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Grundlage für die Nachrichtentruppen/-zentralen ist die
Anordnung über Nachrichtenverbindung und die DV 040/0/001.

Die Organisation des operativ-technischen Dienstes auf Nachrichten-
zentralen ist in der Anleitung A 040/1/009 geregelt.

Die in den Dienstvorschriften 040/0/001 und A 040/1/009 nicht näher
erläuterten Aufgaben des SAS- und Chiffrierdienstes sind in den DV
040/0/010, der DV 040/0/015 sowie in der Anordnung 35/81 geregelt.

Alle Diensthabenden führen ein Arbeits- bzw. Dienstbuch für Diensthabende.
Diese sind eingestuft als VVS oder GVS.
Die Innenseiten des Arbeits- bzw. Dienstbuches sind dementsprechend der
Einstufung (VVS) grünes oder (GVS) rotes Deckblatt.
Im SCD gestempelt mit  Chiffriersache !.
Auf dem Deckblatt ist auch der Nutzer, Eigentümer bzw. Diensthabender benannt.
Im weiteren gab es auch Diktatbücher.
Dienstbuch Deckblatt VVSDienstbuch Deckblatt GVSDiktatbuch
Dienstbuch InnenseiteInnenseiten des DienstbuchesDiktatbuch

Personelle und technische Entwicklung im SCD seit 1970 bis 1986 Militärarchiv*13

Die Anzahl der Angehörigen des SAS- und Chiffrierdienstes hat sich seit 1970
bis 1986 um 343 % gesteigert.
Die Anzahl der SFe Geräte steigerte sich, im selben Zeitraum, um das 20fache.
Die Anzahl der SFs Geräte steigerte sich, im selben Zeitraum, um das 6fache.
Die Anzahl der Chiffriergeräte, im selben Zeitraum, jedoch nur um das 3fache.

1987 waren für den gesamten Bereich des SAS- und Chiffrierwesens der DDR außer
dem MfS, 10.370 aktive und 4.500 Reservisten im SCD tätig.
Diese Zahlen haben sich nach 1987 nicht mehr erhöht da in der NVA der neue Stellen-
plan STAN 2000 auch personelle Abrüstung im Bereich des SCD vorgenommen wurde.

Nachrichtensicherheitsdienst Militärarchiv*13

Im Dokument über die Wirksame Durchsetzung des Geheimnisschutzes und
der Forderung der Nachrichtensicherheit bei der Nutzung der Nachrichten-
verbindungen wird durch den Oberst Hartenstein ausgeführt das
bereits am Aufbau eines Nachrichtensicherheitsdienstes gearbeitet wird (1986).
Einen umfassenden Bericht der Arbeit des NSD oder auch ENS der VM,
Nachrichtensicherheitsdienst oder Einheit Nachrichtensicherheit, steht im
Komplex Sonderaufgaben. Sowie eine kritische Betrachtung der wahren Verhältnisse.

WTsch - BЧ

WTsch ist auch eine russische Abkürzung steht z. B. für Hochfrequenz,
bedeutet im Zusammenhang mit den Regierungsnachrichtenverbindungen die
Geheime Regierungsnachrichtenverbindungen(GRNV).
Per Definition der Abt. N des MfS, die WTsch bereitstellende Diensteinheit,
WTsch-Verbindungen sind Führungsverbindungen für die Partei- und Staatsführung.
In der NVA sind die WTsch-Regierungs-Verbindungen in der AO 35/81 geregelt.

In der Literatur, Alexander Solschenizyn, findet man erste Ansätze
die für die Begriffsbildung verantwortlich ist. Sowie im unteren Abschnitt
eines CIA Berichtes.

Hierzu ein Gastbeitrag: "Abriss über die Geschichte des WTsch".
Sowie ein Russischer Artikel über den Beginn von WTsch.

In vielen Dokumenten des MfS, die in der BStU eingesehen werden können,
sind folgende Geräte als WTsch-Regierungsnachrichtenverbindungen
seit 1968 aufgeführt:
Die Angaben der Geräte in den Klammern sind Stand 1985. BStU*198
In der Strategie 2000 der Abt. XI aus dem Jahr 1988 war von 280 Fernsprech-
chiffriergeräte mit hoher Sicherheit (nicht garantierter Sicherheit) für
die Regierungs- und Sonderverbindungen die Rede.

Beim MfS wurde der Begriff WTsch auch für die von ihnen genutzte
SAS-Fernsprechtechnik genutzt. Deswegen erscheint auch die T-217
in der Liste der WTsch Geräte.

1987 wird DELPHIN und KORALLE als Hauptverfahren der Fernsprech-
chiffrierung für die GRNV genannt.

1990 wurde die letzte Übersicht über die Teilnehmer der NVA
des GRNV erstellt.

Abbbildung des Aufbau der Ausweich-Führungsstellen der BVfS Neubrandenburg.
Diese entspricht weitestgehend den meisten AFüst der BVfS.

Die modernste Chiffriertechnik T-230 wurde in der NVA
ab Ende der 80er in den Kommandos der VM, des MB III, MB V, der LSK/LV
und der HptNZ eingesetzt.

In einem Dokument des CIA zum Berlin-Tunnel aus dem Jahre
1968 kann man zum Begriff WTsch lesen:


SECRET
CS Histroy Paper
No. 150

CLANDESTINE SERVICES HISTORY
THE BERLIN TUNNEL OPERATION
       1952 - 1956
  Published 24 June 1968


Page 6:

In the late 1940′s and early 1950′s the U.S.,
trough the briefings of returnee German scientists
(those who were taken by the Soviets after World War II
to work in Russia) an other sources, became aware of a
new Soviet voice secrecy device which the Soviets referred
to usually as VHE CHE.

In normal usage VHE CHE means high frequency. The
Soviets, however, in context, used this term for a special
speech scrambling device developed to provide security their
high level communications.


Page 64:

One of the Soviets, probaly an officer, suggested that it might
have been built during the war, possibly for VHE CHE (Russian
abbrevation for high frequency transmissions, but used loosely
to denote anything connected with secure communications.)


Page 66:

Speaking in unusually vague terms, Vynik insturcted Alpatov
to take over two low-frequency channels, presumably provided
by the KGB signals organisation. (These channels would provide
telephone communications between Berlin and Wuensdorf via overhead
line and would by-pass the tapped cables.) Vynik added that they
could continue necessary technical discussions on the new facilities.

