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T-310/50 ARGON
BStU*1, *15, *17, *59, *61, *78, *109, *129, *131, *166, *168, *215, *216, *335, *399, *430 - *449
T-310 mit BT und BTZ
Abb.: T-310/50 mit BT und BTZ
NVA Ausstellung Harnekop
Kurzcharakteristik:

Das Gerät T-310 ist ein elektronisches Kanalchiffriergerät mit
internem Schlüssel, das als Zusatzgerät für Fernschreib-
Endplätze eingesetzt wird.

Das Gerätesystem T-310 besteht aus GG  Grundgerät
                                   SV  Stromversorgungsgerät
                                   BT  Bedienteil
                 je nach Variante  BTZ Bedienteilzusatz

Zusatzgeräte: Fernschreibmaschine FSM T 51, T 53 mit Anbaulocher T 52,
              Lochstreifensender  LS T 53/4, T 53/5, T 53/6, T 53/7,
              Fernschaltgerät     FSG T 57/4, T 57/8

Taktisch-technische Daten:
 Abmaße:
 GG     700 x 650 x 420 mm  64 kg
 SV     700 x 400 x 400 mm  53 kg
 BT/BTZ 256 x 157 x 280 mm   5 kg

 Netzdaten
 Netzspannung           220 V ± 10 - 15 %
 Netzfrequenz            50 Hz ± 3 %
 Leistungsaufnahme      200 VA (SV mit GG)
                         20 VA (BT/BTZ)
 zulässiger Netzausfall  20 ms

 Übertragungsgeschwindigkeit 50 und 100 Baud (umschaltbar)
 Zulässige Einsatzzeit       Dauerbetrieb
 Einsatzgrundsätze           vorgesehen für stationären und
                             mobilen Einsatz während Transport
                             keine Arbeit möglich

Einsatzebenen:
Zentrale Führungsbereiche
MfS bis KD
NVA bis WKK
MdI bis VPKA
zivile Organe bis RdK
ausgewählte Kombinate

Schlüsselmittel:

Langzeitschlüssel LZS
- ist in Form von Steckkarten im Gerät realisiert,
- sein Wechsel wird nur bei Notwendigkeit (z.B. Kompro-
  mittierung) grundsätzlich durch Kräfte der zuständigen
  Abteilung XI vorgenommen,
- im ZCO lagen für den sofortigen Tausch 4500 neue Langzeit-
  schlüssel bereit. Stand Juni 1986.

Zeitschlüssel ZS
- Verwendung von Lochkarten
  Typ 758  Zusammenwirken Zentraler Führungsebene
  1 KG-Tabelle mit 14 Kenngruppen und 14 Lochkarten,
  Typ 796  in BEL/KEL und innerhalb der Organe
  1 KG-Tabelle mit 5 Kenngruppen und 5 Lochkarten,
- hat eine Gültigkeit von einer Woche (für Vorserien-
  geräte - Einsatzjahr 1982 - wurde im Jahr 1982 täglich
  der Schlüsselwechsel durchgeführt).

Kontroll- und Prüfschlüssel
- Verwendung von Lochkarten
  Typ 821  in allen Instandsetzungseinrichtungen,
  mit 10 Lochkarten.

Spruchschlüssel SpS
- wird intern im Gerät gebildet

Möglichkeit der Organisation der Verbindung (Verkehrsart):
- individuell
- allgemein

Hinweise für die politisch-operative Sicherung beim Einsatz
des Chiffriergerätesatzes T 310 (Verfahren ARGON)


Das Chiffriergerät ist auf der Grundlage logischen Grundgatter,
Flip-Flops, und Schieberegister in TTL Technik realisiert.
Hauptauftragnehmer ist das Kombinat EAW, der VEB Steremat Berlin Hermann Schlimme.
Im Produktionsbetrieb VEB Steremat Strausberg erfolgte die Produktion der T-310.
Die Serienproduktion ist aus der Entwicklungsstufe T-310 PUMA her-
vorgegangen. Es ist das Nachfolgergerät der SKS V/1 und es arbeitet
mit dem bereits im SKS V/1 getesteten Chiffrieralgorithmus -klasse ALPHA.
T-310/50 BTT-310/50 UWP2
T-310/50 Heft 758T-310/50 Lochkarte
T-310/50 LZS
T-310/50 KlartextT-310/50 Kodeumsetzer

