw. Verbrauch nachweis-
   bar auf der entsprechenden Umschlagseite des KOBRA-Heftes
   in der VS-Stelle zu vernichten.

   18. Die Chiffrierung des Codetextes erfolgt durch Addition
   modulo 10, d.h. der Codetext wird ziffernweise über die
   Wurmgruppen geschrieben und unter Weglassung der Zehner,
   addiert (Anlage II/7).
   Das Ergebnis dieser Addition ist der Geheimtext und nur
   dieser darf über Nachrichtenverbindungen übertragen werden.

   19. Zur Dechiffrierung wird der Geheimtext über die Wurm-
   reihe geschrieben und durch ziffernweise Subtraktion
   modulo 10 der Codetext hergestellt (Anlage II/7).
   Benutzte Wurmgruppen sind zu streichen.


   Arten der Organisation von Codierverbindungen

   20. Folgende Organisationsformen von Codierverbindungen
   sind möglich:
   a) individueller Verkehr, einseitig

      ① → ②

      Verbindung zwischen zwei Teilnehmern mit gleichen
      Schlüsselunterlagen, wobei der Teilnehmer 1 nur chif-
      frieren (Heft 1) und der Teilnehmer 2 nur dechiffrie-
      ren (Heft 2) kann;

   b) individueller Verkehr, zweiseitig

      ① ↔ ②

      Verbindung zwischen zwei Teilnehmern mit zwei verschie-
      denen Schlüsselserien (eine Serie vom Teilnehmer 1
      zum Teilnehmer 2, die andere in umgekehrter Richtung).
      Bei Festlegung zu nutzender Wurmtabellen zum Chiffrieren
      kann diese Organisationsform auch mit einer Schlüssel-
      serie sichergestellt werden.
      Beispiel:   Teilnehmer   Expl.-Nr.  Tab.-Nr.
                    1            1        00 - 24
                    2            2        25 - 49

   c) zirkularer Verkehr

        ②
       ↗
      ①→ ③
       ↘
        ④

      Verbindungen zwischen mehr als zwei Teilnehmern mit glei-
      chen Schlüsselunterlagen, wobei Teilnehmer 1 (meist
      die übergeordnete Führungsebene) nur chiffrierten (Heft 1)
      kann und alle anderen Teilnehmer nur dechiffrieren
      (Heft 2 bis zur jeweiligen Auflagenhöhe, z.B. 4)
      können;

   d) gegenzirkularer Verkehr

        ②
       ↙
      ①← ③
       ↖
        ④

      Verbindungen zwischen mehr als zwei Teilnehmern mit glei-
      chen Schlüsselunterlagen, wobei ein Teilnehmer nur De-
      chiffrieren kann und alle anderen Teilnehmer chiffrie-
      ren können.
      Die Zuweisung von Wurmtabellen zum Chiffrieren ist hier-
      für erforderlich.
      Beispiel       Teilnehmer   Exempl.-Nr.   Tab.-Nr.
                        1              1
                        2              2        00 - 30
                        3              3        31 - 64
                        4              4        65 - 99


   e) allgemeiner Verkehr

      ① ↔ ②
    ↕ gekreutzte Pfeile ↕
    ③ ↔ ④



      Verbindung zwischen mehr als zwei Teilnehmern mit glei-
      chen Schlüsselunterlagen, wobei alle Teilnehmer chif-
      frieren und dechiffrieren können.

      Die Zuweisung von Wurmtabellen zum Chiffrieren ist er-
      forderlich. Jeder Teilnehmer darf nur die ihm zugewie-
      sene Tabellen zum Chiffrieren benutzen.
      Beispiel       Teilnehmer   Expl.-Nr.   Tab.-Nr.
                       1           1          00 - 24
                       2           2          25 - 49
                       3           3          50 - 74
                       4           4          75 - 99


   Bearbeitung von Klartexten und Geheimtexten

   21. Die Bearbeitung von Klartexten geschieht in folgender
   Reihenfolge:
   a) Aufsuchen der Phrasen des Klartextes im Code unter Be-
      achtung von Besonderheiten, die im jeweiligen Code er-
      läutert sind, und Übertragen der betreffenden Codegrup-
      pen in die nächstfolgende Wurmreihe des gültigen KOBRA-
      HEFTES (Achtung: Die erste Wurmgruppe ist die Kenn-
      gruppe!).
      Die Codegruppen werden  Ü b e r  die Wurmgruppen ge-
      schrieben;
   b) Ziffernwiese Addition der Codegruppen und Wurmgruppen
      modulo 10 (auf Fs-Vordruck im Durchschreibverfahren).
      Das Ergebnis ist der Geheimtext;
   c) Übertragung des Geheimtextes durch den Nutzer selbst
      bzw. Übergabe an die Abfertigung zur Übertragung über
      Nachrichtenverbindungen.

   22. Die Bearbeitung von Geheimtexten geschieht in folgender
   Reihenfolge:
   a) ankommende Geheimtexte werden zuerst auf Übereinstim-
      mung der Kenngruppe am Spruchanfang und -ende überprüft.
      Danach werden im entsprechenden KOBRA-Heft anhand des
      Absenders die zur Chiffrierung zugewiesenen Wurmtabellen
      ermittelt, die erhaltene Kenngruppe aufgesucht und ab
      zweiter Wurmgruppe der Geheimtext  ü b e r  die Wurm-
      gruppe geschrieben;
   b) ziffernweise Subtraktion der Wurmgruppen von der Geheim-
      textgruppen modulo 10. Das Ergebnis dieser Subtraktion
      ist der Codetext;
   c) Codegruppen des Codetextes nacheinander im Code auf-
      suchen und die entsprechenden Phrasen (Klartext)
      herausschreiben.


   23. Werden zwischen Teilnehmern mehrere verschiedene Codes
   angewandt, ist vor der Kenngruppe die Bezeichnung des
   Codes offen anzufügen (z.B. 01010).

                                     Anlage II/1


   Auszug aus einem Code


                 13244  Punkt (.)                              
20042  Einnahme/Ausgabe-    |  20306  Einsetzen, eingesetzt::
       stelle (EAS)         |
                            |  20317  Einsicht
20053  Einricht-en/ung,     |
       eingerichtet::       |  20328  Einstellen/
                            |         eingestellt::
20064  Einsatz, Einsätze    |
                            |  20339  Eintreffen, einge-
20075  Einsatzbereit::/     |         troffen (Zeit/Raum)
       -schaft              |
                            |  20350  Eintreffen des
20086  Einsatzbereitschaft  |         Begleitkommandos
       melden bis ...       |
                            |  20361  Eintreffen des
20097  Einsatzbereitschaft  |         Militärtransportes
       überprüf-en/-t       |
                            |  20372  Einweis-en/-ung,
20108  Einsatz der          |         eingewiesen::
       Kfz-Technik          |
                            |  20383  Eisenbahntransport
                            :
                            :
                            :
70367  Uhrzeit              |
                            |
70378  MEZ                  |  70455  02 Uhr
                            |
70389  MOZ                  |  70466  03 Uhr
                            |
70400  Operative Zeit       |  70477  04 Uhr
                            |
70411  Minute/-n            |  70488  05 Uhr
                            |
70422  Stunde/-n            |  70499  06 Uhr
                            |
70433  00 Uhr               |  70510  07 Uhr
                            |
70444  01 Uhr               |  70521  08 Uhr


                                     Anlage II/2

  Bildung bidifferenter Codegruppen und Entstümmelung fehler-
  hafter Codegruppen

  1.   Erläuterung der Codegruppentafel
  1.1. Alle Codegruppen sind in der Codegruppentafel enthalten.
       Sie besteht aus den teilen I, II, III, IV, und V. Die
       Ziffern der Codegruppen werden der Reihe nach mit z1, z2,
       z3, z4 und z5 bezeichnet.
       Beispiel:      Codegruppe 25346
                             z1-1, z2-5, z3-3, z4-4, z5-6
       Die Quersumme aller Ziffern einer Codegruppe beträgt 0
       (modulo 10).
       Die Ziffer z4 ist immer gerade (0, 2, 4, 6, 8).
  1.2. Die Codegruppen können wie folgt gebildet werden:

       z1 aus I
       z2 aus II in derselben Zeile wie z1
       z3 aus III in derselben Spalte wie z2
       z4 aus IV in derselben Zeile wie z3
       z5 aus V in derselben Spalte wie z4

       Analog ist die Bildung der Codegruppen mit z5 beginnend
       möglich.

  1.3. Vier richtige Ziffern einer Codegruppen gestatten die ein-
       deutige Rekonstruktion einer falschen oder fehlenden
       Ziffern, wenn deren Stellung in der Codegruppe bekannt ist.

  1.4. Bei Vertauschung zweier benachbarter Ziffern können gül-
       tige Codegruppen entstehen. Die richtige Phrase ist aus
       dem Textzusammenhang auszuwählen.

  2.   Anwendung
  2.1. Entsteht bei der Dechiffrierung eine nicht im Code ent-
       haltene Codegruppe, so muß zunächst angenommen werden,
       daß sie eine falsche Ziffer enthält. Es wird jeweils eine
       der Ziffern z1 bis z5 als falsch angenommen und aus der
       Codegruppentafel die richtige Codegruppe abgelesen.

       Beispiel:    Codegruppe 25084

                           X5084 - 35084 Freistelle
                           2X084 - 26084 keine Codegruppe
                           25X84 - 25184 keine Codegruppe
                           250x4 - 250x4 keine Codegruppe
                           2508X - 25085 kann nicht, können nicht
       Ergibt eine der Phrasen einen sinnvollen Textzusammenhang,
       so ist diese als richtig anzusehen. Passen mehrere Phrasen
       in den Textzusammenhang, muß eine Rückfrage erfolgen.

  2.2. Wenn keine der Phrasen in den Textzusammenhang passen, so
       ist zu prüfen, ob in der verstümmelten Gruppe zwei be-
       nachbarte Ziffern vertauscht sind.
       Beispiel:         Codegruppe 25463
                         52463  keine Codegruppe
                         24563  Kai
                         25643  Kern-
                         25436  keine Codegruppe
       Paßt eine und nur eine Codegruppe in den Textzusammenhang,
       so ist dieser als richtig anzusehen, ist das nicht der Fall,
       muß eine Rückfrage erfolgen.
  2.3. Fehlt in der übermittelten Gruppe eine Ziffer, deren
       Stellung nicht bekannt ist, so ist entsprechend Punkt 2.1.
       zu verfahren.
       Beispiel:         Codegruppe 2406
                         x2406 - 82406  0,8
                         2x406 - 28406  Freistelle
                         24x06 - 24806  Kampfkraft
                         240x6 - 24086  keine Codegruppe
                         2406x - 24068  keine Codegruppe
       Wenn nur eine Phrase einen sinnvollen Textzusammenhang
       ergibt, so ist diese als richtig anzusehen. Andernfalls
       muß eine Rückfrage erfolgen.