_-_-_---__-_-_--_-_-_---__-_-_--_-_-_---__-_-_--_-_-_---__-_-_--

Meine freie Übersetzung:


Seite 6:

In den späten 40er und Anfang der 50er Jahre wurde durch die
geheimdienstlich Befragung der aus der sowjetischen Kriegsgefangenschaft
heimkehrenden Wissenschaftler und anderer Quellen ermittelt das
die Sowjetunion an einem Sprachschlüsselgerät arbeiteten, die
als WTsch bezeichnet wurde.

Im normalen Sprachgebrauch bedeutet WTsch Hochfrequenz.
Es bezeichnete ein Sprachscramblergerät das sie entwickelten,
um die Sicherheit ihrer geheimen Kommunikation zu erhöhen.


Seite 64:

Eine sowjetische Quelle sagt aus das für WTsch einfach
die Bezeichnung die sicheren Kommunikation dient.


Seite 66:

Wynik beauftragt Alpatow zu über zwei NF-Kanäle, vermutlich durch die
KGB-Nachrichten organisiert. (Diese Kanäle der Telefonkommunikation
zwischen Berlin und Wünsdorf über Überlandleitung/Kabel und würde durch
die Bypassleitung genutzt werden.) Wynik fügte hinzu, dass sie weiterhin
notwendigen technischen Gespräche über die neue Anlagen führen.

Anmerkung:

Mit Bypass-Leitung ist die Umgehung der angezapften Leitung vom Berlin-Tunnel,
des CIA, gemeint.

Über die zwei NF-Kanäle ist gemeint sein das die WTsch-Verbindung
mit Vierdrahtleitungen arbeiten.
Konzeption für die Gewährleistung von WTsch-Verbindungen im Verteidigungszustand
In der Vorbereitung auf den Verteidigungszustand nehmen die
Planung der WTsch-Verbindungen eine Schlüsselposition ein.

Folgende Grundsätze haben vorrangige Bedeutung:

1. WTsch-Verbindungen sind Führungsverbindungen für die
   Partei- und Staatsführung.
2. Bei der Planung von WTsch-Verbindungen für den Vertei-
   digungszustand sind die mit der Sowjetunion getroffenen
   Festlegungen und Vereinbarungen, die vom Minister für
   Staatssicherheit unterzeichnet sind, konsequent durchzu-
   setzen.
3. Die Planung und Organisation von WTsch-Verbindungen ein-
   schießlich der im Verteidigungszustand anzuschließenden
   Teilnehmer erfolgt ausnahmslos duch das Ministerium für
   Staatssicherheit.
4. Die Planung von WTsch-Verbindungen für die Truppenführung
   sind nach den Vorgaben des Vereinten Oberkommandos mit
   dem Ministerium für Nationale Verteidigung und der GSSD
   - Truppen des KfS der UdSSR abzustimmen.
5. Die Organisation, der Einsatz der Technik und der Aus-
   tausch von Betriebsdokumenten hat zwischen dem Ministerium
   für Staatssicherheit und der GSSD - Truppen des KfS der
   UdSSR - auf der Grundlage beschlossener Vereinbarungen
   zu erfolgen.
6. Bei der Planung der WTsch-Verbindungen für die Führungs-
   stellen ist davon auszugehen, daß eine wesentliche Einschrän-
   kung der Teilnehmer gegenüber dem stationären Netz in Frie-
   denszeiten erfolgt. Anschlüsse für die Leiter der Führungs-
   organe bilden das Primat.
   Der Ausbau bzw. die Erweiterung von weiteren berechtigten
   Teilnehmeranschlüssen richtet sich nach den real zur Ver-
   fügung stehenden technischen Einrichtungen.

An den vorgenannten Grundsätzen sind im Verteidigungszustand
folgende WTsch-Verbindungen zu gewährleisten:

a) Internationale Verbindungen für die Partei- und Staats-
   führung und die Führung der Truppen des Warschauer Ver-
   trages aus stationären Objekten und Feldführungsstellen.
b) Verbindungen aus stationären Objekten und Führungsstellen
   der Partei- und Staatsführung zu
   - zentralen Führungsbereichen
   - Führungsorganen der Bezirke
   - Führungsorgane der Kreise (dort, wo die technischen Vor-
     aussetzungen gegeben sind)
   - zentrale festzulegende Sonderobjekten.
c) Verbindungen von stationären Objekten und Führungsstellen
   des Ministeriums für Staatssicherheit zu nachgeordneten
   Diensteinheiten.

