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ФИAЛKA / FIALKA M-125 MN oder 3MN FIALKA Logo
Kurzcharakteristik:

Das Gerät M-125 ist ein Vorchiffriergerät und dient zum
Chiffrieren von deutschem bzw. russischem Klartexten und
reinen Zifferntexten.

Das Gerät M-125 ist als GVS eingestuft.

Das Gerät M-125 wird im stationären und mobilen Einsatz
verwendet und gestattet die Bearbeitung von Informationen
bis zum Geheimhaltungsgrad GVS.

Die mit M-125 chiffrierten Informationen können mit belie-
bigen Nachrichtenmitteln übermittelt werden.

Schlüsselelemente:

10 Schlüsselscheiben (bei M-125 MN nicht zerlegbar)
 1 Kommutator KC - 30 x 30
10 Reserveschlüsselscheiben in Geräteabdeckhaube

Schlüsselmittel:
- Tagesschlüsselheft OS-25, OS-25-N, OSB-25-N / MN, OSV-25-N,
                          OSP-25-N, OST-25-N
                          mit  31 Tagesschlüsseltabellen
                          31 Schlüssellochkarten für Kommutator
- Spruchschlüsselheft individuell: KV-25-N / MN
                           2 Kenngruppentafeln
                           mit 20 Kenngruppentabellen
                           mit 40 Spruchschlüsseltabellen
- Spruchschlüsselheft zirkular: ZV-25-N / MN
                           2 Kenngruppentafeln
                           mit 20 Kenngruppentabellen
                           mit 40 Spruchschlüsseltabellen
- Kenngruppenheft Typ 551: Kenngruppenheft mit 10 Blatt 136 Bu-Zi-
                           Fünfergruppen; zur Bildung von
                           Spruchschlüsseln im allgemeinen
                           Verkehr.
Es gibt verschiedene Verpackungsvarianten eines jeden
Schlüsselmitteltyps:
- lose Blattsammlung geklammert,
- genietet und genäht in Karton eingeschlagen mit
  Einzelblattsicherung,
- in Folie verschweißt mit Einzelblattsicherung.

Nutzung/Vernichtung:
- Geltungsdauer des Tagesschlüssels 24 Stunden,
- Spruchschlüssel hat nur Gültigkeit für jeweils einen Spruch.

Nach Gültigkeitsablauf des Schlüssels ist die geordnete
Reihenfolge der Schlüsselscheiben herzustellen bzw. der
neue Schlüssel einzustellen.

Hinweise für die politisch-operative Sicherung beim Einsatz
des Chiffriergerätes M 125 (m 125 MN/M 125 3MN) (Verfahren FIALKA)

Das gesamte Verfahren bietet bei vorschriftsmäßiger
Anwendung garantierte Sicherheit für die Nachricht auf
dem Nachrichtenkanal und ist für GVS zugelassen.

Zu beachten ist die sehr hohe kryptologische Sicherheit.
In der Kartei zur Bearbeitung von Verstößen und Vorkommnissen
heißt es z. B. bei der Doppelbenutzung des Spruchschlüssel:
1. Bei einer Doppelbenutzung erfolgt keine Kompromittierung der Infor-
    mation, bei deren Übertragung über technische Nachrichtenmittel
    (Verstoß)
 2. Ab 5maligen Nutzung eines Spruchschlüssels ist mit der Kompromittierung
    aller damit bearbeiteten Informationen zu rechnen.
    (Vorkommnis)

Die M-125 FIALKA wurde für Verbindungen in allen Ebenen
der NVA, MfS, DR, MdI und ausgewählten Kombinatsbetrieben eingesetzt.
Auf den Booten und Schiffen der Volksmarine wurde die M-125
auf den Führungsfahrzeugen eingesetzt.
Z. B.: Baltisk-Fahrt vom 10 - 26. 07. 1989, oder der Tallin-Fahrt
vom 05. - 12. 08. 1989 (E 171).