  3.   Codegruppentafel


                    II           
         |0|0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 |
         |1|9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 |
         |2|8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 |
         |3|7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 |
         |4|6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 |
      I  |5|5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 |
         |6|4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 |
         |7|3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 |
         |8|2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 |          V          
         |9|1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 |0 9 8 7 6 5 4 3 2 1 |
           |0 9 8 7 6 5 4 3 2 1 |0   2   4   6   8   |
           |1 0 9 8 7 6 5 4 3 2 |  0   2   4   6   8 |
           |2 1 0 9 8 7 6 5 4 3 |8   0   2   4   6   |
           |3 2 1 0 9 8 7 6 5 4 |  8   0   2   4   6 |
           |4 3 2 1 0 9 8 7 6 5 |6   8   0   2   4   |
           |5 4 3 2 1 0 9 8 7 6 |  6   8   0   2   4 |
           |6 5 4 3 2 1 0 9 8 7 |4   6   8   0   2   |
           |7 6 5 4 3 2 1 0 9 8 |  4   6   8   0   2 |
           |8 7 6 5 4 3 2 1 0 9 |2   4   6   8   0   |
           |9 8 7 6 5 4 3 2 1 0 |  2   4   6   8   0 |
                   III                    IV

                                     Anlage II/3

  Muster eines Formblattes

  1. Das Überspringen von Spalten ist nicht möglich
 KG  Form- 
blatt
Nr.
0520
Trans-
port-
bzw.
Zug-
 nummer 
 Datum  Abfahrt 
bzw.
Über-
nahme-
zeit
Über-
gabe-
 bahnhof 
 Über- 
gabe-
zeit
 Ziel-Rbd  Ankunft 
    00520 01232 00310 00930 05621+) 01030 02001+) 01130

  2. Das Überspringen von Spalten ist möglich
 KG  Form- 
blatt
Nr.
0520
Trans-
port-
bzw.
Zug-
 nummer 
 Datum  Abfahrt- 
bzw.
Über-
nahme-
zeit
Über-
gabe-
 bahnhof 
 Über- 
gabe-
zeit
 Ziel-Rbd  Ankunft 
12345678
    10520 21232 50310 40930 55621+) 71030 82001+) 21130

  Anmerkung:  1 ... 8 = Teilangabe (Spalten-Nr.); +) = Aus Hilfscodes

                                     Anlage II/4

  Muster eines Hilfscodes zum Formblatt .....
  1. Zielbahnhöfe/Übergabebahnhöfe
            00019     Altenberg
            00028     Altenburg
            00037     Annaburg
            00046     Baruth
            00055     Berlin-11
            00064     Berlin-22
            00073     Berlin-33
            00082     Bernau
            00091     Cottbus
            00109     Dessau
            00118     Döbeln
            00127     Dresden-44
            00136     Dresden-55
            00145     Eisenach
            00154     Elsterwerda
            00163     Erfurt
            00172     Frankfurt/Oder
            00181     Gera
            00190     Greiz
            00208     Halle
            :
            :
            01829     Zittau
  2. Ziel-Rbd
            14753     Berlin
            14762     Cottbus
            14771     Dresden
            14780     Erfurt
            14799     Halle
            14807     Leipzig
            14816     Magdeburg
            14825     Schwerin

                                     Anlage II/5

  Muster einer Substitutionstafel
  (nur innerhalb eines Codes anzufertigen)

A
0
E
1
I
2
N
3
R
4
S
5
Substitutions-
tafel 535
VVS-Ex. 0000
Code
9
B
60
C
61
D
62
F
63
G
64
H
65
J
66
K
67
L
68
M
69
O
70
P
71
Q
72
T
73
U
74
V
75
W
76
X
77
Y
78
Z
79
Ä
80
Ö
81
Ü
82
ß
83
()
84
:
85
/
86
.
87
,
88
-
89

                                     Anlage II/6

  Muster einer Gebrauchsanweisung zur Chiffrierung typisierter
  Informationen

  1. Das Verfahren KOBRA dient der Chiffrierung geheimzuhalten-
     der Informationen und gewährleistet bei ordnungsgemäßer An-
     wendung eine garantierte Sicherheit.

  2. Die im Block zusammengefaßten Formblätter enthalten typi-
     sierte Informationen.
     Die betreffenden Angaben sind durch Zifferngruppen zu er-
     setzen. Besonderheiten werden auf den jeweiligen Form-
     blättern erläutert.
     Der auf diese Weise entstandene Zifferntext wird als
     Zwischentext bezeichnet und muß vor der Übermittlung
     chiffriert werden. Das Senden von Zwischentext ist ver-
     boten!

  3. Zum Chiffrieren werden die im KOBRA-Heft zusammengefaßten
     Wurmtabellen verwendet. Die Tabellenzuweisung erfolgt
     durch den verantwortlichen Nutzer in Zusammenarbeit mit
     dem Leiter Nachrichten der jeweiligen Führungsebene.

     Beachte:
     (1) In jedem Exemplar eines KOBRA-Heftes dürfen nur die
     zugewiesenen Tabellen zur Chiffrierung verwendet werden.
     (2) Jede Wurmreihe/-gruppe darf nur einmal zur Chiffrie-
     rung benutzt werden und ist nach Verbrauch zu streichen.
     Nicht benutzte Wurmgruppen einer Wurmreihe sind ebenfalls
     zu streichen.
     (3) Bei Verbrauch einer Tabelle ist auf die nächstfolgende
     zugewiesene Tabelle (auch innerhalb einer Information)
     überzugehen.
     (4) Eine vollständig genutzte Wurmtabelle ist spätestens
     nach 48 Stunden in der VS-Stelle zur Vernichtung abzu-
     geben.

  4.   Chiffrierung
  4.1. Bildung der Kenngruppe (KG)
       Die erste Wurmgruppe der Wurmreihe. mit welcher die
       Chiffrierung eines Spruches begonnen wird, ist als
       Kenngruppe zu verwenden. Sie wird unverändert als erste
       und letzte Gruppe eines Spruches übermittelt.

  4.2. Bildung des Zwischentextes
       Der in Ziffernform umgesetzte Klartext der Information
       (Zwischentext) wird durch Zusammensetzung der Spalten-
       nummer mit den Klartextangaben fünfstellig gebildet.
       Mit Hilfe der Spaltennumerierung ist die Auswahl sowie
       Wiederholung (Mehrfachverwendung) bestimmter Formblatt-
       teile möglich.

  4.3. Uhrzeiten
       Die Uhrzeit bezieht sich auf die jeweiligen Füh-
       rungsebene verwendete einheitliche Uhrzeit.

  4.4. Koordinaten
       Für Geländepunkte werden siebenstellige codierte Koordi-
       naten bestimmt. Zur annähernden Punktbestimmung wird das
       Neunersystem verwendet.

  4.5. Chiffrieren des Zwischentextes
       Der Geheimtext wird durch ziffernweise Addition modulo 10
       des Zwischentextes mit den Wurmgruppen gebildet.
       Modulo 10 heißt, daß die Zehner bei der Addition nicht
       berücksichtigt werden.

       Beispiel:                   Zwischentext    87543
                                   Wurmgruppe    + 36877
                                   Geheimtext      13310
                                   =====================

  4.6. Besonderheiten
       Für spezielle Fälle sind auf den einzelnen Formblättern
       nähere Erklärungen gegeben. Freie Stellen innerhalb der
       Spalten werden mit NULL = 0 aufgefüllt. Spalten ohne

  4.7. Chiffrierbeispiel
       Mit dem Formblatt Nr. .... (hier 0240) sollen folgende
       Angaben übermittelt werden:
       BRTB-110 am 26.03., 14.00; WEFR, Koordinaten 3654961;
       3874915; 3614925; aufklären.
       Zur Chiffrierung wird die zugewiesene Tabelle benutzt.
                       KG
       Zwischentext:    -  02400 13000 00110 21077 32603 41400
       Wurmreihe:    10814 25388 27884 05842 92772 99843 01489
       Geheimtext:   10841 27786 30884 05952 13749 21446 42889
       =======================================================

                                                           KG
       Zwischentext: 53654 96100 53874 91500 53614 92500    - 
       Wurmreihe:    33188 99406 22987 39843 12333 08479      
       Geheimtext:   86732 86506 75751 20343 65947 90979 10814
       =======================================================

  4.8. Dechiffrierbeispiel
       Im KOBRA-Heft werden die dem Absender zugewiesenen Ta-
       bellen aufgesucht und in diesen die Kenngruppe des er-
       haltenen Spruches ermittelt. Der Geheimtext wird unter
       Auslassung der ersten Wurmgruppe = Kenngruppe, beginnend
       bei der zweiten Wurmgruppe über die Wurmgruppen geschrie-
       ben und durch ziffernweise Subtraktion modulo 10 der
       Zwischentext hergestellt.

      Geheimtext:     10814 27788 30884 05952 13749 21446 42889 ...
      Wurmreihe:      10814 25388 27884 05842 92772 99843 01489 ...
      Zwischentext:      -  02400 13000 00110 21077 32603 41400 ...
      =============================================================
                              ⇑
                              Nr. des verwendeten Formblattes


  5.  Übermittlung, Rückfragen, Benachrichtigungen
      Die Übermittlung des Geheimtextes kann direkt aus dem
      KOBRA-Heft durch den Bearbeiter erfolgen. Bei Übergabe
      des Geheimtextes an das Nachrichtenpersonal zur Über-
      mittlung ist ein entsprechender NVA-Vordruck auszufüllen.
      Es ist verboten, Klar- und Geheimtext bzw. das KOBRA-
      Heft zur Übermittlung zu übergeben.

                          VVS-Nr.: A 592 325           Al II/9


     Rückfragen werden zum Geheimtext unter Angabe der Spruch-
     nummer und der Stellenanzahl der betreffenden Gruppe des
     Spruches gehalten.

     Beispiel: Von Spruch Nr. 713 die 5. Gruppe wiederholen.
                   Antwort:   13749.

     Inhaltliche Fehler, bei denen eine Veränderung des Klar-
     textes vorgenommen wird, müssen durch erneute Chiffrie-
     rung mit einer neuen Wurmreihe korrigiert werden.
     Bei Weiterleitung eines unveränderten Spruches an einen
     weiteren Nutzungsberechtigten wird nicht neu chiffriert.
     Es wird der ursprüngliche Geheimtext mit Angabe des Tarn-
     namens des Stabes, der die Information chiffriert hat,
     übermittelt.

  6. Kompromittierung
     Bei Verlust oder Kompromittierung sind
     a) Meldung als besonderes Vorkommnis entsprechend der
        Melde- und Untersuchungsordnung zu erstatten;
     b) die kompromittierten Mittel nicht mehr anzuwenden und
        dem Herausgeber zu melden;
     c) durch den für die Herausgabe Verantwortlichen Reserve-
        unterlagen in Kraft zu setzen;
     d) eine Untersuchung einzuleiten, die Ursachen festzu-
        stellen und Maßnahmen zur Verhinderung weitere Vor-
        kommnisse zu treffen.

                                           Anlage II/7

  Aufbau einer Wurmtabelle des Verfahrens KOBRA
  ______________________________________________________________
  |25168 06678 10275 18535 75702 90915 04682 18894 43168 63812 |
  |12257 72245 47958 97547 71498 56537 34351 94347 21952 74048 |
  |51446 71206 23420 71769 26089 37206 76102 70026 71667 58636 |
  |82285 99345 55489 83634 58865 10805 67384 88441 97651 62493 |
  |33603 31301 02522 18062 83049 31221 76815 86637 88167 57083 |
  |25568 13956 89933 17378 21891 95715 15715 38308 95371 32716 |
  |45744 11713 03255 19697 10604 42375 03724 57887 79982 52704 |
  |56140 67576 24451 53751 47128 97137 78679 44109 70533 84740 |
  |94892 89590 47853 81474 03296 21082 36076 40313 00501 82160 |
  |                                      03210              18 |

  Beispiele für die ziffernweise Addition und Subtraktion
  modulo 10
  1. Chiffrierung
     Text:   Einsatzbereitschaft melden bis 06 Uhr MEZ

     Codetext:    (KG) 20086 70499 70378  (KG)
     +KOBRA:     25168 06678 10275 18535 25168
    =Geheimtext: 25168 26654 80664 88803 25168
                 =============================

    Spruch:  25168 26654 80664 88803 25168

  2. Dechiffrierung

    Geheimtext:  25168 26654 80664 88803 25168
    -KOBRA:      25168 06678 10275 18535 25168
    =Codetext:    (KG) 20086 70499 70378  (KG)
                 =============================

    Text:   Einsatzbereitschaft melden bis 06 Uhr MEZ

  Anmerkung: Benutzte Wurmgruppen und ungenutzte Wurmgruppen
                 einer Wurmreihe sind zu streichen!