Wie ist bei der Lösung dieser Aufgabe vorzugehen?
1. Grundlage der WTsch-Verbindungen im Verteidigungszustand
   ist das bestehende stationäre WTsch-Netz welches solange
   voll betriebsfähig zu erhalten ist, wie es die Situation
   zuläßt. Um die Verwundbarkeit der Verbindungen von Station
   zu Station weitgehendst zu mindern, ist bereits in Friedens-
   zeiten auf die Kanalbereitstellung im staatlichen Nachrich-
   tennetz Einfluß zu nehmen.
   Sind zwischen zwei Stationen zwei oder mehrere Kanäle ge-
   schalten, so sind dort wo es möglich ist, verschiedene
   Kabelwege zu nutzen.
   Mit dem Einsatz der Geräte DELPHIN sind auch Richtfunk-
   kanäle nutzbar.
   Zwischen Berlin und den Bezirksverwaltungen wird mit Ein-
   satz der Geräte DELPHIN ein Kanal über das staatliche
   Richtfunknetz betrieben.
2. Die Führungsstellen des Nationalen Verteidigungsrates,
   des Ministeriums für Nationale Verteidigung und des
   Ministeriums für Staatssicherheit sind mit WTsch-Sta-
   tionen auszurüsten, die kurzfristig mit vorbereiteten
   Kanälen in Betrieb gehen können. In diesen Objekten
   sind auch für einen vom MfS bestätigten Personenkreis
   die Teilnehmeranschlüsse vorzubereiten.
3. Für die Führungsstellen der anderen zentralen Führungs-
   bereiche sind zunächst transportable Stationen bzw. fahr-
   bare Stationen bereitzustellen, an die die Leiter und
   wenn möglich eine Sprechstelle für alle anderen bestätig-
   ten WTsch-Teilnehmer anzuschließen sind.
   Die Besetzung der Sprechstellen ist durch den nutzenden
   Führungsbereich zu veranlassen. Die Raumfrage ist mit
   den für den Führungsbereich zuständigen Leiter Nachrichten
   zu klären.
   Hinsichtlich des Einsatzes von Geheimhaltungsapparaturen
   ist zu prüfen, ob nicht bewachte Teilnehmerleitungen ge-
   baut werden können, die, wenn die Entfernung das zuläßt,
   an die nächstgelegene WTsch-Station anzuschließen sind.
4. Zur Sicherstellung der Führung der Hauptverwaltungen, Ver-
   waltungen, Hauptabteilungen und selbständigen Abteilungen
   sind entsprechend der Dislozierung für mehrere Führungs-
   stellen eine WTsch-Sprechstelle vorzusehen. Dort wo die
   Voraussetzungen das gestatten, sind die Führungsstellen
   direkt als Teilnehmer anzuschließen.
5. In den Bezirksverwaltungen ist bis 1983 die Führungsstelle
   der BV mit einer WTsch-Station auszurüsten, an die alle im
   Bezirk vorhandenen Führungsstellen mit einer Sprechstelle
   anzuschließen sind. Hier gilt das Gleiche wie unter Pkt. 3.,
   daß nach Möglichkeit Teilnehmerleitungen ohne Geheimhal-
   tungsapparatur gebaut werden.
   Die Station ist so vorzubereiten, daß 2 Kanäle von Berlin,
   ein Kanal zur stationären Anlage und je nach Bereitstellung
   der Geheimhaltungsapparaturen die Nachbarbezirke angeschlos-
   sen werden können.
   Bis zur Realisierung dieser Maßnahmen ist der Einsatz des
   WTsch-Fahrzeuges vorzusehen.
   Wo es die örtliche Lage zuläßt sind die Ausweichführungs-
   stellen an das stationäre Netz anzuschließen. Trotz dieser
   vorgegebenen Einschränkung sind in allen Ausweichführungs-
   stellen ein Raum für WTsch-Zwecke zu sichern.
6. Die fahrbaren WTsch-Stationen sind vorwiegend für
   Sonderaufgaben bzw. bei Ausfall von stationären Anlagen
   in Reserve zu halten.
7. Die Arbeit mit Geheimhaltungsapparaturen hat nur durch
   bestätigte Mitarbeiter der Linie N1 zu erfolgen.
   Im Verteidigungszustand können zur Bedienung der Ver-
   mittlungseinrichtungen andere Mitarbeiter und ausge-
   wählte Reservisten eingesetzt werden.
8. Für WTsch-Stationen der Kreise ist eine Verlagerung
   in Ausweichobjekte vorzusehen, jedoch hat hier der erste
   Absatz des Pkt. 1. volle Gültigkeit.
9. Die vorliegende Konzeption wird in Übereinstimmung mit
   der Realisierung der Möglichkeiten für den Einsatz von
   Technik entsprechend präzisiert.

Schlußfolgerungen:
1. Auf der Grundlage der Beschlüsse des Nationalen Verteidi-
   gungsrates, der vom Nationalen Verteidigungsrat bestätig-
   ten Nachrichtengrundsätze und der Führungskonzeption der
   Arbeitsgruppe des Ministers hat der Leiter meiner Arbeits-
   gruppe im Sinne dieser Konzeption Vorgaben für die WTsch-
   Erreichbarkeit der zentralen Führungsbereiche zu erarbei-
   ten und mir zur Bestätigung vorzulegen.
2. Die Leiter N der Bezirksverwaltungen haben auf der Grund-
   lage dieser Konzeption Lösungswege für ihrer Verantwor-
   tungsbereiche zu erarbeiten und mir über den Leiter meiner
   Arbeitsgruppe zu Bestätigung vorzulegen.
4. Das Ministerium für Nationale Verteidigung wird von mir nur
   über die sie betreffenden Teile dieser Konzeption in Kennt-
   nis gesetzt und hat seine nachgeordneten Organe in den Be-
   zirken zu informieren.
5. Die im Pkt. 7. festgelegten nichtstrukturellen Kräfte und
   Reservisten sind für den zentralen Bereich in der Planung
   meiner Arbeitsgruppe aufzunehmen.
   Die Bezirksverwaltungen planen die Kräfte in eigener Zu-
   ständigkeit.
6. Absprachen und die Erarbeitung von Dokumenten für das
   Zusammenwirken der WTsch-Systeme des Ministeriums für
   Staatssicherheit und der GSSD - Truppen des KfS der
   UdSSR - im Verteidigungszustand sind in Zusammenarbeit
   mit dem Leiter meiner Arbeitsgruppe und dem Leiter der
   Abteilung N1 im Ministerium für Staatssicherheit von
   meinem Stellvertreter, Gen. Oberst Köpke, durchzuführen.
7. Die Behandlung von WTsch-Fragen sowie Informationen zu
   WTsch-Problemen mit den Wehrbezirkskommandos und anderen
   Organen auf der Bezirksebene sind von den Leitern N der
   Bezirksverwaltungen persönlich und nur in dem von mir
   bestätigten Umfang vorzunehmen.
8. Alle für den Verteidigungszustand zu bearbeitenden WTsch-
   Fragen unterliegen der strengsten Geheimhaltung und sind
   nur von Mitarbeitern zu bearbeiten, die von mir bestätigt
   wurden.

   Zukunft
   Gneralmajor

                         MINISTERRAT
             DER DEUTSCHEN DEMOKRATISCHEN REPUBLIK
           MINISTERIUM FÜR NATIONALE VERTEIDIGUNG

                             Geheime Verschlußsache!
                             GVS-Nr.: A 557 200
                             70. Ausfertigung

                        ANORDNUNG Nr. 35/81

                des Stellvertreters des Ministers und
                         Chef des Hauptstabes

                            über

     Nachrichtenverbindungen der ständigen Gefechtsbereitschaft

                            Teil I

                             Geheime Verschlußsache!
                             GVS-Nr.: A 557 200
                             70. Ausfertigung = 18 Blatt

                          MINISTERRAT
               DER DEUTSCHEN DEMOKRATISCHEN REPUBLIK
           MINISTERIUM FÜR NATIONALE VERTEIDIGUNG



                       ANORDNUNG Nr. 35/81

             des Stellvertreters des Ministers und
                     Chef des Hauptstabes

                         über

  Nachrichtenverbindungen der ständigen Gefechtsbereitschaft

                   vom 26. 01. 1981

Zur Planung, Organisation und Sicherstellung der Nachrichten-
verbindungen und der gedeckten Truppenführung im Nachrichten-
wesen

                         ORDNE ICH AN:

I. Nachrichtenzentralen (NZ)

1. Die Nachrichtenzentralen (NZ) der ständigen Gefechtsbereit-
schaft der Nationalen Volksarmee und Grenztruppen der DDR sind
gemäß Katalog der Nachrichtenverbindungen (NV-Katalog) ständig
zu betreiben.

