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SKS V/1 Informationsaustauschgerät mit Chiffrator 1971; BStU*48 *219
In der Literatur taucht auch die Bezeichnung SKS V/1 auf. (römisch 5)
Vorläufer der SKS V/1 ist das Informationsaustauschgerät QUARZ mit der
Chiffrierkomponente und dem Chiffrierverfahren F-2500-1 der Funkauf-
klärung und -peilung.

Im IfR (Institut für Regelungstechnik) erfolgte die Entwicklung
und der Bau der Vorseriengeräte. *219

Im VEB Steremat Hermann Schlimme Berlin gebautes Informationsaustauschgerät
SKS V/1 besteht aus den Stationen A bis E.
Kooperationsvereinbarung zur Sicherung der Produktion mit dem OTS,
der KDfS Treptow wurde für die SKS V/1 und SKSV/2 im Jahr 1975 abgeschlossen.

1987 wurde an der Weiterentwicklung der SKS V/1 gearbeitet.
Dieses wurde unter den Namen SKS V/2 DISKRETA weitergeführt.

Der Gerätekomplex wurde auch für den RGW Bereich produziert und die
Dokumentation in russischer Sprache abgefaßt.

Das 1. Gerätesystem wurde 1977 ausgeliefert.
Das 2. ... 5. System wurde bis 1979 ausgeliefert.
1979 Lieferung des 1. und 2. System an die UdSSR.
1980               1. an die VR Bulgarien und Polen.
1980               3. an die UdSSR.
1981           an die CSSR, Ungarn.
1982           an die UdSSR und VR Polen.

Das Gerätesystem SKS V/1 dient der Übertragung
von Mitteilungsinformationen im Simplexbetrieb auf dem Funk-
und/oder Leitungswege von einem halbstationären Stations-
komplex B/C an eine Vielzahl mobiler bzw. halbstationärer
Stationen E. Die Weiterleitung der Informationen erfolgt
gedeckt und gegen Übertragungsfehler gesichert zu den
Empfangsstationen. In allen Stationen werde die über-
tragenen Informationen digital angezeigt.
SKS V/1 Übersicht
Abb.: SKS V/1 Übersicht BStU*54

1) Die digitale Eingabe und Übertragung von Mitteilungen erfolgt über Funk oder
   Fernmeldeleitungen von den halbmobilen Stationen B/C zu den halbmobilen Stationen D/E.
2) Die von Station A gesendeten digitalen Informationen wurden von den Stationen B/C
   empfangen und automatisch an die Stationen D/E weitergeleitet.
3) Von der Station D gesendete Informationen wurden über die Station B/C weitergeleitet
   an die Station A und D/E.
4) In allen Stationen A bis E werden alle übertragenen Informationen angezeigt.
   Es erfolgt eine automatische Prüfung, Kontrolle und Anzeige aller betriebswichtigen
   Parameter der SKS V/1.
Übertragen wurden auch die Arbeitsfrequenzen der Funkempfangsstationen.
Station:    Anzahl:
 B          10
BZA          1
C1           1
C2           1
E-Gestell   beliebig
E-Untersatz beliebig

Zur Überprüfung und Instandsetzung der Stationen A bis E gehört noch das PG-1.

In ausgewählten Einrichtungen wurde der Informationsaustausch zusätzlich
Verschlüsselt über die gesondert gelieferte CE und DE der SKS V/1.
1975 wurde die Entscheidung getroffen nach dem Bau und Entwicklung der SKS V/1 den
verbesserten Chiffrieralgorithmus in der T-310 zu nutzen.

Das Datenchiffriergerät  der SKS V/1 besteht aus den Komponenten CE1 und CE2
sowie DE1 und DE2. (Chiffriereinheit und Dechiffriereinheit).
Das Datenchiffriergerät SKS V/1 ist Bestandteil des Gerätekomplexes der Station C und E.
Wobei der Komplex CE zur Station C und der Komplex DE zur Station E gehört.
Zum Gerätesatz gehört das Prüfgerät PG-2. Es dient zur Wartung und Instandsetzung
des Gerätekomplexes CE und DE.