Abb.: T-310/50 Simulationssoftware

Chronologie der T-310
Von 1984 bis 1986 gab es 290 Instandsetzungen, von ca. 1400 ausgelieferten Geräten.
Einige Gerätenummern konnten ermittelt werden.
In den Bezeichnungen der T-310/50 gab es 1989 folgende Varianten bzw. Festlegungen:
ARGON-F= Fs-Modem; T-310/50 an das Fs-Modem angebunden
ARGON-E= eFSM; elektronische Fernschreibmaschine
ARGON-VU1 … VU3= V.24 Umsetzer in den Varianten 1 … 4
ARGON-R= RFLZ
ARGON-PC= Z1013 mit Fs-Modem an einer T-310/50
ADRIA, ab 1990 als kommerzielle Version
ARGON/ADRIA V1Konfiguration mit F1300 oder F2001 Fernschreibmaschine, 100 Bd
ARGON/ADRIA V2Konfiguration mit PC zur Steuerung und Nutzung der Fernschreibmaschinen als Drucker
ARGON/ADRIA V3Konfiguration mit PC und Paralleldrucker
ARGON/ADRIA V4Konfiguration mit PC und Paralleldrucker,
das FSG wird durch Softwarelösung des PC ersetzt

  SKS V/1  T-310/50 
*LZS = Langzeitschlüssel
U-Vektor:27 bit36 bit
S1 + S2:208 bit240 bit
Parität10 bit10 bit
f:5261
LZS:U0, P, Q P, D
P2727
D--9
Q9--
Runden für 1 bit104127
Runden für D-W813

Die T-310/50 dient zum Teil-, Direktchiffrieren oder Vorchiffrieren
von Fernschreiben, über Wahl-, Stand- und Funkverbindung. 50 Baud
oder 100 Baud.

Das Gerät arbeitete mit einem symmetrischen Verschlüsselungsverfahren
mit einem Schlüssel der Länge von 240 bit. Und somit ist dieses Gerät
seiner Zeit weit voraus.
Nur die Entropie des Schlüssel beträgt 230 bit.
Das Schlüsselregister - der Schlüsselraum - ist 240 bit lang!
Die Anzahl der 1 je Spur, des Zeitschlüssels, ist ungerade.
Die Prüfung erfolgt in der T-310/50 und wird durch die
Schlüsselmittelproduktion sichergestellt und gepüft.

Der Schlüsselwechsel (Zeitschlüssel) ist wöchentlich durchzuführen.
Der Spruchschlüssel, der bei einem Verbindungsaufbau automatisch erzeugt
wird, der länger als 1 Stunde besteht muß neu initialisiert werden.

Die Schlüsselkarte und der Langzeitschlüssel (LZS) wurde vom Komplex
SKS V/1 weitestgehend übernommen.

Hinweis zum Thema Parity, die falsch in der Literatur zur T-310/50 dar-
gestellt wird:

Parity-Test des Zeitschlüssels:
Der Zeitschlüssel, die Lochkarte, enthällt keine Parity-Informationen.
Der Parity-Test wird von der T-310/50 durchgefüht und testet nur die un-
gerade Anzahl der Bits, im 240 Bit Schlüssel.

Parity-Test der Fernschreibinformationen:
Intern wird zu den fünf Bit des Fernschreibcodes ein sechstes Bit
angehängt. Dieses sechste Bit ist ein Bit das definiert ist als
ungerade Anzahl der gesetzten fünf Bits (ODD-Parity Bit).
Dieses dient der fortlaufenden prophylaktischen Überprüfung des
Gerätes. Vom Klartext, Geheimtext und den Additionsgruppen wird intern
immer die ungerade Parität geprüft. Tritt ein Parityfehler auf, geht
die T-310 sofort in Störung und es kann nicht mehr mit dem Gerät
gearbeitet werden. Hauptsächlich dient das der Chiffriersicherheit
und hat nichts mit dem im DES Verfahren beschriebenen Parity gemein.

Der Prüfrechner PR-310/2 basiert auf dem Rechnersystem K1520.
Dieser diente nur zu Instandsetzungszwecken für die T-310/50.
Es wurde mittels 2 Steckkarten, mit der T-310/50, verbunden.