2. Neu errichtete ortsfeste NZ sind in das System der Nachrich-
tenverbindungen der ständigen Gefechtsbereitschaft planmäßig
einzugliedern. NZ der FüSt'n sind gemäß Anlage 7 zu bezeichnen.

3. Bei der Entfaltung von Feldnachrichtenzentralen/-stellen sind
diese über das zu organisierende Nachrichtensystem auf NZ der
ständigen Gefechtsbereitschaft abzustützen.

4. Meldepunkte sind gemäß Nachrichtenordnung Teil E vorzubereiten
und zu nutzen.


II. Nachrichtenverbindungen

1. Funkverbindungen

(1) Funkverbindungen der ständigen Gefechtsbereitschaft für
Übungen und Einsätze sind sicherzustellen gemäß Anlage 1 bis 1 d
sowie den Festlegungen der Nachrichtenordnung.

(2) Funkverbindungen der Funkgefechtsbereitschaft sind auf der
Grundlage der Nachrichtenordnung und der dazu erlassenen Durch-
führungsanordnung des Chefs Nachrichten im MfNV sicherzustellen.

(3) Die Funküberwachung ist gemäß den Festlegungen der Nachrich-
tenordnung durchzuführen.

(4) Funkverbindungen in den UKW-Verkehrsfunknetzen der NVA sind
gemäß "Anordnung des Stellvertreters des Ministers und Chef des
Hauptstabes über die Nutzung der UKW-Verkehrsfunknetze der NVA"
zu betreiben.


2. Richtfunk- und Troposphärenverbindungen

(1) Richtfunkverbindungen sind sicherzustellen:
- im Richtfunknetz (RFN) gemäß NV-Katalog, Teil B und den
  Festlegungen der Nachrichtenordnung Teil B I,
- in RFu-Netzen/RFu-Richtungen der Teilstreitkräfte der NVA
  und Grenztruppen der DDR,
- zur Überlagerung von Drahtverbindungen als ständig zu betrei-
  bende oder/und vorbereitete Richtfunkverbindungen.

(2) Troposphärenverbindungen sind sicherzustellen:
mit stationären und mobilen Troposphärenfunkmitteln in
Troposphärenfunkrichtungen der Teilstreitkräfte der NVA.

(3) Richtfunk- und Troposphärenverbindungen sind zu betreiben:
- zur Sicherstellung von NF-Kanälen für Fernsprech-, WT-, Fern-
  modulations- und Datenübertragungsverbindungen,
- zur Sicherstellung von Reservekanälen für SAS-Verbindungen.

(4) Maßnahmen der Richtfunkgefechtsbereitschaft Stufe I/II
(RFuGB-I/-II) sind gemäß Nachrichtenordnung, Teil B III, die der
Richtfunkgefechtsbereitschaft Stufe III/IV (A und B) gemäß
"Aufgabenstellung ...", GVS-Nr.: A 394 715, zu planen, zu orga-
nisieren und durchzuführen bzw. sicherzustellen.
Die Auslösung der RFuGB-II erfolgt mit dem Signal "uumm", die der
Stufe IIIA, IIIB, IVA und IVB mit den Signalen "uumm3a", "uumm3b",
"uumm4a", und "uumm4b".


3. Drahtverbindungen

(1) Drahtverbindungen sind sicherzustellen:
- im Führungsnetz als Regierungs-WTsch- und SAS-Verbindungen gemäß
  Abschnitt III. Ziffer 1. und 2. vorliegender Anordnungen sowie
  als offenes Fernsprechnetz des Operativen Dienstes (OpDN) gemäß
  NV-Katalog,
- im Stabsnetz als offenes Fernsprech- und Fernschreibverbindungen.

(2) Drahtverbindungen sind zu betreiben:
- als TF/WT-Netz der Nationalen Volksarmee und der zentralen
  Führungsbereiche gemäß NV-Katalog und als TF-/WT-Netz bzw.
  -linien der Teilstreitkräfte der NVA und Grenztruppen der DDR
  über TF-/WT-Grundleitungen/-kanäle des staatlichen Nachrichten-
  netzes,
- als gedeckte und offene Fernsprech-, Fernschreib-, Fernmodula-
  tions- und Datenübertragungsverbindungen über Fernsprech- und
  Fernschreibkanäle der TF-/WT-Netze/-linien der NVA und Grenz-
  truppen der DDR sowie über gemietete Dauer- und Zeitleitungen
  des staatlichen Nachrichtennetzes.


4. Kurier- und Feldpostverbindungen

(1) Es sind sicherzustellen:
- Fernkurierverbindungen durch die vom Chef Nachrichten im MfNV
  festgelegten Wehrbezirkskommandos (Anlage 4a) zu den zentral
  befohlenen Austauschzeiten,
- Bezirkskurierverbindungen in Zuständigkeit der Stabschefs
  der WBK,
- Kurierverbindungen der Grenztruppen der DDR (Grenzregimenter
  zu den Nachgeordneten) in Zuständigkeit der Stabschefs der
  Grenzregimenter,
- Kurierverbindungen bei Übungen und Einsätzen in Zuständigkeit
  der Chefs der Stäbe/Stabschefs. Die Fern- und Bezirkskurierver-
  bindungen sind mit zu nutzen.

(2) Der Kurierpostaustausch ist
- in der Hauptstadt der DDR, Berlin, und in den Bezirksstädten
  Montag bis Freitag,
- zu den Kommandos der Teilstreitkräfte der NVA, zum Kommando
  der Grenztruppen und der Hauptverwaltung der ZV der DDR sowie
  zu den Kommandos der Militärbezirke an allen Werktagen und
- innerhalb der Bezirke wöchentlich dreimal (Mo, Mi, Fr) sicher-
  zustellen.

Notwendige Ausnahmen sowie Übergabe/Übernahem der Kurierpost
innerhalb der Hauptstadt/Bezirksstädte an Sonnabenden sind mit
den betreffenden Führungsorganen und Truppen einschließlich des
MdI/BDVP zu vereinbaren.

(3) Für Ausnahmen in der Leitweise der Kurierpost gilt das
"Verzeichnis der Postfachnummern".


5. Betriebsbereitschaft der Nachrichtenverbindungen

Betriebsbereitschaft der Nachrichtenverbindungen mit Inkraft-
setzung dieser Anordnung (VIII.(1)).