                          VVS-Nr.: A 592 325           Al II/11

  III. Verschleierungsmittel

  Herstellen von Sprechtafeln

  1. Es können folgende Sprechtafeltypen hergestellt werden:
  a) Typ 357  bis 100  Phrasenstellen (Anlage III/1) oder
              bis 100 Phrasenstellen mit Zahlentafel als
              2. Stufe (Anlage III/2);
  b) Typ 360  bis 200 Phrasenstellen (Anlage III/3) oder
              bis 160 Phrasenstellen und 10 Phrasenstellen
              für die Ziffern 0 bis 9 (Anlage III/4);
  c) Typ 470  bis 130 Phrasenstellen und 10 Phrasenstellen
              für die Ziffern 0 bis 9 (Anlage III/5).
  Die Genehmigung zur Anwendung anderer Typen erteilt nur
  der CN/MfNV.
  Der auszuwählende Sprechtafeltyp wird durch den notwen-
  digen Phrasenbestand und die erforderliche Sicherheit be-
  stimmt, Die Sicherheit ist abhängig von der Häufigkeit
  der Belegung der Phrasenstellen mit Geheimeinheiten, der
  unsystematischen Zuordnung der Geheimeinheiten zu den
  Phrasen sowie von der verantwortungsbewußten Anwendung
  durch die Nutzer.
  Sprechtafeln bestehen aus:
  - der Phrasen- bzw. Zahlentafel,
  - der Gebrauchsanweisung.

  2. In Sprechtafeln sind nur die geheimzuhaltenden Phrasen
  aufzunehmen. Alle anderen Textteile und besonders solche,
  die beim Gegner als bekannt vorausgesetzt werden müssen,
  sind im Klartext zu übertragen.
  Mit Freistellen ist sparsam umzugehen. Sie dürfen maximal
  10% des vorhandenen Phrasenbestandes betragen und sind
  unsystematisch anzuordnen.
  Kann die Tafel nicht voll mit Phrasen belegt werden, ist
  sie zu verkürzen, oder lange häufig benutzte Phrasen
  sind über mehrere Phrasenstellen einzutragen bzw. mehrfach
  aufzunehmen (Anlage III/6 und III/7).
  Die Phrasen sind lexikographisch oder nach Sachgebieten zu
  ordnen. Folgende Phrasen sind nicht in Sprechtafeln aufzu-
  nehmen:
  a) Buchstaben zum Zweck des Buchstabierens;
  b) Dienststellungs- und konkrete Einheitsbezeichnungen,
     wenn für diese Tarnzahl und Tarnnamen festgelegt sind;
  c) Zahlen, die aus mehr als einer Ziffer bestehen. Das
     trifft nicht zu für Typenbezeichnungen, wie z.B.
     P-253 u.ä.

  3. Sprechtafeln sind als Verschlußsachen zu erarbeiten,
  aufzubewahren und nachzuweisen.
  Ausgenommen von dieser Regelung sind Sprechtafeln des
  Typs 470, die Postentabelle des Typs 355c der Grenztrup-
  pen der DDR und der Grenzbrigade Küste der Volksmarine
  sowie auf Antrag spezielle Sprechtafeln zur Führung von
  Einsatzkräften.
  Die Gültigkeitsdauer einer Sprechtafel darf ein Jahr nicht
  überschreiten. Bei der Überarbeitung sind Veränderungen
  im Phrasenbestand vorzunehmen. Der verbleibende Phrasen-
  bestand ist neu zu gliedern (Umstellung der Sachgebiete
  oder Wechsel zwischen waagerechter und senkrechter Reihen-
  folge). Werden für den jährlichen Wechsel der Phrasentafel
  vorbereitete Varianten hergestellt, sind diese außer der
  gegenwärtig gültige Variante verpackt und versiegelt auf-
  zubewahren. Die Wiederverwendung bereits angewandter Va-
  rianten ist nicht gestattet.

  4. Jeder Sprechtafel ist eine Gebrauchsanweisung (Anlage
  III/14) mit folgendem Inhalt beizufügen:
  a) wer darf mit dem Mittel arbeiten;
  b) welche Nachrichten dürfen mit dem Mittel verschleiert
     werden;
  c) welche Nachrichtenmittel dürfen genutzt werden;
  d) Methoden der Ver- und Entschleierung;
  e) Gültigkeit des Schlüssels und Zeitpunkt des Schlüssel-
     wechsels;
  f) Maßnahmen bei Kompromittierung.
  In der Gebrauchsanweisung müssen die in den Ziffern 5. bis
  14. getroffenen Festlegungen als Kurzfassung erscheinen.


  Anwendung von Sprechtafeln

  5. Sprechtafeln dienen der Verschleierung von Informations-
  teilen bei der unmittelbaren Gesprächsführung über Nachrich-
  tenverbindungen. Sie werden meist gemeinsam mit Zahlentafeln,
  Tarnnamen, Tarnzahlen und der Kartencodierung angewandt.
  Sprechtafeln sind nur für solche Informationen zu verwenden,
  die sich unmittelbar nach dem Informationsaustausch aus-
  wirken. Alle länger geheimzuhaltenden Informationen sind
  mit anderen Mitteln der gedeckten Truppenführung höherer
  Sicherheit zu bearbeiten.
  Sprechtafeln sind nur ab Verband abwärts und zur Führung
  unmittelbar unterstellter Truppenteile, Einheiten und Ein-
  richtungen anzuwenden. Ihre Anwendung in höheren Ebenen
  ist nur dann gestattet, wenn SAS- bzw. Chiffrierverbin-
  dungen ausgefallen bzw. nicht vorhanden sind und die Sicher-
  heit des Mittels durch eine der Maßnahme gemäß den Zif-
  fern 9. und 10. dieses Abschnittes erhöht wird.

  6. Während der ständigen Gefechtsbereitschaft ist die
  Anwendung von Sprechtafeln vorrangig über Drahtverbin-
  dungen, bei Übungen und nach Auslösung einer höheren Stufe
  der Gefechtsbereitschaft auch unter Nutzung anderer Nach-
  richtenverbindungen gestattet.

  7. Bei der Verschleierung werden nur die geheimzuhaltenden
  Phrasen durch Geheimeinheiten ersetzt. Der übrige Text
  wird offen übertragen.
  Durch die Nutzer ist dabei das Verhältnis zwischen offenen
  und verschleierten Textteilen so zu beeinflussen, daß
  Rückschlüsse auf den Inhalt der Geheimeinheiten erschwert
  werden.
  Zu verschleiern sind:
  a) durchführende Handlungen und sonstige taktische und
     operative Begriffe, deren Bedeutung zeitlich zwar be-
     grenzt, ihre Kenntnis aber dem Gegner noch danach von
     Nutzen ist;
  b) besondere Vorkommnisse;
  c) Dienststellen und Stäbe sowie Bezeichnungen der Truppen;
  d) Dienststellungen und Funktionen;
  e) Orts- ind Geländeangaben;
  f) Zahlen, Daten und Uhrzeiten.
  Zur Übertragung sind Sprech- und Zahlentafeln, Tarnnamen
  und Tarnzahlen sowie codierte Kartenkoordinaten zu ver-
  wenden.
  Geheimzuhaltende Angaben in zusammengefaßter Form dürfen
  weder offen noch verschleiert übertragen werden.
  Beim gemeinsamen Einsatz verschiedener Verschleierungs-
  mittel und -methoden sind die Übergänge von einem Mittel
  zum anderen, wenn erforderlich, offen anzukündigen.

  8. Es sind vorwiegend Zeitschlüssel anzuwenden.
  Die Gültigkeitsdauer eines Schlüssels ist abhängig von der
  Nachrichtendichte, dem Nachrichteninhalt, den benutzten
  Nachrichtenmitteln und sonstigen speziellen Bedingungen
  des jeweiligen Anwendungsbereiches. Sie beträgt maximal
  24 Stunden und ist bei Notwendigkeit rechtzeitig zu ver-
  kürzen.

  9. Bei der Anwendung von Sprechtafeln
  a) für Informationen, deren Inhalt die Anwendung von Mit-
     teln höherer Sicherheit erfordert;
  b) bei überdurchschnittlich hohem Informationsaustausch;
  c) für sehr große Schlüsselbereiche (<50 Teilnehmer)
  ist die Gültigkeitsdauer der Schlüssel auf 12, 6 oder
  weniger Stunden festzulegen.

  10. Für den Austausch besonders wichtiger Informationen
  ist die Sicherheit der Sprechtafel durch Anwendung von
  Spruchschlüsseln zu erhöhen (Anlage III/13). Zu diesem
  Zweck ist die äußere Gestaltung des Mittels so vorzunehmen,
  daß ein schneller Schlüsselwechsel möglich ist (z.B. ein-
  schiebbare Schlüsselserien). Dabei sind die Schlüsselbe-
  reiche zu reduzieren.
  Für Spruchschlüssel sind nicht mehr als 10 Schlüssel zu
  einer Serie zusammenfassen.
  Nur Zeilen- und Spaltenkomponenten mit gleicher Numerie-
  rung dürfen zu einem Spruchschlüssel kombiniert werden.
  Wird für eine Sprechtafel Spruchschlüssel angewandt, ist
  dies auch für die dazugehörige Zahlentafel erforderlich.

  11. Die Gültigkeitsdauer in Kraft gesetzter, aber nicht
  genutzter Schlüssel kann auf Weisung des Herausgebers um
  eine Periode verlängert werden. Bei wiederholter Verlänge-
  rung sind solche Schlüssel spätestens 7 Tage nach ihrer
  Inkraftsetzung durch neue Schlüssel zu ersetzen.
  Die Schlüsselbereiche sind auf den notwendigen Umfang zu
  begrenzten.

  12. Bei Kompromittierungen der Schlüssel sind diese bzw.
  die Schlüsselserien sofort zu ersetzen. In solchen Fällen,
  auch bei Verdacht, ist dem Herausgeber des Mittels sofort
  Meldung zu erstatten. Dieser entscheidet über die weitere
  Verfahrensweise. Die Weiterarbeit mit kompromittierten
  Schlüsseln ist verboten!

  13. Die Bildung der Geheimeinheit erfolgt bei Sprech-
  tafeln stets durch Zusammensetzen eines Geheimelementes
  der Zeile (Zeilenkomponente) mit einem Geheimelement der
  Spalte (Spaltenkomponente), in denen die zu übertragende
  Phrase angeordnet ist (nur in dieser Reihenfolge!).
  Bei Sprechtafeln Mehrfachbelegung sind diese Geheim-
  elemente unsystematisch auszuwählen.
  Beim Einsatz verschiedener Sprechtafeln durch einen Ab-
  sender ist zu Beginn jeder Information die Bezeichnung
  der Sprechtafel (z.B. 32030) offen bekanntzugeben. Diese
  Angabe entfällt, wenn durch den Tarnnamen und die Tarn-
  zahl der Korrespondentengleichzeitig die verwendete
  Sprechtafel eindeutig identifiziert werden kann.

  14. Treten Fälle auf, in denen sich die Geheimelemente der
  Zahlentafeln von denen der Sprechtafeln äußerlich nicht
  unterscheiden, so sind die Übergänge von einer Tafel zur
  anderen wie folgt anzukündigen:
  a) Zahlenanfang (ZAA);
  b) Zahlenende (ZAE).


  Herstellung und Anwendung von Zahlentafeln

  15. Es können folgende Zahlentafeln hergestellt werden:
  a) Typ 1 (Anlage III/8);
  b) Typ 2 (Anlage III/9);
  c) Typ 3 (Anlage III/10).

  16. In die Zahlentafeln sind nur die Ziffern 0 bis 9 in
  beliebiger Anordnung aufzunehmen.
  Zahlentafeln bedürfen keiner Überarbeitung.
  Sie sind bei gesondertem Einsatz als selbständiges Doku-
  ment nachzuweisen. Ihr Nachweis erfolgt erst vor dem be-
  absichtigten Einsatz.