Der VEB Steremat Berlin Hermann Schlimme ist der Produzent des PR-310/2 sowie der T-310/50. Die T-310/50 diente auch als Ersatz für die instandsetzungsintensive polnische TgS-1/TgS-1M DUDEK bzw. T-352/T-353. Die durch polnische Kryptologen festgestellte starke elektromagnetische Abstrahlung der Klartexte war zwingender Grund für den Ersatz der T-353. 1975 wurde die Entscheidung getroffen nach dem Bau und Entwicklung der SKS V/1 die T-310/50 zu produzieren. Ab 1980 gingen die ersten Geräte in Betrieb. Erste ständige Verbindungen mit täglichen Schlüsselwechsel wurde ab 1986 beim MfS durchgeführt. In folgenden Ebenen der DDR wurden diese eingesetzt: BStU*1
Vollständige Liste der Anwender sowie Organigramm der Chiffrierverbindungen
Abnahmeprotokoll der Chiffrierstelle Rathaus Pankow mit einer T-310/50.

Zur Datenchiffrierung wurde die T-310/51 SAGA verwendet.
Die T-310/51 ist aus den eingelagerten Vorserienmodell der T-310/50
realisiert worden.

Eine T-310/50 Nachrichtenverbindung wurde in dem Wendejahr 1989/90
mit der Bundeswehrführung in Bonn sowie gab es in diesem Zeitraum vom
Ministerium des Inneren und dem Innenministerium der BRD eine T-310/50
Chiffrierverbindung. Diese wurde mit einer T-1000 CA überchiffriert.

Ein Nachfolgegerät Typ T-317 war 1982 schon in Planung, in denen
bekannte Fehler und Erweiterungen berücksichtigt werden sollten.
Auch die T-319 ist ein Nachfolgegerät.

Die Untersuchung zur Kompromittierenden Elektro Magnetischen Abstrahlung
KEMA und der KOMpromittierende Abstrahlung KOMA, wurde durch das Institut
für Regelungstechnik IfR sowie im VEB Kombinat EAW Berlin Sektor C durch-
geführt.
Bei der KOMA werden die akustischen, optischen, elektrischen-, magnetischen
und elektro-magnetischen Abstrahlungen sowie die auftretenden Strom- und
Spannungsschwankungen des Stromversorgungsnetzes ermittelt. Während bei der
KEMA nur die elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Felder
betrachtet werden.

Im Ergebnis dieser Untersuchung wurde festgelegt das in Zusammenarbeit
mit den elektromechanischen Fernschreibmaschinen keine Einschränkungen
notwendig sind. Die auftretende Abstrahlung ist nicht relevant.
In Zusammenarbeit mit der F-1100 wurde festgelegt das diese bei 50 Baud
uneingeschränkt und bei 100 Baud nur in Schutzbauwerken verwendet werden
dürfen. Die F-1100 strahlt bei 100 Baud in einem unzulässigen Maße.
Die F-1300 ist abstrahlungsgemindert, es gilt auch hier die Festlegungen
der F-1100. Durch die F-3000 sollte der Zustand geändert werden.
Messungen der Abstrahlung erfolgte auch durch die Abteilung III des MfS z.B.
durch Überfliegen des Nachrichtentrupps. Siehe V. Liebscher RELAIS.

Die Abstrahlung der T-310 hat einen hohen Abstrahlungsschutz wenn die
Normen- und Dienstvorschriften eingehalten werden. Erwähnt werden muß
aber auch das es in Gera zur Störung des Fernsehempfanges in einem Wohn-
gebiet nahe der BVfS kam. Ermittelt wurde das bei einer T-310/50 im BTZ ein
Kondensator fehlte. Aufgrund dieses fehlenden Kondensators kam es in der
seriellen Kommunikation zwischen dem BTZ und der T-310/50 zu parasitären
Schwingungen.

Bei der Überprüfung der Übersprechdämpfung bei der Nutzung der T-310/50
mit dem elektronischen Fernschreiber wurden Mängel entdeckt, die zu Än-
derungen in der Verdrahtung der T-310/50 führte.