Foto einer FIALKA M-125 MN

Geschichtliches:

Im Jahr 1968 wurden die ersten M125 MN in der DDR eingeführt.
Das Gehäuse der M-125 MN wurde 1970 geändert, z. B. kam der
Konzepthalter, Frontplatten des Netzteiles sowie Buchsen für die
Gehäuseschrauben dazu. BStU*82

Ab 1978 folgte das Modell M-125 3MN.
Bei den vorhandenen M-125 MN wurden die Schlüsselscheiben ausgetauscht.
Die neuen Schlüsselscheiben hatten die Bezeichnung PROTON-2. BStU*82
Die M-125 FIALKA wurde für Verbindungen in allen Ebenen der NVA genutzt.
Die M-125 FIALKA der anderen Vertragspartnern des WV haben differierende
Verdrahtungen und Verstiftung.

In der DV 040/0/010 wird darauf hingewiesen das die FIALKA M-125 nicht
im Verbund des Warschauer Vertrages gearbeitet wird.

Für den Einsatz im Kriegsfall werden neue Schlüsselscheiben-
sätze ausgegeben, die für alle Teilnehmer des Warschauer
Vertrages gleich sind.

Für die Instandsetzung, Ersatzbestellung ist der
"Katalog Materielle Sicherstellung (Nachrichten) Teil 4" anzuwenden.
Auszug aus Katalog
Abb.: Deckblatt des Katalog Materielle Sicherstellung (Nachrichten) BStU*82

Das Gerät hat 10 Schlüsselscheiben.
Die geradzahligen Scheiben drehten sich gegenläufig zu den ungeradzahligen.
Die Scheibe 1 und 10 werden permanent angetrieben.
Die Scheibe 10 wirkt auf Scheibe 8, diese auf die 6 usw. usf.,
in Abhängigkeit der Blockierungsstifte der anzutreibenden Scheibe.
Die Scheibe 1 wirkt auf die Scheibe 3, diese auf die 5 usw. usf.,
in Abhängigkeit der Blockierungsstifte der anzutreibenden Scheibe.

Es gibt eine Eingangs- und Ausgangssubstitution mittels Schlüsselkarte,
Kommutatorkarte KC30x30 (KS30*30).
Die Belegung der Tastatur wurde zuerst nur für den Gebrauch in den
sowjetischen Streitkräfte vorgesehen.
Dann wurde für den Export innerhalb des WV die Tastaturen angepasst.
Daher fehlen auch einige Buchstaben die umschrieben werden mußten,
siehe DV A 040/1/321 Texte vorbereiten sowie DV 040/0/014 Pkt.12 (2).
In den o.g. Vorschriften wird nur auf die Vorbereitung der deutschen
und kyrillischen Texte eingegangen. Die russische Tastatur hatte nur
kyrillischen Schriftzeichen. Es gab keine Zahlen und einige verwandte
Buchstaben wie I - O wurden durch ein Zeichen ersetzt also 1 = I, O = 0.
So ergibt sich ein Zeichenvorrat von 30 Zeichen!

Die deutsche Tastatur der M-125 MN:

M-125

Die deutsche Tastatur der M-125 3MN in der Arbeitsart Mischtext:

M-125 3MN

Aus der DV 040/1/321 NVA-Dienstvorschrift M-125 (MN und 3MN)
und B 434-109/78 MfS Abt. N Dienstvorschrift M-125 (MN und 3MN)