  17. Die Zahlentafel Typ 1 besteht aus Codier- und Decodier-
  teil. Im Codierteil sind jede Ziffer zwölf Buchstaben-
  bigramme zugeordnet. Im Decodierteil werden die 120 Buch-
  stabenbigramme spaltenweise lexikographisch angeordnet.
  Die ersten Buchstaben der Bigramme befinden sich oberhalb
  der Spalten, während den zweiten Buchstaben die jeweilige
  Ziffer nachgestellt ist.

  18. Für die Zahlentafel Typ 2 sind die Felder für jede
  Ziffer so aufzubauen, daß eine 15- bis 20fache Belegung
  mit Geheimeinheiten (Buchstaben) erfolgt.

  19. Die Zahlentafel Typ 3 besteht aus 2 Zeilenkomponenten,
  die mit den Ziffern 0 bis 9 (jeweils in zweimal 5 Ziffern
  unterteilt) belegt werden, und einer Spaltenkomponente.
  Dadurch erhält jede Ziffer eine 50-fache Belegung.

  20. Für die Anwendung der Zahlentafeln gelten sinngemäß
  die gleichen Bestimmungen wie für Sprechtafeln.
  Zusammengesetzte Zahlen sind in der Reihenfolge ihrer
  Ziffern zu verschleiern. Dabei ist darauf zu achten, daß
  nichtzusammengehörende Zahlen nicht unmittelbar aufein-
  anderfolgen, sondern durch das offene Wort Trennung von-
  einander unterschieden werden.
  Beispiel:  Eintreffen am Punkt 301 13 Uhr
             WN ZD SP Trennung VN NK
  Der Schlüsselwechsel für Zahlentafeln hat beim gemeinsamen
  Einsatz mit einer Sprechtafel zum Zeitpunkt des Schlüssel-
  wechsels der Sprechtafel zu erfolgen. Bei gesondertem Ein-
  satz der Zahlentafel sind die Festlegungen über die Gül-
  tigkeitsdauer der Schlüssel für Sprechtafeln anzuwenden.

  Herstellung von Schlüsseln für Sprech- und Zahlentafeln

  21. Für die Herstellung von Sprech- und Zahlentafelschlüs-
  seln sind beim Leiter Nachrichten der übergeordneten Füh-
  rungsebene die benötigten Permutationen zu planen bzw.
  anzufordern. Sind solche nicht vorhanden, erfolgt die Her-
  stellung nach dem Lotterieverfahren. Das heißt, die für
  den jeweiligen Sprechtafeltyp vorgeschriebenen Geheimele-
  mente der Zeilen- und Spaltenkomponenten sind zufalls-
  mäßig und unabhängig voneinander auszulosen. Alle anderen
  Methoden, die die Zufallsmäßigkeit beeinträchtigen, sind
  verboten.
  Nach der Auslosung der Schlüssel ist nochmals zu über-
  prüfen, ob keine Elemente der Permutation fehlt oder doppelt
  verwandt wurde.
  Gegenwärtig gültige Muster von Permutationen sind in der
  Anlage III/11 dargestellt.

  22. Zu jedem Schlüssel gehören die Zeilen und die Spalten-
  komponente. Beide Teile sind für jeden Schlüssel neu her her-
  zustellen. Es ist verboten, mehrere Zeilenkomponenten mit
  der gleichen Spaltenkomponente oder umgekehrt zu kombi-
  nieren.
  Die gemeinsame Nutzung von Schlüsselserien oder einzelnen
  Schlüsseln für mehrere Sprech- und/oder Zahlentafeln ist
  nicht gestattet.

  23. Die Bekanntgabe der Schlüssel kann in der Gebrauchs-
  anweisung oder als Teil einer Anordnung (z.B. Anordnung
  Nachrichtenverbindungen) sowie im Plan der Gültigkeit der
  Codiermittel erfolgen. Bei längerem Einsatz sind die
  Schlüssel in gesonderten Schlüsselserien festzulegen.
  Es dürfen bis 31 Schlüssel zu einer Serie zusammengefaßt
  werden. Schlüsselserien sind mindestens als Vertrauliche
  Verschlußsache zu vereinnahmen. Ausnahmen genehmigt nur
  der CN/MfNV.
  Ersatz- und Reserveschlüssel sind durch geeignete Maßnahmen
  vor einem vorzeitigen Zugriff zu schützen.

  24. Die VS-Nummern für Sprech- und Zahlentafelschlüssel
  werden wie folgt festgelegt:
  a) Kennbuchstabe N bzw. NT;
  b) Typ des Mittels, für den der Schlüssel Gültigkeit hat;
  c) 1. Ziffer der Serien-Nr. = Kennzeichnung des Bereiches
        0 = MfNV
        1 = MB-III (Verbände)
        2 = MB V (Verbände)
        3 = LSK/LV
        4 = VM
        5 = GT der DDR
        6 = KLaSK
        7 = MB-III (Wehrkommandos)
        8 = MB-V (Wehrkommandos)
        9 = ZV der DDR;
  d) 2. Ziffer der Serien-Nr. = Kennzeichnung des Verbandes
        1 = Kommando
        2 = 1. Verband
        3 = 2. Verband usw.;
  e) 3. bis 5. Ziffer der Serien-Nr. = laufende Nr. innerhalb
     des Verantwortungsbereiches, beginnend mit 001.
  Die Gesamtbezeichnung einer Schlüsselserie lautet dann
  beispielsweise:   N 470/42001.

  25. Bei der Festlegung von Schlüsselserien für Zahlentafeln
  ist den Kennbuchstaben NT der Typ der Zahlentafel anzufügen
        1 = Typ 1
        2 = Typ 2
        3 = Typ 3
  Die Gesamtbezeichnung einer Schlüsselserie lautet dann
  beispielsweise: NT-2/31001.

  26. Für die einzelnen Typen sind die Schlüssel wie folgt
  zu bilden:
  a) Sprechtafel Typ 357:
     Zeilenkomponente   =  alle Ziffern von 0 bis 9
     Spaltenkomponente  =  alle Ziffern von 0 bis 9
     Die Mindestbelegung für jede Phrase ist 1-fach;
  b) Sprechtafel Typ 360 mit Zahlentafel:
     Zeilenkomponente 1 =  alle Ziffern von 0 bis 9,
                           unterteilt in zweimal 5 Ziffern
     Zeilenkomponenten  =  je alle Ziffern von 0 bis 9
     2 und 3
     Spaltenkomponente  =  alle Ziffern von 0 bis 9
     Die Mindestbelegung für jede Phrase ist 5-fach, die
     der Ziffern 0 bis 9 ist 20-fach;
  c) Sprechtafel Typ 360 ohne Zahlentafel:
     Bildung der Schlüssel wie beim Typ 360 mit Zahlentafel.
     Mindestbelegung für Ziffern entfällt;
  d) Sprechtafel Typ 470:
     Zeilenkomponente   =  13 beliebige Buchstaben des
     für Phrasenteil       Alphabetes
     Zeilenkomponente   =  restliche 13 Buchstaben des
     für Zahlenteil        Alphabetes
     Spaltenkomponente  =  20 beliebige Buchstaben des
     für Phrasenteil       Alphabetes
     Spaltenkomponente  = restliche 6 Buchstaben des
     für Zahlenteil       Alphabetes
     Die Mindestbelegung für jede Phrase ist 2-fach, die
     der Ziffern 0 bis 9 ist 6- bzw. 9-fach;
  e) Zahlentafel Typ 1:
     Buchstabenbigramme aus den 26 Buchstaben des Alphabetes;
  f) Zahlentafel Typ 2:
     Zeilenkomponente   =  13 ausgewählte Buchstaben des
                          Alphabetes
     Spaltenkomponente =  13 ausgewählte Buchstaben des
                          Alphabetes;
  g) Zahlentafel Typ 3:
     Zeilenkomponente 1 und 2  = je alle Ziffern von 0 bis 9,
                                 unterteilt in zweimal 5
                                 Ziffern
     Spaltenkomponente         = alle Ziffern von 0 bis 9.
     Die Belegung der Ziffern ist 0-fach.
  Muster für die Schlüsselbildung bei den verschiedenen
  Typen sind in der Anlage III/12 angegeben bzw. aus den
  Zahlentafelmustern in den Anlagen III/8 bis III/19 er-
  sichtlich.


  Codierung topographischer Karten

  27. Die Codierung topographischer Karten ist eine Methode
  der Verschleierung von Geländepunkten, -abschnitten und
  -räumen.
  Die Übertragung codierter Koordinaten ist nur bei der Ver-
  schleierten Gesprächsführung und innerhalb von Geheim-
  texten bei Anwendung von Codier- und Signaltabellen ge-
  stattet. Bei der Anwendung von Codier- und Verschleierungs-
  mitteln, deren Geheimelemente aus Ziffern bestehen, sind
  die codierten Kartenangaben als geschlossene Gruppe
  (keine Trennung in Hoch- und Rechtswert) in diese Geheim-
  texte einzufügen, um Verwechslungen der Geheimtextgruppen
  mit den codierten Koordinaten zu verhindern.
  Werden verschiedene Kartenmaßstäbe mit unterschiedlicher
  Codierung gleichzeitig angewandt, ist am Spruch- bzw.
  Textanfang oder vor der ersten Koordinate innerhalb eines
  Spruches/Textes der Kartenmaßstab als Geheimtext anzu-
  geben.

  28. Methoden der Kartencodierung sind:
  a) Planquadratverfahren SAPAD-71;
  b) Großquadratverfahren;
  c) Stoßlinienverfahren;
  d) Geländecodierung.

  29. Die Festlegung der Gültigkeit von Kartencodierungen
  erfolgt im Plan der Gültigkeit der Codiermittel bzw. durch
  den Leiter Nachrichten.
  Das Übertragen der Codierung auf die topographische Karte
  erfolgt durch den Nutzer.
  Für Führungsebenen, in denen keine topographischen Karten
  verwendet werden, sind Methoden der Geländecodierung ent-
  sprechend DV 040/0/014 anzuwenden.

  30. Die Gültigkeitsdauer einer Codierung hängt vom Sicher-
  heitsgrad der jeweiligen Methode ab und beträgt maximal:
  __________________________________________________________
  Verfahren                ständige           Felddienst
                           Gefechts-
                           bereitschaft                       
  Planquadratverfahren SAPAD-71
  Maßstab 1:500 000           3 Monate      für die Dauer
                                            einer Operation
  Maßstab 1:200 000           1 Monat       für die Dauer
                                            einer Operation
  Maßstab 1:100 000           1 Monat       für die Dauer
                                            einer Operation
  Maßstab 1: 50 000           1 Monat       für die Dauer
                                            einer Operation
  Großquadratverfahren        1 bis 3       1 Monat
                              Monate
  Stoßlinienverfahren         bis 1 Woche   für die Dauer
     (je Stoßlinie)                         eines Gefechts
  Geländecodierung            bis 1 Woche   für die Dauer
                                            eines Gefechts   
  Im Interesse der Sicherheit für die Kartencodierung sind,
  in Abhängigkeit vom Umfang der zu erfüllenden Aufgabe und
  der Größe des Raumes der Handlung, Auszüge aus den Tabel-
  len der Kartencodierung herauszugeben.

  31. Zur Benachrichtigung über Luftziele zwischen Gefechts-
  stände und Führungsstellen im Zusammenwirken mit den
  Armeen der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages
  sowie zur Führung der Fliegerkräfte der NVA werden folg-
  gende Kartencodierung angewandt:
  a) Flugmeldenetzcodierung (FMNK);
  c) Codierung der Flugzeugführerkarte.