Die T-310/50 wurde am 25.07.1990 im DDR Fernsehen als »Abhörstation« im
Roten Rathaus bezeichnet, es war aber nur eine Chiffrierstelle.
Leider sind die MAZ-Aufzeichnungen nicht erhalten geblieben.
Im Online-Fotoarchiv des Bundesarchiv ist ein Pressefoto erhalten.
In den Archiven des ND, der BZ und der NZ sind noch Mitteilungen erhalten
geblieben, 26. bis 28.07.1990. (Staatsbibliothek)

Dazu heißt es:
Politischer Skandal geplatzt - Der Marzahner Bürgermeister Andreas Röhl (SPD)
in einer der vermeintlichen Abhöranlagen der ehemaligen Stasi, bei denen es
sich in Wirklichkeit um offizielle Chiffirierabteilungen des Berliner Magistrats
handelt. Berlins Innenstadtrat Thomas Krüger (SPD), der am 25.7. die "Enttarnung"
von Geheimbüros in Berliner Rathäusern als einen Politischen Skandal ohnegleichen
bezeichnet hatte, war bereits seit ende Mai über diese Chiffrieranlagen informiert
gewesen.
In diese Schlamschlacht zerfetzten sich die DDR Politker, Hr. de Maiziere - Diestel -
 - Krüger - Röhl.
Der Westberliner Senat ließ den Magistratsvertretern mitteilen das sie ebenfalls
über Chiffrierstellen verfüge.

Im ersten Testmuster der T-310/50 wurde die Synchronfolge (Spruchschlüssel) erzeugt
durch die Zeit- Impulsflanken der Zeitschlüsseleinheit (UWP), die gebildet wird durch
das herausziehen der Schlüsselkarte. Nach längeren Untersuchung war man zu dem Schluß
gekommen das diese Art der Bildung der Synchronfolgen häufige Wiederholungen erzeugte,
das das Chiffrierverfahren unsicher gestaltete da phasengleiche Sprüche somit erzeugt
wurden. Es wurde daraufhin ein Rauschgenerator entwickelt der die Synchronfolgen mit
höherer Sicherheit, d. h. keine identischen Synchronfolgen, produzierte.
Die Testmuster wurde später für die T-310/51 SAGA mit den genannten Mängeln genutzt.

Die T-310/50 hatte einen Mithörmodus, in der das Gerät selbständig in die
Betriebsart Chiffrieren/Dechiffrieren übergeht.
Das wurde genutzt in abgesetzte Fernschreibstellen ohne Bedienpersonal.
Damit chiffrierte Fernschreiben automatisch dechiffriert und ausgedruckt werden.
Desweiteren diente es der Signalisation für den Chiffreur / Fernschreiber das eine
Anwahl erfolgte und dieser die Möglichkeit hat auf Linie zu gehen.

Es wurden auf Führungsfahrzeugen die T-310/50 mit der F-1300 betrieben.

Institut für Regelungstechnik           Vertrauliche Verschlußsache
im VEB K EAW Berlin, Sektor C           B 253-53/80
                                        02. Ausfertigung 10 Blatt

                                        Berlin, den 18. 8. 80


       Meßergebnisse zur Störabstrahlung am K5-Muster
                           T310/50                   

Inhaltsverzeichnis

1.      Allgemeine Meßbedingungen
2.      Meßergebnisse
2.1.    Funkstörspannung im Bereich 0,15 … 30 MHz
2.1.1.  Stromversorgung netzseitig
2.1.2.  Bedienteil netzseitig
2.1.3.  Grundgerät linienseitig
2.1.4.  Bedienteil peripherieseitig
2.2.    Funkstörfeldstärke im Bereich 0,15 … 30 MHz
2.3.    Funkstörfeldstärke oberhalb 30 MHz
2.4.    Übersprechen zwischen Peripherie und Linie im
        Bereich 1 … 650 kHz
2.5.    Übersprechen auf Nachbaradern
3.      Zusammenfassung
4.      Abbildungen

1. Allgemeine Meßbedingungen

Für die Messung der Funkstörspannung und Funkstörfeldstärke
wurde ein selektives μV-Meter SMV 6.2 mit Tastkopf TK 102
(150 Ω) bzw. Feldstärkemeßantenne FMA 101 (mit Verstärker)
verwendet. Die Bandbreite betrug b = 9 kHz, die Meßart
quasi - peak (ZF - Dämpfung aZF = 20 dB).
Um den Einfluß der 220 V - Versorgung auf die Störstrahlungs-
bedingungen gering zu halten, wurde diese Einspeisung über
Netznachbildungen NNB geführt. Alle im folgenden dargestellten
Meßwerte der Störabstrahlung sind eine Auswahl der mittels
Spektrumanalysator ermittelten Maximalwerte. Für die Messung
der Übersprechdämpfung wurde ein Meßplatz mit Pegelgenerator
GF 60 und Pegelempfänger MV 60 verwendet.
Diese Messung erfolgte schmalbandig. Zur Bestimmung der durch
T310 in Nachbaradern der Telexleitung hervorgerufenen Geräusch-
spannung diente ein Geräuschspannungsmesser GSM2 der die hier
geforderte Bewertung des Effektivwertes gemäß Ohrkurve gestattet.