Bei den Schlüsselscheibensatz PROTON-2 ist die Verdrahtung der Schlüs-
selscheiben auswechsel-, dreh- und wendbar gegenüber der äußeren Schei-
be ausgeführt.(s. Abb.)
In der Grundeinstellung, der inneren und äußeren Scheibe, entspricht
diese dem alten Schlüsselscheibensatz.
Das Gerät konnte die Texte mittels einer Typenrad auf gummierten oder
Lochstreifenpapier drucken, in den entsprechenden nationalen Zeichen.
(deutsch/polnisch/ungarisch/tschechisch/kyrillisch)
Der Ausdruck von Klartexten erfolgte entsprechend den Eingaben der Tas-
tatur bzw. dem Ergebnis der Dechiffrierung.
Der Ausdruck der chiffrierten Textes erfolgte in Fünfergruppen oder
kontinuierlich als Fünfkanallochstreifen.
Wird das Chiffrat gestanzt erfolgt das nicht in Fünfergruppen.
Das Versenden per Fernschreibmaschine erfolgte entweder in Fünfer-
gruppen, per Hand, oder als Lochstreifen.
Mit der P-590A wird der Spruch bzw. der Lochstreifen als Telegrafphie-
Signal gesendet. Ein in der P-590A eingebauter NF-Modulator ermöglicht
die akustische Überwachung der Telegrafiesignale.
Mittels des Schalters Gruppe erfolgt die Telegrafiesendung in Fünfergruppen.
Anbindung M-125 P-590A
Abb.: Anbindung der M-125 MN oder M-125 3MN an die P-590A an eine Funkstation.
Funkstation mit P-590A
Abb.: Funkstation mit P-590A und M-125. Sammler*126

Schlüsselunterlagen der M-125 3MN FIALKA:



Schlüsselheft
FIALKA Schlüsselunterlagen
ИДЖЗABKГБEI4
OCAHEPTЬБЫ
БДBИAГEЗKЖ
2II22I22I2
KУЛKЮЫXBУГ

Version: M-125 MN, nichtzerlegbare Schlüsselscheiben

Der Tagesschlüssel besteht aus einer Lochkarte,
und einem kleinen Zettel auf dem die Reihenfolge der Schlüsselscheiben und des Tagesschlüssel gedruckt ist
БЖKAГИEBДЗI4
ФPMKEУЗЧГP
oder
БЖKAГИEBДЗI4
ФPMKE
УЗЧГP

Б Ж К А Г   И Е В Д З ... entspricht die Reihenfolge 2-7-10-1-4  9-6-3-5-8 der Schlüsselscheiben auf der Achse.
Ф Р М К Е   У З Ч Г Р ... Ist der Anfangsschlüssel, in der die Schlüsselscheiben eingestellt werden.

Version: PROTON-2 bzw. M-125 3MN, zerlegbare Schlüsselscheiben

Ebenfalls bestehend aus einer Lochkarte, siehe Schematischer Aufbau.
Schlüsselkarte

Und einem kleinen Zettel auf dem die Reihenfolge des Schlüssels gedruckt ist.

ИДЖЗABKГБEI4
OCAHEPTЬБЫ
БДBИAГEЗKЖ
2II22I22I2
KУЛKЮЫXBУГ

И Д Ж З А   В К Б Г Е ... entspricht die Reihenfolge 9-5-7-8-1--3-10-2-4-6 der Schlüsselscheiben auf der Achse.
O C A H Е   Р Т Ь Б Ы ... Die Markierung des äußeren Ringes wird auf den Buchstaben des inneren Ringes gestellt.
Б Д В И А ... entspricht also 2-5-3-9-1 der Einsätze, also die erste Scheibe (9) hat Einsatz 2.
2-1-1-2-2 ... entspricht also 2-1-1-2-2 der Einsätze, also die erste Scheibe (9) hat Einsatz 2 umgedreht auf Seite 2
К У Л К Ю ... entspricht also die rote Markierung des Einsatzes auf К

Anders gesagt: Die erste Schlüsselscheibe besteht aus der Schlüsselscheibe No. 9 mit dem Einsatz No. 2
dieser wird so gesteckt das die Aufschrift Б2 lesen kann. Die rote Markierung des Einsatzes steht auf K der Schlüsselscheibe.