  32. Bei Kompromittierung der gesamten Codierung ist diese
  sofort zu wechseln. Beim Stoßlinienverfahren ist die be-
  treffende Stoßlinie neu festzulegen.
  Bei Kompromittierung einzelner Punkte beim Verfahren
  SAPAD-71 und beim Großquadratverfahren genügt es, die
  entsprechenden Quadrate mit neuen Geheimeinheiten zu be-
  legen.


  Planquadratverfahren SAPAD-71

  33. Das Verfahren SAPAD-71 wird angewandt:
  a) bei gemeinsamen Übungen und Maßnahmen der Armeen der
     Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages;
  b) während der ständigen und erhöhten Gefechtsbereitschaft;
  c) nach Auslösung der Gefechtsbereitschaft bei Kriegsgefahr
     sowie der vollen Gefechtsbereitschaft der NVA auf be-
     sondere Weisung
  gemäß den Festlegungen im Plan der Gültigkeit der Codier-
  mittel bzw. der Anordnung Nachrichtenverbindungen.

  34. Der für die Erarbeitung der Kartencodierung verant-
  wortliche Stab hat die Tabellen der Kartencodierung an
  die unterstellten (zusammenwirkenden) Stäbe bis zwei
  Führungsebenen tiefer auszugeben.

  35. Die durch Rechner produzierten Manuskripte zur Her-
  stellung der Kartencodierung sind offen eingestuft.
  Zur Vorbereitung der Drucklegung sind diese Manuskripte,
  entsprechend dem vorgesehenen Verwendungszweck, zu den Hoch-
  und Rechtswert zu versehen.
  Dies Druckmanuskripte sind nach der Herstellung der Ta-
  bellen der Kartencodierung als Zwischenmaterial nachweis-
  bar zu vernichten.
  Werden nur Teile von Manuskripten (Rechnerausdruck) für
  die Erarbeitung von Druckmanuskripte benötigt, sind die
  restlichen Teile der Manuskripte ebenfalls als Zwischen-
  material nachweisbar zu vernichten.
  Kartencodierungen für die ständige Gefechtsbereitschaft
  tragen den Geheimhaltungsgrad VVS, für höhere Stufen der
  Gefechtsbereitschaft GVS, wenn keinen anderen Festlegungen
  erfolgt.

  36. Der Aufbau einer Tabelle der Kartencodierung des Maß-
  stabes 1:200 000 ist in der Anlage III/15 dargestellt.
  Die Tabelle der Kartencodierung besteht aus einer Kopf-
  leiste und zwei Feldern. Das linke Feld dient der Codie-
  rung des Hochwertes (X/φ), das rechte Feld der des Rechts-
  wertes (Y/λ).
  Auf der Tabelle befinden sich 50 Zeilen.
  In der ersten Spalte des linken Feldes und in der letzten
  Spalte des rechten Feldes sind die dritte und vierte Stelle
  der Klarkoordinaten (Zehner und Einer der Kilometerangabe
  bzw. Minutenangabe beim Maßstab 1:500 000) eingetragen.
  Die in der ersten Spalte des linken Feldes enthaltenen
  Wertes sind von oben nach unten rückläufig angeordnet.
  Dies Angaben schreiten beim Maßstab 1:50 000 um eins
  (Doppelspalten), beim Maßstab 1:100 000 um zwei und beim
  Maßstab 1/200 000 um vier fort.

  In der Kopfleiste befindet sich über den übrigen Spalten
  des Geheimelement für die erste und zweite Stelle der
  Klartextkoordinate (Tausender und Hunderter der Kilometer-
  angabe bzw. Gradangabe beim Maßstab 1:500 000).
  In den darunterliegenden Spalten befinden sich jeweils die
  Angaben der ersten und zweiten Stelle der Klarkoordinaten
  (Tausender und Hunderter der Kilometerangabe bzw. Grad-
  angabe beim Maßstab 1:500 000) und daneben die Geheimele-
  mente der dritten und vierten Stelle der Klarkoordinate
  (Zehner und Einer der Kilometerangabe bzw. Minutenangabe
  beim Maßstab 1:500 000).

  37. Hoch- bzw. Rechtswerte werden jeweils mit dreistelligen
  Zahlen codiert. Die codierten Koordinaten sind somit sechs-
  stellig (Anlage III/16).
  Zur näheren Punktbestimmung ist das Neunersystem anzuwen-
  den. Es kann mittels Vierersystem nochmals unterteilt
  werden, so daß eine so codierte Koordinate maximal acht-
  stellig sein kann(Anlage III/18).
  Bei Anwendung der genauen Punktbestimmung entstehen zehn-
  stellige codierte Koordinaten (Anlage III/18).
  Bei der Codierung von Karten des Maßstabes 1:50 000 ist zu
  beachten, daß es sich bei den äußeren und inneren Spalten
  der Tabelle um Doppelspalten handelt und die jeweils rech-
  ten und linken Spalten einer Doppelspalte nicht verwechselt
  werden dürfen.

  38. Das Eintragen der codierten Kartenkoordinaten erfolgt
  gemäß Anlage III/16. Bei den Maßstäben 1:50 000, 1:100 000
  und 1:200 000 sind die codierten Kartenkoordinaten des
  Rechtswertes zuerst auf den unteren (südlichen) Karten-
  rand aufzutragen, um beim Gitternetzsprung alle Werte zu
  erfassen.

  Großquadratverfahren

  39. Das Großquadratverfahren ist für alle Maßstäbe und
  Gitternetze geeignet. Bei diesem Verfahren werden neun
  Gitternetzquadrate zu einem Großquadrat zusammengefaßt,
  welches mit einer dreistelligen Zahl codiert wird.
  Eine Koordinate wird durch die Codierung des Großquadrates
  und Nennen der Lage des Gitternetzquadrates innerhalb des
  Großquadrates entsprechend dem Neunersystem angegeben.
  Zur annähernden Punktbestimmung ist ein nochmaliges Unter-
  teilen der Gitternetzquadrate nach dem gleichen System er-
  forderlich. Solche Koordinatenangaben mit annähernder
  Punktbestimmung sind fünfstellig (Anlage III/17).

  40. Die Zusammenfassung von 81 Gitternetzquadraten zu
  einem Großquadrat erhöht die Übersichtlichkeit, besonders
  bei großen Kartenausschnitten, verringert dagegen die
  Sicherheit des Verfahrens. Das Gitternetzquadrat ist in
  diesem Fall durch die Codierung des Großquadrates und
  Nennen der Lage des Gitternetzquadrates i Großquadrat
  durch zweimalige Neunerunterteilung anzugeben.
  Die Punktbestimmung erfolgt in gleicher Weise wie beim
  Zusammenfassen von neun Gitternetzquadraten zu einem Groß-
  quadrat (Anlage III/17).


  Stoßlinienverfahren und Geländecodierung

  41, Das Stoßlinienverfahren und die Geländecodierung sind
  für die Verschleierung von Kartenpunkten, Abschnitten,
  Räumen, Zielen, Standorten und anderen Angaben auf topo-
  graphischen Karten großer Maßstäbe, auf Luftbildern und
  Geländeskizzen zu verwenden.
  Die Anwendung erfolgt entsprechend den Festlegungen der
  DV 040/0/014.

  Codierung des Flugmeldenetzes (FMNK)

  42. Die Darstellung der Meldung über die Luftlage auf
  den Karten erfolgt nach dem Flugmeldenetz.
  Zur Verschleierung dieser Meldungen wird das Flugmeldenetz
  codiert.

  43. Für die Codierung des Flugmeldenetzes kommen die Über-
  sichtskarten der Maßstäbe 1:500 000, 1:1 000 000,
  1:2 000 000 und 1:2 500 000 zur Anwendung. Dabei wird der
  Standort eines Luftfahrzeuges mit einer siebenstelligen
  Zahl codiert, die sich wie folgt zusammensetzen:
     1. und 2. Ziffer        Nummer der Zone
            3. Ziffer        Nummer des Sektors
     4. und 5. Ziffer        Nummer des Großquadrates
            6. Ziffer        Nummer des mittleren Quadrates
            7. Ziffer        Nummer des Kleinquadrates
  Der Aufbau und die Bezifferung des Flugmeldenetzes sind
  in der Anlage III/19 dargestellt.

  44. Auf die Karten der Maßstäbe 1:500 000 und 1:1 000 000
  wird das Gitternetz bis zu den Kleinquadraten aufgetragen.
  Auf die Karten 1:2 000 000 erfolgt das Auftragen bis zum
  mittleren Quadrat und beim Maßstab 1:2 500 000 bis zum
  Großquadrat.
  Codiert werden:
  a) Nummer der Zone;
  b) Nummer des Sektors;
  c) Horizontal- und Vertikalreihen in den Sektoren zur
     Bestimmung der Großquadrate.
  In der Anlage III/19 ist ein entsprechendes Anwendungs-
  beispiel beschrieben.

  Codierung der Flugzeugführerkarte

  45. Der Aufbau des Quadratnetzes der Flugzeugführerkarte
  entspricht dem des Flugmeldenetzes. Hierbei werden aber
  nur die Großquadrate auf die Karte aufgetragen, ohne
  Berücksichtigung der Sektoren, da es sich um kleinere
  Kartenausschnitte handelt.

  46. Standortangaben werden durch vier- bzw. fünfstellige
  Zahlen codiert und wie folgt ermittelt:
     1. und 2. Ziffer  Bezeichnung des Großquadrates
            3. Ziffer  Bezeichnung des mittleren Quadrates
                       nach dem Neunersystem
            4. Ziffer  Bezeichnung des Kleinquadrates nach
                       dem Neunersystem
            5. Ziffer  Unterteilung des Kleinquadrates
                       nach dem Vierersystem
  Die 5. Ziffer kann, wenn nicht erforderlich, weggelassen
  werden.
  Ein Anwendungsbeispiel ist in der Anlage III/21 dargestellt.

  47. Codiert werden die Großquadrate durch einen periodisch
      wechselnden Ausgangswert und eine festgelegte Schlüssel-
      folge (Anlage III/20).

                                   Anlage III/1

  Muster einer Sprechtafel vom Typ 357

8546719320
2
3
4
6
5
1
9
8
7
0

                                   Anlage III/2

  Muster einer Sprechtafel vom Typ 357 mit Zahlentafel als 2. Stufe

Typ 357 mit ZT

                                   Anlage III/3

  Muster einer Sprechtafel vom Typ 360 mit 200 Phrasenstellen

Zeilenkomponente 1
Zeilenkomponente 2
9215036478
9
4
3
8
5
4
5
7
3
2
9
6
8
0
1
1
0
6
2
7
2
0
4
1
6
7
3
9
8
5
Zeilenkomponente 3

                                   Anlage III/4

  Muster einer Sprechtafel vom Typ 360 mit 160 Phrasenstellen und
  10 Phrasenstellen für die Ziffern 0 bis 9
Zeilenkomponente 1
Zeilenkomponente 2
0394671825
2
9
6
5
1
50
8
4
1
0123
2
7
3
6
9
0
4
8
3
7
4
0
1456
6
2
7
9789
8
3
5
Zeilenkomponente 3

                                   Anlage III/5

  Muster einer Sprechtafel vom Typ 470
YBCVLPKMANHOXIZGRESJUWQDFT
BL01
CH
PF23
AZ
WI
TK45
EM
RO
DG67
XS
QU
YJ89
VN

                                   Anlage III/6

  Muster verkürzter Sprechtafel

  Typ 357 mit 25 Phrasenstellen        Typ 357 mit 50 Phrasenstellen
70395824165987412360
98
84
00
77
65
41
13
52
29
36

                                   Anlage III/7

  Muster für die Mehrfachbelegung einzelner Phrasen

  9    5    0    7    1    8    3    2    6    4  
  5                  
  3         
  7         
  0          
  9          
  2          
  4        
  6        
  8       
  1          