2. Meßergebnisse

2.1. Funkstörspannung im Bereich 0,15 … 30 MHz

2.1.1. Grundgerät netzseitig

Bild 1 zeigt den Verlauf der Funkstörspannung auf je einer Ader
der 220 V - Speiseleitung des Grundgerätes im Vergleich zu den
Werten des A-Musters. Es zeigt sich, daß im oberen Frequenzbe-
reich die A-Musterwerte überschritten werden. Als Ursache dürfte
die gegenüber dem A-Muster veränderte Stromversorgung (Kaufteil
für Netzteil und 5 V - Regler) in Frage kommen.
Eine entsprechende Übersicht am Spektrumanalysator ergibt, daß
die Funkstörspannungsanteile nur unwesentlich über den darge-
stellten Bereich bis 30 MHz (Meßbereich des SMV) hinausreichen.
Eine Abhängigkeit von der Betriebsart war nicht feststellbar.

2.1.2. Bedienteil netzseitig

Am Bedienteil sind netzseitige nur sehr wenige Störspannungsa-
teile nachweisbar (Bild 2). Diese werden mit großer Wahrschein-
lichkeit nur von der Logik der seriellen Übertragung im Bedien-
teil selbst erzeugt.

2.1.3. Grundgerät linienseitig

Die auf die Telexleitung abgegebene Funkstörspannung (Bild 3)
liegt im Frequenzbereich 0,15 … 30 MHz bei 1 … 5 μV und
damit dicht über der Nachweisgrenze des SMV 6.2. Die Grenzkurve
des A-Musters wird im Mittel erheblich unterboten, bis auf wenige
Einzelwerte an der oberen Frequenzgrenze. Ein Überblick mittels
Spektrumanalysator zeigt, daß die im Bild 3 erkennbare, mit der
Frequenz steigende, Tendenz der Störspannung über 30 MHz nicht
anhält, sondern die Werte schnell unterhalb der Nachweisgrenze
liegen. Eine Abhängigkeit von der Betriebsart konnte ebenfalls
nicht festgestellt werden.

2.1.4. Grundgerät mit Bedienteil peripherieseitig

Auf dem peripherieseitigen Anschluß für die Fernschreibmaschine
am Bedienteil konnte einige Spektrallinien der Funkstörspannung
im Bereich von 21 … 25 MHz nachgewiesen werden (ohne Bild).
Sie lagen unabhängig von der betrachteten Ader bei 39 dB
(ca. 100 μV). Gemessen wurde mit einem Tastkopf TK 102 (150Ω)
gegen Gehäuse.

2.2. Funkstörfeldstärke im Bereich 0,14 … 30 MHz

Bild 4 zeigt die Maximalwerte der Funkstörfeldstärke im Abstand
von a = 1 m. Da für die Messung nur ein kleiner Faradaykäfig
zur Verfügung stand, mußte diese Meßentfernung gewählt werden.
Somit lassen sich die Meßwerte nicht unmittelbar mit denen des
A-Musters (a = 3 m) vergleichen. Die ermittelten Werte über-
steigen jedoch trotz de verringerten Meßentfernung die Werte
des A-Musters nur an wenigen Punkten. Außerdem muß bemerkt
werden, daß die Feldstärkemessung auf Grund der geringen Größe
des zur Verfügung stehenden Faradaykäfigs (ca. 3*2*2 m3)
mit einer großen Unsicherheit behaftet ist. Eine entsprechende
Vergleichsmessung außerhalb des Käfigs (TGL-gerechter Meßplatz
auf dem Meßgelände der Deutschen Post in Kolberg) brachte bei
den wenigen nicht von Fremdstörern überlagerten Spektrallinien
um durchweg 10 dB (Faktor 3,2) geringere Werte.