Und die Grundeinstellung ist AAAAA AAAAA

Wartungsschlüssel:

AБBГД  EЖЗИК
AAAAA  AAAAA
AБBГД  EЖЗИК
IIIII  IIIII
AAAAA  AAAAA
Für die nichtzerlegbaren Schlüsselscheiben gilt nur Zeile 1 und 2.
Der Schnelleinstieg Chiffrieren - Dechiffrieren mit der FIALKA M 125 MN
Hier mit einer polnischen FIALKA M-125 MN. Alternativ können Sie den
Simulator verwenden!

links (blau) 3K - rechts (rot) 6K
Schlüsselscheiben: polnisch / tschechisch
Chiffrieren
 1. Die Schlüsselscheiben entsprechend dem o.g Beispiel auf die Achse bringen.
    Б Ж К А Г   И Е В Д З

 2. Einsetzen der Kommutatorkarte aus dem Schlüsselheft.
    Da keine Kommutatorkarte vorhanden ist wird mit dem Wartungsdreieck gearbeitet

 3. Die Schlüsselscheiben entsprechend dem o.g. Beispiel so drehen das
    oberhalb der Einstelleiste zu lesen ist: Ф Р М К Е   У З Ч Г Р

 4. Maschine auf Chiffrieren und Typenrad auf Kyr. schalten.

 5. nächste freie Kenngruppe aus Kenngruppenheft jetzt eingeben:
 
ЧЧШXPФИOKБИДГУЛЖЮЯФБ61449564428177012327
ЛЧPXAOKPPДTBWPHABГБЧ19804662626345286367
KBHOПИPCЗOПЗTPЧAPБГC25477242623571534194
OKШKKKTMHOOЛДPИЫЧMЛT83271370128157638721
CABHCДИMTKЛXPAXФЯTЬЖ92421708756964065856
 
 
 
УПPAXAЛЛУБПУЦEЙЫKЛCT17828136952238475607
ЦИKЛMЬЬTPУOKPИKEЗTPA29083523654102621319
XXEEEMKKOПCEMBЯAЙBCУ66775286944833362978
OKTOAББГPCИAИИXXXДAД39666689883451597492
BДTИЬTAЛPAЧCЖБЩOЛKPA20250759217390579110
 
    Ч Ч Ш X P  Ф И O K Б
    Kenngruppe streichen und signieren mit Datum.

 6. Bedruckten Streifen herausziehen und beschriften mit Spruchschlüssel.
    ACHTUNG dieser ist GEHEIM! Nicht weitergeben!

 7. Schlüsselscheiben jetzt entsprechend dem Spruchschlüssel so drehen das
    oberhalb der Einstelleiste dieser zu lesen ist:
ЧЯЯMA ЛЫГПШ
Schlüsselgruppe 3K
ЩЖЮHK ЦЙEШT
Schlüsselgruppe 6K

 8. Jetzt Drucken oder Drucken-Lochen schalten.

 9. Gruppenzähler auf 000,0 setzen.

10. Jetzt kann der Klartext über die Tastatur eingegeben werden:

   UEB SNV ROLIK 944 MELDE UEBUNG BEENDET SOROKA 944 _ _ _ _

   Bitte beachten Sie das die Gruppen aufgefüllt werden müssen.
   In diesem Fall ist der Text 14,1 Gruppen lang.
   Dieser wird auf 15 Gruppen aufgefüllt

11. a) Ausgabe Drucken: oben die Ausgabe in kyrillischer und unten in lateinischer Schrift.
       Die Ausgabe erfolgt beim Chiffrieren + Drucken automatisch in Fünfergruppen.

 TEKЬBУЩЮЧЖ ИГCOOЮПЬЯЦ ЫШЦУФЖДДГE ДЯШAЯCEЛHЧ ИБPBPЙФHУЛ ЮБЬPBПЦЛAИЛMPMЛШЙHXГHЬБГA
NTRMDEO8X5BUCJJ8GMYWSIWEA 5LLUTLYIFYCTKZXB7HDH 2AZEK87MHDGWKFBKVHVK I2ZQUZM7UF
 
P525BNUIDYRXJRN D87HCXYNJPQ5KWYN2ZHT DPMXD7ZCTQ8TBLCUTPMX MTPIWV2SZCV8LBO5HMLQ+
11. b) Ausgabe Drucken-Lochen:
       Beim Chiffrieren + Drucken-Lochen wird fortlaufen gelocht, nicht in Fünfergruppen.
GTX Lochstreifen 3K
GTX Lochstreifen 3K
12. Ablesen des Gruppenzählers, dieser sollte 015,0 Fünfergruppen anzeigen.