                                   Anlage III/8

  Muster einer Zahlentafel vom Typ 1


  Codierteil

    0     1     2     3     4     5     6     7     8     9
  RG TK VO XH PQ RB SR PD VD RE PO TC ZK WQ WR WC ZI VE WP NE
  SQ SM PJ UP XN OC NL SZ NS YN WM OM RN WA RM YM OB WK RD NZ
  YT TO SP YQ XD RC OP NK XB OH VI ZH ZM PT SX ZB VB NH YR RL
  TA ZD ND ZR SO VJ ZS PK YS XA UQ OI PR XI PH NF WF RA YV UN
  TY WL UD VH ZC UK TB WN OQ SN XE TQ VA XG TH OR PS RH TZ OL
  TR VL VM UC YW XK PU UY UR YU UB NQ SW NA ZP SV XR OF US YL

  Decodierteil

  N   O   P   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z  
  A6  B8  D3  A8  M0  A0  B5  A6  A6  A4  L9  B7
  D1  C2  H7  B2  N4  B3  C1  B8  C7  B4  M7  C2
  E9  F8  J1  C2  O2  C5  D1  D4  F8  D2  N4  D0
  F7  H4  K3  D9  P1  H7  K2  E8  K8  E5  Q1  H5
  H8  I5  O5  E4  Q0  K0  N9  H1  L0  G6  R9  I8
  K3  L9  Q2  G0  R3  O0  P1  I5  M5  H1  S4  K6
  L3  M5  R6  H8  V7  Q5  Q5  J2  N3  I6  T0  M6
  Q5  P3  S8  L9  W6  R0  R4  L0  P9  K2  U4  P7
  S4  Q4  T6  M7  X7  Y0  S9  M1  Q6  N2  V9  R1
  Z9  R7  U3  N6  Z3  Z9  Y3  O1  R7  T8  W2  S3

                                   Anlage III/9

  Muster einer Zahlentafel vom Typ 2
HUWIOSACPMLEK
S012
C
O
L
P345
E
H
A
I6789
K
M
U
W
HUWIOSACPMLEK

                                   Anlage III/10

  Muster einer Zahlentafel vom Typ 3
Zeilenkomponente 1
Zeilenkomponente 2  Spaltenkomponente
8041562973
3
1
4
6
5
801234
2
0
1
9
8
2
9
7
0
456789
7
6
5
3
8041562973

  Beispiel für die 50-fache Belegung der Ziffern 0 und 5
               0                            5
     388  188  488  688  588        848  248  948  748  048
     328  128  428  628  528        878  278  978  778  078
     308  108  408  608  508        868  268  968  768  068
     318  118  418  618  518        858  258  958  758  058
     398  198  498  698  598        838  238  938  738  038
     380  180  480  680  580        840  240  940  740  040
     320  120  420  620  520        870  270  970  770  070
     300  100  400  600  500        860  260  960  760  060
     310  110  410  610  510        850  250  950  750  050
     390  190  490  690  590        830  230  930  730  030

  Muster von Permutationen zur Herstellung von Sprech- und Zahlentafelschlüsseln

  1. B 51/1 für Sprechtafeln der Typen 357 und 360
     (4x die Ziffern 0 bis 9)

  01.  5981074326  5027193486  5274619308  0826149735
   :
   :
  31.  8651304279  7015326894  2154976083  4076831925

  2. B 51/2 für Zahlentafeln des Typs 2
     (7 x 13 ausgewählte Buchstaben des Alphabetes)

  01.  WUKOMPCIAELSH  OLHMAEKWPCSUI  LAHCOPSUMKEIW  SWECLHUOKMPAI  SAOIMLKEWCPUH  COHWISPKMUALE  WHCESMOPLIKAU
   :
   :
  31.  MUKCAWHPLISOE  HMUWSAPEOLCIK  LHEIOUWMPKACS  AOSHEMWLKIUCP  UPLOHCIKMASEW  IEPLCOHWUKASM  IKAPUCSWOHMLE

  3. B 51/3 für Sprechtafeln des Typs 470

  01.  YPTHULEOFKMRCJADXBWQVZIGNS  ELDUWSKZYMHNXOIQHVBCRATPFG  QKVDUXPGFLIMOBWAYJNHRSCTEZ
   :
   :
  31.  LRDVWNHPEMBOYFUCKIQAXTZJAS  VOLBTKFDSARPMQEXYUZWINJHCH  ONAPTVIZHYEXKLDRFCBJUMQGWS

  4. B 51/4 für Sprechtafel des Typs 470
     (3x das vollständige Alphabet; 2 x 13 ausgewählte Buchstaben)

  01.  VFJBLYGNOUPQC WHIDRKZTMEXAS  QVRKDAWLHUGBTMXCZEJOFPYXNI  YUJAQNSKOHPFTGCEZRVBILXDMW  UKMEOPHIAWSLC AMPCUEOHKSIWL
   .:
    :
  31.  TOJQLUCYHRIVX EFWDGMZBPAKNS  MWGPCXRUHNJQZEFLIOAVKSYDTB  TVPQZLNRGHECSYXFWUBKIAJDMO  KSPHMIACEULWO PUALHIMOWCSEK


  5. B 51/5 für Sprechtafel des Typs 470
     (2x das vollständige Alphabet; 4 x 13 ausgewählte Buchstaben)

  01.  KMAGNUBOPYECDHLWJZIVXFQRTS  QUJVTOSEXCPYIGMLKHDZFRBNAW  LEAHKOCMWISUP  FDQABRNYOKWEH  ZMGSXVTLPJIUC  PUIOCLEASMKHW
   :
   :
  31.  VZTKBDWEJLHNFYMRPXIOUSGACQ  KSAFUHVMDZNGPRYOXIWJEQTLCB  OHILEWKCMAUSP  QJXPURTZNOGIM  DBKSHLEFYACVW  EOSIULPAHWCMK

  6. B 51/7 für Sprechtafel des Typ 357 plus Zahlentafel Typ 2
     (1x die Ziffern 0 bis 9; 1 x 13 ausgewählte Buchstaben; 1x die Ziffern 0 bis 9;
     1 x 13 ausgewählte Buchstaben)

  01.  8246157093  WPAUCLMHKIEOS  7041983265  UIOSKWMPLHEAC
   :
   :
  31.  0428691735  SPHLUKWAOMIEC  0389146275  SACMEPOPUHIWL

  7. B 51/8 für Sprechtafeln des Typs 470
     (2x das vollständige Alphabet

  01.  TIBJYMXHPKVNL DWCFZGQROESUA  SPFUVIQBRLECN KZGYWHMXTJDAO
   :
   :
  31.  JKNSLZXPVEBQW GICMUHAYTODEF  QREUVFNBHPWMK GAOYJTCZIDSLIX

  8. B 51/9 für Sprechtafeln des Typs 357 plus Zahlentafel Typ 2
    (2x die Ziffern 0 bis 9; 2 x 13 ausgewählte Buchstaben)

  01.  0574618329  1207539648  IPLEUWCAHMSKO  UMWSLPEHKACIO
   :
   :
  31:  3842506719  7860295143  LEHSWCOMUPKIA  WUKAHMCLIEOSP

  9.B 51/10 für Sprechtafeln des Typs 470
    (2x das vollständige Alphabet)

  01.  MSEGDJTOWLVYX  IUBZPHKCARFNQ  EIHGWVTMKSLJRNAPZCUY  QBDOXP
   :
   :
  31:  RCKFWZJUOBHGE  SYQTPYVINMDLA  HYGJQAICNLTEMUODWKRB  SVPFXZ

 10. B 51/11 für Sprechtafeln des Typs 360
    (4x die Ziffern 0 bis 9)

  01.  82379  61045  1873592604  8120639457  3256781049
   :
   :
  31.  27305  16498  9283765401  5792130684  2941580376

 11. B 51/12 für Sprechtafeln des Typs 360 plus Zahlentafel Typ 2
    (4x die Ziffern 0 bis 9; 2 x 13 ausgewählte Buchstaben)

  01.  68978  31042  1790584326  6403985712  1023754896  IALEHCKOUPWSM  HPLSAOUEWCKIM
   :
   :
  31.  02963  84175  5072486139  4285306791  3215690478  LICMAWUSEHKOP  MHAEOKUWPSILC

                                                    Anlage III/12

  Muster für die Schlüsselbildung bei den verschiedenen Sprechtafeltypen
  1.Typ 357
 Nr.  Zeilenkomponente Spaltenkomponente 
 01 4 3 7 9 6 2 0 1 5 8  6 9 0 3 8 7 2 1 4 5
:
:
:
  
 31  


  2.Typ 360
 Nr.  Zeilenkomponente 1  Zeilenkomponente 2  Zeilenkomponente 3  Spaltenkomponente 
 01 6 4 0 1 9 7 2 8 3 5  2 9 6 3 0 4 1 8 5 7  4 2 6 0 1 8 9 7 3 5  2 4 1 5 9 8 0 7 3 6 
:
:
:
    
 31    


  3. Typ 470
 Nr.  Zeilenkomponente  Spaltenkomponente 
 Phrasenteil  Zahlenteil  Phrasenteil  Zahlenteil 
 01 QVZCDJEGOHRKI  MASWXNFBUTPYL  JU GY EX WD OF KN CZ BM PV SI  L H Q  T R A 
:
:
:
 31

                                 Anlage III/13

  Muster einer verkürzten Sprechtafel vom Typ 357 mit Spruch-
  schlüssel


                             Spaltenkomponente:     
                        | 1. | 7 6 8 4 9 2 3 0 5 1 |
                        | 2. | 9 6 4 8 3 1 5 0 7 2 |
                        | :  |                     |
                        | :  |                     |
                        | 9. | 6 9 0 1 8 4 7 3 5 2 |
                        | 0. | 8 9 7 2 4 5 0 6 1 3 |
                                        _
                                        |
  Zeilenkomponente:                     |
  |1.|2.|...|9.|0.|                     V             
  |7 |9 |...|2 |4 |         |    |    |    |    |    |
  |2 |8 |...|0 |8 |         |    |    |    |    |    |
  |0 |6 |...|9 |9 |         |    |  SPRECHTAFEL      |
  |1 |4 |...|8 |7 |         |    |    |    |    |    |
  |8 |1 |...|6 |6 |         |    |    |    |    |    |
  |5 |0 |...|1 |1 |  |--->  |    |    |    |    |    |
  |9 |5 |...|7 |2 |         |    |    |    |    |    |
  |3 |2 |...|5 |0 |         |    |    |    |    |    |
  |4 |7 |...|4 |3 |         |    |    |    |    |    |
  |6 |3 |...|3 |5 |         |    |    |    |    |    |

  Beispiel:
  Es soll mit dem Schlüssel Nr. 2 gearbeitet werden.
  Beide Schlüsselstreifen sind soweit unter die Sprechtafel zu
  schieben, daß die Nr. 2 sichtbar bleibt.
  Die Nr. 2 auf beiden Schlüsselstreifen wird einfach durchge-
  strichen und bei der 2. Benutzung unkenntlich gemacht.

                              Anlage III/14

  Gebrauchsanweisung für eine Sprechtafel

  1. Die Sprechtafel ..... dient der Verschleierung von Infor-
     mationen. Sie kann gemeinsam mit festgelegten Indizes und
     Sprechfunkrufzeichen sowie Codierungen topographischer
     Karten/Stadtpläne angewandt werden.

  2. Die Anwendung von Mischtext ist gestattet. Die Klartext-
     teile dürfen jedoch keine Rückschlüsse auf die Bedeutung
     des Geheimtextes zulassen.
     Informationen, die sich nicht unmittelbar nach der Gesprächs-
     führung auswirken, sind Mittel höherer Sicherheit zu
     bearbeiten!

  3. Verschleierung: Jede Phrase/Ziffer wird mit einer zwei-
     stelligen Codegruppe, bestehend aus einem Geheimelement
     der Zeile und einem Geheimelement der Spalte, in deren
     Schnittpunkt sich die Phrase/Ziffer befindet, verschleiert.
     Die Geheimelemente für die jeweiligen Phrasen/Ziffern sind
     unsystematisch zu verwenden.
     Kartenkoordinaten sind codiert in den Text einzufügen.
     Die offene Übermittlung von Koordinaten oder geographischen
     Bezeichnungen ist verboten.