6. Auslösung der Bereitschaftsstufen des Nachrichten- und
   Flugsicherungssystems ("BNF-3" bis "BNF-1")       

Die Auslösung der "BNF-3" bis "BNF-1" erfolgt:
- mit der Auslösung höherer Stufen der Gefechtsbereitschaft oder
- unabhängig davon durch die CN/Ltr. Nachrichten und Flugsiche-
  rung (außer "MAGNET" und "Mobilmachung") mit den Signalen
  "AUFWIND-3" bis "AUFWIND-1".


7. Wechsel der Betriebsunterlagen

Wechsel der Betriebsunterlagen gemäß Anlage 1c und besonderen
Festlegungen des Chefs Nachrichten im MfNV.


8. Zusammenwirken

(1) Nachrichtenverbindungen des Zusammenwirkens mit Armeen der
Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages werden nach gesonderten
Festlegungen organisiert.

(2) Nachrichtenverbindungen des Zusammenwirkens auf dem
Territorium der DDR sind gemäß
- den operativen Festlegungen über das Zusammenwirken
- der Direktiven über "das Zusammenwirken der Grenztruppen der DDR
  und der Volksmarine mit den territorialen Kräften der Landes-
  verteidigung nach Herstellung einer Stufe der Gefechtsbereit-
  schaft"
- der Vereinbarung "über Nachrichtenverbindungen des Zusammen-
  wirkens in den zentralen Führungsbereichen" und
- der "Vereinbarung zwischen dem Hauptstab des Ministeriums für
  Nationale Verteidigung und der Verwaltung 2000 des Ministeriums
  für Staatssicherheit"
zu organisieren.


III. Gedeckte Truppenführung

1. Regierungs-WTsch-Verbindungen

Regierungs-WTsch-Verbindungen werden gemäß besonderer Festlegungen
auf der Grundlage der "Richtlinie über die Organisation und Sicher-
stellung von Regierungs-WTsch-Verbindungen innerhalb der NVA"
durch den Chef Nachrichten im MfNV organisiert.

2. SAS-Verbindungen (SNV)

(1) SAS-Verbindungen innerhalb der NVA gemäß "Schema der SAS-
Verbindungen der ständigen Gefechtsbereitschaft der NVA"
(Auszüge/Präzisierungen werden gesondert übergeben).

(2) SAS-Verbindungen des Zusammenwirkens mit Stäben und Gefechts-
ständen der Armeen der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages
gemäß "Schema der SAS-Verbindungen der ständigen Gefechtsbereit-
schaft - Zusammenwirken" (Auszüge/Präzisierungen werden gesondert
übergeben).

(3) Teilnehmeranschlüsse-SAS gemäß "Nomenklatur der Teilnehmer-
anschlüsse des SAS-Fernsprechnetzes der NVA" (Auszüge/Präzisie-
rungen werden gesondert übergeben).

(4) SAS-Verbindungen der Fu- und RFu-Gefechtsbereitschaft gemäß
"Aufgaben zur Sicherstellung von SAS-Verbindungen im Rahmen der
Fu- und RFu-Gefechtsbereitschaft" (Auszüge/Präzisierungen werden
gesondert übergeben).

(5) SAS-Verbindungen bei Übungen und Einsätzen sind auf der
Grundlage der "Schemata der vorbereiteten SAS-Verbindungen der
Feldführung - Variante BUSSARD" zu organisieren.

(6) SAS-Datenverbindungen gemäß "Schema der SAS-Datenverbindungen"
(Auszüge/Präzisierungen werden gesondert übergeben).


3. Chiffrierverbindungen

Gemäß den im "Plan der Gültigkeit der Chiffriermittel" in Kraft
gesetzten Schematas der Chiffrierverbindungen.


4. Codiermittel

(1) Festlegungen und Zuweisungen von Codes und Schlüsselmitteln,
Codier- und Signaltabellen, Form-blättern, Sprechtafeln und deren
Schlüsselserien, Codierung topografischer Karten sowie Tarnnamen,
Tarnzahlen und Signale gemäß "Plan der Gültigkeit der Codier-
mittel".

(2) Die Chefs/Leiter Nachrichten haben "Pläne der Gültigkeit der
Codiermittel" herauszugeben
- in den Teilstreitkräften der NVA, den Grenztruppen der DDR, der
  Hauptverwaltung Zivilverteidigung der DDR und MB für jeweils
  6 Monate
- in den Verbänden und WBK für jeweils 3 Monate.

(3) Tarnnamen/Tarnzahlen
a) Tarnnamen und Tarnzahlen für die ständige Gefechtsbereitschaft
   gemäß Fernwahlverzeichnis Teil A und Teil B.

b) Tarnnamen und Tarnzahlen der NZ der Wehrkommandos treten mit
   Beziehen der 1. bzw. 2. Führungsstelle in Kraft. NZ der Füh-
   rungsstellen der anderen bewaffneten Kräfte, der Partei- und
   Staatsorgane verwenden beim Beziehen der Ausweichführungsstelle
   den Tarnnamen der NZ der Führungsstelle des Vorsitzenden der
   Einsatzleitung, zugleich 1. Führungsstelle des Wehrkommandos,
   mit Zusatzzahlen
   - Stab BDVP/VPKA          = 4
   - Stab BVfS/KD MfS        = 5
   - Führungsorgane BL SED/  = 6
     KL SED
   - Führungsorgane RdB/RdK  = 7
   - Stab ZV                 = 8
   Zuweisung von Tarnnamen innerhalb der Verantwortungsbereiche
   der Mitglieder der Einsatzleitungen in deren Zuständigkeit.

(4) Bei Alarmierung (Entfaltung von Führungsstellen) verwenden
die Verbände, Truppenteile und Einheiten bis zur Zuweisung neuer
Tarnnamen, die in der ständigen Gefechtsbereitschaft gültigen
Tarnnamen mit den Zusatzzahlen

        GS = 1, VGS/WGS = 2, RFS/RFG = 3.

(5) Zur Gewährleistung der gedeckten Truppenführung der Einsatz-
leitungen haben die Leiter Nachrichten der WBK
- Sprechtafeln für das Zusammenwirken mit anderen bewaffneten
  Kräften sowie Partei- und Staatsorgane zu erarbeiten und dem
  Chef Nachrichten MB ur Bestätigung vorzulegen
- Codiermittel an die Stäbe der Mitglieder der Einsatzleitungen
  zu übergeben
- Codiermittel für das Zusammenwirken mit den Nachbarbezirken
  auszutauschen
- den Austausch der Unterlagen gemäß Ziffer 4. (3) innerhalb der
  Einsatzleitungen und mit Nachbarbezirken zu gewährleisten.