2.3. Funkstörfeldstärke oberhalb 30 MHz

Die Überprüfung der Funkstörfeldstärke im Bereich 30 … 1000 MHz
mittels selektivem Mikrovoltmeter SMV 8 und entsprechenden Di-
polantennen erfolgte ebenfalls auf dem Meßgelände der Deutschen
Post (Abstand a = 3 m, Antennenhöhe H = 3 m). Hier konnten
lediglich bei ca. 30 MHz einige Spektrallinien nachgewiesen
werden, die gerade an der Nachweisgrenze des SMV 8 lagen.

2.4. Übersprechen Peripherie - Linie im Bereich 1 … 650 kHz

Zur Kennzeichnung des Trennverhaltens der Anschalteinheit und
der Funktion des Linienfilters wurde eine Messung der Über-
sprechdämpfung zwischen Peripherie- und Linienseite durchge-
führt (Bild 5).
Die Messung erfolgte am Grundgerät ohne Bedienteil, in der Be-
triebsart AUS an allen Adern der Fernschreibanschlüsse.
Dazu wurde peripherieseitig in jeweils eine Ader gegen Gehäuse
eine Störspannung von U = +1N = const. und einer Frequenz
f = 1 … 650 kHz eingespeist und linienseitig an der Ader mit
dem größten Übersprechen schmalbandig gemessen. Es wurden Werte
zwischen 101 … 122 dB für den gesamten Frequenzbereich
ermittelt.

2.5. Übersprechen auf Nachbaradern

Die linienseitigen Eigenschaften von T310 hinsichtlich Übersprechen
auf Nachbaradern der Telexleitung wurden mittels einer von der
Deutschen Post vorgegebenen Meßschaltung überprüft. Dabei sendete
T310 auf eine Leitungsnachbildung, die eine definierte Übersprech-
dämpfung zur Nachbildung einer Nachbarleitung besitzt (Bezugs-
vierer). Die durch T310 in der Nachbarleitung hervorgerufene
Geräuschspannung lag bei Ueff = 0,25 mV.
Dieser Wert wird von der Deutschen Post für Analgen mit Gleich-
stromtastung toleriert.

3. Zusammenfassung

Die durchgeführten Messungen zeigen, daß für die unerwünschten
Störabstrahlungen zum Teil sogar sehr günstigen Werte erreicht
werden. Das trifft insbesondere für die Funkstörfeldstärke,
die Funkstörspannung linienseitig und die Übersprechdämpfung
Peripherie - Linie zu. Als Schwachstelle wurde die Dämpfung
der Funkstörspannung am Grundgerät netzseitig erkannt. Hier
konnte nachgewiesen werden, daß das eingebaute Netzfilter in
der vorliegenden Form wenig wirksam ist. Die durch T310 hervor-
gerufene Geräuschspannung auf Nachbaradern der Telexlinie liegt
innerhalb der von der Deutschen Post geforderten Grenze.
Bild 1
Bild 2
Bild 3
Bild 4
Bild 5

Untersuchung der KOMA/KEMA im Zusammenwirken mit der F2000
Abteilung XI/1                          Berlin, 12. Mai 1986
Ag 112
                                        Geheime Verschlußsache
                                               GVS o020
                                        MfS-Nr. XI/223/86
                                        02. Ausf. Bl. 01 bis 07

Übersprechdämpfung T 310/50 - Seriengeräte

1. Einleitung

Im Zusammenhang mit Untersuchungen des Zusammenwirkens F 2000
mit T 310/50 wurde im März 1986 am Gerät T 310/50

  fa-Nr. 9090448/85 (GG)
         9090531/85 (SV)
               1504 (ANE)

eine KOMA-Komponente nachgewiesen.

So koppeln in den Lokalbetriebsarten LOK und LOK/C Impulse auf
die Linie über, die mit hochohmigen, selektiven Meßgeräten als
Klartext identifiziert werden konnten.

Als Ursache wurde eine ungenügende Übersprechdämpfung zwischen
Peripherie und Linie ermittelt.

Es wird darauf hingewiesen, daß gegebenenfalls weitere Erschei-
nungsformen der KOMA (z. B. erhöhte Störspannungen auf Linie)
vorhanden sein können.

2. Übersprechdämpfung Peripherie - Linie

Die Messung am Gerät erbrachte je nach Frequenzbereich, Abschluß-
widerstand der Meßanordnung und untersuchten Adern und Funktions-
einheiten Werte von nur 50 … 60 dB gegenüber einer als aus-
reichend angesehenen Übersprechdämpfung von 100 … 120 dB
(siehe Bild 2).