  4. Entschleierung: Sie erfolgt durch das Aufsuchen der Ge-
     heimelemente in der betreffenden Zeile und Spalte.
     In deren Schnittpunkt ist die entsprechende Phrase/Ziffer
     abzulesen.

  5. Die Gültigkeit eines Schlüssels beträgt 24 Stunden.
     Der Schlüsselwechsel ist zum Zeitpunkt des Wechsels
     anderer Betriebsunterlagen durchzuführen. Die gültigen
     Schlüsselserien sind dem Plan der Gültigkeit der Codier-
     mittel zu entnehmen.

  6. Kompromittierung oder Verlust der Sprechtafel bzw. Schlüssel
     sind dem jeweiligen Vorgesetzten sofort zu melden!

                                     Anlage III/15

  Aufbau einer Tabelle der Kartencodierung des Verfahrens
  "SAPAD-71" (Maßstab 1:200 000)

SAPAD 71

                                        Anlage III/16

  Muster einer Codierung nach dem Verfahren SPAD-71 (Maßstab 1:200 000)

Muster SAPAD 71

Beispiel: Klarkoordinate       - 57₁₂   26₃₂ Punkt A
          Codierte Koordinate  - 300726

                                      Anlage III/17

  Muster einer Codierung nach dem Großquadratverfahren
  a) mit 9 Gitternetzquadraten
Großquadrat 9 Gitter

  b) mit 81 Gitternetzquadraten
Großquardrat 81 Gitter

                                      Anlage III/18

  Beispiele für die Punktbestimmung
  1. Annähernde Punktbestimmung        2. Genaue Punktbestimmung

Punktbestimmung

                                      Anlage III/19

  Aufbau und Bezifferung des Flugmeldenetzes

Flugmeldenetz Flugmeldenetz


  Anwendungsbeispiel:
  (1) volle Bezeichnung
      Zone Typ A  2852794     Zone B  1862794
                    28                    18       Nr. d. Zone
                      5                     6      Nr. d. Sektors in d. Zone
                       27                    27    Nr. d. Großquadrates
                                                   (Schnittpunkt)
                         9                     9   Nr. d. mittl. Quadrates
                          4                     4  Nr. d. Kleinquadrates

  (2) 1. gekürzte Bezeichnung
      Hierbei wird die Nummer der Zone weggelassen

  (3) 2. gekürzte Bezeichnung
      Es werden die Nummern der Zone und des Sektors weggelassen.

  Die Anwendung der Absätze (2) und (3) ist nur in der Ebene
  Einheit gestattet.

  Die unter (1) aufgeführten Standorte von Luftfahrzeugen werden
  entsprechend nachfolgender Tabelle codiert:

  Tabelle der Codierung des Flugmeldenetzes (Beispiel)

  ___________________________________________________________________
  Nr.d.   Codierung   Codierung der Sektoren   Codierung der
  Zonen   der Zonen                            Großquadrate          
   28        76        0 4 9 3 1 2 8 7 5 6      7 4 0 1 5 3 9 2 6 8
   18        94        2 9 4 8 7 3 0 5          5 8 2 7 0 4 6 3 1 9  

  Die mittleren und die kleinen Quadrate sind durch das
  Neunersystem zu bestimmen und werden nicht codiert.
  Danach erhalten die Klarkoordinaten der Zone Typ A 2852794
  folgende Werte:

  Nr. der Zone                  28  - codierter Wert      76
  Nr. des Sektors                5  - codierter Wert       1
  Nr. des Großquadrates         27 - codierter Wert       49
  Nr. des mittleren Quadrates      - nach Neunersystem     9
  Nr. des Kleinquadrates           - nach Neunersystem     4

  Der vollständig codierte Wert lautet:  7614991

  Analog werden die Koordinaten der Zone Typ B codiert.

Flugmeldenetz

                                      Anlage III/20

  Muster einer Codierung der Flugzeugführerkarte
Flugzeugführerkarte

                                      Anlage III/21

  Muster einer Codierung eines Großquadrates der
  Flugzeugführerkarte

Flugzeugführerkarte Großquadrat

  Anwendungsbeispiel:
  Ein Großquadrat wird im Plan der Gültigkeit der Codier-
  mittel als Ausgangsquadrat festgelegt und erhält den
  codierten Wert 93. Die Schlüsselfolge lautet:
     nach Norden   10 subtrahieren
     nach westen    1 subtrahieren
  Codierung eines Standortes würde dann lauten:
  Codierung des Großquadrates          15
  Bezeichnung des mittleren Quadrates   3
  Bezeichnung des Kleinquadrates        7
  Bezeichnung des Kleinstquadrates      2

  Der codierte Wert des Standortes lautet:  15372

  IV. Codier- und Verschleierungsmittel für das Zusammenwirken
     der Armeen der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages

     Allgemeines

     1. Codierverbindungen des Zusammenwirkens sind auf der
     Grundlage der durch den Stab der Vereinten Streitkräfte
     genehmigten Muster von Codier- und Verschleierungsmitteln
     und Methoden der Codierung zu organisieren.
     Es finden Verwendung:
     a) Codier- und Signaltabellen mit Überschlüsselungs-
        mitteln;
     b) Sprechtafeln und Tabellen mit Schlüsselsystemen ohne
        Überschlüsselung;
     c) Codierung topographischer Karten.
     Anträge zur Ausarbeitung neuer Muster von Codier- und Ver-
     schleierungsmitteln (Anlage IV/3) sind an den CN/MfNV
     einzureichen.

     2. Für die Erarbeitung von Codier- und Verschleierungs-
     mitteln auf der Grundlage bestätigter Muster wird nach
     gegenseitiger Vereinbarung ein Verantwortlicher festgelegt.

     3. Codier- und Verschleierungsmittel sind zu bestätigen:
     a) durch den Chef des Stabes der Vereinten Streitkräfte
        für Codiermittel mit Schlüsselsystem ohne Überschlüsse-
        lung;
     b) durch den Leiter Nachrichten, dessen Stab die Mittel
        für Übungen und Einsätze erarbeitet bzw. für Codier-
        Verschleierungsmittel mit Überschlüsselung für die
        ständige Gefechtsbereitschaft.

     4. Codier- und Verschleierungsmittel, die durch den Stab
     der Vereinten Streitkräfte in Kraft gesetzt wurden, können,
     mit dessen Genehmigung, bei planmäßigen Übungen genutzt
     werden. Anträge sind 6 Wochen vor geplanter Nutzung
     an den CN/MfNV einzureichen.

     5. Die mit Codier- und Verschleierungsmitteln des Zusammen-
     wirkens bearbeiteten vertraulichen und offenen Informa-
     tionen können über alle Nachrichtenverbindungen übertragen
     werden.


     Signaltabelle des Typs 149-1

     6. Die nach dem Typ 149-1 hergestellten Signaltabellen
     sind zur Codierung von Meldungen bestimmt, die über Nach-
     richtenverbindungen beim Zusammenwirken von Armeen der
     Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages bei gemeinsamen
     Übungen und Gefechtshandlungen übertragen werden.
     Sämtliche Meldungen sind vollständig zu codieren.
     Die Übertragung von Mischtexten ist verboten.
     Der Einsatz einer Signaltabelle des Typs 149-1 ist beim
     CN/MfNV zu beantragen.


     Aufbau der Signaltabelle

     7. Die Signaltabelle des Typs 149-1 besteht aus dem
     Phrasenbestand, der Gebrauchsanweisung und der Hülle.
     Zusätzlich werden Schlüsselkomplekte herausgegeben, denen
     die gültigen Schlüsselstreifen und die Decodiertabelle zu
     entnehmen und in der Reihenfolge ihrer Numerierung von
     1 bis 10 in den Phrasenbestand der Signaltabelle bzw. in
     den Einschub für die Decodiertabellen einzufügen sind
     (Anlage IV/1: Phrasenteil mit Schlüsselstreifen,
     Anlage IV/2: Decodiertabelle).
     Die Hülle besteht aus 5 Doppelseiten zur Aufnahme des
     Phrasenbestandes, der Schlüsselstreifen und der Gebrauchs-
     anweisung sowie einem Klappdeckel, dessen Innenseite zur
     Aufnahme der Decodiertabelle bestimmt ist.
     Die Doppelseiten sind in je drei Einschüben unterteilt, die
     zur Aufnahme folgender Teile dienen:
     a) linker Einschub     linker Phrasenteil zur Codierung/
                            Decodierung
                            ДЛЯ 3AKOДИPOBAHИЯ И PA3KOДИPOBAHИЯ
     b) mittlerer Einschub  Schlüsselstreifen
     c) rechter Einschub:   rechter Phrasenteil zur Codierung/
                            Decodierung
                            ДЛЯ 3AKOДИPOBAHИЯ И PA3KOДИPOBAHИЯ

     Die Teile sind so angeordnet, daß sich links und rechts
     vom Schlüsselstreifen je 40 Zeilen befinden, die mit Phra-
     sen belegt werden können.
     In den Phrasenbestand der Tabelle sind vollständige Phrasen,
     Phrasen mit Möglichkeit der Einführung, einzelner Worte,
     Ziffern, Uhrzeiten (Stunden und Minuten), Bezeichnungen
     von Führungsstellen, Truppenteilen und andere erforderliche
     Bezeichnungen aufzunehmen.
     Buchstaben, Präpositionen, Konjunktionen und Satzzeichen
     dürfen nicht aufgenommen werden. In die Spalten zur Codie-
     rung/Decodierung sind Ziffern, Zahlen, Uhrzeiten (Stunden
     und Minuten) und andere Phrasen aufzunehmen. Phrasenkombi-
     nationen mit codierten Koordinaten sind im Komplex aufzu-
     nehmen.
     Beispiel:  ABИЦИ,И/Я HAHEC,ЛA/TИ УДAP ПO PAЙOHУ ...
     Jeder Schlüsselstreifen enthält auf 40 Zeilen mit 3 Spalten
     120 dreistellige Zahlen. Die Zahlen der ersten (linken)
     Spalte sind von den Zahlen der zweiten und dritten Spalte
     durch eine senkrechte Linie getrennt und dienen der Codie-
     rung der Phrasen links des Schlüsselstreifens. Die Zahlen
     der zweiten und dritten Spalte sind zur Codierung der
     Phrasen rechts des Schlüsselstreifens bestimmt.
     Die Decodiertabelle stellt eine Zahlentafel dar, deren
     Zeilen mit zweistelligen Zahlen von 00 bis 99 und deren
     Spalten mit den Ziffern 0 bis 9 numeriert sind. An den
     Schnittpunkten der Zeilen mit den Spalten befinden sich
     dreistellige Zahlen, deren erste Ziffer die Nummer des
     Schlüsselstreifens und deren zweiten und dritte Ziffern
     die Nummer der Zeile angegeben, in der sich die gesuchte
     Codegruppe befindet.


