T-315 MIRA
In der A-Entwicklung wurde die T-315 gebaut durch das MfS Abt. XI. BStU*1
In der K-Entwicklung dann durch die Abt. ITU. BStU*94
Das Chiffriergerät war für den Auslandseinsatz geplant.
Es Bestand die Forderung das die T-315 klein und transportabel ist.
Es wurde vorrangig für die Auslandsvertretungen der DDR geplant und nur
in der Chiffrierkabine AURORA genutzt werden.
Es verfügte über einen PC Anschluß, als Bindeglied zwischen PC und Modem.

Geplant war der Einsatz auch für die Kommunikation mit den
IM in den Einsatzgebieten.

Die Dokumentation zur KOMA (Kompromittierende Abstrahlung) BStU*167
zeigt folgenden Stand der Entwicklung des Chiffriergerätes:

Die T-315 MIRA besteht aus folgenden Elementen:
- Grundgerät (GG) T-315 mit eingebauten Handleser (HL),
  mit der Softwareversion vom 06. 09. 1989
- Terminal T-315, mit der Hardwareversion vom 23. 02. 1989
  und der Softwareversion vom 20. 02. 1989
- Akku-Block
- Lochbandeinheit (LBE) mit Netzteil, mit der Hardwareversion vom
  27. 02. 1989 und der Softwareversion vom 01. 03. 1989
- Thermodrucker K 6304, Soft- und Hardwareversion Standard Robotron.

Einsatzbedingung für das Chiffriergerät ist, das dieses nur
in geschirmten Kabinen zu verwenden ist. (Botschaften).
Schlüsseleingaben erfolgt nur über den Handleser.
Die LBE dient nur zum Lesen und Stanzen von GTX-Lochstreifen.
Der HL und die LBE sind 5-kanal Lochstreifengeräte.

Besonderheiten zur Senkung der KOMA:
- die Tastatur des Terminals werden pseudozufällig die Zeilen ausgelesen,
- Verzicht auf Tasten mit Read Kontakten, verwendung von Elastomer Tasten,
- die Auswertung des Tastencodes erfolgt im GG,
- die Verbindung zwischen LBE und GG ist eine LWL Verbindung,
- das GG ist komplett geschirmt,
- die Stromversorgung erfolgt nur über Akkumulatoren.

Das Gerät hat folgende Betriebszustände:
- Schlüsseleinlesen
- Chiffrieren/Dechiffrieren
- Prophylaktische Prüfung
- Klartexteingabe
- Klartextausgabe
- Klartextverarbeitung (Textprozessor)
- Geheimtexteingabe
- Geheimtextausgabe
- Geheimtextverarbeitung


Die T-315 MIRA und die T-316 GO sind in der Software und dem Chiffrier-
algorithmus nur unterschiedlich in der Beschreibung der entsprechenden
Eingabe - Ausgabekonfiguration. Die Ausgabetexte des Geheimtextes bzw.
die Eingabe des Geheimtextes wurde von der T-315 MIRA in der T-316 GO
übernommen.

Der Geheimtext wird in hexadezimaler Form im Chiffriergerät erzeugt
und für die Ausgabe in die Buchstaben A ... P kodiert. Die Zahl
0 entspricht dem A, die hexadezimale Zahl
f entspricht dem P

Die Klartexte werden intern in ITA-2 Code gewandelt.
In der T-315 MIRA wurde zur Anzeige der Texte zu Beginn die VQC-10
verwendet, danach wurde ein LC-Display wie in der T-316 GO verwendet.