Gegenüber den Meßergebnissen am K5-Muster (siehe /1/) ist die
Übersprechdämpfung um mehr als 20 dB geringer (siehe Bild 1).

Es sind folgende Kritische Bereiche vorhanden:

(1) Frequenzbereich 0 … 100 kHz mit hochohmiger Anschaltung
    (siehe Bild 3)

(2) Frequenzbereich 500 kHz … 1 MHz
    Anschaltung hochohmig oder mittelohmig
    (siehe Bild 2)

(3) Frequenzbereich 2 MHz … 3 MHz
    Anschaltung beliebig
    (siehe Bild 2)

3. Ursachen der geringen Übersprechdämpfung

Aus den Meßergebnissen des Gerätes, der Messung der ANE und dem
Vergleich mit einer weiteren ANE (Nr. 1500) und einer ANE der
Vorserie (aus T 310/51) kann folgende erste Einschätzung gegeben
werden:

3.1. Die Übersprechdämpfung des Gerätes wird im oberen Frequenz-
     bereich (ab 10 MHz) von dem praktisch seit dem K5-Muster
     unverändertem Grundaufbau der ANE bestimmt.
     (getrennte HF-dichte Kammern für Linien- und Peripherie-
     stromkreise, alle Verbindungen zum Grundgerät wie Signal-,
     Steuer- und Hilfsstromkreise sind über Filter geführt.)
     Die Übersprechdämpfung dieses Bereiches entspricht der
     des K5-Musters.

3.2. Die Übersprechdämpfung des Gerätes im unteren Frequenz-
     bereich (0 bis 10 MHz) wird wesentlich von den parasitären
     Verkoppelungen aller peripherieseitigen Leitung, zu allen
     linienseitigen weiter bis zur SV führen, bestimmt.
     (siehe hierzu Bild 4, durch Lösen des Kabels XS 10 am GG
     verbessert sich die Übersprechdämpfung bei 1 MHz um 30 dB.
     In XS 10 werden Hilfsspannungen galvanisch an die ANE
     geführt.)

3.3. Die Übersprechdämpfung der Baugruppe A 3077 (ANE) eines
     Seriengerätes ist gegenüber der Vorserie um ca. 30 dB
     geringer (siehe Bilder 5, 6).
     Die ANE des Seriengerätes ist aber nicht Ursache der ge-
     ringen Übersprechdämpfung nach 3.2.
     Siehe hierzu Bild 7 mit einer Vorserien-ANE im unter-
     suchten Seriengerät T 310/50.
     Im Vergleich zur ANE Nr. 1504 ergeben sich für die Vor-
     serien-ANE teilweise noch schlechtere Dämpfungswerte.

3.4. Die optische Kontrolle der (Wickel)Verdrahtung am Gerät
     T 310/50 ergab, daß keinerlei technologische Vorkehrungen
     im Fertigungsprozeß getroffen worden sind, um die erfor-
     derliche Übersprechdämpfung zu garantieren.
     (Während an der Baugruppe ANE peripherie- und liniensei-
     tige Leitungen in getrennten Kabelbäumen erfaßt wurden,
     liegen z. B. am Steckverbinder XB 3077 alle peripherie-
     und linienseitigen Wickeldrähte dicht nebeneinander!)

3.5. Aus (4) folgt daß alle Seriengeräte dieser Herstellungs-
     technologie diesen Mangel zeigen.

4. Verbesserung der Übersprechdämpfung

Entsprechend den Erkenntnissen nach Pkt. 3. erscheint eine Er-
höhung der Übersprechdämpfung durch Verbesserung der Leitungs-
führung, Entflechtung von Kabelbäumen bzw. Wickeldrähten usw.
als möglich und ausreichend.

Zusätzlich dazu sind durch Vertauschung (und dadurch größere
Abstände kritischer Adern/Leitungen) der Plätze der Durchführungs-
kondensatoren an der ANE, (kleinere Distanzbuchsen zur Befesti-
gung der KES 7940/7941 usw.) noch Verbesserungen zu erwarten.