Die CE und DE der SKS V/1 und die T-310 arbeiten mit dem Chiffrieralgorithmus ALPHA.
Die Komplizierungseinheit der SKS V/1 und der T-310 sind unterschiedlich.
Die Komplizierungseinheit bildet aus den 3 Schlüsselteilen: dem Zeitschlüssel (204 Bit),
den Initialisierungsvektor und dem internen Langzeitschlüssel die für den Chiffrator
notwendige Wurmreihen. Der Langzeitschlüssel der SKS V/1 besteht aus 32 handverdrahteten
Leiterkarten. Dagegen sind in der T-310/50 und /51 drei Langzeitschlüsselplatinen,
gesteckt, eingebaut.
Die SKS V/1 hat keinen Rauschgenerator, für die Bildung des Initialisierungsvektors.
Desweiteren sind die Schieberegister kleiner sowie der Langzeitschlüssel eine
geringere Bitlänge.
Die Schlüsselleser und die Gestaltung der Schlüsselkarte sowie der Langzeit-
schlüssel wurde in der T-310 übernommen, unter Beachtung der o.g. Unterschiede.
Der Aufbau des Zeitschlüssel ist in der unten dargestellten Tabelle ersichtlich.
Die Gehäuseform der Chiffriereinheit (CE) entspricht dem abgebildeten
Gefäßsystem der T-310/50.
1974 ergaben Messungen der KEMA, kompromittierende elektromagnetische Abstrahlung,
eine erhebliche Störstrahlung der DE1 und DE2.
In der Frequenz von 2304 kHz lag diese bei 50 μV/m.
Die Frequenz von 2304 kHz entspricht der Quarzfrequenz des Gerätes.
Und in der Frequenz von 4610 kHz bei 30 μV/m.
Die Frequenz von 4610 kHz ist das Vielfache der Grundfrequenz.
Im IfR (Institut für Regelungstechnik) wurden entsprechende Messungen realisiert
und Lösungswege gesucht.
1976 wurde Abhilfe geschaffen durch eine veränderte Rückverdrahtung der Platinen.
Sowie den Austausch der Steckverbindung z.B. durch den Einsatz von Winkelstecker.

Im Jahr 1973 und 74 wurden umfangreiche Untersuchungen abgeschlossen die die Sicherheit
des Chiffrierverfahrens nachweist.

Aufbau der Schlüssellochkarte für die SKS V/1

Spur
9 8 7 6 5 4 3 2 11011e
LL1
2
L3
2-1042-802-562-321-81-321-561-801-1044
L5
2-1032-792-552-311-71-311-551-791-1036
L7
2-1022-782-542-301-61-301-541-781-1028
L9
2-1012-772-532-291-51-291-531-771-10110
L11
2-1002-762-522-281-41-281-521-761-10012
L13
2-992-752-512-271-31-271-511-751-9914
L15
2-982-742-502-261-21-261-501-741-9816
L17
2-972--732-492-251-11-251-491-731-9718
L19
2-962-722-482-242-81-241-481-721-9620
L21
2-952-712-472-232-71-231-471-711-9522
L23
2-942-702-462-222-61-221-461-701-9424
L25
2-932-692-452-212-51-211-451-691-9326
L27
2-922-682-442-202-41-201-441-681-9228
L29
2-912--672-432-192-31-191-431-671-9130
L31
2-902-662-422-182-21-181-421-661-9032
L33
2-892-652-412-172-11-171-411-651-8934
L35
2-882-642-402-161-161-401-641-8836
L37
2-872-632-392-151-151-391-631-8738
L39
2-862-622-382-141-141-381-621-8640
L41
2-852-612-372-131-131-371-611-8542
L43
2-842-602-362-121-121-361-601-8444
L45
2-832-592-352-111-111-351-591-8346
L47
2-822-582-342-101-101-341-581-8248
L49
2-812-572-332-91-91-331-571-8150
51
LL52
LL53
54
55
Abb.: Aufbau des Zeitschlüssels
L  Organisationslochung
1- S1.1 ... S1.104, Schlüsselabschnitt S1
2- S2.1 ... S2.104, Schlüsselabschnitt S2
e  Zählindex der Spalten der Schlüssellochkarte