5. Nutzung von SAS-Verbindungen

Bei Auslösung von Stufen der Fu- oder RFuGB sind
- die Kanäle entsprechend Zeitplan auf die Endstellen zu
  schalten
- Verbindungsaufnahmen durchzuführen
- die Kanäle nach 30 Minuten, wenn nicht anders befohlen, auf
  die Schaltstelle zurückzuschalten.


6. Maßnahmen bei Kompromittierung von Mitteln und Unterlagen
   der gedeckten Truppenführung                            

Alle Verstöße gegen die Bestimmungen zur Anwendung, Verluste und
Kompromittierungen von Mitteln der gedeckten Truppenführung sind
sofort dem Chef/Leiter Nachrichten zu melden.


IV. Sicherungssysteme

Gemäß Festlegungen der Teilstreitkräfte der NVA und Grenztruppen
der DDR.


V. Materiell-technische Sicherstellung

Die materiell-technische Sicherstellung erfolgt auf der Grund-
lage der
- Ordnung Nr. 040/9/207 des Stellvertreters des Ministers und
  Chef des Hauptstabes
- Anordnung 9/79 und 10/79 des Stellvertreters des Ministers
  und Chef der Rückwärtigen Dienste
- Anordnung 05/80 des Leiters der Abteilung Rückwärtige Sicher-
  stellung für den Versorgungsbereich des MfNV
- Richtlinie 040/8/100 Materielle Sicherstellung (N) und
  040/8/101 Technische Sicherstellung (N) des Chefs Nachrichten
  im MfNV
- Kataloge 040/3/003, 040/3/004 und 040/3/005.


VI. Organisatorische Festlegungen

1. Umunterstellungen

Bereitschaftsstufen des Nachrichten- und Flugssicherungssystems
- gemäß Anlage 6
Das Nachrichten- und Flugssicherungssystem hat ständig (auch unab-
hängig von den Stufen der Gefechtsbereitschaft) zum Übergang in
höhere Bereitschaftsstufen (BNF-3 bis BNF-1) bereit zu sein.

2. Kommandierung von Nachrichtenkräften und -mitteln (NKM)
Gemäß gesonderten Festlegungen.

3. Warnung und Alarmierung
Die Warnung und Alarmierung der Stäbe, Truppenteile und Einrich-
tungen ist über alle Nachrichtenverbindungen durchzuführen.
Vorrangig sind zu nutzen
(1) das Fernsprechnetz des operativen Dienstes
(2) die Alarmierungseinrichtungen der OpD/OvD
(3) die Alarmierungseinrichtungen für Fernsprechteilnehmer (AEF)
innerhalb der Standort
(4) die Funknetze der Benachrichtigung und Warnung (Alarmierung)

4. Wettermeldungen

Wettermeldungen werden entsprechend Wetterdienstordnung über-
mittelt, Höhenwettermeldungen entsprechend Nachrichtenordnung.

5. Zeitüberprüfungen

Zeitüberprüfungen täglich 07.00 und 13.00 auf den Frequenzen
der Rundfunksender der DDR.

6. Nachrichtensammelmeldungen

Nachrichtensammelmeldungen sind zu übergeben
- in der Periode der ständigen Gefechtsbereitschaft gemäß
  gesonderten Festlegungen
- der Teilbeitrag "gedeckte Truppenführung" zu den Terminen
  entsprechend der "Meldeordnung Frieden"
- bei Übungen und Einsätzen gemäß Festlegungen der Anordnung
  Nachrichtenverbindungen.

7. Kampfbestandsmeldungen

Gemäß gesonderten Festlegungen.

8. Übergabe von Anordnungen Nachrichtenverbindungen und
   Betriebsunterlagen                                  

Die Stellvertreter der Chefs der Teilstreitkräfte der NVA und
Chefs der Stäbe, der Stellvertreter des Chefs der Grenztruppen
der DDR und Chef des Stabes und die Stellvertreter der Chefs der
Militärbezirke und Chefs der Stäbe haben auf der Grundlage dieser
Anordnung die Überarbeitung der Nachrichtenbetriebsdokumentation
in ihren Dienstbereichen bis zum 01. 03. 1981 zu veranlassen.
Dem Chef Nachrichten im MfNV sind folgende Nachrichtendokumente
zu übergeben:
(1) bis 01. 04. 1981 durch die Kommandos der Teilstreitkräfte, das
Kommando der Grenztruppen der DDR und die Kommandos der Militär-
bezirke
- 1 Ausfertigung "Anordnung Nachrichtenverbindungen der ständigen
  Gefechtsbereitschaft"
- 4 Ausfertigung Funk- und Richtfunkbetriebsunteralgen (zusätz-
  lich zur Anordnung) bis einschließlich Verband und WBK.

(2) Bis 10 Tage vor Beginn einer Übung, die unter der Leitung der
Chefs der Teilstreitkräfte, des Chefs der Grenztruppen der DDR
und der Chefs der Militärbezirke durchgeführt wird, eine Ergänzung
zur "Anordnung Nachrichtenverbindungen der ständigen Gefechtsbe-
reichtaft" und zusätzlich 4 Ausfertigungen Funk- sowie Richtfunk-
betriebsunterlagen (Ergänzungen).


VII. Inkraftsetzung/Außerkraftsetzung von Dokumenten

1. Diese Anordnung tritt mit Wirkung vom 01. 03. 1981, 08.00 Uhr
in Kraft und hat Gültigkeit bis auf Widerruf. Gleichzeitig
treten außer Kraft
- Anordnung Nr. 35/76 des Stellvertreters des Ministers und Chef
  des Hauptstabes vom 14. 10. 76
- Änderungen zur Anordnung Nr. 35/76.

Die Anlagen 1 bis 1d, 2b, 2e bis 2f, 4a, 6 und 7 werden
bestätigt.

2. Der Chef Nachrichten im MfNV ist berechtigt, zu dieser Anord-
nung Durchführungsanordnungen zu erlassen und Änderungen bzw.
Ergänzungen in den Anlagen vorzunehmen.