Bemerkung: Normalerweise wird dem Spruch begonnen mit der Kenn- und Unterscheidungsgruppe.
           Zur Vereinfachung fällt es hier weg. Siehe DV M-125 MN

Dechiffrieren

 1. Tagesschlüssel einstellen wie bei Chiffrieren Pkt.  1 bis 3

 2. Zum dechiffrieren müssen wir wieder einen Spruchschlüssel erstellen.
    Wie bereits oben erwähnt, steht die Kenngruppe am Beginn des Spruchs,
    da wir o.g. Spruch verwenden müssen wir auch diesen verwenden und
    Chiffrieren diesen wie beim Chiffrieren Pkt.  4 bis  6 und führen
    die Einstellung wie unter Pkt. 7 durch.

 3. Das Typenrad auf Lat. oder Kyr. stellen; in unserem Fall auf Lat.

 4. Die M-125 MN auf Dechiffrieren schalten

 5. Nun Drucken einschalten.

 6. Dechiffrieren über: a) Lochstreifen oder b) Tastatur

    a) Den erstellte Lochstreifen in den Lochstreifenleser einlegen
       und den Lochstreifenleser starten. Jetzt beobachten ob der
       bedruckte Papierstreifen den Klartext anzeigt.
       Der Lochstreifenleser stoppt automatisch beim Erkennen der 32.ten
       Kombination (keine Lochung).

    b) Die Fünfergruppen ohne Leerschritte eingeben und einen Kontroll-
       blick auf die Ausgabe werfen ob der Klartext dort erscheint.
UEB SNV  ROLIK NEU N VIER VI ER MELDE  UEBUNG  BEENDET  SOROKA  NEUN VIE R VIER  +
Wenn Sie die fehlerfreie Ausgabe sehen, haben Sie erfolgreich
Ihren chiffrierten Spruch dechiffriert.

Der Schnelleinstieg Chiffrieren - Dechiffrieren mit der FIALKA M 125 3MN

Hier mit einer polnischen FIALKA M-125 MN. Alternativ können Sie den
Simulator verwenden! Schlüsselscheiben: tschechisch

Chiffrieren
 1. Die Schlüsselscheiben entsprechend dem o.g. Beispiel,
 für die M 125 3MN, zusammenstellen.

 a) Schlüsselscheibe И
 b) äußerer Ring mit der roten Markierung auf den Buchstabe O drehen.
 c) den Einsatz Б mit der Seite 2 mit der weißen Markierung auf
    den Buchstaben K einlegen.
 Dieses für die 9 weiteren Schlüsselscheiben fortsetzen.


 2. Einsetzen der Kommutatorkarte aus dem Schlüsselheft.
    Da keine Kommutatorkarte vorhanden ist wird mit dem Wartungsdreieck gearbeitet

 3. Die Schlüsselscheiben entsprechend der DV A 040/1/321 alle auf A stellen.

 4. Maschine auf Chiffrieren, bei M-125 MN: Typenrad auf Kyr. schalten.

 5. nächste freie Kenngruppe aus Kenngruppenheft jetzt eingeben:
    Ч Ч Ш X P  Ф И O K Б
    Kenngruppe streichen und signieren mit Datum.

 6. Bedruckten Streifen herausziehen und beschriften mit Spruchschlüssel.
    ACHTUNG dieser ist GEHEIM! Nicht weitergeben!