     Codierung

     8. Vor den Codieren einer Information wird jeder Schlüssel-
     streifen des gültigen Schlüsselkomplektes in den dafür
     vorgesehenen Einschub der Signaltabelle zeilengleich mit
     der Phrasentafel gesteckt.
     Zum Codieren ist jede Phrase in der Spalte zur Codierung/
     Decodierung (links bzw. rechts vom Schlüsselstreifen) auf-
     zusuchen und durch eine der dreistelligen Zahl zu er-
     setzen, die sich in der gleiche Zeile des Schlüsselstrei-
     fens befindet.
     Dabei wird die links vom Schlüsselstreifen angeordnete
     Phrase durch eine der beiden dreistelligen Zahlen ersetzt,
     die links von der senkrechten Linie des Schlüsselstreifens
     in den beiden der Phrase entsprechenden Zeilen angeordnet
     sind.
     Die rechts vom Schlüsselstreifen befindliche Phrase wird
     durch eine der beiden dreistelligen Zahlen ersetzt, die
     sich rechts von der senkrechten Linie auf der gleichen
     Zeile des Schlüsselstreifens befindet.
     Codierte Kartenkoordinaten werden als geschlossen Gruppen
     (6- bis 8-stellig) in den Text eingefügt.
     Beispiel für die Codierung (Anlage IV/1):
     Die Phrase OI Ч. (Zeilen 03 und 04 Links des Schlüssel-
     streifens) wird ersetzt durch eine der beiden dreistelligen
     Zahlen links von der senkrechten Linie des Schlüsselstrei-
     fens. Die beiden möglichen Codegruppen lauten 728 bzw. 110.
     Die Phrase APMИИ (ДИBИ3ИИ) БЫTЬ B ГOTOBHOCTИ K
     (Zeile 04 rechts des Schlüsselstreifens) wird durch eine
     der beiden dreistelligen Zahlen rechts von der senkrechten
     Linie des Schlüsselstreifens ersetzt. Die beiden möglichen
     Codegruppen lauten 196 bzw. 857.


     Decodierung

     9. Zum Decodieren einer Information wird der gültige
     Schlüssel in die Einschübe der Signaltabelle, wie in
     Ziffer 8. beschrieben, eingesteckt.
     Die Decodiertabelle wird in den Klappdeckel eingelegt.
     Danach werden die ersten beiden Ziffern der zu decodie-
     renden Codegruppen unter den Nummern der Zeilen und die
     dritte Ziffer unter den Nummern der Spalte der Decodier-
     tabelle aufgesucht. Im Schnittpunkt Zeile-Spalte wird die
     dort befindliche dreistellige Zahl abgelesen.
     Die erste Ziffer dieser dreistelligen Zahl gibt die Nummer
     des Schlüsselstreifens, die zweite und dritte Ziffer die
     Nummer der Zeile, in der sich die gesuchte Codegruppe be-
     findet, an.
     Wenn die Codegruppe links von der senkrechten Linie des
     Schlüsselstreifens steht, wird die dazugehörige Phrase in
     der Linken Spalte zur Codierung/Decodierung abgelesen.
     Steht die Codegruppe rechts von der senkrechten Linie des
     Schlüsselstreifens, wird die Phrase in der rechten Spalte
     zur Codierung/Decodierung aufgesucht.
     Beispiel für die Decodierung (Anlage IV/2):
     Die Codegruppe 960 soll decodiert werden.
     Die ersten beiden Ziffern der Codegruppe (96) werden in
     der Zeilenumerierung, die dritte Ziffer (0) wird in der
     Spaltennumerierung der Decodiertabelle aufgesucht.
     Im Schnittpunkt steht die dreistellige Zahl 136, das heißt,
     die gesuchte Codegruppe befindet sich auf dem Schlüssel-
     streifen Nr. 1 in der Zeile 36. Da sie rechts von der
     senkrechten Linie des Schlüsselstreifens steht, lautet die
     dazugehörige Phrase BAC ПOДДEPЖИBA.ET/ЮT.
     Ein- und zweistellige Ziffern, Angaben für Minuten (05M)
     oder Stunden(12Ч) sind direkt aus der Decodiertabelle zu
     entnehmen.


     Schlüsselkomplekt

     10. Die zum Einschub in die Signaltabelle vorgesehenen
     Schlüsselstreifen sowie die Decodiertabelle werden zu je
     10 Schlüssekomplekten in Heftform hergestellt. Die Schlüs-
     selstreifen jedes Komplektes sind in der Reihenfolge von
     1 bis 9 numeriert, während die Decodiertabelle mit der
     Nummer 10 bezeichnet ist.
     Für die Entnahme und Vernichtung befindet sich auf der
     Innenseite des Umschlagdeckel ein entsprechender Nachweis.
     Die Entnahme der Schlüsselstreifen und der Decodiertabelle
     erfolgt je Komplekt geschlossen als Blatt 1 bis 10.
     Nach der Entnahme sind die Streifen und Decodierta-
     belle abzutrennen und die dafür vorgesehenen Einschübe
     der Signaltabelle in der Reihenfolge von 1 bis 10 einzu-
     stecken.
     Nach Außerkraftsetzung des jeweiligen Schlüsselkomplektes
     sind die Blätter 1 bis 10 auf der Innenseite des Umschlag-
     deckels ordnungsgemäß nach 24 Stunden bzw. auf Weisung des
     Herausgebers zu vernichten.

                                 Anlage IV/1

  Muster einer Signaltabelle vom Typ 149-1

Signaltabelle Typ 149-1

                                 Anlage IV/2
  Decodierteil zur Signaltabelle vom Typ 149-1

Decodierteile Typ 149-1

  Muster eines Antrages zur Ausarbeitung neuer Muster von
  Codier- und Verschleierungsmitteln

                                               CEKPETHO
                                               (пo зaпoлeнeнии)

         TAKTИKO-CПEЦAЛHЫE TPEБOBAHИЯ

  нa paзpaбoТтky oбpaзцa  .................................
  (KT, CKT, ПT, TC, CKK)

  I. Дaнныe o ceти cвязи, для koтopй нeoбxoдимo paзpaбoтoть
     oбpaзeц

     I. Haймeнoвaниe ceти cвязи  .........................
        (oпepaивнaя, тылa, PB и A и т.д.)
     2. Oбщee koличecтвo koppecпoндeнтoв в ceТи cвязи ....

     3. Bид cвязи  .......................................
        (oбщaя, иидивидyьнaя, циpkyляpнaя)
     4. Пpeднaзнaчeниe  ..................................
        (для бoeвыx ycлoвий, yчeний пoвceднeвoй cвязи)
     5. Cpeдcтвa cвязи  ..................................
        (poвoдныe, paдиo, paдиopeлeйныe, тpoпocфepныe)
        ..................................................
        (paдиyc дeйcтвия paдиocpeдcтв)
     6. Cпocoб пepeдaчи  .................................
        (kлюч, миkpoфoн и т.д.)
     7. Пo kakим вoпpocaм бyдт вecтиcь пepeгoвopы (пepe-
        дaчи)  ...........................................

     8. Cтeпeнь cekpkтнocти пepeдaвaeмыx cooбшeний  ......
        (cekpeтныe, cлyжeбныe, нecekpeтныe)
     9. Уcлoвия пpимeния  .................................
        (cтaциoнapныe, в пoлeвыx ycлoвияx , нa kopaблe,
        caмoлeтe и т.д.)
     10. Macштaбы тoпoгpaфичeckиx kapт, пpимeняeмыx в coчe-
         тaнии c дokyмeнтaми pyчнoуo koдиpoвaния пo paз-
         paбaтывaeмoмy oбpaзпy  ...........................

  II. Дoяoлнитeльннлe дaннлe. xapakтepизyющиe ceть cвязи  ...
      .......................................................
      .......................................................

  III. Tpeбoвaния k paзpaбaтывaeмoмy oбpaзцy
       I. Oбьeм cлoвapь              ..... cлoвapныx вeличин
       2. Пoдядok paзмeщeния cлoвapныx вeличин  ............
          (aлфaбитный, нeaлфaбитный пo paздeлaм)
       3. 3нaчнocть koдoбoзнaчeний  ........................
          (3-x, 4-x или 4-знaчныe)
       4. Пpeдпoлaгaeмoe koличecтвo cooбщeний в cyтkи  .....

       5. Пpeдпoлaгaeмaя длинa cooбщeний в гpyппax
          a) мakcимaльнaя           .....  гpyпп
          б) cpeдняя                .....  гpyпп
          в) минимaльнaя            .....  гpyпп
       6. Tpeбyeмыe гaбapиты тaблицы
          a) в paбoчeм пoлoжeнии    ... x ... мм
          б) в нepaбoчeм пoлoжeнии  ... x ... мм
       7. Kak дoлжнa ocyщecтвлятьcя koдиpoвka пyнkтoв мecтнocти
          лoпokaprты  ......................................
          (пo тaблицe дaннoгo oбpaзцa, пo oтдeльнoй cиcтeмe)
       8. Tpeбyeмaя тoчнocт зakoдиpoвaния пyнkтoв мecтнocти в
          зaвиcимocти oт иcпoльзyeмoгo мacштaбa тoпokapты  ...
       9. Koличecтвo пyнkтoв мecтнocти тoпokapты, пpeдпoлa-
          гaeмыx k зakoдиpoвaнию в oднoм cooбщeнии  .........
       10. Дoпoлнитeльныe тpeбoвaния k paзpaбaтывaeмoмy
           oбpaзпу  ..............................................
           .......................................................
           .......................................................

                       Übersetzung

                                  Vertrauliche Verschlußsache!
                                  (bei Ausfüllung)

           Spezialtaktische Forderungen

  zur Ausarbeitung des Musters  ...............................
  (Codiertabelle, Signalcodiertabelle, Sprechtafel, Signal-
  tablle, Kartencodierung)

  I.  Angaben zur Nachrichtenverbindungen, für das die Aus-
      arbeitung notwendige ist

      1. Bezeichnung der Nachrichtenverbindungen  .............
         (operativ, rückwärtig, RTA usw.)
      2. Allgemeine Anzahl der Teilnehmer  ....................

      3. Art der Verbindung  ..................................
         (allgemein, individuell, zirkular)
      4. Zweckbestimmung  .....................................
         (für die ständige Gefechtsbereitschaft, für Übungen
         und Einsätze, für höhere Stufen der Gefechtsbereit-
         schaft)
      5. Nachrichtenmaterial  .................................
         (Draht, Richtfunk, Funk, Troposphärenfunk, Reich-
         weite der Funkmittel)
      6. Art der Sendung  .....................................
         (Taste, Telefon usw.)
      7. Inhalt der Gespräche (Sendungen)  ....................

      8. Geheimhaltungsgrad der zu sendenden Informationen  ...

      9. Anwendungsbedingungen  ...............................
         (stationär, unter Feldbedingungen, auf Schiffen,
         in Flugzeugen usw.)
      10, Maßstäbe topographischer Karten, die in Verbindung
          mit den Dokumenten der manuellen Codierung ent-
          sprechend dem auszuarbeitenden Muster angewendet
          werden sollen  ......................................

  II.  Zusätzliche, die Nachrichtenverbindungen charakteri-
       sierende Angaben  ......................................
       ........................................................
       ........................................................

  III. Forderungen an das auszuarbeitende Muster

       1. Anzahl der Phrasen              ..... Phrasen

       2. Ordnung der Unterbringung der Phrasen  ..............
          (alphabetisch, nichtalphabetisch, nach Abschnitten)
       3. Umfang der Codegruppen  .............................
          (3-, 4- oder 5-stellig)
       4. Voraussichtliche Anzahl der Informationen in
          24 Stunden  .........................................

       5. Voraussichtliche Länge der Informationen in Gruppen
          a) maximal                      .....  Gruppen
          b) durchschnittlich             .....  Gruppen
          c) minimal                      .....  Gruppen

       6. Geforderte Abmessungen der Tabelle
          a) in Arbeitslage               ... x ... mm
          b) zusammengeklappt             ... x ... mm

       7. Wie soll die Codierung von Geländepunkten auf topo-
          graphischen Karten durchgeführt werden  .............
          (entsprechend Tabelle nach vorliegendem Muster,
          nach separatem Muster)
       8. Geforderte Genauigkeit der Codierung von Gelände-
          punkten in Abhängigkeit es anzuwenden Maßstabes
          der topographischen Karten  .........................
       9. Anzahl der Geländepunkte der topographischen Karten,
          die voraussichtlich in einer Information zu codieren
          sind  ...............................................
      10. Zusätzliche Forderungen zum auszuarbeitenden Muster
          ...................................................
          ...................................................
          ...................................................