Berlin, den 06. 01. 1981           Streletz
                                   Generaloberst


Anlagen zur Anordnung Nr. 35/81

(Teil I)
Anlage 2b:  Zuweisung von Richtfunkbetriebsunterlagen
Anlage 2e:  Gesperrte UHF-Kanäle
Anlage 2f:  Nutzungsbeschränkungen
Anlage 4a:  Verantwortlichkeit für das Betreiben von
            Fernkurierverbindungen
Anlage 6:   Maßnahmen der Bereitschaftsstufen des Nach-
            richten- und Flugsicherungssystems
			("BNF-3 bis BNF-1")
Anlage 7:   Bezeichnungen der NZ der Führungsstellen

(Teil II)
Anlage 1:   Auszug aus der Tabelle der FuN/FuR,
            periodisch wechselnde MFRP-Funkunterlagen
Analge 1a:  Periodisch wechselnde Tabellen der
            Gruppenreservefrequenzen im FuN
			"Benachrichtigung und Warnung des MfNV"
Anlage 1b:  Tabelle der Funkadressen des MfNV
Anlage 1c:  Organisatorische Festlegungen für den
            Funkbetriebsdienst
Anlage 1d:  Zuweisung von Funkbetriebsunterlagen
            Periodisch wechselnde MFP-Frequenzzuweisungen


Anlage 2b

Schlüssel
für die Parolen- und Gesprächstabelle
des diensthabenden Richtfunkers
Tagesdatumsenkrechtwaagerecht
01,. 11., 21., 31.   52 13 74 60 98    41 23 87 90 65
02,. 12., 22.10 45 82 36 7971 90 34 28 65
03,. 13., 23.62 50 17 84 3953 27 41 96 08
04,. 14., 24.70 98 26 35 4124 71 09 68 35
05,. 15., 25.10 86 54 97 3254 67 83 10 29
06,. 16., 26.79 18 63 20 4556 84 92 31 07
07,. 17., 27.05 97 67 31 2839 18 45 67 02
08,. 18., 28.58 96 17 20 3416 78 08 49 32
09,. 19., 29.43 87 65 19 2008 43 29 17 56
10,. 20., 30.27 40 85 63 1961 75 93 80 42


Anlage 2e

Gesperrte UHF-Kanäle R-404, R-414
im Bereich von Richtfunkbetriebsstellen der Deutschen Post
Lfd.
Nr.
Bezeichnung der
Betriebsstelle
Bezeichnung des
Aufbauplatzes
Kartenblattfür NVA
gesperrte
Kanäle
Hochwert Rechtsw. 
1HARDTBERGTP 122,6
3 km OSO
N-33-7420; 23; 24
ALT-SÜHRKOW59643348
2HELPTERBERGTP 179,0
3,5 km NO
N-33-8817; 18
WOLDECK59283406
3INSELBERGTP 916,1
3 km NNO
M-32-4523
BROTTERODE56362602
4MARLOWH. 40
1 km NNW
N-33-6220; 24
MARLOW60063340
5ROITZSCHH. 135
0,5 km SSW
M-33-1423
ROITZSCH57203346
6WACHENBRUNNH. 485
1,5 km WNW
M-32-5817; 18
WACHENBRUNN55962610
7WITTENBERGTP 137,1
2 km NW
M-32-218
REINSDORF57543232
8LEIPZIGLAUSENM-33-2517; 21
56803308


Anlage 2f

Nutzungsbeschränkungen für Richtfunkverbindungen

Für die Organisation und Nutzung von Richtfunkverbindungen
gelten folgende Einschränkungen:

1. Es ist verboten, in das Territorium der BRD und Westberlin
   einzustrahlen oder diese überstrahlen.

2. Die Nutzung der UHF-Kanäle 25 bis 46 der R-404, R-414 ist
   verboten. Ausnahmen genehmigt der Chef Nachrichten im MfNV.

3. Es ist verboten, mit den in Anlage 2e als gesperrt bezeich-
   neten UHF-Kanälen (R-404, R-414) in den Sperrgebieten (10 km
   Radius um die jeweiligen Betriebsstelle der Deutschen Post)
   zu senden, zu empfangen, in diese Gebiete einzustrahlen und
   sie zu überstrahlen.

4. Innerhalb der Empfangsbereiche der Fernsehsender HELPTERBERG
   und CALAU ist die Nutzung der nachfolgenden VHF-Kanalpaare
   (R-401M/R-405) im Umkreis mit 60 km Radius um die Sendestelle
   verboten:
   a) HELPTERBERG: Kanalpaar 30/97, 31/98, 32/99
   b) CALAU:       Kanalpaar 50/117, 51/118, 52/119, 56/123,
                             57/124, 58/125, 59/126

5. Innerhalb der Empfangsbereiche der Fernsehkleinsender NEUSTADT
   (Bez. Dresden), RABENAU und DIPPOLDISWALDE ist die Nutzung der
   nachfolgenden VHF-Kanäle (R-401M/R-405) im Umkreis mit 10 km
   Radius verboten:
   a) NEUSTADT: Kanal 63, 64, 65, 137, 138, 139
   b) RABENAU:  Kanal 30, 31, 32
   c) DIPPOLDIS-
      WALDE:    Kanal 63, 64, 65, 137, 138, 139

6. Es ist verboten, in das Territorium der Volksrepublik Polen
   mit folgenden VHF-Kanälen (R-410M/R-405) einzustrahlen:
   a) im Abschnitt AHLBECK-WRIETZEN
      Kanäle 100, 101, 120, 121,0 137, 138, 139
   b) im Abschnitt WRIETZEN-ROTHENBURG
      Kanäle 142, 143, 144
   c) im Abschnitt ROTHENBURG-ZITTAU
      Kanäle 120, 121, 130, 131, 132

7. Die operative Nutzung des 1. Fernsprechkanals der Richtfunk-
   stellen R-403M, R-401M, R-405 und R-405C/N-1 ist innerhalb
   einer 20 km breiten Zone entlang der Staatsgrenze zur BRD und
   Westberlin verboten.