 7. Schlüsselscheiben jetzt entsprechend dem Spruchschlüssel so drehen das
    oberhalb der Einstelleiste dieser zu lesen ist:
KOУГA MHЙЦГ
Schlüsselgruppe 6K

 8. Jetzt Drucken oder Drucken-Lochen schalten.

 9. Gruppenzähler auf 000,0 setzen.

10. Jetzt kann der Klartext über die Tastatur eingegeben werden:

   UEB SNV ROLIK 944 MELDE UEBUNG BEENDET SOROKA 944 _ _ _ _

   Bitte beachten Sie das die Gruppen aufgefüllt werden müssen.
   In diesem Fall ist der Text 14,1 Gruppen lang.
   Dieser wird auf 15 Gruppen aufgefüllt

11. a) Ausgabe Drucken: oben die Ausgabe in kyrillischer und unten
       in lateinischer Schrift. Die Ausgabe erfolgt beim Chiffrieren
       + Drucken automatisch in Fünfergruppen.
LOHIP  SZC2V  RELI8  E8DSH  HSEOI  TJAVO  NLXU7  RKR7N  7DNY2  NLGEG  AAL5V  2ETUD  RRMMK  CZMUR  DHBXP +
11. b) Ausgabe Drucken-Lochen:
       Beim Chiffrieren + Drucken-Lochen wird fortlaufen gelocht,
       nicht in Fünfergruppen.
GTX Lochstreifen 3K
12. Ablesen des Gruppenzählers, dieser sollte 015,0 Fünfergruppen anzeigen.

Bemerkung: Normalerweise wird dem Spruch begonnen mit der Kenn- und Unterscheidungsgruppe.
           Der Einfachheit halber ist das hier jetzt weggefallen. Siehe DV M-125 MN

Dechiffrieren

 1. Tagesschlüssel einstellen wie bei Chiffrieren Pkt. 1 bis 3

 2. Zum dechiffrieren müssen wir wieder einen Spruchschlüssel erstellen.
    Wie bereits oben erwähnt, steht die Kenngruppe am Beginn des Spruchs,
    da wir o.g. Spruch verwenden müssen wir auch diesen verwenden und Chiffrieren diesen
    wie beim Chiffrieren Pkt.  4 bis  6 und führen die Einstellung wie unter Pkt. 7 durch.

 4. Bei M-125 MN: Das Typenrad auf Lat. oder Kyr. stellen; in unserem Fall auf Lat.

 5. Die M-125 3MN auf Dechiffrieren schalten

 6. Nun Drucken einschalten.

 7. Dechiffrieren über a) Lochstreifen oder b) Tastatur

    a) Den erstellte Lochstreifen in den Lochstreifenleser einlegen
       und den Lochstreifenleser starten. Jetzt beobachten ob der
       bedruckte Papierstreifen den Klartext anzeigt.
       Der Lochstreifenleser stoppt automatisch beim Erkennen der 32.ten
       Kombination (keine Lochung).

    b) Die Fünfergruppen ohne Leerschritte eingeben und einen Kontroll-
       blick auf die Ausgabe werfen ob der Klartext dort erscheint.
UEB SNV  ROLIK NEU N VIER VI ER MELDE  UEBUNG  BEENDET  SOROKA  NEUN VIE R VIER  +
Wenn Sie die fehlerfreie Ausgabe sehen, haben Sie erfolgreich
Ihren chiffrierten Spruch dechiffriert.


Das + bedeutet entweder:

   - die Kontakte der Schlüsselscheiben, Tastatur etc. sind verunreinigt,
     Sie müssen eine Wartung durchführen;
UEB SNV+ RO+IK NEU N VIER VI ER MEL+E  UEBUN+  BEEND+T +

   - der Lochstreifenleser hat eine 32.te Kombination gelesen dann wird
     ebenfalls ein + gedruckt;
   - und Sie erkennen die eingefügten vier Leerzeichen als Füllzeichen
     vor dem letzten +.

Original Tastaturbelegung und Lochung der tschechischen Fialka.
M-125 CZ Tastatur
Abb.: Abb.: Tastatur und Lochung der cz Fialka aus ©Crypto-World Ausgabe 10/2007
Vergleich der Typenräder M-125 3MN

Typenrad M-125Ausdruck auf gummierten Streifen
M-125 MN FIALKAAusdruck auf gummierten Streifen


Ersatzteile für M-125, ЗИП
ЗИПЗИП
Abb.: Ersatzteilkasten ЗИПAbb.: Auflistung des ЗИП Inhaltes
ЗИПЗИП
Abb.: Tragegriff ЗИПAbb.: Petschierung