Dazu sind Untersuchungen der Entkopplungsmöglichkeiten folgen-
der Kabel/Leitungen notwendig:

4.1. Kabelbäume der AES zu XS 3077

4.2. Verkablung XB 3077 zu XB 319 und
                XB 3077 zu XB 4089 (Wickelverdrahtung
                zum KES 7926)

4.3. Kabel XB 319 nach XS 10 und nach XS 6 (Kabel 3)

4.4. Verbindungskabel XS 10 und XS 6 (Kabel vom GG zur SV)

4.5. Verdrahtung in der SV einschließlich Verdrahtung zu den
     Spannungsbuchsen in der SV.

5. Maßnahmevorschläge

5.1. Untersuchung und Umbau von 2 Seriengeräten gemäß Punkt 4.
     in der Abteilung XI
     V.: Ref 12

5.2. Ausmessen der Muster
     V.: Ag 112

5.3. Information nach Bestätigung der Meßergebnisse an Steremat
     und Einarbeitung in die Zeichnungs- und Fertigungsunter-
     lagen zwecks Übernahme in die Fertigung.
     V.: OfSA, Abt XI/4

5.4. Umrüsten bereits ausgelieferter Geräte nach noch zu erar-
     beitenden Schwerpunkten
     V.: XI/4

Zur Durchführung von 5.1. sind 2 komplette Seriengeräte und
2 weitere ANE bereitzustellen.
V.: XI/4

                                       Greiner
                                       Hauptmann
Anlage
Bild 1 bis z mit Erläuterungen

Lit.: /1/ Meßergebnisse zur Störabstrahlung am K5-Muster T 310/50
          VVS B 253-53/80
Bild 1 bis 5
Bild 5 bis 7
Erläuterungen zu den Bildern 1 bis 7

Die linke Begrenzungslinie beträgt bei allen Bildern 0 Hz.
Der Dargestellte Frequenzbereich pro Raster ist rechts unten
zu entnehmen.

Die obere Begrenzungslinie beträgt bei allen Bildern 40 dB,
die untere 120 dB. Die dicke Bezugspegellinie stellt 100 dB
dar.

Bild 1

Übersprechdämpfung T 310/50 ohne BT
Generator-einspeisepunkt (G): XB 9 am GG (≡ Peripherie)
Meßpunkt (M):                 XS 16 am GG (≡ Linie)

obere1) Kurve: G an Stift 4 von XB 9 (≡ c-Ader/Peripherie)
                  M an Stift 1 von XS 16 (≡ a-Ader/Linie)

untere1) Kurve: G an Stift 2 von XB 9 (≡ w2-Ader/Peripherie)
                  M an Stift 4 von XS 16 (≡ c2-Ader/Linie)

Meßgeräteeingangswiderstand (Re) 600 Ω
Dargestellter Frequenzbereich: 0 … 1 MHz

_____
1)   rechte Bildhälfte


Bild 2

Übersprechdämpfung T 310/50 ohne BT

G an Stift 4 von XB 9  (≡ c-Ader/Peripherie)
M an Stift 1 von XS 16 (≡ a-Ader/Linie)

Dargestellter Frequenzbereich 0 … 5 MHz

obere Kurve:  Re = 1 MΩ
untere Kurve: Re = 600 Ω


Bild 3

Übersprechdämpfung T 310/50 ohne BT

G an XB 9/4  (≡ c-Ader/Peripherie)
M an XS 16/1 (≡ a-Ader/Linie)

Dargestellter Frequenzbereich 0 … 100 kHz

obere Kurve:  Re = 1 MΩ
untere Kurve: Re = 600 Ω


Bild 4

Übersprechdämpfung T 310/50 ohne BT

G an XB 9/4
M an XS 16/1

Dargestellter Frequenzbereich 0 … 5 MHz
Re = 600 Ω
obere Kurve:  T 310/50 ohne BT
untere Kurve: T 310/50 ohne BT, XS 10 am GG gelöst


Bild 5

Übersprechdämpfung ANE

G an XS 4
M an XS 8

Dargestellter Frequenzbereich 0 … 5 MHz

obere Kurve:  ANE Nr. 1504 (Serie)
untere Kurve: ANE Vorserie
Re = 600 Ω

Bild 6

Übersprechdämpfung ANE

G an XS 4
M an XS 8

Dargestellter Frequenzbereich 0 … 5 MHz

obere Kurve:  ANE Nr. 1504 (Serie)
untere Kurve: ANE Vorserie
Re = 1 MΩ

Bild 7

Übersprechdämpfung T 310/50 mit Vorserien - ANE

G an XB 9/4 analog Bild 4
M an XS 16/1

Dargestellter Frequenzbereich 0 … 5 MHz
Re = 600 Ω