Anlage 4a

Verantwortlichkeit
für das Betreiben der Fernkurierverbindungen
VerantwortlichkeitFKuV Umschlagpunkte
WBK RostockIWBK Rostock - WBK Neubrandenburg -
MfNV und zurück
WBK SchwerinIIWBK Schwerin - WBK Potsdam
und zurück
NR-2IIIWBK Frankfurt/O. - WBK Cottbus
- Kdo. GT. d. DDR - MfNV und zurück
WBK Karl-Marx-Stadt IVWBK Karl-Marx-Stadt - WBK Dresden
- WBK Leipzig und zurück
WBK MagdeburgVWBK Magdeburg - WBK Potsdam - MfNV
und zurück
WBK HalleVIWBK Halle - WBK Leipzig - MfNV
und zurück
WBK SuhlVIIWBK Suhl - WBK Erfurt - WBK Gera
- WBK Leipzig und zurück
HptNZ, MfNVVIIIMfNV - Kdo. LSK/LV - WBK Berlin
und zurück
HptNZ, MfNVIXMfNV - GSSD und zurück

                                   VVS Nbg o031 - XI/R/20/85  BStU*386

4. Schalt- und Verteilerstellen

4.1. ZVt-Belegungsübersicht (Zeichnungs-Nr. 403221-004/1-4)

4.2. Schnellschaltfeld

Das Schnellschaltfeld besteht aus 14 Leitungswegen.
Jeder Leitungsweg besteht aus 4 Reihen mit je 30 Buchsen.
Die Buchsenreihen sind von oben nach unten mit den Buchstaben
a, b, c und d, und die Buchsen in den Reihen von links nach
rechts mit den Zahlen von 1 bis 30 bezeichnet.

Alle Buchsen, die nicht für interne Brücken benötigt werden,
werden auf die jeweiligen Zwischenverteiler aufgelegt.
Das Schnellschaltfeld ist so aufgebaut, daß in jedem Leitungs-
weg die Ein- und Ausgänge aller für den Betrieb einer Vierdraht-
leitung benötigten nachrichtentechnischen Einrichtungen einge-
schaltet werden können.
Sie werden durch Stecken von vierpoligen Brückensteckern mitein-
ander verbunden. Jeder Leitungsweg kann wahlweise mit Chiffrier-
gerät "Koralle" oder "Delphin" betrieben werden.
Mit Hilfe zweiadriger Meßleitungen ist es möglich, schnelle Um-
oder Ersatzschaltungen bei Störungen durchzuführen.

Durch die vier Buchsenkomplexe A, B, C und D besteht die Möglich-
keit, in die Schnurpaare 2 und 12 der Vermittlung MP 10/15 je-
weils ein Chiffriergerät "Koralle" einzuschalten.

Jeder Buchsenkomplex besteht aus 4 Reihen mit je 4 Buchsen.

4.3. Sicherung der Schalt- und Verteilerstellen

Das Schnellschaltfeld befindet sich in einem Stahlblechgehäuse
und ist durch eine verplombte Flügelschraube gesichert. Der
Zwischenverteiler für die dechiffrierte Seite wird mit Stahl-
blech abgedeckt und ebenfalls verplombt.

5. Zusammenwirken der nachrichtentechnischen Einrichtungen
   Verbindungsplan - Zeichnungs-Nr. 403221-005/1-3         

Dargestellt ist der erste Leitungsweg betrieben mit Korrektor
und Chiffriergerät "Delphi".

Statt TAV kann КЧХ und statt Chiffriergerät "Delphi" kann
"Koralle" in den Leitungsweg einrangiert werden.
Außerdem sind die Brückenstecker Bu 19 - Bu 20 zu ziehen und
Bu 25 - Bu 26 zu stecken. Der Platz für den Korrektor wird
durch Weglassen der Brückenstecker Bu 14 - Bu 15 überbrückt.
Alle anderen nachrichtentechnischen Einrichtungen lassen sich
auf ähnliche Weise überbrücken.

6. Beschaltung der Vermittlung MP 10/15

Verm.  Gegenstelle/   Leitungs-Nr.  W-/DA  eingerichtet  Bemer-
       Teilnehmer     Objekt               am:           kung  
1 MG   Biesenthal     XP 1511                            HNZ-3
2 MG   BV (1)            -
3 MG   Treuenbriezen  XP 3019                            HNZ-4
4 MG   BV (2)            -
.
.
.
10 MG

1 ZB   Leiter BV      Gang 14       D
2 ZB   Leiter AGL     Gang 17       D
3 ZB   Stab           Gang 16       D
4 ZB   Abt.-Leiter    Gang 12       D
.
.
.
15 ZB  N 1            Gang 7        D
16 OB
.
.
20

7. Fernsprechanschlüsse innerhalb der WTsch-Station
   (Zeichnungs-Nr. 403221-006)                     

8. Stromversorgung

8.1. Netzversorgung 220 V (Zeichnungs-Nr. 403221-007)

Die Netzversorgung der WTsch-Station erfolgt vom Verteiler C 1
des Objektes. Es werden alle drei Phasen des Drehstromnetzes zur
Verteilung der Station geführt.
Der Anschluß erfolgt an den Sicherungen 7 (R), 8 (S) und 9 (T)
der Verteilung C 1. Die Stromkreise sind mit 10 A abgesichert.
Bei Netzausfall wird automatisch die Netzersatzanlage C ange-
schaltet. Die Einschaltzeit beträgt ca. 15 sek.

In der Station werden die Phasen auf je 5 Stromkreise aufge-
teilt. Die Absicherung beträgt 2 A.
An die Netzverteilung der Station sind keine Verbraucher außer-
halb der Station angeschaltet.

8.2. Batterieversorgung (Zeichnungs-Nr. 403221-008)

Die Gleichrichter, Typ V 6 - 29/1 - E 24/63, und die 24 V-
Batterie, Typ 4 GT/260 Ah, werden am Ende des Ganges 10
(Toilettengang) aufgestellt.

An die Verteilung sind folgende Verbraucher angeschlossen:

 - Geräte "Koralle",
 - Rufeinrichtung ATW,
 - Verstärkereinrichtung КЧХ,
 - Vermittlung MP 10/15.

Das Pluspotential der Batterie liegt auf einer Erdsammel-
schiene, die mit dem Erdungspunkt im Pumpenschacht
(Flächenerde 1,35 Ω) verbunden ist.
Der Widerstand der Zuleitung beträgt 0,05 Ω.

9. HSL-Anlagen (Zeichnungs-Nr. 403221-009)

Für Heizung und Belüftung ist ein 200 mm starkes Rohr mit
einer Luftaustrittsöffnung durch den Raum geführt.
WTsch-Station Neubrandenburg
 1 Geräte "Delphin",    2 Geräte "Koralle",    3 Korrektoren
 4 Rufeinrichtung ATW   5 КЧХ,                 6 Vermittlung MP 10/15
 7 Schnellschaltfeld    8 ZVt dc               9 ZVt c
10 Meßplatz            11 Stahlblechschrank   12 KE-Gestell
13 Vermittlung OB 62