OПИCЬ УKЛAДKИ 18.820.041
OбoзнaчeниeНaимeнoвaниe Koл. 
гн
 16.366.010 Бoeк15
34.002.704Бoлт M6.6hX40.56.0564
14.098.000Baннa c poликoм14
18.916.012Bинт24
34.020.314Bинт24
Шкуpкa 64C M40 ГOCT 10054-820,5 л1
17.844.003Bcтaвкa103
32.060.201Гaйкa M664
 
Диoд Д223 CM3.362.018TУ53
Диoд 2Д 201Б УЖO.321.064TУ23
Диoд 2Д 202B УЖЗ.362.035TУ23
Диoд Д237A TPЗ.362.021TУ23
 
16.614.003Koнтaктнaя плacтинa52
16.620.012Koнтaктнaя гpуппa12
16.622.008Koнтaкт106
12.423.000Лaмпa пepeнocнaя11
18.604.013Haклaдкa41
18.300.085Ocь15
18.310.084Ocь диcкoв11
 
16.614.008Плacтинa24
18.610.010Плacтинa11
18.120.066Пoдcтaвкa15
16.207.016Пoлзун106
Пoдшипник 6-1000095 ГOCT 8338-7525
Пpeдoхpaнитeль BПI-1-3,0A
OЮ0.480.003TУ103
Пpeдoхpaнитeль BПI-1-5,0A
OЮ0.480.003TУ103
16.385.004Пpужинa22
17.730.012Пpужинa106
17.730.013Пpужинa кoнтaктнaя22
17.730.015Пpужинa кoнтaктнaя21
18.380.019Пpужинa54
18.380.055Пpужинa55
18.380.089Пpужинa15
18.380.117Пpужинa55
18.380.123Пpужинa25
18.385.028Пpужинa206
18.385.038Пpужинa15
18.385.040Пpужинa15
18.387.013Пpужинa25
28.380.509Пpужинa15
17.095.021Пуaнcoн15
17.095.022Пуaнcoн55
 
16.354.120Pычaг25
18.364.015Coбaчкa23
18.364.030Coбaчкa12
18.352.019Toлкaтeль12
Tpaнзиcтop 1T403Г CИ3.365.023TУ23
Tpaнзиcтop 2T603A И93.365.003TУ13
33.014.402Шaйбa 6.03.05 ГOCT 11371-68125
18.949.026Шaйбa55
Шapик Н3-3 ГOCT 3722-81152
16.610.009Щeткa103
13.254.001Элeктpoмaгнит22
 
Cхeмa pacпoлoжeния гнeзд в ящикe
2346
5
1
 

               REGIERUNG
 DER DEUTSCHEN DEMOKRATISCHEN REPUBLIK
MINISTERIUM FÜR NATIONALE VERTEIDIGUNG
             Der Minister

                                 Berlin,  den    13. 06.1968
                                 Vertrauliche Verschlußsache
                                 Vertrauliche Verschlußsache!    BStU*389
                                 VS-Nr.: A 63437
                                 01. Ausfertigung =  2 Blatt

Minister für Staatssicherheit
Genossen Generaloberst  M i e l k e

Werter Genosse Minister!

In einem Beschluß der Leitung des Ministeriums für Nationale
Verteidigung vom Dezember 1967 wurden Maßnahmen zur Erhöhung
der Sicherheit und Geheimhaltung im Nachrichtenwesen der
Nationalen Volksarmee bis 1971 festgelegt, die unter anderem
auch die Einführung von Kodiergeräten Fialka bis zum Trup-
penteil vorsehen. Diese Maßnahmen sind dringend erforderlich,
da die gesicherte Nachrichtenübermittlung in der taktischen
Ebene bisher nur mit manuellen Mitteln erfolgt und nicht den
modernen Gefechtsbedingungen entspricht.

Durch den Außenhandelsbetrieb ITA des Ministeriums für Außen-
wirtschaft der Deutschen Demokratischen Republik wurden für
1968 insgesamt 260 Geräte Fialka bestellt (175 für die
Nationale Volksarmee, 85 für das Ministerium für Staatssicher-
heit), von denen die Sowjetunion nur 100 Geräte liefern kann
und vertraglich gebunden hat. Bei einer anteilmäßigen Ver-
teilung würden somit ca. 70 Geräte für die Nationale Volksar-
mee und ca. 30 Geräte für das Ministerium für Staatssicherheit
entfallen.

Die für die Nationale Volksarmee im Jahr 1968 geplante Technik
ist zur Sicherstellung des komplexen Systems der gedeckten Trup-
penführung in den Landstreitkräften und des Zusammenwirkens mit
den Verbänden und Truppenteile der Sowjetarmee vorgesehen. Die
Einführung der Kodiergeräte in den Verbänden ist am dringendsten,
weil damit die Gefechtsbereitschaft durch die Erhöhung der Ge-
heimhaltung aller Informationen auf dieser Ebene wirksam verbes-
sert wird.

Zur Sicherstellung dieser Maßnahme ist ein Minimalbedarf von 94
Geräten notwendig. Die entsprechenden Planstellen wurden geschaf-
fen sowie mit der Auswahl und Ausbildung der Kräfte bereits be-
gonnen.

Ich bitte Sie prüfen zu lassen, inwieweit die Möglichkeit besteht,
von Seiten des Ministeriums für Staatssicherheit auf die Teil-
lieferung für das Jahr 1968 zu verzichten und mit nur 6 Geräten
die notwendigen Vorarbeiten zur Einführung dieser Technik vorzu-
nehmen. Seitens der Sowjetunion wurden entsprechende Zusagen zur
Weiterführung der Lieferungen in den folgenden Jahren gemacht.

Ich bitte um Ihre Mitteilung.
                                    Mit sozialistischen Gruß

                                    Hoffmann

                                    Armeegeneral

Abteilung XI                           Berlin, den 22.6.1968
                                       Tgb.Nr.XI/   1935 /68

Gen.
Generalmajor SCHOLZ

im Hause

Schreiben des Ge. Minister HOFFMANN an Gen. Minister
MIELKE vom 13.6.1968, VS A 63437

Die uns von der SU gelieferten 30 Geräte FIALAKA für
das Jahr 1968 sollte in den Nachrichtenverbindungen der
Hauptabteilung I von den Grenzregimentern zur Grenzbrigade
eingesetzt werden, um eine schnellere Übermittlung ge-
heimer operativer Nachrichten auf dieser Ebene zu erreichen,
zumal in den Grenzregimentern der NVA bereits Chiffrier-
technik eingesetzt ist.

Auf Grund des Schreibens des Gen. Minister HOFFMANN wurde
eine Aussprache mit dem amtierenden Leiter der Sonderab-
teilung der Hauptabteilung I, Gen. Major LESSNER, geführt.

Die Aussprache ergab, daß der Bitte des Gen. Minister
HOFFMANN zur Gewährleistung des Zusammenwirkens mit den
Verbänden und Truppenteilen der Sowjetarmee entsprochen
werden sollte.
Die Hauptabteilung I ist mit einer späteren Lieferung
der Geräte einverstanden.

                                        Leiter der Abteilung

                                        Schürrmann
                                        Oberst

                                 Vertrauliche Verschlußsache
                                 MfS 001 Nr. 459/68
                                 ..........   Ausfertigungen
                                    2. Ausfertigung  1 Blatt

Minister für Nationale Verteidigung
Genossen Armeegeneral Hoffmann     

Werter Genosse Hoffmann!

Auf Ihr Schreiben vom 13.05.68 - VVS-Nr. A 63437 - über die
Einführung von Kodiergeräten Fialka teile ich Ihnen nach
eingehender Prüfung mein Einverstädnis zu der von Ihnen vor-
geschlagenen Regelungen über die Verteilung im Jahr 1968 mit.

Ich bitte, den vom Minister für Staatssicherheit geplanten
Bedarf bei weiteren Lieferungen zu berücksichtigen.

                                    Mit sozialistischen Gruß

                                    Mielke

                                    Generaloberst